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Donncrslcig den 15. Mürz
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1906
Amtliches.
Stadtkreis Fjanau.
Der Gründonnerstag wird für die Zukunft ebenso wie in den Vorjahren in der Stadt Hanau all Arbeitstag treigegeben.
Hanau den 13. März 1906.
Königliche Polizei-Direktion.
v. Beckerath.
1*2220
Eandkrds Hanau.
Bekliinltinchungen des OnigH^cn LankatsM.
An der katholischen Volksschule in Großauheim wird vom 1. April d. Js. ab eine Lehrerinnenstelle frei werden.
Das Grundgehalt der Stelle beträgt 1050 Mk., die Mietsentschädigung 200 Mk. und der Einheitssatz der Alterszulagen 110 Mk.
Bewerberinnen wollen ihre Meldungsgesuche nebst Zeug- nissen binnen 10 Tagen dem Herrn Ortsschuliuspekror, Pfarrer von Jagemann in Großauheim einreichen.
Hanau den 13. März 1906.
Namens des Königlichen Schulvorstandes.
Der Königliche Landrat.
Y 1662 J. A.: Conrad, Kreissekretär.
Der Herr Reichskanzler hat die Anstellung einheitlicher ftatiftifdjer Ermittelungen über die Zahl und Schwere der beim Auiomobilberriebe vorkommrndrn Unfälle für das Reichsgebiet angeordnet. Die Statistik hat sich auf alle beim Be- iriebe von Kraftfahrzeugen vom 1. April V. I. ab vor- fommenben schädigenden Ereignisse zu erstrecken. Als Kraftfahrzeuge gelten Kraftwagen und Kraftfahrräder. Ich ersuche die Ortspolizcibchörden und Gendarmen, mir alle hiernach in Betracht kommenden Unfälle unter kurzer Schilderung deS Vorfalles, wobei die einzelnen Beteiligten nach Name, Stand und Wohnung genau zu bezeichnen, der Schaden nach seiner Art und bei Sachenbeschädigung auch der schätzungsweise Wert anzugeben sind, alsbald mitzuteilen.
Hanau den 13. März 1906.
V 1664
Der Königliche Landrat. v. Beckerath.
Städtische Sparkasse.
Gelder gegen erststellige Hypotheken zu 4"/o sind stets auSzuleihen.
2
Der Vorstand
Feuilk sn.
A«r bevorstehenden Ausführung von s^ranz Liszt's Legende von der „Heiligen Elisabeth" durch den Oratorienverein am 18. März.
(Schluß.)
Franz LiSzt ist der Begründer der neuromantischen Schule in der Musik. Wie Richard Wagner in der Oper, so brach Franz LiSzt auf sinfonischem Gebiete mit der althergebrachten Form: er setzte an die Stelle der Sinfonie die „sinfonische Dichtung" und hat einen mächtigen Anstoß dazu gegeben, daß die zeitgenössischen Komponisten sich nicht mehr an die Form all etwas Bestehende« hielten, sondern dem jeweiligen Inhalte deS meist mit einer programmatischen Urberschrift versehenen Werkes die ihm gebiihrende Form anpaßten. Die musikalische Form der „Heiligen Elisabeth" dringt nicht in sich abgeschlossene Arien, Duette und Chöre wie die Oratorien Händel'S, Hcrydn'S und Mendelssohn'«; sie besteht vielmehr auS fed)§ großen durchkomponierten Szenen und hat somit große Aehnlichkeit mit den Bühnen- werken Richard Wagner's, welche nach seiner ersten großen Nefonnoper dem „Lohengrin" entstanden sind. Die Bewunderung und große Verehrung, welche Wagner's Werke bei LiSzt gesunden hatten, sind allgemein bekannt. LiSzt war bekamUlich der erste deutsche Kapellmeister, der eS durchsetzte, daß der „Lohengrin" auf deutschem Boden aukgesiihrt wurde. ES war eine große und mutige Tat, daS Werk eines politischen Flüchtlinges zur Zeit der größten Reaktion an dem Hoftheater eines deutschen Fürsten, im Herzen Deutschlands, in Weimar anfzusühren I
ES ist leicht begreiflich, man möchte sagen selbstverständlich, daß ein so glühender Verehrer der Musik Richard Wagner'« wie es Franz LiSzt war, auch in seinen Werken
musikalischen Prinzipien seines genialen Freundes zur Anwendung brachte. Neben der großen durchkontponierten kzen« ist el zunächst das von Richard Wagner zur höchsten
Bekanntmachung für Kcssclstadt.
Die Krieflsbeorderrrnnen und Pas;noiizrn pro 1906 sind von den Mannschaften der Reserve, Landwehr I. und IT. Aufgebots, sowie der Ersatzreserve hierselbst in der Zeit vom 15. bis 20. d. Mts. auf dem Bürgermeisteramt während der Dicnststundsn gegen Quittung in Empfang zu nehmen.
Kessel stadt, 14. März 1906.
5759 Bürgermeisteramt.
Lnisirtsâüsllilßtr SrtiSötrtin önn
Nächste Versammlung Samstag den 17. März 1906, nachmittags 21'» Uhr, im Gasthaus „zum goldenen Löwen" hier.
Daaesordnitng :
1. Geschäftliche Mitteilungen.
2. Bericht der Delegierten über die Winterversammlung
3.
5.
8.
des Vereinsausschusses der Landwirtschaftskammer in Gaffel
Vortrag des Herrn Direktor Wagner aus Gelnhausen über „Wichtige Grundsätze für die Fütterung der Haussiere."
Bezug von Saatkartoffeln.
Erteilung der Decharge zur Vereinsrechnung für 1905. Sonstige Mitteilungen.
Die Herren Bürgermeister wollen die vorstehende Bekanntmachung des landwirtschaftlichen Kreisvereins in den Gemeinden in ortsüblicher Weise bekannt machen.
Königliche Landrat. v. Beckerath.
Hus ^anau Stadt und Cand.
Kana«, 15. März.
* Ilsatalbahn. Landtagsabgeordneter Herr Breidenbach hat bei der Hessischen Zweiten Kammer folgenden Antrag eingebracht:
„Hohe zweüe Kammer wolle Großherzogliche Regierung ersuchen, alsbald dem Landtage eine Vorlage zur Erbauung einer normalspurigen Bahn von Bad Nauheim durch das Nsatal über Nieder-Mörlen, Ober-Mörlen, Ziegenberg- Langenhain mit weiterem Anschluß an das preußische Gebiet bis Usingen einzubringen."
Der Antrag wird folgendermaßen begründet: Durch den schon sehr viele Jahre gewünschten und geplanten Bahnbau
Entwickelung gebrachte Leitmotiv, welche? Liszt auch in seiner Legende von der „Heiligen Elisabeth" verwendet. Er holte seine musikalischen Motive teilweise aus dem großen Schatze der katholischen Liturgie und teilweise aus ungarischen Nationalmelodien. Das Motiv der Elisabeth, welches schon in den ersten Takten der Orchestereinleitung von dem zarten Silbertone dreier Flöten vorgetragen wird und im weiteren Verlaufe des Werkes oft wiederkehrt, ist eine alte katholische Kirchenmelodie, welche- bei der Feier des Festes der heiligen Elisabeth in Ungarn gesungen wurde.
Eine im gregorianischen Gesang häufig gebrauchte Intonation von drei Tönen, bestehend aus einem Ganztone und darauf folgend einer kleinen Terz nach oben (also z. B. die Töne k, g, b), benutzte Liszt als Motiv des Kreuzritter- choreS ; er wollte dieses Motiv gleichsam als tonische? Spmbol deS Kreuzes zur Anwendung bringen. Nachdem dieses Motiv zuerst von der Posaune und Trompete erklungen ist, findet eS begeisterten Widerhall im Chore, 'indem ihm die Worte: „Gott will es I Ins Palmenland, ins heilige Land!" zur textlichen Unterlage dienen. Auf diesem Motiv baut sich der imposante Kreuzritterchor auf, welcher den ersten Teil des Werkes zu einem großartigen Abschlusse bringt.
Das dritte Hauptmotiv des Werkes ist einem ungarischen Volksliede entlehnt; es ertönt zuerst in der vollen Wucht des ganzen Orchesters bei der Ankunft Elisabeths auf der Wartburg; der ungarische Magnat singt dazu die Worte: „ES herrsche lang und leb' in Ehren, dies teure Kind des Ungarland'S !" und der volle Chor wiederholt diese Worte in der Melodie des ungarischen Volksliedes. Im zweiten Teile deS Werkes kehrt dieses Motiv im majestätischen Klange des vollen Orchesters wieder, wenn Elisabeth der sie vertreibenden alten Landgräfin Sophie gegenüber ihre Abstammung aus dem ungarischen Königshause betont. Wehmütig erklingt dann dasselbe Motiv, wenn die einsame Elisabeth von den glücklichen Tagen ihrer Kindheit singt.
Es würde' zu weit führen, an dieser Stelle da« reiche thematische Gewebe des ganzen Werkes nur annähernd zu erklären; der Vorstand des Oratorienvereines wird deshalb dafür Sorge tragen, daß die Konzeribesucher ein mit musik- geschichtlichen und tdetnatischen Erläuterungen versehene-
würde einem schon seit langer Zeit gehegten Bedürfnisse bet Kurfremden von Bad-Nauheim, die sich sehr nach Abwechslung und Ausflügen sehnen, Genüge geleistet, da an fraglicher Sireck« der wegen seiner Naturschönheilen beliebte und sehr besuchte Ausflugsort Z egenberg liegt. Ebenso würde der Fremdenverkehr über Usingen zweifellos sehr zunehmen. Für das Aufblühen der zu berührenden Orte in Bezug auf Landwirtschaft sowohl als auch auf Industrie und für den Verkehr der arbeitenden Bevölkerung würde die Dahn von größter Wichtigkeit sein, indem sie dem Verkehr abgelegene Lnndesteile ausschließt. Hierdurch ist ein nicht zu unter« schätzender Güterverkehr zu erwarten, da sich außer den vielen landwirtschaftüchen Betrieben auch noch sehr große Waldungen, sowie reiche Lager von Bleierzen, Kalk, Ton und sonstigen Bodenschätzen befinden.
* Htt» drä«t der Winter noch so sehr . . . Das ist eine nette Ueberraschung, die uns der Himmel noch 8 Tage vor dem kalendcrmäßigcn Frühlingsanfang beschert hat. Ein richtiger ernster Schneefall, wie wir ihn während des ganzen Winters nicht gehabt haben, deckt Stadt und Land mit einer mächtigen Schneedecke, eine für diese Zeit etwas ungewohnte Erscheinung. Doch trösten wir uns mit dem Gedanken: „Und dräut der Winter noch so sehr . . . es muß doch Frühling roerben".
* Stadttheater. (Benefiz Dachmann.) „Hof« gunst", Thilo von Trotha's reizendes Lustipel wird morgen zum Benefiz für unsere muntere und naive Liebhaberin Frl. Hermine Bachmann neu rinstudiert zur Darstellung gelangen. Das treffliche, wirkungsvolle Siück wurde an fast allen größeren Bühnen immer wieder mit glänzendem Erfolge auigetührt. Treffend geceichneie Charaktere, eine hübsche Handlung, ein poüuenreicher Dialog und der köstliche Humor werden dem Lustspiele auch hier wieder eine über- aus freundliche Ausnahme bereiten. Zu der Rolle der „Nicky" hat die liebenswürdige Bemfisiansin hervorragende Gelegenheit zur Entfaltung ihres Könnens und werden ihr in größeren Rollen zur Seite stehen die Herren: Hauser ('ürst), Steuer (von Roden), O s c a r s e n (Hohenstein), N a ch b a u r (Halden), sowie die Damen : Frl. Braune (Baroneß Wallberg), Frl. Behrens (Gräfin Birkenfeld), Frl. H e l l i o t (Elisabeth) und Frl. Müller all „Fürstin Mutier".
• Dramatisch-literarischer Verein Ka«a«. Für die am Montag den 19. und Dienstag den 20. b. M. all erste Theaterabende im neuen Jahre staufindenden Aufführungen wurde das vieraktige Schauspiel „Der Helfer" von Felix Philippi gewählt. Das Stück wird gegenwärtig mit großem Erfolge an vielen bedeutenden Bühnen, so auch am Schauspielhaus? in Frankfurt, gegeben und wird auch hier
Textbuch sowohl bei der Hauptprobe wie bei dem Konzert« abends an der Kasse erhalten können.
Die Aufführung des Werke? wurde mit dem nötigen Fleiße vorbereitet. Der Mannerchor erhielt treffliche Unter» stützung durch eine Anzahl Mitglieder des LehrersängerchoreS. Die Inkanteriekapelle ist in ihrer vollen Stärke vertreten und wird außerdem noch verstärkt durch einige Musiker bei 81. Insanterie-Regiments und deS MuseumSorchesterS in Frankfurt a. M.; auch die Harfe wird durch eine ausgezeichnete Künstlerin vertreten sein.
Der Oratorienverein hat weder die Mühe noch die Kosten vieler Chor- und Orchestcrproben gescheut, um dem bedeutenden Werke eine würdige Aufführung zu sichern.
Barometerstand
mittags 12 Uhr i
Sehr trocken
Beständig
Schön Veränderlich
Regen (Wind)
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