»iz-S-prel»«
vierÄlährüch 1,80 DL, monatlich 60 M-, 6*» â Wämge Abonnenten mit dem betreiienden PojlaustchtaA Die emjelae Nummer kostet 10 Ut-
EinrücknngSgebLH, *
z^z^^«,«^ru» und Verlag da Buchdrucker» da. «erÄr, Waiienhauset di Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches ©tw für Stobt* Mk fankkrtia genau
Erscheint täglich mit LuSnahme der Sonn- and Feiertage, mit belletristischer Beilage.
.Di« pafßtfpahen* Petttjeil« «da berat Rosa 16 «G im Reklamen t^l die Zâ 85 ^
Rettmhwrfi. Redakteur: «. e$tt<ei ta $ewa,
Mx. 61 ^ernsprechanschlttst Nr. 605*
Dicnslan den 13. Mürz
Fernsprechanschlntz Nr. 605» 1906
Amtliches.
Stadt- und Candkreis Fjanau.
Am Donnerstnfl den 13. d. Mts., von 12 bis
1 Uhr mittags, wird der Königliche Gewerbe-Inspektor aus Fulda in einem Zimmer des hiesigen Standesamts im Altstâdter Schloß den Arbeitgebern und Arbeitern Gelegenheit zu Besprechungen geben.
Hanau den 12. März 1906.
Der Königliche Landrat und Polizei-Direktor.
P 2196 I. V.: v. Schlieben, Reg.-Asseffor.
Landkreis Hanau.
Sttatatfjinip des Königlichen Lanhratsaâ
In Frankfurt a. M. ist bei einem auf einem Lagerplatz am Hauptgüterbahnhof daselbst gehaltenen Hund ein weiterer Fall von Tollwut festgcstellt worden. Die Hunde- sperre im Stadt- und Landkreise Frankfurt ist deshalb bis zum 6. Juni d. Js. verlängert worden. Ich mache auf die Gefahr einer Verschleppung der Seuche in den hiesigen Kreis aufmerksam und weise die Ortspolizeibehörden an, mir von jedem Verdacht einer Tollwut unverzüglich Anzeige zu erstatten.
Hanau den 9. März 1906.
Der Königliche Landrat.
V 1552 I. A: Conrad, Kreissekretär.
Stadtkreis Hanau.
Die Bespannitnq der Gies;fässer für das Rechnungsjahr 1906 soll unter Zugrundelegung der Bedingungen für Bewerbung um städtische Arbeiten und Lieferungen öffentlich verdungen werden.
Die Verdingungsunterlagen liegen im Stadtbauamt, Rathaus Zimmer Nr. 19, zur Einsicht aus und können von dort bezogen werden.
Die Angebote sind versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zu dem auf Samstag den 17. März, vormittags 11 Uhr, festgesetzten Eröffnungstermin ein- zureichen.
Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa erschienener Anbieter.
Zuschlagsfrist 14 Tage.
Hanau den 7. März 1906.
Stadtbauamt. 5548
Feuilleton.
Volks-Kirchcnlonzcit.
= Hanan, 12. März.
Der große Erfolg des Volks-Kirchenkonzerts am Totensonntag war auch der gestrigen gleichen Veranstaltung des Kirchenchores der Johanniskirche beschieden. Wohl über 2000 Personen füllten die Räume des Gotteshauses, der Johanniskirche, einem noch größeren Zudrang, einer Ueber- füllung hatte man vorgebeugt durch Verabfolgung von Programmen, die zum Besuche berechtigten, sodaß sich die Veranstaltung in allen Teilen, in ihrer Gesamtanlage, würdig ihrem erhabenen Zwecke und zur Zufriedenheit aller Besucher abzuwickeln vermochte. — Das Programm bot ausschließlich Nummern, die die Leidensgeschichte des Heilands zum Gegenstände haben. Eingelritet durch ein Orgelvorspiel des Herrn C. Alt, folgte die Arie aus dem Oratorium „Paulus" von Mendelssohn-Bartholdy, einwandsfrei vorgetragen von Frl. Elisabeth Fritsch- Hanau (Sopran). Eine wundervoll bearbeitete Komposition betitelt „Geistlicher Dialog aus dem 16. Jahrhundert" für Chor, Al'solo und Orgel von Alb. Becker reihte sich an, in der die Altsolopartie Frl. Kellermann vertrat. Der Vortrag war von zündender Wirkung, woran sowohl der Chor unter Leitung seines Dirigenten Herrn W. Breidenbach wie auch die Solistin und die Orgel- begleitung gleichmäßig Anteil hatten. Nach weiteren Chor- und Orgel-Darbietungen brachte Frl. E. Fritsch mi8 Joh. Seb. Bachs „Matthänspassion" das Rezitativ „Er hat uns allen wohlgetan" zum Vortrag und bewies von neuem, daß wir in ihr eine Sängerin besitzen, die ihren Tönen Leben und Teele einzuhauchen versteht. In der Folge kam Joh. Seb. Bach, der deuische Meister, dessen Größe seine Demut, fein echter Christenglaube war, noch einige Male zum Wort und zwar in dem herrlichen Choralvorfpiel (Orgel)
Bekanntmachung.
Der Entwurf zur Abänderung der Ordnung betr. die Erhebung einer Hundesteuer vom 29. März 1899 für die Stadt Hanau liegt in Gemäßheit des $ 13 der Städte- ordnung für die Provinz Hessen-Nassau auf dem Rathause, Zimmer Nr. 11, (Stadlsrkretariat) offen.
Einsprüche können während 2 Wochen vom heutigen Tage an bei uns erhoben werden.
Hanau den 13. März 1906.
Der Magistrat.
Dr. Gebesch u-s. 5576
LliâjrtsWWtt Srti^trtia Ham.
Nächste Bersnmmlitng Samstag den 17. März 1906, nachmittags 21'» Uhr, im Gasthaus „zum goldenen Löwen" hier.
Tagesordnung:
1. Geschäftliche Mitteilungen.
2. Bericht der Delegierten über die Winterversammlung des Vereinsausschusses der Landwirtschaftskammer in Cassel.
3. Vortrag des Herrn Direktor Wagner aus Gelnhausen über „Wichtige Grundsätze für dir Fütterung der Haustiere."
4. Bezug von Saatkartoffeln.
5. Erteilung der Decharge zur Vereinsrechnung für 1905.
8. Sonstige Mitteilungen.
Die Herren Bürgermeister wollen die vorstehende Bekanntmachung des landwirtschaftlichen Kreisvereins in den Gemeinden in ortsüblicher Weise bekannt machen.
Hanau den 12. März 1906.
Der Königliche Landrat.
v. Beckerath.
Gtsttndtne und ticrlorcnt ßtocnfttot rc.
G efunden: 1 Schlüsselbund (5 Stück), 1 Portemonnaie mit etwas über 1 Mk. Inhalt, 1 Portemonnaie mit einigen Pfennigen und mit einer Monatsfahrkarle der Kleinbahn Rückingen—Hanau mit dem Namen Wilh. Hollenbach, 1 silbernes Halskettchen, 1 Mitgliedsbuch vom Sanitäis- verein Hanau für Karl Röll, 2 Bücher von der Sparkasse zum Saal bau für Frau Nöll und Kätchen Bertel.
Verloren: 1 Zugbeutel mit ungefähr 3 Mk. und 2 Biermarken, 1 braunes Rädchen von einem Havelock.
Abhanden gekommen: 1 Handpritschenwagen.
„O Haupt voll Blut und Wunden" und dem Chor „Du edles Angesichte". Frl. Fritsch spendete noch: „Die Schmach bricht ihm das Herz", Rezitativ und Arioio auS dem Oratorium „Messias" von Händel, Frl. Helene Kellermann. uniert sich schon so oft bewährte gut geschulte Künstlerin, brachte den Alisolo aus der Passionskantate „Er schreitet durch Kampf zum Sieg" von K. Lorenz zu schöner Geltung und bot auch hiermit eine prächtige Leistung. Der Chor, der seine Aufgabe ebenfalls in höchst lobenswerter Weise sowohl in Präzission als musikalischem Vortrag löste, bot noch „Und es wird Finsternis" von M. Haydn, der Knabenchor, ebenfalls unter der Leitung des Herrn Breidenbach stehend, sang „Lob, Preis und Dank sei Dir" von BortnianSky und mit einem Orgelvortrag (Herr A11) „Postludium" in E-moll von L. Ebner schloß die Deran- staltimg. für die ausrichtiger Dank dem geschätzten Dirigenten Herrn W. B r e i d e n b a ch, den mitwirfenben Solistinnen und Solisten gespendet sei, in der Hoffnung auf künftige ähnliche Verherrlichung der Pasflonszeit.
„Hie flut Deutsch ullewksie".
Ein nachahmenswertes Beispiel und zugleich einen Beweis für die Entbehrlichkeit vieler Fremdwörter bieten die soeben im Druck erschienenen „Satzungen für die Geichäfisrinteilung der Ausschüsse für das 28. Mitirirhrinische KreiSturnfest zu Hanan 1906." Dieselben sind im Allgemeinen den Satzungen des früheren Festes von 1891 nachgebildet, jedoch hat man sich bei der Neuberatung bemüht, alle entbehrlichen Fremdwörter durch gute deutsche Ausdrücke zu ersehen. Es finden sich daher in dem acht Seiten umfassenden Heftchen nur sechs Fremdwörter, nämlich: „Finanzausschuß", „Freiquartier", „Inventar", „Personal", „Musikkorpâ" und „Carouffel", die man als Fachausdrücke stehen ließ. Von diesen wären übrigens Freiquartier, Inventar und Personal leicht zu verdeutschen gewesen, dagegen konnte man aber nicht gut für
En tlaufen: 1 rehbrauner Pinscher (Bastard) mit weißer Brust m. Geschl.
Hanau den 13. März 1906.
Hus Hanau Stadt und fand.
Kana«, 13. März.
• Bibelsknnde. Heute abend 8'/, Uhr findet Bibel- stunde im evangel. VereinShause statt, gehalten von Herrn Pfarrer Fuchs.
* skernsprechverkchr. Der hiesige Sprechverkehr ist auf Friedrichsthal (Baden) ausgedehnt worden.
* Martin Gerlach, der Mitinhaber der Wiener kunstgewerblichen Verlagsfirma Gerlach & Wiedling, feiert heute seinen 60. Geburtstag. Gerlach, ein Hanauer, hat sich durch sein bahnbrechendes kunstgewerbliches Wirken einen Weltruf erworben und seine Vaterstadt darf auf diesen ihren Sohn mit Stolz und Freude blicken. Seit mehr als 30 Jahren ist er dem Kunstgewerbe durch alle Geschmackswandlungen führend und wegweisend vorangeschriiten und hat die Quellen erschlaffen, die dem Handwerk den belebenden und vergeistigenden Hauch der Kunst vermitteln sollen. Er hat sich als Anreger und Schatzgräber beim Suchen nach den dem damaligen Kunstgewerbe so notwendigen Vorbildern als Erster hervorgetan und hierbei äußerst befruchtend gewirkt. Durch das selbstgezeichnrte Erstlingswerk seines Verlages „Die Perle", das zu einem Weltorgan ausgestaltet wurde, hat er vor 30 Jahren dem Goldschmied eine neue Motiven- quelle erschlossen und damit dieses Gebiet von der französischen Vorherrschaft befreit. Eine Schöpfung von ähnlicher Tragweite war das gleichfalls selbstgezeichnete Gewerbemonogramm. Zeigte sich in diesen und den folgenden Werken der Zug jener Zeit, der auf Neubelebung der historischen Stile ausging, so wußte Gerlach später auch dem Drängen der Zeit nach Umgestaltung dieser historischen Stile meisterlich Rechnung zu tragen und die früheren Formen mit den neuen menschlichen Aufgaben und Bedürfnissen zu verbinden. Ein entscheidender Schritt auf diesem Wege war sein Werk „Allegorien und Emblemen", in dem die verschiedenartigsten Künstlerinduvidualitäten vereinigt sind. Auch in der neueren Kunstrichtung, die die Natur aussucht und aus ihrem reichen Borne schöpft, dem sog. Naturalismus in der Kunst, legte er den Grund zur erstaunlichen Umwälzung, die sesther auf allen Gebieten deS Kunstempfindens und des Kunstbeirirbes vor sich gegangen ist. Sein Werk „Die Pflanze in Kunst und Gewerbe" begnügt sich nicht mit natürlicher Wiedergabe des Pflanzenbildes, sondern schreitet weiter zur eigenartigen Stilisierung der Naturgebilde, und auch ein weiteres Werk Gerlachs
die „Musikkorps" unserer Ulanen ober 166er „Mvsikbanden" sagen.
Durch deutsche Bezeichnungen sind dagegen folgende 23 Fremdwörter ersetzt: „Centralausichuß" durch „Ehren-AuS- schuß", „Gesamibudget" durch „Gesamtvoranschlag", „Festprogramm" durch „Festordnung", „Etat" durch „Voranschlag", „Protokoll" durch „Schrisibericht", „Creditbewilligung" durch „Geldbewilligung", „Credite bewillig«" durch „Mittel bewilligt", „Zusammensetzung des Düreaus" durch „Zusammensetzung der Geschäftsleitung", „attestieren" durch „bescheinigen", „Con'rolle" durch „Nachprüfung", „Zahlungsauest" durch „Zahlungsanweisung", „Garantiefond" durch „Sicherheitsgrundstock", „Organe der Turner" (es sind hier turnerische Zeitungen gemeint) durch „Fachblätter", „Woh- nungsbüreau" durch „Wohnungsgeschästsstelle", „Präsenzliste" durch „Anwesknheiisliste", „Tarifermäßigung" durch „Fahrpreisermäßigung", „Arrangierungen" durch „Veranstaltungen", „programmäßig" durch „planmäßig", „Corpo- rationen" durch „Körperschaften", „Organisation" durch „Einteilung", „Ehrendiplome" durch „Ehrentafeln", „in eigener Regie" durch „in eigener Rechnung", „Liquidation" durch „Schlußrechnung".
Wir sehen es geht ganz gut, wenn man ernstlich will und unsere anderen deutschen, auch Leibesübungen pflegenden „Sport"-Vereine, könnten sich an den Turnern ein Beispiel nehmen. Ebenso wie z. B. der „Radfahrer" mit seinem „Fahrrad" den „Delocipedisten" und das „Bicycle" sehr bald verdrängt hatte, sonnten sich auch die Ruderer, Fußballspieler uiw. guter deutscher Fachausdrücke bedienen. Die deutsche Sprache, die ein Luther geeint, ein Grimm erforscht, für deren Reinheit der Turnvater Jabn gekämpft hat, ist reich genug und braucht nicht durch fremden Fiitier verwälschr und verfälscht zu werden. Lassen sich auch nicht alle flremd- wörter „raiienkahl" (wie der Volksmund das Fremdworr „radikal" verdeiitscht) beteiligen, so gibt eS doch eine ganz« Ptenae, die völlig entbehrlich sind. H. H.