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Hanauer K Anzeiger

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MEiLhÄch 1,80 M^ monLtiich 60 W- ^ «* «â«ig, Abonnenten mit bem âetrenenben Postaufjchiatz, Die tuijelne Nummer Ästet 10 Pf».

Keiaitentonut enb Bering der Buchdrmkmi dB Mk o. «aiseohmiiB w £><m«t.

General-Anzeiger

AMiihts Organ für 5'ladt- M Fandkreis Kana».

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Bewttweefl. Redakteur: S. errettet ter Hima».

Nr. 59

^-ernsprechanschlttsi Nr. 605.

Samstag den 10. März

Fernsprechanschlusj Nr. 605.

1906

Amtl'ches

MnnimchllW des Mulifa Lan-ratsamts.

In dem Gehöft deS Oekonomen Xaver Köhl in Michel­bach, Kgl. bayr. Bezirksamt Alzenau, ist der Schweine­rotlauf erloschen.

Hanau den 8. März 1906.

Der Königliche Landrat.

V 1532 J. A.: Conrad, Kreissekretär.

politische Rundfdbau.

Die BndstetkommWon des NeichsiafteS setzte gestern die Beratung des Marineetats fort Beim Kapitel Instandhaltung der Flottenwerften" erklärte Staatssekretär v. Tirpitz, daß die Marineverwaltung seit langem sehr sorg­same, im Interesse der Arbeiter liegende Erwägungen und Versuche über das günstigste Lohnsystem anstelle und es zu- zugeben sei, daß die kaiserlichen Werften im allgemeinen teurer arbeiteten als Privatwersten, da sich auf ersteren un­gleichmäßige und daher unrationelle Arbeitsverhältnisse nicht vermeiden ließen. Das Kapitel wurde ohne erhebliche De­batte bewilligt, ebenso die nächsten KapitelKassen- und Rechnungswesen",Küsten- und Vermessungswesen". Die ttächste Sitzung findet Dienstag statt. (Rest des Marine- etats, Militäretat.)

Der Handelsvertraq zwischen Oesterreich-Ungarn unb der Schweiz wurde gestern unterzeichnet.

Die französische Minisierkrise. Präsident FalliäreS bot Sarnen an, die Bildung des neuen Kabinetts zu über­nehmen. Sarrien behielt sich vor, sich mit seinen Freunden zu beraten.

â / Eugen Rtchi cr ^..

Berlin, 10. März. ReichstagSabgeordneter Eugen Richter ist heute früh 4 Uhr 15 Min. gestorben.

Die MnroMoiiserenz.

Alaeeiras, 9. März. (W. B.) Dir in der gestrigen Komiteèsitzimg von dem deutschen Delegierten v. Radowitz abgegebene Erklärung über die Polizeifragt lautet:Wir stimmen den in der letzten Komitcesitzung vorgetragenen An­sichten zu, welche die Notwendigkeit dartun, in Marokko eine unter der souveränen Gewalt Seiner scherisischen Majestät stehende Polizei zu schaffen. Wir würdigen die Gninde, welche dafür sprechen, zu einer wirksamen Beteiligung an ihrer Organisation auf französische und spanische Offiziere zurückzugreifen; aber wir können nicht zugeben, daß eine solche . Mitarbeit auf diese beiden Länder beschränkt wird ohne eine sonstige internationale Kontrolle ober Sicherheit der Ueber« roadjung. Es ist klar, daß in einem Lande von dem Kultur- stande Marokkos die Ausübung der einzigen und wirklichen zur Aufrechterhaltung der Ordnung und der öffentlichen Sicherheit fähigen Gewalt als ausschließliches Vorrecht den beiden Mächten eine Ausnahmestellung geben würde, welche sich auf dem Gebiete der materiellen Jntereffen fühlbar machen und dem Grundsatz der wirtschaftlichen Freiheit für alle Eintrag tun könnte. Es wäre in der Tat vormiszu- sehen, daß Marokko in Abhängigkeit von diesen beiden Staaten geraten und damit für andere Länder eine unan­nehmbare Ungleichheit der Lage geschaffen würde. Europa« Jntereffen in Marokko erfordern stärkere Garantien. Diese gemeinsamen Interessen durch gemeinsames Vorgehen zu schützen, das ist der mit Erfolg bei anderen internationalen Verhältnissen angewandte Grundsatz. ES genügt, an die in Makedonien und in China durch die gemeinsame Tätigkeit

der Mächte erzielten Ergebnisse zu erinnern. Wir fordern also bei der Schaffung einer marokkanischen Polizei eine aus­ausländische Mitwirkung, welche allen interessierten Ländern Gleichheit der wirtschaftlichen Behandlung und die Politik der offenen Tür sichert; wir werden jeden in bicfem Sinne gemachten Vorschlag prüfen, mit dem lebhaften Wunsche, die Konferenz in dieser wichtigen Angelegenheit zu einer Ver­ständigung gelangen zu sehen." In der vorangegangenen Plenarsitzung erklärte der zweite deutsche Delegierte, Graf Saitenbad), zu dem die Münzreform betreffenden Artikel 8 deß DankenentwurfeS: Der Umlauf der spanischen Münzen in Marokko sei eine Tatsache. Die Redaktionskommission werde gewiß eine Formel zu finden vermögen, daß dieser Tatsache ebenso wie den Bedürfnissen einer marokkanischen Münzreform gerecht würde. Die Erklärung des Grafen Tattenbach erregte allgemein, namentlich bei den Spaniern, Befriedigung. Für die Regelung der Gerichtsbarkeit hat man sich prinzipiell dahin geeinigt, daß in erster Instanz in allen Prozessen gegen die Bank eine noch näher zu bestimmende konsularische Rechtsprechung in Tanger einzutreten, in zweiter Jnstan» das Lausanner Gericht zu entscheiden habe.

Hus Hanau Stadt und fand.

Hanau, 10. März.

* Volkskircheukouzert. Die Hauptprobe zu dem morgen abends 8 Uhr in der Johannis- kirche stattfindenden Volkskircheukouzert findet heute (Samstag) u m 8 U h r in der Kirche statt. Wir machen noch einmal darauf aufmerksam, daß Programme, die zum Eintritt in die Kirche berechtigen, bei Herrn Lehmann, Johanniskirchplatz 6, (> 10 Pfg.) zu haben sind. Die noch vorhandenen Programme werden vor Beginn de« Konzertes am Sonntag abend an den Kirchtüren aus­gegeben. Die getroffenen Vorbereitungen durch den Chor, die Mitwirkung tüchtiger Solisten, die ihre Kräfte in den Dienst einer schönen und edlen Cache stellen, sichern gewiß eine vollbesetzte Kirche. Nach Beendigung des Konzertes wird eine Kollekte zur Bestrei - tung der entstehenden Unkosten erhoben.

^Turnerisches. In der am Donnerstag im kleinen Saal der Turngemeinde stattgchablen Hauptversammlung der Frauenabteilung erstattete der Vorstand einachenden Bericht über den Stand und die Tätigkeit im verflossenen Jahre, woraus zu ersehen, daß sehr fleißig grturnt wurde. An 102 Abenden besuchten 2706 Mitglieder die Turnstunden, das sind 28 per Abend gegen 26 im Vorjahre. Von den ge­faßten Beschlüssen isi zu erwähnen der Plan einer Tagesturn- fahrt im Monat Mai sowie die Beteiligung am diesjährigen Kreisturnfest durch Vorführung einer Uebunosgruppe im Keulenschwingen. Der seitherige Vorstand wurde fast ein­stimmig wiedergewählt und besteht aus den Damen Frau Hora Jäger, Frl. Greta Zeh und Frl. Ad. Arnold, sowie den Herren H. Greeber und Otto Gchatt. Die Abteilung zählt gegenwärtig 82 Mitglieder.

* Ehemalige 97er. Diejenigen früheren 97er, die gewillt sind, an dem 25jährigen Stiftungsfeste in Saarburg teilzunehmen, werden gebeten, ihre Adresse mit Angabe der Kompanie Herrn Hauptmann v. Buttlar, Alistädter Schloß hierselbst, milzuteilen. Dieser wurde vom Regiment gebeten, bestimmte Angaben zu machen.

* Probierausialt für Edelmetalle. Bei den Jn- teressemen ist vielfach die Annahme verbreitet, daß die Kgl. Probirranstali für Edelmetalle in Frankfurt a. M. aufgehoben sei. Diese Annahme ist unzutreffend, vielmehr wird jene An­stalt nach der Bestimmung des Herrn Finanzminisiers beibe­halten. Sie belaßt sich nach wie vor für Behörden und Private mit Aus'ührung von Feingebaltsbestimmungen, mit Schmelzungen und Wägungen von Gold und Silber sowie deren Legierungen. Die Amtslokalitâlen befinden sich bis zur Fertigstellung eines geplanten Neubaues im Hause Münz­gasse 9 und sind von 81 Uhr und von 27 Uhr geöffnet.

* Stadtthealer. Auf daS morgen nachmittag bei be­deutend ermäßigten Preisen letztmals in Szene gehende Lustspiel LessingsMinna von Barnhelm" möchten wir besonders aufmerksam machen.

* Gastspiel Frau Hanser-Guastala und Alice Raathen.Ein unbeschriebenes Blatt", Wol- zogens treffliches Lustspiel wird morgen abend zur Dar­stellung gelangen. Daneben werden die Darbietungen der Opernsängerin Frau H a u s e r - G u a st a l a noch ein ganz besonderes Interesse erwecken. Zu Beginn deS Abends wird die geschätzte Künstlerin folgende Piecen zu Gehör bringen: Die Zaub erin", Koloraturwalzer von Arditti,Mein Lied" von Humbert undFrühlin gslied" von Schubert. Den Schluß bildet die Szene âus dem 3. Akt vonMargarerhe" (Fausts von Gounvd (Schmuck-Arie. Ballade ic.) und zwar wird der Gast dieselbe im Kostüm vortragen. Fröul. Raathen hat sich durch ihre prächtige Leistung alsPaula" bereits ausgezeichnet und wird ihre eigenartige und gefällige Spielweise sicher auch morgen wieder dèn Beifall aller finden. Der Vorverkauf findet heute Samstag nachmittag von 4 bis 5 Uhr an der Theater­kasse statt.

* Bolksvorfteüuug. Als letzte Volksvorstellung in dieser Saison gelangt nächsten Dienstag abendSodoms Ende", Trauerspiel in 5 Aufzügen von H. Sudermann, zur Aufführung. Betreffs Eintrittskarten siehe Anzeige.

* Oralorieuverein. Im Inseratenteile befindet sich die Ankündigung für das 3. Abonnementskonzert. Die Fortsetzung des das Verständnis für das Werk vermittelnden Feuilletons erscheint in der Montagsnummer.

* Mlttelschulgeld. Nach den Beschlüssen der Finanz- kommission soll das Mittelschulgeld für die vier untersten Klassen von 24 auf 48 Mk. erhöht werden, jedoch nur für neu kintretende Kinder. Nächsten Donnerstag wirb sich die Stadtverordnetenversammlung mit diesen Vorlagen zu be­

* Parolemitsik. Die Kapelle des Jnf.-Rrgts. Hessen Homburg Nr. 166 spielt morgen mittag zur Parolemusik folgende Stücke: 1.Kadetlen-Marsch" von R. Eilenberg; 2.Marche triomphale (Ouvertüre im Marschstyl von G. Meyerbeer; 8.Frühlingsgruß", Walzer von M. Depret; 4.Ungarische Tänze", Nr. 5 und 6, von J. Brahms; 5. Steuermannstied und Matrosenchor a. d. Op.Der fliegende Holländer" von R. Wagner.

* Von den Apotheken ist morgen nachmittag von 39 Uhr die Einhorn» Apotheke geöffnet.

Das Hadnenkammhaus ist Sonntags von 11 Uhr ab geöffnet.

* Verbrauchsabgaben. Im Laufe des Monat» Februar 1906 wurden im hiesigen Schlachthause geschlachtet:

Ochsen, mehr gegen den Monat Februar 1905 12

99

107

33

719

421

118

Kühe, weniger Rinder, Schweine, weniger Kälber, mehr Hämmel, weniger

Lämmer,

Ziegen, weniger

H

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2

Stück

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249

4

3

1

W

D'e Accis-Einnahme hiervon beträgt .

An eingeführten Fleischwaren rc. wurden versteuert: 39 915 Kilogramm, mehr gegen

Mk. 3565,20

den Monat Fcbr. 1905; 11 218 Kilogramm.

Hiervon die Accis-Einnahme mit . . Mk. 1305^58

Mk. ' 4870.78

Summa

Gesamt - Accis - Einnahme im Monat Februar 1905 .....

Mithin weniger gegen den Monat Februar 1905 . .

Accis - Einnahme vom 1. April 1905 bis 28.

Februar 1906 .....

AcciS - Einnahme vom 1. April 1904 bis 28.

Februa? 1905 .

Mk. 4961.91

Mk. 91.13

Mk. 58 502.15

57 959.98

Mithin mehr gegen die gleiche Zeit des Vorjahres .

* Wiener Spitze. Wir wollen nickt verfehlen, auf die n» obengmannfen Lokale stattfindenden Variütè-Vorstcllungen hinzuweisen,, da für die beiden Vorstellungen diesmal ein wirklich grossartiges Pro­gramm vorgesehen ist. Alles Nähere im Inseratenteil.

* Frankfurter Bau. Großer Beliebtheit erfreuen sich die Konzerte imFrankfurter Bau", ausgeführt von dem Damen-Tromperer- korpsThuringia", was durch das stets stark besetzte HauS am best« dokumentiert wird.

Mk. 542.17.

Sprechfaul.

Neue Straßennamen.

Die seitens des Magistrats jüngst verfügten neuen Straßen« namen geben dem Einsender dieser Zeilen zu folgenden Be­trachtungen Veranlassung: Es erscheint vor allem natur­gemäß und zweckmäßig, hierfür kurze und präzise Benennungen zu wählen, die sich bequem einprägen und auS postalische« Rücksichten auch für Auswärtige leicht faßlich sind, Grund­sätze, die in früheren Zeilläufen stets befolgt worden sind, wie hundert Beispiele beweisen. Heute dagegen scheint man für recht schwülstige Benennungen Vorliebe zu zeigen,be Bannos- u. Beaux"-,Henri Blachière"- ,Katharina Belgica"-Straße, das sind Bezeichnungen, die gewiß nie ge­läufig werden und im Volksmund nette Verunstaltungen er­leiden werden. Pietät soll gewiß nach Möglichkeit grübt werden und wir haben es auch für den in Rede stehenden Zweck in Hanau an ihr (siche Ramsay, Wrede, Lamboy, auch Jung, Eberhard usw.) gewiß nicht fehlen lassen. Wohl aber fehlen in diesem Repertoire die großen Namen, deren Träger auf die Jetztzeit gestaltend wirkten, sollten Benen­nungen wieSchiller"-,Göthe"-,Kaiser"-,Bismarck"- Straße nicht weit näher liegen, als ihr Andenken in Ehrende Baunos - Beaux" rc. ? Allerdings wage ich die erwähnten Namen nur für größere Straßenzüge vorzuschlagen, von denen zu erwarten steht, daß sie ihren Taufpaten in der Zukunft auch Ehre machen werden, denn et wäre ihrem Andenken ein schlechter Dienst erwiesen, wenn man ähnlichen hübschenA n l a g e n" (?) wie die nach eine« Erbprinz Wilhelm" genannte (die sich als altes Gemäuer nebst großem Sandhaufen präsentiert), durch den Glanz solcher Namen aufhelfen wollte.

TeleMhischtt WctterlitNlht dtt knifften Lttmrtt.

Telegramm ans Hamburg vom 10. März.

9 Uhr 37 Min.

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Die heutige Stummer umfass außer dem UuterhaltuugSblatt 18 «eiten

Prognose für den 11. März : Vielfach heitere», ziemlich kaltes, meist trockenes Wetter wahrscheinlich.