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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sanu- und Feiertage- rât belletristischer Beilage.
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1906
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Mittwoch den 28. Februar
Ferusprechanschlutz Nr. 605,
Amtliches. I
Bekanntmachung.
Infolge de« Gesetzes wegen Abänderung des Gesetzes, betreffend die Statistik des Warenverkehrs des deutschen Zollgebiets mit dem Auslande vom 7. Februar 1906 (Reichs- Gesetzbl. S. 104) und der Ausführungsbestimmungen vom S. Februar 1906 treten für den Postverkehr vom L März «6 folgende Aenderungen ein:
1. Es werden neue Formulare zu Zollinhaltserklärungen angeführt, und zwar:
a) Formulare zu Zollinhaltserklärungen für das Ausland auf gewöhnlichem (weißem oder gelblichem) Papi«,
b) Formulare zu Zollinhaltserklärungen für Zwecke der Warenverkehrsstatistik auf grünem Papier.
Die Herstellung und der Vertrieb der neuen Formulare bleibt der Privatindustrie überlassen. Es empfiehlt sich, baß Firmen, die sich mit der Herstellung von Formularen zu Zollinhaltserklärungen befassen, diese in Uebereinstimmung mit den amtlich hergestellten Mustern drucken lassen; solche Must« werden von den Kaiserlichen Ober-Postdirektionen auf Ersuchen abgegeben. Die bisherigen Formulare zu Zolliahaltserklärungen können einstweilen weiterverwandt werden.
2. Zu den den Paketen und Wertkästchen nach dem Auslande beizugebenden Zollinhaltserklärungen sind im allgemeinen Formulare auf gewöhnlichem Papi« zu verwenden; jedoch kann ein Exemplar der Zollinhaltserklärungen (das für Zwecke der Warenverkehrsstatistik bestimmte Doppel) auf einem grünen Formular ausgefertigt werden. Bei Paketen mit Wertangabe und bei Wertkästchen mutz vom 1. Januar 1907 ab ein Exemplar auf einem Formular von grüner | Farbe ausgestellt sein. ,
S. In den Zollinhaltserklärungen, gleichviel auf welchem Formular sie ausgestellt sind, genügen iut allgemeinen folgende Angaben: Zahl, Art der Verpackung und Bezeichnung der Sendungen; allgemeine Angabe d« Gattung d« Waren; Rohgewicht und Gesamtwert. Weitergehende Angaben (genaue Bezeichnung des Inhalts, Reingewicht der ganzen Sendung oder jeder Warengattung, Wert jeder Warengattung usw. sind nur in den Zollinhaltserklärungen auf Formularen von gewöhnlichem Papier, und in diesen nur dann «forderlich, wenn und soweit die Zollvorschriften des Bestimmungslandes solche Angaben vorschreiben.
Die Zollinhaltserklärungen auf grünen Formularen sind in deutsch« Sprache auszufertigen; die Angaben brauchen mit den zugehörigen, für die ausländischen Behörden bestimmten Zollinhaltserklärungen auf gewöhnlichem Papier mcht übtteinzustimmen.
Für die richtige Ausfertigung der Zollinhaltserklärungen übernimmt die Postverwaltung, wie bisher, keine Verantwortung, vielmehr fallen die aus mangelhafter ober unrichtiger Abfassung entstehenden Folgen lediglich dem Absend« zur Last. Darüber, in welcher Sprache die Zollinhalts- «klârungen auf gewöhnlichem Papier auszustellen sind, und üb« die besonderen Zollvorschriften der fremden Länder er= teilen die Postanstalten Auskunft.
4. Bei Paketen aus dem freien Verkehr des Zollgebiets nach den deutschen Zollausschüssen und Freihafengebieten sind Inhaltserklärungen nur noch insoweit erforderlich, als es sich um Pakete nach
a) der Insel Helgoland,
b) den badischen Zollausschlüssen, c) dem Freihafengebiete Hamburg handelt. Die Inhaltserklärungen zu diesen Paketen sind unter Benutzung von Formularen zu Zollinhaltserklärungen (Formular auf gewöhnlichem oder grünem Papier; vom 1. Januar 1907 ab bei Paketen mit Wertangabe nur Formulare auf grünem Papier) auszufertigen. Bei Versendung von Paketen nach dem Freihafengebiete Hamburg ist zu beachten, daß in den Inhaltserklärungen vom Absender als Bestimmungsland entweder das Land, nach dem die Ware vom Freihafen aus versandt werden soll, oder, wenn die Ware im Freihafen verbleiben soll, dieser anzugeben ist. In letzterem Falle genügt aber die Angabe „Freihafen Hamburg" als Bestimmungsland nicht, sondern es ist beizufügen: „zur Lagerung", „zum Verbrauch" oder „zur Be- oder Verarbeitung". Ist dem Absend« die Bestimmung der Ware nicht bekannt, so hat er als Bestimmungsland „vorläufig Freihafen Hamburg" anzugebtn.
Berlin W. 66 den 21. Februar 1906.
Der Staatssekretär des Reichs-Postamts.
K r ae t ke.
8 11
des
Statuts
Eandkreis Hanau. BelMtmMM des Königlichen Lnnkntsnmts.
Bekanntmachung
Die diesseitige Bekanntmachung über bi* Beiträge zur Invalidenversicherung im Kreise Hanau (Land) vom 5. April 1904 wird infolge Aenderung der Statuten für die Mitglieder der nach bezeichneten Krankenkasse wie Hgt geändert: Mitglieder der Ortskrankenkasse für den Landkreis Hanau: Mitglieder-Klasse 1: Beiträge der Lohnklasse V zu 86 Pfennig „ „ 2: Beiträge der Lohnklaffe IV zu 30 Pfennig „ „ 3: Beiträge der Lohnklasse III zu 24 Pfennig „ „ 4: Beiträge der Lohnklasse II zu 20 Pfennig „ „ 5: Beiträge der Lohnklasse I zu 14 Pfennig
Für diejenigen Personen, welche als Lohn oder Gehalt eine feste, für Wochen, Monate, Vierteljahre oder Jahre vereinbarte bare Vergütung erhalten, sind Beiträge derjenigen Lohnklasse zu entrichten, in deren Grenzen diese bare Vergütung fällt, sofern diese Beiträge höher sind, als die nach der vorstehenden Bekanntmachung maßgebenden.
Cassel den 9. Februar 1906.
Der Vorstand der Landes-Versicherungsanstalt Hessen-Nassau.
I. V.: Dr. Schroed er.
Den Herren Bürgermeistern unb Gutsv orstehern gehen in den nächst»!,Tagen einige Exeniviare dieser Bekanntmachung zu. Ich ersuche, für die ortsübliche Bekanntgabe an die Arbeitgeber und Kassenmitglieder Sorge zu tragen.
Hanau den 28. Februar 1906.
Der Königliche Landrat.
J. 142 J. A.: C o n r a d, Kreissekretär.
Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.
Die Erd- und Vöschungsarbeiten (rb. 3000 ebm Bodenbewegung) zur Verstärkung des Hochwasserdammes auf dem früher Deines'schen Grundstück an der Kinzigbrücke sollen unter Zugrundelegung der Bedingungen für Bewerbung um städtische Arbeiten und Lieferungen öffentlich verdungen werden.
Die Verdingungsunterlagen liegen im Stadtbauami, Rathaus Zimmer Nr. 19, zur Einsicht aus und können von dort bezogen werden.
Die Angebote sind versiegelt und mit entsprechend« Auf- schrift versehen bis zu dem auf Montag den 12. März, vormittags 11 Uhr, festgesetzten Eröffnungstermin ein- zureichen.
Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa «- schienen« Anbieter.
Hanau den 23. Februar 1906.
Der Magistrat.
Bode. 4391
Gefundene und verlorene Gegenstände :c.
Gefunden: 1 grauer Bröichenbeutel mit 11 Brötchen, 1 Radiermesserchen, 1 Geldstück, 1 kleine breite Uhrkette mit Anhänger (auf der Kette sowie auf dem Anhänger mit einem weißen Kreuz und der Aufschrift „Helvetia"), 1 Legünnations- karte der Hanauer Ortskrankenkasse für Johannes Willinann, 1 schwarzer Damenglacèhandschuh (rechter), 1 goldener Trauring (gez. A. H. 1904).
Entlaufen: 1 gelber Dachshund.
Hanau den 28. Februar 1906.
Das Do-Pclfcst am Kaiscrhos.
Berlin, 27. Febr. Bereits in den frühen Morgenstunden sammelten sich große Menschenmengen im Lustgarten und Unter den Linden an, trotzdem ein seiner Sprühregen nieder- ginq Gegen Mittag nahm das Kaiserpaar die Glückwünsche der königlichen Familie zur Silberhochzeit entgegen. Später fand Familienstühstückstafel statt, für das Gefolge Mar- schallstasel.
Berlin, 27. Febr. Nach der Friihstückstafel unternahm der Kaiser eine Ausfahrt im Automobil und wurde von den trotz des Reaens au tausenden Unter den Linden Harrenden
stiirmisch begritßt. Um 4 Uhr nachmittags setzte die Kaiserin der Herzogin-Braut im chinesischen Kabinett des Schlosse« die Prinzeffinnenkrone auf daS Haupt. Um 4'/« Uhr versammelte sich die königliche Familie mit den Gästen, und zwar im Kursürstenzimmer; das Brautpaar, das Kaiserpaar, der Großherzog und die Großherzogin von Oldenburg, die Prinzessin Friedrich Karl von Preußen, der Kronprinz und die Kronprinzessin und die Geschwister des Brautpaares; die übrigen Herrschaften versamm-tten sich in der Galette. Sodann fand die standesamtlich;" Eh Schließung bei Brautpaares durch W Handelsmi üster v. Wedel statt. Hierauf begann &7 fuerliche Zug zur Schloß- kapelle. Voran schritten -iw» Fouttere, Pagen und zwei Kammerjunker als Herolde, der Oberstmarschall Fürst zu Fürstenberg, eine lange Reihe K>-mmerjunker und Kammer- Herren, der Ehrendienst der Braut, darauf das Brautpaar. Nach dem Brautpaar folgte eure glänzende Reihe von hohen Hofchargen, sodann das Zr-Tfc^i^r Jubelpaar. Der Kaiser trug die Uniform des 1. G-^b-'^iuients zu Fuß, einen silbernen Mprtenzweig zwischen ^rt Ordenssternen und daneben das neugeftiftete Erinnerungszeichen mit der silbernen „25", die Kaiserin trug eine Robe von Silberbrokat, um daS Diadem auf dem Haupte den Silb«kranz. Nach weiteren Hofchargen folgten die anwesenden Fürstlichkeiten, wobei ber Großherzog von Oldenburg die Prinzessin Fttedttch Karl von Preußen, der Kronprinz die Großherzogin von Oldenburg rechts und die Großherzogin von Baden links führte. Am Eingang der Kapelle, wo sich bereit« daS diplomatisch« Korps, die Minister, die Staatssekretäre, die Generalität und Admiralität versammelt hatten, empfingen Oberhofprediger Dryander und die Domgeistlichkeit das Brautpaar und das Jubelpaar, geleiteten das Brautpaar zum Altar, wo her Bräutigam rechts neben ber Braut Watz uahm, während die Herrschaften einen Halbkreis um den Altar bildeten. Oberhofprediger D Trpan- der sprach nach dem Gemeindegesang über den vom Kaiser auserwählten Text Korinther 1, 8; er erinnerte daran, daß das Kaiserpaar vor 25 Jahren an derselben Stelle vor dem Traualtar gestanden hätte, und wünscht« dem Brautpaar, el möge das Haus seines inneren geistigen Lebens so aufbauen, wie jene alten, reichen und festen Bauernhäuser Oldenburg«. Der Oberhofprediger vollzog dann die Trauung. In dem Augenblick, in dem daS Brautpaar die Ringe wechselt«, wurden im Lustgatten 36 Kanonenschüsse abgefeuert. Gebet, Segen und Gemeindegesang bildeten den Schluß ber Feier. Der Kaiser und die Kaiserin traten zu dem Brautpaar, um el mit Kuß und Händedruck zu beglückwünschen. Der Hof verließ die Kapelle in der gleichen Ordnung, wie er Ungezogen war, das Brautpaar voran, bei Jubelpaar folgend, und begab sich in den Weißen Saal.
Berlin, 27. Febr. Nachdem das Brautpaar unter dem Thronhimmel im Weißen Saale die Cour entgegengenommen hatte, wobei die fiemdherrlichen Militärdeputattonen den Schluß machten, begaben sich die Herrschaften wiederum im Zuge nach dem Rittersaals zur Zeremonientafel, bei der ber Kaiser, die Großherzogin von Oldenburg unb der Kronprinz rechts von der Braut, die Kaiserin, der Großherzog von Oldenburg und die Großherzogin von Baden links von dem Bräutigam Platz nahmen. Nachdem die Suppenschüsseln von der Tafel gehoben waren, brachte der Kaiser auf die Gesundheit des Brautpaares und darauf Pttnz Heinrich auf die Gesundheit des Jubelpaares einen Toast au«.
Berlin, 27. Febr. Bei der heutigen Zeremonientafel brachte der Kaiser folgenden Tttnkspruch aul:
Meine liebe Tochter I Mit diesem Namen darf ich Dich wohl heute nennen 1 Gestatte mir, Dir im Namen meine« Hauses den innigsten und herzlichsten Willkommen zu sagen und Dich zu versichern, daß Du nicht nur hochgehalten und geschätzt und geliebt von Deinem Gatten wirst, sondem von nns allen. Du trittst in unsere Mitte herein als eine längst Bekannte, und vielfache (Erinnerungen führst Du uns herauf. Trägst Du doch den Namen her ersten preußischen Königin, die durch ihr Wesen, durch ihr Streben und ihr Leben sich einen festen Platz in der Erinnerung ihres Volkes bewahrt hat, führst Du doch unsere Erinnerungen zurück auf jenen großen Pttnzen Feldmarschall! So wie es schon am Altar geschehen, darf ich auch hi« die Blicke zurückschweifen lassen und Deiner teuren Mutt« gedenken, ebenso der hohen Gestalten, di« damal« bei ihr« Hochzeit in der Kirche versammelt waren und zu denen wir nunmehr enworblicken. Du hast Dtt einen Gemahl gekürt, dessen ehrenfest« Charakter und dessen feste Persönlichkeit Dir bürgen werden, daß Du finden wirst, was Du gesucht hast. Schon viele, denen noch das Bild meines hochseligen Großvaters gegenwärtig ist, meinen in ihm ähnliche Züge mit dem großen Kaiser zu erkennen. Gott gebe, daß er ihm von Jahr zu Jahr mehr gleichen wird. Unseren innigsten und herzlichsten Segenswünschen wollen wir Ausdruck geben, indem wir die Gläser erheben und auf Dein und Deine« Mannes Wohl trinken!
Prinz Heinrich brachte darauf folgenden Toast aul.
Jnnigstgeliebter Bruder, Kaiser und Herr, teure Schwägettn, Kaiserin und Henin! Die Segenswünsche, welche die Großeltern, welche die treuen Eltern. welche das Volk