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»iertrliShrüch 1,80 Mk., monaU-L 60 T c., für <rt* »SKige Abonnenten mit dem betreuenden Posurustchta», Di« einjetae Nummer kostet 10 Pf»
Kfiaibuibnuf und Verlag der Buchdruckerei bei »«â a. Waileahaus«» in Hanau.
Gcveral-Anzcigkr
Amtliches ®rgan für $W= mk Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Vir Kufgespalteu« Petitz«il« oder deren Raum Xö ^ an SiellcuneuteU die Zelle 35 Pf»
verantwort!. Redakteur: ®. Schrecker in Ham»
Nr. 34 U-rnsprcchanschltch Nr. 605, gFCitstQ den 9. Februar ft-rrnsprrchanschlus! Nr. 605. 1906
Amilkches.
Candkreis F)anau» BelmtmachAUM des KönigliHen LandrlltSmts.
Der Dampfziegeleibesitzer Philipp Kärcher in Bruch- Sbel beabsichtigt auf den Grundstücken Kartenblatt 1 Er. 454/78, 406/213 und 410/213, Brandversicherungs- «ummer 1, eine Trockenhalle zu errichten.
Zeichnungen und Beschreibungen der Anlage liegen im Sureau des Kreisausschusses zur Einsicht aus.
Etwaige Einsprüche sind innerhalb zwei Wochen christlich in zweifacher Ausfertigung beim Unterzeichneten mzubringen.
Termin zur Erörterung der rechtzeitig eingegangenen Ansprüche wird auf
Dienstaft den 27. Februar 1906,
Vormittafts 10 Uhr, in das Bureau des Kreisausschusses anberaumt, wozu die Interessenten hiermit eingeladen werden.
Hanau den 7. Februar 1906.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses.
I.-Nr. x 651 v. Beckerath. 2984
Stadtkreis Hanau. Verdingung.
Die Erv-, Maurer-, Entwäfferunfts-, Zement- beton, Asphalt-, Steinmetz-, Schmiede- nnv Eisen-Arbeiten zum Neubau des Pflegehauses sollen in nnzelnen Losen unter Zugrundelegung der Bedingungen für Sie Arbeiten und Lieferungen für die Stadt Hanau öffentlich verdungen werden.
Die Verdingungsunterlagen nebst Zeichnungen sind im Itadtbauamt, Marktplatz Nr. 14, 1. Obergeschoß, Neubaubureau, rinzusehen und von dort zu folgenden Preisen zu beziehen:
i) Erd-, Maurer- und Entwässerungsarbeiten für 2,50 Mk.
b) Zementbetonarbeiten für . . . 0,40 „ ' r) Asphaltarbeiten für . 0,30 „
il) Steinmetzarbeiten für . 0,30 „
e) Schmiede- und Eisenarbeiten für . ,. 0,30 „
Die Angebote sind versiegelt mit der Aufschrift „Angebot auf Neubauarbeiten für das Pflegehans" post- und bestell- geldfrei bis Mittwoch den 28. Februar lsd. Is., Vormittafts 11 Uhr, beim Stadtbauamt, Rathaus Zimmer Nr. 15, einzureichen, zu welcher Zeit daselbst im Beisein
Feuilleton.
Gcnossenschastsfcst.
— Hana«, 8. Februar.
Ein eigenartiges und schönes, in seinem Rahmen nicht alltägliches Fest hatte das darstellende Personal unseres Stadttheaters am Dienstag abend in der Centralhalle arrangiert, rin Fest über dem das angenehme Gefühl schwebte, daß man sich nicht ganz egoistisch amüsiere, die Freude des Abends auch anderen zugute komme. Es war eine Wohl- tätigkeitsveranstaitung zum Besten der Pensionsanstalt deutscher Bühnrnangkhörigrr, die für Hanau den Reiz der Neuheit an sich hatte und allgemeinem Interesse begegnet war. Aus allen Schichten unserer Einwohnerschaft waren die Besucher herbeigekommen, um der Veranstaltung durch tatkräftige Unterstützung zum erwünschten Erfolge zu verhelfen, während die Arrangeure andererseits alles aufgeboten hatten, ein reiches, angenehm buntes Programm zu entrollen, Geist und Geschmack, vereinigt mit künstlerischem Wollen und Können, in den Dienst der Sache zu stellen. Auswärtige Künstlerinnen und Künstler von Ruf verzeichnete das Programm. Frl. Morny, Hofopernsängerin aus Cassel (an Stelle der verhinderten Frau Hensel-Schweizer), Herr Ejnar Forch- h am mer, Mitglied des Frankfurter Opernhauses, Herr Schmidt, Vioiin-Virtuos aus Frankfurt a. M. waren vertreten, nicht zu ^vergessen die gesamte Infanteriekapelle unter Leitung ihres Stabshoboisten Schmidt. Herr Oberregisseur Steger, der die Leitung der Veranstaltung übernommen hatte, konnte in seiner Begrüßungsansprache nur günstiges berichten, trotz aller Unkenrufe habe man den Schritt unternommen, damit das Personal des Hanauer Stadttheaters, das seit 1891 nichts für den Pensionsfonds getan, von der schwarzen Liste gestrichen werde. Dank der
etwa erschienener Bieter die Eröffnung der Angebote stattfindet.
Baustoff- und Steinproben, besonders für Steinmetzarbeiten, sind bis zum genannten Termin ebenda einzureichen.
Zuschlagsfrist 14 Tage.
Hanau den 29. Januar 1906.
Stadtba«amt. 2966
Gefundene nnd verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 5 Pfd. Kupferdraht, 1 Portemonnaie (Inhalt 1,55 Mk. und eine Eisenbahn-Wochenfahrkarte der Kleinbahn Langenselbold—Hanau), 1 kleines weißes ausge- bogtes Taschentuch (gez. L. 11.).
Ab Handen gekommen: 1 Mülleimer.
Hanau den 9. Februar 1906.
Hus Hanau Stadt und Eand,
Hana«, 9. Februar.
* Oberrealschnle oder Realschule. In den hiesigen Buchhandlungen ist gestern eine Petition an den Magistrat aufgelegt worden, in der die städtischen Behörden ersucht werden, die Oberrealschule nicht in eine Realschule umzuwandeln. Zu den dort angeführten Gründen sei noch folgendes bemerkt. Im Jahre 1893 94, also vor Eröffnung der Oberklasstn, betrug die Schülerzahl der Realschule ohne Vorschule 297, am 1. Febr. 1906 betrug die Schülerzahl der Oberrealschule 449. Der Besuch der Anstalt hat also um 152 Schüler, d. h. 5O°/o zugenommen. Die 3 Oberklassen werden z. Zt. von rund 40 Schülern besucht (am Anfang des Jahres 41, am Ende 39). Rechnet man von dew übriger: ,W DMD? ulK den natürlichen Zuwachs der Realschule, so bleiben noch 56, die der Oberrealschule zu gute geschrieben werden müssen. Denn es ist doch ganz klar, daß viele Eltern ihre Kinder nur deshalb auf die Oberrealschule geschickt haben, weil ihnen die Berechtigung dieser Anstalt viel bessere Aussichten für ihr späteres Leben eröffnen. Diese besagen 404-56 — 96 Schüler bringen der Stadt eine Einnahme von 12480 Mk. Daß der Zuwachs der Schülerzahl, die dem Ausbau der Oberrealschule zuzuschreiben ist, damit jedenfalls viel zu gering ist, geht aus folgenden Tatsachen hervor: In den Jabren 1885—91 betrug die Schülerzahl 276, 269, 280, 273, 274, 277, 266, hielt sich also fast konstant auf ungefähr 273. In den Jahren 1892—94 (nach der Berliner Schulkonferenz Dez. 1891), in denen der Ausbau der Schule erivogen wurde, stieg sie auf 292, 297, 297, um dann, einige kleine Schwankungen abgesehen, ziemlich stetig bis auf 449 am
Bereitwilligkeit der auswärtigen Künstler zur Mitwirkung, dank aber auch des regen Kunstinteresses der Hanauer Ein- wohnerschast werde die Veranstaltung sich befriedigend gestalten. Dann sprach er den vorgesehenen Prolog. Herr Schmidt- Frankfurt a. M. bot die „Faust-Fantasie" von H. Wieniawski, darauf sang Frl. M o r n y - Casse! die Arie „Dich teure Halle" aus „Tannhäuser" von R. Wagner, weiter folgte ein Duett aus „Tannhäuser", vorgetragen von Fräulein M o r n y und Herrn F o r ch h a m m e r. Stürmischer Beifall lohnte die Darbietungen der genannten drei Künstler. Das Programm bot ferner das Schnitzler'sche Lustspiel „Abschieds-Souper", in dem Frl. Braune und die Herren Hauser und Oscarsen mitwirkten. Herr Violm-Virtuos Schmidt- Frankiurt a. M. wartete noch auf mit zwei prächtig gespielten Nummern, „Romanze" von H. Wieniawski sowie „Zigeuuerwei'en" von Pablo de Saraiatc und Herr Forch Hammer sang drei Lieder, 1) „Der Hidalgo", 2) „Freisinn" und „Die beiden Grenadiere" von R. Schumann. Die gewaltigen Stimmiticl des Künstlers kamen besonders in dem letztgenannten Liede zu packender Entfalmng. Nicht endenwollender Bestall gab Anlaß zu einer Zugabe. Prächtige Lorbeerkrânze bildeten den weiteren Lohn für die Mitwirkenden. An dem Erfolg des Abends partizipierte auch die Jn'anteriekapelle. Als der offizielle Teil erledigt war, dachte man noch lange nicht daran, die gastlichen Räume der „Ccniralhalle" zu verlassen, denn noch manche Ueberraschung sollte in gemütlichem Beisammensein geboten werden. Zuerst erfreute das Auge eine von den jüngeren Mitgliedern unseres Theaters gebotene Gavotte, von Herrn Kis seist ein einstudiert, dann nahm man Platz und harrte der weiteren Dinge, auf die man nicht lange zu warten hatte. ES bot sich bald ein interessantes, buutbelebtes Bild, daS Sehenswürdigkeiten und Ueber- raschungen in Hülle und Fülle zeitigte, von nervenaufregenden Produktionen „wilber Völker" bis zu den besten Errungenschaften der modernen Kultur, wobei natürlich auch die Bier
1. Februar dieses Jahres fortzuschreiten. Stellen wir nun die Ersparnisse gegenüber. An der Oberrealschule sind jetzt 3 Oberlehrer mehr angestèllt, als im Jahre 1894 an der Realschule angestellt waren. Das tatsächliche Gehalt dieser3Herren beträgt zusammen 13620M. Mithin könnender Stadt durch die Oberrealschule kaum Mehrkosten erwachsen. Die übrige Erhöhung des städtischen Zuschusses erklärt sich größtenteils 1) aus den gesetzlichen Dienstalterszulagen, 2) aus den Nachträgen zu dem Normaletat aus den Jahren 1898 und 1902. Diese Erhöhungen wären auch eingetreten, wenn die Anstalt Realschule geblieben wäre. Die durch Abschaffung der Oberrealschule zu machenden Ersparnisse werden sich also nach Verlauf einer Reihe von Jahren auf 1—2000 Mk. belaufen, sind aber keineswegs so groß, wie sie in der Sitzung der Stadtverordneten angenommen wurden (15—16000 Mark.) Zur Beruhigung der Eltern, die z. Zt. ihre Kinder auf die Oberrealschule schicken, sei besonders bemerkt, daß die Ober- realschnle noch mindestens 8 Jahre bestehen muß, bis die Schüler der jetzigen Sexta die Schule ganz durchgemacht haben. Im Interesse der Eltern liegt es, daß die Frage, ob Realschule oder Oberrealschule, eventl. auch Realgymnasium, möglichst bald entschieden werde, damit sie sich entschließen können, welcher Schule sie ihre Kinder zu Ostern zuführen sollen.
* Georg Weistbrod P. Ein zahlreiches Trauer- gefolge, wie es unser Nachbarort Großauheim wohl nw selten sieht, begleitete gestern die sterbliche Hülle bei Faktors a. D. Herrn Georg Weißbrod zur letzten Ruhestätte. Die Vertreter zahlreicher Korporationen, die im Dienste edelmütiger Bestrebungen stehen und denen der Ver> storbene im Leben mit Rat und Tat zur Seite stand, viel« Freunde und seine früheren Mitarbeiter folgten seinem Sarge. Wie sehr sein „freundliches, schlichtes Wesen sich auch in seinem neuen Wohnorte Großauheim die Sympathien aller erworben hatte, das bewies die große Zahl der Teilnehmer am Leichenkondukt. Im Trauerhause sowohl wie am Grab« sangen die Schüler sowie der evangl. gemischte Kirchenchor Trauerweisen. Die Grabrede hielt Herr Pfarrer Fuchs, der besonders das von dem Verstorbenen betätigte lebendig« Christentum hervorhob, nach ihm sprachen noch die Herren Pfarrer Lambert und Bär. Kranzspenden wurdev niedergelegt u. a. im Namen des Presbyteriums der Johannis- kirche, des Vorstcheramtes des vereinigten evangl. Waisenhauses, des technischen und Bureau-Personals vom selbe» Institut, des Tierschutz- und Verschönerungsvereins, dn Gesangvereins „Sumser" usw.
* Für Militäranwârter. Zum 1. April sollen bei der preußisch-hessischen Staatseisenbahnverwaltung 500 neu« Lademeisterstellen besetzt werden. Sie sind ausdrücklich Militär-
und Sektzelte mit fideler Musik und flotter Bedienung nich fehlten. Die lustige Menge drängte sich innerhalb dies« Vergnügungsetablissements ebenso kreuzfidel als außen „in Freien", man scherzte und lachte und — tanzte, tanzte bis zurr frühen Morgen nach den Klängen verführerischer Melodien uni pflegte die heiterste Geselligkeit im bunten Rahmen entzückende» Dekorationen. Man amüsierte sich nach Herzenslust it Gruppen und „zu zweien", und wo männlich und weiblich sich paaret, fehlt auch Gott Anior nicht mit seinen spitze» Pfeilen. Es war deshalb sehr fürsorglich vom Komitee, das es zur Heilung dieser Wunden gleich an Ort und (Stell' gesorgt durch Errichtung eines Standesamts. Es war überhaupt für alles gesorgt, für Geist und Leib, Herz und Gemüt, für das Äuge und das Ohr, man kam auf feint Rechnung, ob man jung war ober alt, es war mit einen Worte ein gelungenes, interessantes Fest, das bei eine* Wiederholung in künftigen Jahren wohl stets mit Freude» begrüßt wird und unserem Künstlerpersonal bewiesen habe: dürfte, daß man in Hanau bie Kunst wohl zu würdige- versteht.
Alstumblätter.
Die Freiheit gleicht jenen derben und saftreichen Nahrungsmitteln ober jenen edeln Weinen, welche die darar gewöhnten robusten Naturen ernähren und kräftigen, während sie die Schwachen und Zarten überwältigen, berausch« und zugrunde richten. Rouffeau.
*
Es straft sich im Handel und in der Industrie jede Uw klugheit von selbst, und jeder Druck, jede Sperrung des Der kehrs wirkt auf das Land am fühlbarsten zurück, von drv sie ausgeht. I. v. Liebig.