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Hanauer D Anzeiger

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Llertüjâhrtich 1,80 Mk., monatlich 60 VfS- Nir aus­wärtige Abonnenten mit dem betreiienden Posiausjchlag.

Die einzelne Nummer kostet 10 Pf^

Rsrslliâruck und Verlag der Suchdruckerei L«â verein, ei. Waisenhauses m Hanau.

General-Anzeiger

Anltllihcs Organ für StaM= oni FanNrns Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

SinrLcknngSgetLhe»

Dir jLukgeioân« Petit-eile oder deren Raum Ich Ptz» im Siâmenteil die Zell« Ls Pf-

Serantsortl. Red^kte-r? «. Schreck«, in Hanan

Nr. 28 geas!«!.

Fernfprechanfchlus; Nr. 605

Freitag den 2. Februar

Fernsprechanschlust Nr. 605.

1906

Amtliches.

Eandkreis Fjanau.

MnutmchllWk lies F i SanMaA

Um die Zusammenstellung über die Jahresergebnisse der Schlachtvieh- und Fleischbeschau zu erleichtern, hat das For­mular-Magazin von W. Bertelmann in Bielefeld zwei Hilfslisten entworfen und drucken lassen:

XIII 419 Hilfsliste für die Fleischbeschaustanstik (gemäß Rundschreiben des Statistischen Bureaus vom 10. 12. 1904) für ein Jahr in Aktendeckel ge­heftet, 1 Stück Mk. 0,50, 10 Stück Mk. 4,50.

XIII 429 Hilfsliste zur Zusammenstellung B der Ergebnisse der Schlachtvieh- und Fleischbeschau bei Slach- tungen im Jnlande. Für nicht tierärztliche Be­schauer. In Aktendeckel geheftet, mit Gebrauchs­anweisung, 1 Stück Mk. 0,50, 10 Stück Mk. 4,50.

Ich empfehle den Fleischbeschauern des Kreises die An- jchafftrng der Hilfslisten.

Hanau den 26. Januar 1906.

Der Königliche Landrat.

V 502 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Stadtkreis Hanau.

Diejenigen Personen, welche wünschen, daß ihre militär­pflichtigen Söhne zurückgestellt oder von! Militärdienst befreit werden sollen, können Reklamationen bei dem hiesigen städt. Einwohner-Meldeamte, Stadtschloß, Marienstraße 2, eine Treppe hoch in den Sprechstunden (vormittags von 1012 Uhr und nachmittags von 35 Uhr) bis 10» Februar b. As. anbringen. Drei Familienväter, welchen die Familien- verhältnisse bekannt, sind hierzu mitzubringen.

Hanau den 30. Januar 1906.

Der Magistrat.

J. A.: Dr. Koppen. 2311

Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 Taschenmesser mit Korkzieher, 1 Schere, 1 Stilet mit Scheide, 1 weißer Kettenring (Nickel), 1 kleines Portemonnaie mit 79 Pfg. Inhalt, 1 Rolle Einwickelpapier, 1 schwarzer Herren-Glacehandschuh (rechter), 1 schwarzer Damen-Glacehandschuh (linker), 10 Stück Jnvalidenmarken *24 Pfg-

Verloren: 1 Portemonnaie (Inhalt 50 Pfg., 1 Rad­fahrkarte und 1 Lohndüte), 1 Säckchen Kaffee (30 Pfd., mit der Aufschrift Grönig, Gelnhausen).

Feuilletoib

Zweites Abonnementslonzert des Oratorienvercins.

Das am nächsten Sonntage im Saale der Turngemcinde stattfindende zweite Abonnementskonzert des Oratorienvereins bringt ein gemischtes Programm. Sologesänge, Klavier- vorträge, Violinkompositionen wechseln mit Frauenchören und gemischten Chören in bunter Reihe. Unter den Chorgesängen stehen fünf Novitäten auf dem Programme: zwei Frauen­chore von Emil Sulzbach, zwei gemischte Chöre von Frank Liinbert und der sehr selten zu hörende und große Schwierig­keiten bietende Chor von Peter CorneliusDie Vätergruft" nach der Uhland'schen Ballade; es ist dies ein sehr stimmungs­voller Chor mit Baßsolo. Letzterer wird vorgetragen von dem jungen Schweizer Bassisten, Hemn Peter Heg ar aus Basel, einem Sohne des bekannten Gesanglehrers und Neffen des berühmten Männerchorkoniponisten Friedrich Hegar in Zürich. Der zweite Solist des Konzertes ist der Frankfurter Pianist Bruno Hellberger; er erhielt seine Ausbildung auf dem Dr. Hoch'schen Konservatorium. Bei der im letzten Sommer in Paris stattgehabten Konkurrenz um den Rubinstein- preis errang sich Herr Hellberger vor einem aus den ersten Musikautoritäten Europas zusammengesetzten Preisrichter­kollegium den dritten Preis. Der Erfolg Hellbergers unter 36 Bewerbern aus allen Ländern ist umso höher zu beiverten, wenn man in Erwägung zieht, daß unter dem internationalen Preisrichterkollegium die französischen und russischen Künstler in der Majorität waren und die drei ersten Preise an deutsche resp, österreichische Künstler fielen. Herr Hellberger wird je zwei Stücke von Chopin und Liszt, welche er auch in Paris bet der Preiskonkurrenz gespielt hat, am nächsten Sonntag vortragen: die beiden Kompositionen von Liszt erfordern eine

Gelândet: 1 viereckiger ea. 5 Meter langer Stamm. Zugelaufen: 1 gelber kurzhaariger Hund m. Geschl. Hanau den 2. Februar 1906.

Hus Hanau Stadt und Eand.

Hana«, 2. Februar.

* Ehrenflabe der evanpelischen Gemeinden in Hessen zur Silberhochzeit des Kaiserpaares. Infolge einer aus der Mitte der Gemeinden ihm zuge­gangenen Anregung hat der Vorstand des Landesvereins für Innere Mission in Cassel an die evangelischen Gemeinden des Hessenlandes die Bitte gerichtet, im Hinblick auf die frohe Familienfeier der Silberhochzeit unseres Kaiserpaares freiwillige Gaben zu sammeln, die als Ehrengabe dcnMaje- stäien am 27. Februar d. J. überreicht werden sollen. Die Biite wird folgendermaßen begründet: Im ganzen Lande werben Gaben zur frohen Jubelfeier gesammelt. Die Lehrer gründen einen Unterstützungsfonds für Bedürftige ihres Standes, der vaterländische Frauenverein veranstaltet Samm­lungen, die hessischen Stände geben die Mittel zu einer Kapelle für Hephata. Ja selbst die Jugend will nicht zurückstchen. Die Schüler der höheren Lehranstalten ge­denken dem Kaiserpaare an seinem Ehrentage eine Gabe zu überreichen, die zum Bau eines Kriegsschiffes verwandt werden soll. Wenn nun alle ihre Liebe zum Kaiserpaare durch die Tat beweisen möchten, dürften auch unsere Gemeinden nicht zurückstehèn. Es ist wohl wahr, daß wir unserm Kaiser den größten Dienst erweisen, wenn wir ihm ein Geschlecht großziehen helfen, das nach Gott fragt, ein Geschlecht, das den Landesfürsten auf betendem Herzen tränt und für sein âkMM. zu âtLpseru^bereil ist, Es ist auch wahr, daß der Kollekten nicht wenige sind, aber zu diesem Zweck gibt gewiß jeder gern, doppelt gern. Es wird sicherlich eine große Freude bei unserem Kaiserpaare hervorrufen, wenn es wahrnimmt, das ganze Volk nimmt Anteil an unserm Familienglück und bekundet das durch eine aufopfernde Tat barmherziger Liebe. In unsern ernsten Tagen, in denen sich der Ausblick in die Zukunft oft wie Zentnerlast auf das Herz des Kaisers legt, muß diese Teilnahme des Volkes ihn ganz besonders wohltuend berühren. Mögen auch Tausende zielbewußt gegen Thron und Altar anstürmen, mit dank­barer Freude wird es den Kaiser an seinem Ehrentage er­füllen, wenn er sieht, der bei weiiem größte Teil des Volkes steht treu zu seinem Herrscher, die Treue zum Fürstenhause ruht tief in jedes Deutschen Herz. Für wen soll nun die Ehrengabe verwand) werden? Die Sammlung soll der Jugend zugute kommen, der gefährdeten Jugend unseres Hessenlandes. Nach reiflicher Ueberlegung ist der Landes-

große Fingerfertigkeit und gehören zu dem Schwierigsten was für Klavier geschrieben worden ist. Ms dritten Solisten nennt das Programm Herrn Ferdinand Küchler, den verdienstvollen Leiter des Oratorienvereins. Er ist auch als Diolinvirtuos dem Hanauer Konzertpublikum kein Fremder. Seine ausgeglichenebrillanteTechnik, tiefes seelisches Empfinden stempeln seine Leistungen zu wahrhaft künstlerischen. Die Schlußnummer des reichhaltigen und vielseitigen Programms bildet der bekannte ChorZigeunerleben" von Robert Schumann, ein prächtiges Musikstück, welches auf dem Repertoire jedes gemischten Chorvereines stehend auch von dem Oratorienverein in früheren Jahren schon öfters anf- geführt worden ist.

Kunst und Leben.

St. Frankfurt a. M., l. Febr. Im Albert Schumann- Theater drängte man sich heute abend zur ersten Aufführung des neuen Februar-Programmes, welches eine Reihe sen­sationeller Nummern brachte, welche die denkbar beifälligste Aufnahme fanden. Als Soubrette führte sich Käthe Loisset, als Humorist Alois Pöschel vorzüglich ein. Mit olympischen Spielen zeigten die Gebr. Sandor viel Neues und Luft- künstlerinnen sondergleichen warthe great Teims-Gruppe", aus 3 Damen und 1 Herm bestehend.

TelkMhWtt WetterveriA der M\^ Semarte.

Telegramm aus Hamburg vom 2. Februar.

9 Uhr 38 Min.

Ein Maximum über 772 mm lagert über der Biscayasee, ein Minimum unter 736 mm über dem norwegischen Meer. In Deutschland wehen ziemlich lebhafte, meist südwestliche Winde, das Wetter ist mild, meist ist Regen gefallen.

Prognose für den 3. Februar: Mildes, windiges Wetter mit Niederschlägen wahrscheinlich.

verein für innere Mission sich schlüssig geworden, den Ertrag der Sammlung den beidest ältesten Anstalten der inneren Mission unseres Bezirkes, den Rettungsanstalten in Rengs- hausen und Hof Raith zugute kommen zu lassen. Beide Anstaben bedürfen dringend der Unterstützung, insonderheit aber Rengshausen. Die Anstalt kann nur wieder lebens­fähig werden, wenn sie tatkräftige Hilfe erfährt. Jeder Pfarrer wird gem bereit sein, Gaben für diesen Zweck in Empfang zu nehmen. Möchte es eine recht stattliche Summe werden, die wir dem Kaiserpaare überreichen kömien!

* Beginn bet Schulpflicht. Vielfach ist die An­sicht verbreitet, als müßten alle Kinder, welche bis zum 1. Oktober das 6. Lebensjahr vollendet haben, in die Schule ausgenommen werden. Die Königliche Regierung zu Cassel, Abt. für Kirchen- und Schulwesen, weist in einer Verfügung vom 8. Januar d. I. daraufhin, daß schulpflichtig zu Ostern jedes Jahres nur diejenigen Kinder werden, welche bis zum 1. April desselben Jahres das 6. Lebensjahr zurück­gelegt haben. Doch können auch solche Kinder ausgenom­men werden, die bis zum 1. Oktober desselben Jahres das 6. Lebensjahr vollenden, vorausgesetzt, daß sie zum Schul­besuch in geistiger und körperlicher Beziehung reif befunden werden.

* Zunr Genoffenschastsfest deutscher Bühnen­ongehöriger (Lokasverband Hana«). Das am 6. Februar stattfindende Genossenschaftsfest des darstellenden Personals unseres Stadltheaters gibt Gelegenheit zu einer Betrachtung über das, in den meisten Städten mit Sitz eines Stadttheaters der deutschen Bühnenangehörigen, alljährlich wiederkehrende Fest. Angeregt von Berliner Künstlern, erst nur den Zweck verfolgend, die Mitglieder der zahlreichen Berliner Theater in einemGesindcball" auf einen Abend beisammen zu sehen, hat es sich zu dieser Wohltat spenden­den Veranstaltung entwickelt. Allerorts in Deutschland be­deuten jetzt die Genossenschaftsfeste denClou" der Winter- Vergnügungen. Berlin, das sich diesen Monat ebenfalls zu seinem Genossenschaftsfeste rüstet, wird dabei wieder ein Sammelpunkt hoher und höchster Persönlichkeiten sein. Exz. v. Budde, v. Poiadowsky, v. Kanitz, Graf v. Hochberg, v. Tirpitz, v. Wildenbruch, Sudermann, Liebermann, Fulda usw. sind nur eine kleine Auslese der dort versammelten Namen besten Klanges. Das hochkünstlerische Gepräge in seinen Darbietungen, das diese Feste stets gepflegt haben, die fröhliche Stimmung, die die Teilnehmer auf Stunden zu- sammenfühne und nicht zuletzt der hochherzige Zweck ver­mochten es, überall bi? regste Anteilnahme des Publikums zu erwecken. Der Pensionsfonds der deutschen Bühnenange­hörigen, der heute ein Kapital von 6l/s Millionen Mark besitzt, verdankt in großem Maße den Genossenschafrsfesten reiche Unterstützung. Coblenz, das am 15. Januar sein erstes Genossenschaftsfest erlebt hat, vermochte 1000 Mark an die Hauptkasse in Berlin abzuschicken und wünschen wir dem dar­stellenden Personal unseres Stadttheaters, daß auch sie einen rechtklingenden Erfolg" von diesem Abend zu verzeichnen haben. Die anerkennenswerten Bemühungen, diesen Abend zu einem hochkünstlerischen zu gestalten, verdienen das regste Interesse unseres Publikums. Namen wie Hense l- Schweitzer, Ejnar F o r ch h a m m e r, Diolinvirtuos Schmidt versichern uns, daß das am Dienstag stati- findende Genossenschaftsfest auf die beste Unterstützung rechnen darf. Gewährleistet uns das vorliegende Programm in seinem voraufgehenden Teil als Konzert einen unbe­strittenen Erfolg, so werden auch die folgenden Stunden ausgestattet mit den abwechselndsten Darbietungen dazu bei­tragen, den Genossenschaftsabend zu einem der gelungensten Feste dieses Winters zu erheben. Wir freuen uns auf die Stunden, die uns mit den geschätzten Künstlern unseres Theaters zusammenführen.

* Viehseuche«. Im Regierungsbezirk sind zur Zeit folgende Ortschaften verseucht: Schweineseuche (Schweine­pest) : Stadtkreis Cassel : Cassel ; Landkreis Caffel: Dörn­hagen, Weimar, Niederzwehren; Kreis Eschweger Schafhos, Wanfried, Schemmern; Kreis Fritzlar: Dissen, Gudens­berg, Haddamar, Wehren; Kreis Fulda: Opperz; Kreis Hanau: Niederdorfelden; Kreis Hersfeld: Hilperhausen; Kreis Hofgeismar: Grebenstein, Holzhausen, Veckerhagen, Lamerden, Ehrsten Gottsbüren; Kreis Homberg: Homberg; Kreis Melsungen: Beiseförth, Guxbagen; Kreis Rotenburg: Hübenthal, Hornel; Kreis Schmalkalden: Steinbach-Hallen- berg, Trusen; Kreis Wolfhagen: Rittergut Hohenborn, Domäne und Dorf Burghasungen, Domäne Rangen, Wolf­hagen; Kreis Ziegenhain: Rittergut KämmerShagen, Linsin- gen, Ebersdorf; Influenza der Pferde (Brust­seuche): Stadtkreis Castel: Castel; Landkreis Castel: Nieder- kaufungen, Niederzwehren, Bettenhausen; Kreis Fritzlar: Fritzlar.