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DerMiße Schrecken"?

Man schreibt uns:

Wir leben in einer Zeit, in der Schlagworte bis xum Ueberdruß totgehetzt werden. So ist in den letzten Jahren zu Hunderlen von Malen von demweißen Schrecken" in Südrupland die Rede gewesen und jetzt möchte die Sozial­demokratie dieses Schlagwort auch zur Kennzeichnung der gegenwärtigen Verhältnisse in Deutschland verwenden. So spricht beispielsweise derVorwärts" von demweißen Schrecken" in Sachsen.

Worin besteht dieser weiße Schrecken? Werden Hunderte von Demonstranten niedergeknutet oder erschossen? Oder werden sie deportiert? Nein, der weiße Schrecken besteht in der Verurteilung von (Siebenten zu Gefängnisstrafen, in dem Verbote von Versammlungen und man denke in der Genehmigung des sächsischen Landtags zur Strafver­folgung gegen dieLeipziger Volkszeitung" wegen Beleidigung des Landtags.

Wir meinen, daß diese Maßregeln vollauf berechtigt sind. Die .Exzesse bei den Wahlrechts-Demonstrationen in den säsischen Großstädten trugen einen sehr bedrohlichen Charakter und wenn ein Dutzend oder mehr Exzedenten Gefängnis­strafe zu erdulden hat, so ivird durch die abschreckende Wirkung dicker Strafen vielleicht ebensovielen Menschen, die sonst an künftigen Krawallen teilgenommen hätten, Leben und Gesundheit erhalten. Ob das Verbot weiterer Versammlung eine unbedingte Notwendigkeit war, wollen wir nicht ent­scheide, aber man wirb es begreiflich finden, daß die sächsische Regierung keinen Wert darauf legt, fortgesetzt vor aller Welt ihr Land a.s einen Schauplatz von Unruhen be- tr chtet zu sehen. Was endlich die Genehmigung des sächsischen Landtags zur Strafverfolgung derLeipziger Dolks^itung" anlanut, so meinen wir, daß gerade in diesem brutaipen sozialdemo.ratischen Blatte von Deutschland gegen­über der Landtag keine Veranlassung hatte, den Vornehmen zu machen, der von Beleidigungen nicht berührt wird. Solche Vornehmheit ist gewiß dem gege-über angebracht, der eine Spur von Verständnis dafür besitzt, aber dieses Ver­ständnis geht dem Organe des Mannes ab, der beispiels­weise den swwertranken Abgeordneten Richter einenStrolch noch im Steroen" nannte.

So sieht es also mit dem weißen Schrecken in Sachsen aus. Aehnlich ist es im übrigen Deutschland. Daß man in Hamburg für einige Zeit Demonstrotionsversammlungen untersagt hat, ist sicherlich berechtigt, nachdem bei den letzten Krawallen 38 Zivillisten und 16 Schupleute schwer und eine noch größere Anzahl von Personen leicht verletzt worden find; man muß mit vorbeugenden Maßregeln ja doch nicht gerade warten, bis ' Hunderte von Menschen das Leben ein­gebüßt haben. Und nicht minder berechtigt waren die Maß­regeln in Preußen, die man für den letzten Sonntag er­griffen hatte. Die Sozialdemokratie hat sich über diese Matz­nahmen weidlich luftig gemaust, aber Tatsache ist doch, dag die sozialdemokratische Pärteileftung erst zurückgepfiffcn hat, nachdem sie Kenntnis davon erbaten hatte, daß die Regie­rung sich nicht würde auf der 9tafe Herumlanzen lassen.

Man kann nun sagen, daß die heutigen Regierungen und das von den Soziald-moftaten so gern als schlafmützig und feige verschrieene Bürger! um den unausgesetzten sozial­demokratischen Provokationen gegenüber eine anerkennens­werte Kaliblütig'eii beobachtet haben.

Viele Mo"ate hindurch hat die sozialdemokratische Presse täglich die russische revo.utionäre Bewegung als vorbildlich gepriesen, der Parteitag in Jena mit seinem Beschlusse über den G-neralstreik Hane die revolulionä e Strömung in der Sozialdemokratie bekundet und die Ersetzung derVorwärts"- Redakteure durch das edle Paar Stadthagen und Luremburg war ein erneuter Beweis des zunehmenden Radikalismus. Zu alledem treten dann noch in den Weit Mona èn die provokatorischen Kundgebungen für die Wahlrechtsänderung.

Wir meinen, cs ist ein genügender Beweis danir, daß bei uns von einem weißen Schrecken keine Rede sein kann, wenn trotz dieses geradezu lockspitzelhaften Benehmens der Sozialdemokra ie nur ein geringer Bruchteil bürgerlicher Politiker für Ausnahmemaßregeln einirat. Die Regierung war der Anstcht, daß die beftebenben Gesetze zur Erhaltung der Ruhe ausreichend sind. Daß aber die Verwaltnngsvc- horden und die Gerichte von diesen Gesetzen Gebrauch machen, um russische Zustände bei uns nicht erst einreißen zu lassen, wird kein billig Denkender i nen verargen können.

Hus aller Hielt.

Eintritt eines MMonenverlnsies bei einer Kreditgenossenschaft. DieHagener Zenuna" 'chreilst: Im Konkurse über das Vermögen des Vorschußvmeins Jüchen, eingetragene Genosscii chaft mit unbeschränkter Hast- pflicht, gestalten sich die Verbä tnisse immer trüber. Es ge­winnt den Anschein, daß nicht einmal 20 Prozents in der Masse liegen. Das Gericht hatte bstmmtlich den Haftbetrag jedes einzelnen Genossen auf 5000 Mark festgesetzt, was bei rund 350 Genossen eine offenbar fr Deckung des Fehlbetrages für nötig erachtete (Summe van 1 75 » 000 Mark ausgemacht hätte. Von den 350 Genossen sind aber 300 zahlungsun­fähig. Viele von ihnen haben schon den Offenbarnngseid geleistet, und die bisher vorgenommenen Piändnngen haben nur geringe Beträge eingebrachi. Die Leitung des Vorschuß- vereins bât zweifellos in ganz merkwürdiger Weise aewirt-

schastet und dadurch zahlreiche kleine Kaufleute und Hand- iverfer, die der Genossenschaft betraten. in ihrer wirtschaftlich"» Eriftenz gefährdet. Sehr eieenartig ist vor allem der Umstand, daß der Gutsbesitzer Simons ans Garzweilcr, der der Vor­sitzende des Au'fichisrats war, und den man allgemein für einen Millionär hielt, nach nun seit etwa zwei Monaten un- widersprochen gebliebenen Zeitunasmeldnnaen schon im Jahre 1899 fern ganzes Vermögen auf seine Kinder übertragen hat, so daß er im Oktober v. J. den Offenbarungseid leistete. Auch die unter derselben Leitung wie der Vorschußverein stehende Jüchener Vereinsdruckcrei und das Elektrizitätswerk haben bekanntlich den Konkurs angemeldet."

Eine wertvolle Aner^enmtng! von maßgebender Stelle ist dem französischen Vereinsturnen zu teil geworden. Der Kriegsminister Berteaux hat nämlich verfügt, daß bei Aufstellung der Kandidatenliste für die Verleihung des Kreuzes der Ehrenlegion an Reserve- und Landwehroffiziere es bieten Offizieren als ein Verdienst anzurechnen ist, wenn sie sich um Turn-, Schützen-, Feckt- und Jugendwehrvereine verdient nemacht haben. Diese Verfügung gibt den fran­zösischen Turnvereinen einen erheblichen Vorteil den deutschen Vereinen gegenüber, denn in den Greifen der deutschen Reserveoffiziere dürfte die Tätigkeit in Turnvereinen nicht immer als standesgemäß angesehen werden. Und doch wird eine umfassende Tätigkeit solcher Männer für beide Teile er­sprießlich. Die Offiziere würden sich viel rüstiger Hallen und die Vereine können solche Kräfte in geistiger und gesell­schaftlicher Beziehung sehr gut brauchen.

Die moderne Köchin. Ueber eine charakteristische Verhandlung vor dem Bezirksgericht Leopoldstadt berichtet dasReue Wiener Tageblatt": Ein Dienstnermittclungs- bureau klagte auf Zahlung von 6 Kronen Vermittelungs­gebühr für eine Köchin. Der Dienstgeber verweigerte die Zahlung, da er die Köchin fdwn nach zwei Tagen habe ent­lassen müssen. Er stellte durch die Zeugenaussage seiner Frau und einer früheren Dienstgeberin fest, daß die Köchin folgende liebenswürdige Eigenschaften besaß: Erstens warf sie die Frau aus der Küche hinaus, zweitens rauchte sie während des Kochens Zigarren (1), drittens zerschlug sie das Geschirr weil es ihr nicht gefiel, viertens erklärte sie jetzt nicht kochen zu wollen, weil sie Schlittschuhlaufen gehen wolle! Der Richter fand, daß der Beklagte berechtigterweise diesemoderne" Köchin entlassen habe, da sie nicht den An­sprüchen des Dienstgebers aeniirte.

Eine Hochzeit im Löwenkäfig fand unlängst zu Paris in einer Menagerie statt. Eine Löwenbändigerin reichte einem Kollegen die Hand zum ewigen Bunde und in dem großen Löwenkäfige wurde die Zeremonie der Trauung, die später vor dem Standesbeamten stattfinden sollte, vorgenommen. Die Bändigerin betrat mit ihrem Bräutigam in festlicher Kleidung den Käfig, wo zunächst die Ringe gewechselt wurden. Dann tranken sie auf ihr zukünftiges Glück ein Glas Champagner und tauften mit Champagner einen vor wenigen Stunden erst im Käfig geborenen kleinen Löwen. Sic um­armten beide das Tier und verließen darauf langsam den gefährlichen Ort. Die Bestien hielten sich scheu im Hinter­gründe und schauten neugierig auf das Gebahren von Braut und Bräutigam.

SturmfchKSen. Ueber die schweren Schäden, die in den Freitag-Morgenstunden in Berlin von dem heftig wüten­den Sturm angerichtet wurden, wird ferner berichtet: Be­sonders arge Schäusensterschäden werden aus der Leipziger Straße, Jerusalemerstraße, Roßstraße und Frank'urter Allee gemeldet, wo oft ganze Fensterfronten einzelner Grundstücke auf die Straße geworfen wurden. Vielfach müße die Feuer­wehr zu Hilfeleistungen berangezogen werden. So mußte sie auf einem Bauplatz Ecke der Invaliden- und Scharnhorst­straße einen umgestürzPn mächtigen Kran wieder ausrichten. Vor der Zwölf-ApoWkirche waren Telephondrähte auf die Leitungsdrähte der / StrnßDbah» gcfdileubert worden. Mächtige Feuergarbeix schossen aus dem Gewirr der Draht­netze in die Höhe. Am Siralauer Platz waren drei Schorn­steine eingestürzt und auf das Gebäude geworren worden. Von der St. Michaelkirche wurde in der zehnten Vormittags­stunde die über dem Haupteingang ausgestellte 4 Meter hohe, prächtige Zinkfignr des Erzengels Michael durch den Sturm herabgeworstn. Im Falle traf die mehrere Zentner schwere Statue eine neben dem Eingang auf einem Pfeiler stehende Bposteifigur und zertrümmerte sie. Beide Figuren stürzten bann unter gewaltigem Getöse auf das den Haupteingang abschließende eiserne Gitter herab und fielen in zahlreichen Trümmerstücken auf den Kirchp'atz am Engelbecken. 9 lad) dem Urteil von Sachverständigen hätte die Michaelfigur, wie derB. L.-A." meldet, das Kirchengewölbe durchschlagen können, wenn sie nicht durch die Stärke des Windes zur Seite dicht neben den Eingang geschleudert worden wäre. Da zur Zeit des Unfalles noch Andächtige in der Kirche ver­sammelt waren, hätte durch einen Gewö'beeinsturz eine schwere Katastropbe entstehen können. In Schöneberg wurde durch den Sturm eine Baukatastrophe hervorgerufen, bei der drei Personen verunglückten. Auf dem Grundstück Thorwaldsenst: rße 8 wird zurzeit ein Neubau errichtet. In der Mittagsstunde stürzte plötzlich unter lautem Poltern die Giebelwand ein, und zwei Arbeiter, sowie der Bammter- nehmer, wurden unter den Trümmern begraben. Der Bau­unternehmer Tempelhof hatte einen boppe ton komplizierten Nmerschenkelbruch davongetragen. Der vierzigjährige Bau- arveiter Eisenblätter war am schwersten verunglückt. Er wurde mit einem Schädelbruch und schweren inneren Ver­letzungen davongetragen. Leichtere Verletzungen hatte der brüte Arbeiter erlitten. Auf einem Neubau in der Litauer- praße wurde der Zimmermann Gustav Nitchke vom Dach heruntergeweht und lebensgefährlich verletzt. In pe­il i ck hat der Orkan die städtische Badeanstalt an der Ober- spree vernichtet. Starke Wellen schlugen an die Anstalt heran und lösten eine Planke nach der änderen. Ein großer Teil der Badeanstalt ist völlig weggeschwemmt worden. I

Auf dem Müggelsee kenterten vier Ruderboote. ES ge­lang aber allen In'assen, das rettende Ufer zu erreichen. In Nieder- und Oberschöneweide, Treptow, Mariendorf, Steglitz usw. würben von alten Häusern ganze Dächer weggerissen und in den Laubenkolonien Zäune und Hütten umgelegt. Auf dem Wege von Berlin nach Tempelhof wurden zwei mit Stroh beladene Wagen umgewor'en. In Witten­berg wütete der Sturm derartig, daß er einen Postwagen von dem Bahnhol?perron mitten auf das Geleis schleuderte. In bermclbcn Augenblick brauste ein Berliner Schnellzug heran. Dem Führer war es unmöglich, den Zug zum Stehen zu bringen. Der Postwagen und die Pakete wurden voll­ständig demoliert. In ganz Norddeutschland ha: der Sturm arg gehaust. In der Schüttstraße in Harburg stürzte vormittags der 10 Meter hohe Schornstein derOster- mannfdien Bäckerei infolge des Sturmes ein und durchschlug das Dach des Nachbarhauses und die Decken von 2 Etagen. Dabei wurde das fün'jährige Kind des Hausbesitzers, des Schuhmachers Steensuck, das in der Küche spielte, von den Steinmassen getroffen; ihm wurde der Schädel zerquetscht. Die Feuerwehr zog das Kind als Leiche aus den Trümmern hervor. Die Frau des in demselben Hause wohnenden Maurers Meyer erlitt einen Bruch beider Beine. Ueber die eigenartige Zerstörung eines Gemäldes durch den Sturm wird demHamb. Fremdenbl." aus Altona noch folgendes mitgeteilt: An der Ecke Flottbeker Cbaussee und Rainville- Terrasse drückte der Sturm am Freitag morgen eine große Spiegelscheibe ein, im anderen Fenster hatte der bemannte Marinemaler Walter Reichel ein wertvolles großes Seestück ausgestellt: ein Vollschiff auf stürmischer See. Der Maler, die Gefahr ahnend, der Sturm könnte auch die andere Scheibe zertrümmern, eilte herzu, um die Frucht Monate langer Arbeit zu bergen, aber zu spät, in bemfelben Augenblick drückte der Sturm auch schon diese große Spiegelscheibe ein, reißt dem Schiff im Bild Segel und Masten über Bord, zer­trümmert den Rahmen und läßt ein zerrissenes und zer­störtes Kunstwerk, das Herr Reichel mit besonders großer Sorgfalt für wohltätige Zwecke gemalt hatte, zurück.

Allerlei aus Vatzern. In Gern linden bei Mao fach brannte ein mit 600 Ztr. gefüllter Stadel des Groß­grundbesitzers Hainzinger nieder. Ein achtiähriger Knabe, der vorher ein Stück Brot im Bauernhof erbettelte, . würbe von den Kindern des Hauses beobachtet, wie er den Brand legte und dann in den Wald entlief. Einnehmerei-Ver­weser Fehl in Odenbach (Malzt, der zum Schaden der Distriktssparkasse Lauterecken 5000 M. unterschlagen hat, ist verhaftet worden. In der Station Ruhrsam der Rot­taler Bahn wurde der mit Ausladen einer landwirtschaft­lichen Maschine beschäftigte Dienstknecht Kaseder von einem schweren Kammrad erschlagen. Dem Obermüller Ketterl in der Mittelmühle bei Aufhausen wurden mittels Ein­bruchs seine Ersparnisse, 307 Mk., und eine Uhr gestohlen. Unter dem Verdachte, den Tod seiner Frau durch schwere Mißhandlung verursacht zu haben, wurde der Gastwirt Steg- miier von Etting bei Neuburg in Haft genommen. Die 29 jährige Frau starb dieser Tage. Zwischen den Stationen Marzling und Langenbach fiel der Rechtsanwalt Leitner von Moosburg aus einem Zuge. Er erlitt eine Verletzung am Kopfe und einen komplizierten Beinbruch. Durch die Gendarmerie in Regenstauf wurde der 26 jährige Johann Häusler von Loch, der ein Nenkontre mit einem Waldauf­seher hatte, verhaftet. Er entriß dem Aufseher, der ihn beim Holzfrevel erwischte, den geladenen Jagdzwilling und versetzte ihm mit demselben einen derartigen Schlag auf den Kopf, daß der Getroffene längere Zeit bewußtlos liegen blieb und nunmehr an einer schweren Gehirnerschütterung krank darniederliegt. Im Landgerichtsgefängnis Straubing machte der dort inhaftierte Dienstknecht Sulinger einen Selbst­mordversuch durch Erblingen. Er wurde zwar noch recht­zeitig abgeschnitten, dürfte fedoch kaum mit dem Leben da­vonkommen. In Bercking bei Neumarkt i. O. ist am Samstag der sechsjährige Knabe einer Nürnberger Familie von einem Biersuhrwerk überfahren und getötet worden. Zum Mord an der Dienstmagd Therese Bremer in Er­ding wird mitgeteilt, daß Joseph Gotz, der unter dem Ver- dacht, den Nlord in Gemeinschaft mit seinem Sohne Georg verübt zu haben, verhaftet worden war, wieder aus der Haft entlassen worden ist, nachdem sich seine Umchuld heraus- gestellt bat. Der noch nicht 15 Jahre alte Georg Gotz ge­stand nämlich, daß er allein der Täter sei. Ueber dem Be­weggrund und die näheren Umstände der grausigen Tat wird die seinerzeitige Verhandlung Ausschluß geben. Nur so viel sei konstatiert, daß der junge Mensch von der Ermor­deten zu sträflichem Verkehr verführt worden ist.

Nordlicht in Madrid. Der Direktor des Madrider meteorlogischen Instituts, Agosto Arcimis, teilt über das am 11. d. Mts. beobachtete Nordlicht nachstehendes mit: Zwischen 6 10 und 6.30 abends war in Madrid ein schönes Nordlicht von großer Intensität wahrzunebmen. Der Him­mel erhellte sich hinter Cumulus- und Strato-Cumulus- Gew öl k in einem Ausschnitt von einigen 20 Gr. bis zu etwa 60 Gr. Höbe in der Richtung des magnetischen Meridians. Das Licht war diffus, in der Mitte rötlich und gegen die Ränder grün gefärbt. Am bemerkenswertesten waren die sehr schnell erfolgten Zuckungen des Leuchtens, denen einer Bogenlampe vergleichbar, deren Kohlenspitzen nicht im rich­tigen Abstand stehen. Gegen NNO, war ein Lichtbündel von hellem Glanze zu sehen. Die Erscheinung verschwand so plötzlich, wie sie erschienen war. und dürfte in höheren Breiten noch bei weitem glänzender aufgetreten sein.

Schiffönachrichten.

(Mitgeicilt vom Vertreter des Norddent chen Lloyd in Bremen M. 2 dm st er, Fahrstraße Nr. 1).

Der DampferNeckar" ist am 19. Januar wohlbehalten in 9tero - I)ork »»gekommen.