Erstes Matt
vezngspretSr
$itttdiä§rli$ 1,80 Ml., monatlich 60 Lk«., Nr m* «artige Abonnenten mi; dem betreibenden Postausjchlag»
Die einzeln« Nummer kostet 10 Pfg.
Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei V«s verein.
«». WailenhauseS in Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stob nn) LmMreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Anzeiger
EinrückuugsgebLhr,
Du [ä»fgespaltene Petitzeil« oder deren Raum 15 ^ im RektanlemeU die Zeile 35 Psg.
Ler antwort!. Redakteur: <3. Schrecker in Hana»
$L 12 Wernsprecha«schl«st Nr. 605.
Montasi den 15. Januar
?y-rnsprechanschlust Nr. 605
1906
Landkreis Ranau. BekilNtmchNgen to Königlilhen LmldrlltZmts.
Erloschen: Die Rotlaufseuche in Heddernheim, Landkreis Frankfurt a. M.
Hanau den 13. Januar 1906. V 246
Stadtkreis Ranau.
Steuererhebung.
Die Erhebung der Steuern und des Schulgeldes für Jmmar/März 1906 hat am 13. d. M. begonnen.
Erhebetage:
Zettel Nr. 1-3000 vom 12. bis 22. Januar 1906,
Zettel Nr. 3001-6000 vom 23. Januar bis 2.
J-ebruar 1906,
Zettel von Nr. 6001 ab vom 3. bis 15. Februar 1906.
Vom 30. bis 31. Januar 1906, vormittags 10 Uhr, bleibt die Kasse der Revision wegen geschlossen. Schlachtscheine werden ausgegeben.
Im übrigen verweisen wir auf die auf dem Steuerzettel ausgedruckten Bestimmungen.
Hanau den 13. Oktober 1905.
Stadthauptkasse. 1003
Städtische Sparkasse.
Gelder gegen erftstellige Hypotheken zu 4°/o sind stets auszuleihen.
2 Der Vorstand.
Handelsregister.
Firma Joh. Martin Krug Nachsoloer in Hanau: Der Kaufmann Karl M a r t i n Krug in Hanau ist in das Geschäft als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten. Das Geschäft wird von diesem und dem seitherigen Inhaber, Fabrikant Jakob Krug in Hanau unter unveränderter Firma als offene Handelsgesellschaft seit dem 2. Januar 1906 fortgeführt.
Hanau den 10. Januar 1906.
Königliches Amtsgericht 5. 1123
Feuilleton.
Stadttheater in Smit.
— Hanau, 15. Januar.
In dem gestern nach dreijähriger Pause wieder einmal neu einstudierten fünfaktigen Lustspiel Shakespeares „Der Kaufmann von Venedig" findet man Bestandteile der vom Dichter aus meisterhaft reich ausgesponnenen Fabel schon in zwei Novellensammlungcn vor, deren Ursprung auf ein bedeutend früheres Datum zurückzuführen ist als das eigentliche Werr selbst, weshalb auch dann hauptsächlich die Art und Weise, wie die überlieferten Motive zum wohlgerundeten, in sich geschlossene, farbennrächtigen Ganzen verwoben werden, so oft der Zauber dieser alten Komposition auf uns einwirkt, erneute Bewunderung hervorruft. Alles in der verwickelten Gliederung des Stückes arbeitet gewissenmaßen darauf hin, uns zu Gemüte zu führen, daß das starre Recht in seiner äußersten Geltung zum äußersten Unrecht werden kann und läßt uns die zu Grunde liegende Absicht Shakespeares deutlich erkennen, die sich darin deckt, das Verhältnis des Menschen zum Besitze darzustellen. Kurzum handelt es sich in diesem sonnigen Lustspiel die menschliche Milde zu feiern, sie als eine Macht zu verherrlichen, welche allein die Härten des Schicksals und des Verkehrs erträglich und das Leben zu einem lebenswerten macht. Wenn Shakespeare den volks^ tümlichen Anschauungen seiner Zeit schlechtweg darin huldigte, daß er seinen „Shylock" in den tiefsten Schatten der Fabel stellt und ihn zum Abscheu erregenden Helden des grausamen Handels macht, so offenbart sich andererseits das ganze Genie des Menschenkenners darin, daß er dem Rassenhass „Shylocks" eine tiefergreifende Motivierung gab und so der Unduldsamkeit auf beiden Seiten ein Spiegelbild enigegenhält. Diese interessante Gestalt bildet in der Hauptsache nur den Schatten, von bem das Licht sich um so kräftiger abheben soll
Handelsregister.
Firma Gebrüder Stern, Kommanditgesellschaft in Hanau: Der persönlich haftende Gesellschafter Kaufmann Louis W. Stern in Frantfurt a. M. ist aus- geschieden. Das Geschäft wird von den bisherigen weiteren Gesellschaftern, den Kaufleuten Louis I. Stern in Frankfurt a. M., Julius Stern und Adolf Stern in Hanan unter unveränderter Firma fortgeführt.
Es sind zwei Kommanditisten vorhanden.
Dem Kaufmann Louis W. Stern in Frankfurt a. M. ist Einzelvrokura erteilt.
Hanau den 11. Januar 1906.
Königliches Amtsgericht 5. 1162
Hus Ran au Stadt und £and.
Sana«, 15. Januar.
* Ehrengabe zur silbernen Hochzeit des Kaiserbaares. In den evangelischen Gemeinden des Regierungsbezirks Cassel werden Sammlungen freiwilliger Gaben eingeleitet, die eine Ehrengabe zur silbernen Hochzeit des Kaiserpaares bilden sollen. Die Sammlungen erfolgen auf Veranlassung des Vorstandes des Landesvereins für Innere Mission, der sich unter Zustimmung des Königlichen Konsistoriums zu Castel an die Geistlichkeit des Bezirks gewandt hat. Die Ehrengabe ist gedacht ■ zum Besten der beiden ältesten Anstalten der Inneren Mission im Kon- sistorialbezirk Castel, der Rettungshäuser Hof Raith bei Schlüchtern und Ren gs haus en bei Homberg. Die Pfarrer der Marienkirche sind gerne bereit, Gaben aus der Gemeinde für diese S"m'nlvng entgegen zu nehmen.
* Titeländerunge« und Stellettvsr Mehrung bei der Eisenbahn. Der preußische Eisenbahner«! für 1906 sieht folgende Tileländerunaen bei den Beamten vor: Die Titel der Vorsteh r der äußeren Dienststellen werden wie folgt geändert: Stationsvorsteher 1. Kl. — Ober- Bahnhofsvorsteher, Gist er-Exped.-Vorsteher = Ober-Gütervorsteher, Stations'assen-Rendant — Oberkassenvorsteher, Güterepnedient = Gütervorsteher, Stationsvorsteher 2. Kl. — Bahnhofs-Vorsteher, Stationsemnehmer — Kassenvorsteher. Die neu vorgesehenen EtatSstellen betragen 8531, indem die bisherige Zahl von 146,183 auf 154/714 erhöbt worden ist. Es kommen in Zugang: 1800 Rottenführer, 1712 Sch offner und Bremser. 1241 W ichenstetter, 828 Lokomotivführer und ebenioviele Heizer, 600 Zugführer und 500 Lademeister. Für Lohnerhöhungen der Arbeiter sind 41,2 Millionen Mark vorgesehen.
um uns in1 prächtigen Farben ein Jdealglück zu malen wie es die Milde schafft, wenn sie mit sanfter Hand die Menschen zügelt. In jeder Weise höchst gelungen können wir den „Shylock" des Herrn Steger bezeichnen. Die spöttischen, verzweifelten, gramerfüllten Extasen jener Gestalt, der unerbittlichen Vergeltung und Rachsucht, bieten dem Schauspieler leicht Klippen zu starken Entgleisungen, die der Darsteller mit künstlerischem Feingefühl derart mäßigte, wie es eine einwandfreie und vor allem natürlicheWstdcrgabe der Rolle verlangt. Porzia, gewissermaßen die Kontrastfigur zu Shylock, die mit einem märchenhaften Wesen, mit kindlich sprudelnder Heiterkeit einen Instinkt milder Weisheit in sich vereinigt, stand durch die hübsch entfalteten Mittel der für derartige Partien besonders geeigneten Vorzüge des Frl. Braune allerliebst auf der Bühne, wie auch die Begleiterin „Rerissa" durch Frl. Bachmann recht zierlich und gewandt zur Durchführung gelangte. Mit der zur Schau gebrachten Wiedergabe der „Jessika" bekundete Frl. Helliot eine wohlüberlegte Auffassung, die denn auch glücklich zum Ziel führte, während Herr Rachbaur als „Lorenzo" wie schon des öfteren wieder in einen unnatürlichen vibrierenden Ton verfiel, der seine Leistung ungünstig beemstnßte. Frisches uno glaubwürdiges Spiel wußte Herr Hauser seinem schmucken „Bassanio" zu verleihen, wohltuende Ruhe He>r Kempf dem «»'richtigen „Antonio". Aeuß-rst plastisch und erfolgreich, nicht des nötigen Humors entbehrend, führte Herr Müller den Ungetümen „Prinz von Marocco" zu Ende, wogegen Herr O s c a r s e n des ®uten doch ein wenig zu viel gab, indm er aus dem „Pnn; von Arragon" eine vollständig hohlköpfige Memmenfigur kreierte, die durch Uebertreibung jeder Wahrscheinlichkeit entbehrte. Durch sehr gefällige und auffallend gewandte Spielart trat Fil. Holm (Lanzelot Gobleo) höchst erfolgreich in den Vordergrund, ferner schloß sich noch das ganze übrige Personal zur Der- ständiaung des Lustspiels in gebührender Weise an. Die nicht zu unterschätzende szenische Bearbeitung und Regie- führung dieses klassischen Werkes fand vor einem bis zum
* Sehr >rfre«sich! Im preußischen Abgeordnetenhause hat die nationalliberale Fraktion folgenden Antrag eingereicht:
„Das Haus der Abgeordneten wolle beschließen: die Königliche Staatsregstrung zu ersuchen, noch in dieser Session die Gleichstellung der S e k r e t ä r e b e i den Land- und Amtsgerichten sowie der Staatsanwaltschaft mit den Sekretären der allgemeinen Staatsverwaltung in Rang und Gehalt herbeizuführen".
Der Antrag ist unterzeichnet von dem Abg. Mathis und unterstützt durch folgende Abgeordnete: Bachmann, Bartels, Dr. Brandt, v. Bülow (Homburg), Dr. v. Campe, Engelsmann, Dr. Friedberg, Fritsch, Fürbringer, Glatzel, Haarmann, D Hackenberg, Heye, Hirsch (Essen), Dr. Jänecke, Junghann (Königshütte), I u n g h e n n (Hanau), Jürgensen, Krawinkel, Dr. Lolichius, Lusensky (Hohensalza), Meiger (Flensbura), Meyer (Diepholz), Nischwitz, Dr. Röchling, v. Schenckendorif, Schiffer, v. Schubert, Wamhoff, Westermann, Witzmann, Wolff (Biebrich).
* Weltgeschichte ««§ Weltk«lt«r. Der zweite Vortrag des von Herrn Dr. Quilling begonnene Zyklus über „Weltgeschichte und Weltkultur" findet nächsten Mittwoch den 17. Januar, nachmittags 6'/, Uhr, in der Aula der Zeichenakademie statt. Er wird sich mit den ältesten Kulturen, näm'ich denjenigen Me s o potam i ens und Aegyptens beschäftigen und auch die von Prof. Delitzsch beleuchtete Frage „Babel und Bibel" behandeln. Zahlreiche, zum Teil farbige Lichtbilder, werden den Vortrag illustrieren. Eintrittskarten, die zum Besuch der in den Monaten Januar- März stattfindenden 12 Vorträge berechtigen, sind in den Hofbuchhandtungen erhältlich.
* Meisterwerke der antiken Kunst. Die am 18. und 23. Januar d. I. in der Aula der Zeichenakademie über dieses Thema stattfindenden Volksvorlesungen des Herrn Dr. Quilling nehmen abends pünktlich 8 ff» Uhr ihren Anfang. Eintrittskarten zu 50 Pfg. sind in den Hofbuchhandlungen zu haben.
* Gautag. Gestern fand in Offenbach der Gautag des Turngaues Oßenbach-Hanau statt. Anwesend waren 94 Vertreter von 20 Vereinen. Nach dem Jahresbericht beträgt die Mitgliederzahl 4105 gegen 4130 im Vorjahr, neu ausgenommen wurde die „Turnerschaft Mülheim". Das Gau- nnturnen findet am 29. April in Bieber statt. Das Gau- Wetturnen findet am 5. oder 12. August — je nachdem der Termin des Kreisiurnfestes tellgelegt wird — in Mülheim statt. Das Gaustst für 1907 wurde der Turngesellschaft Klein-Anheim übertragen. Als Kampfrichter wurden die Mitglieder des Turnausschusses gewählt.
leiten Platz gefüllten Hause uneingeschränkte Anerkennung, wovon tosender Applaus nach den Aktschlüssen ein offenbares Zeugnis ablegte.
Frankfnrttr Theater.
Opernhaus. Montag, 15. Januar, abends 7 Uhr: Mozarr- Cyclns. Zur Erinnerung an den 150. Geburtstag des Meisters (geb. 27. Januar 1756) Dritter Abend. Neu einstudiert: „Jdomeneus, König von Kreta." Oper in 3 Akten von W. A. Mozart. Gewöhnliche Preise. — Dienstag, 16. Januar, abends 7 Uhr: „Die Jüdin." Große Oper in 5 Akten von I. Fr. Haldvy. 11. Vorstellung im Dienstag-Abonnement. Gewölml. Preise.
Tchüufprclhaus. Montag, 15. Januar, abends 7 Uhr: „Der Helfer." Schauspiel in vier Akten von Feliz Philippi. Abonn. A. 11. Vorst. Gew. Pr. — Dienstag, 16.. Januar, 7 Uhr: Zum Gedächtnisse Franz Grillparzers. Neu einstudiert: „Sappho." Trauerspiel in 5 Akten von Grillparzer. Im Ab. Gew. Pr. — Mittwoch. 17. Jan., 7 Uhr: „Der Helfer." Im Ab. Gew. Pr. — Donnerstag, 18. Jan., 7^8 Uhr: Vorst, bei erm. Preisen. „Der Kaufmann von Venedig." Auß. Ab. — Freitag, 19. Jan., 7 Uhr: Frankfurter Dialektstücke: „Der alte Bürgerkapitän." Hierauf: „Der rote Schornsteinfeger." Zum Schluß: „Dodgeschosse." Im Ab. Gew. Ph. — Samstag, den 20. Januar, 7 Uhr: Zum ersten Male: „Das Urteil Salvinos." Schauspiel in 4 Akten von Elisabeth Mentzel. Im Ab. Gew. Pr. — Sonntag, 21. Jan., 3vä Uhr: Vorst, b. erm. Pr.: „Was ihr wollt." Auß. Ab. — 7 Uhr: Zum ersten Male wiederholt: „DaS Urteil Salomos." Im 9lb. Gew. Pr. — Montag, 22. Jan., 7 Uhr: Zu Lessings Geburtstag. Vorst, b. kl. Pr.: „Minna von Barnhelm". Im Ab. Kl. Pr. - Dienstag 23. Jan.. 7 Uhr: Erstes Gastspiel von Else Lehmann vom Lessingtheater in Berlin. Neu einstudiert: „Fuhrmann Henschel." Hanne: Else Lehmann. Auß. Ab. Gr. Pr.