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Hanauer

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General-Anzeiger

AMchtS GcMü im Sinai «sS FaaLKreis Kanan.

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verantwort!. Redakteur: B. Schricker in Hanan

Ml. 11 Fernsprechanschlich Nr. 605»

Samstag den 13. Januar

^ernfprechanschlusi Nr. 605»

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1906

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Hus Hanau Stadt und Eand.

Hanait, 13. Januar.

* Bahnprofekt HanauBüdingen. Wie zuver­lässig verlautet, ist das dem Ministerium vorliegende Gesuch um Erteilung der Genehmigung zur Vornahme der Vor­arbeiten für die Bahnlinie HanauBüdingen sowohl von der Kgl. Eisenbahndirektion wie von der Kgl. Regierung in Cassel befürwortet worden, sodaß wohl die erbetene Geneh­migung in nicht zu langer Zeit erfolgen dürfte. Für die hessische Strecke ist die Genehmigung ftir die Vorarbeiten be­kanntlich schon erteilt worben.

* Parolemusik. Die Kapelle des Jnf.-Regts. Hessen- Homburg Nr. 166 spielt morgen mittag zur Parolemusik folgende Stücke: 1)Des Großen Kurfürsten Rcitermarsch" von Graf v. Moltke; 2)Schön Rotbtraut", Ouvertüre von A. Reckling; 3)Gondloier-Walzer" von O. Röder; 4)Schön sind die Veilchen", Lied von H. Schenk; 5) Weidmanns Lieblingslieder", Potpourri von H. Loßner.

* Kaufmännischer Verein Hanau. Mit dem vorgestrigen Vortragsabend schloß die Serie dieser Veran­staltungen in genanntem Verein für die laufende Saison und cs sei gleich von vornherein konstatiert, daß sich auch der Schlußvortrag den vorausgegangenen würdig anrcih'te. Als Vortragender war Herr Rudolf Cronau aus New-Pork gewonnen, der cs verstand, durch seine angenehme Vortrags­weise und lebendige Schilderung die Zuhörenden anregend zu fesseln und sie im Geiste mitten hinein in den wilden Westen Amerikas zu versetzen. Der Vortrag behandelte die südivestlichen Territorien der Vereinigten Staaten: Neu- Mexiko und Arizona mit ihren eigenartigen, unvergleichlichen Naturwundern. Wir sahen, wie mit dem Bau der Eisenbahnen Schritt für Schritt die Kultur in, diese entlegenen Gegenden getragen wurde, wie allmählich aus den ersten primitiven Siedelungen Städte und'blühende Gemeinwesen entstanden, tot sehen noch die lleberrefte alter spanischer Kultur und erfreuten uns schließlich an den beiden Hauptwundern Arironas, dem versteinerten Walde und dem Colorado-Fluß. Ersterer, eine Fläche von niedreren Hundert Quadratmeilen einnehmend, unterscheidet sich von Weitem in Nichts von anderen derartigen abgestorbenen Wäldern, erst bei näherem Zusehen entdeckt man, daß sämtliche Stämme bis in ihre feinsten Verästelungen völlig versteinert sind; teils sind sie bohl, teils zeigt ihr Inneres eine achatartige bunte Gcsteinmasse. Der Colorado- Fluß ist in seiner Art wohl die einzige derartige Erscheinung auf unserer Erde. Hoch in den Klüften der Felsengebirge aus vielen Hunderten von Rinnsalen sich bildend, hat er im Laufe ungezählter Jahrtausende mit seinen Zuflüssen die Hochebene durchnagt und sich so Engtäler geschaffen, die in ihrer Groß­

Feuilleton.

Sinfonie-Konzert.

[!] Hanau, den 13. Januar 1906.

Das vorgestrige 3. Sinfoniekonzert b"e§ Herrn StabS- hoboisten S ch m i b t fand. vor sehr gutbesucktem Hause statt. Man muß diese Erscheinung im Interesse der Musikpflege in unserer Stadt und auch im Interesse der konzertierenden Kapelle freudig begrüßen. An lebhaftem Beifall, der nach unserer Meinung ganz und gar berechtigt ' gewesen, hat es ebenfalls nicht gefehlt. Auch dieses ist ein erfreuliches Zeichen. Denn die Anerkennung und der Bestall einer dankbaren Zu­hörerschaft gibt dem ausübenden Musiker Grund und Veran­lassung zu rüstiger Weiterarbeit. Darum steht zu hoffen, daß uns im nächsten Jahre die drei Sinfoniekonzerte wieder werden und daß sie sich überhaupt einbürgern zu einer stän­digen Erscheinung in Hanau.

Was die A u s f ü h r u n g des vorgestrigen Progamms anbelangt, so ist zu bezeugen, daß dieselbe durchaus eine trefflich gelungene Ivar. Die einzelnen, zum Vortrag gebrachten Musikstücke trugen das Gepräge einer' überaus gründlichen Vorbereitung. Sehr angenehm berührte es, daß dabei eine Exakiheit zutage trat, die niemals und nirgends bloß bis zur Grenze des konventionellen Korrekten reichte, wie dies sehr oft das bezeichnende Merkmal einer zwar forschen, aber ein­seitig geschulten Militärmusik ist. Sondern über diese Höhen­linie sich erhebend, befand sich jene Akuratesse in den Dar­bietungen des gestrigen Orchesters durchaus auf dem Niveau einer künstlerischen Auodrucksiveiie. Auch alles andere, was zu einem guten Vortrag großer Orchesterwerkc unerläßlich notwendig ist, erschien seilens der Direktion scharf ins Auge gefaßt und ent­sprechend behandelt. Auf diese Weise konnte es nicht fehlen, daß der Gesamleindruck des Konzertes zu einem sehr günstigen sich gestaltete.

Die Ueut.ae Nummer

artigkeit nicht ihres Gleichen haben. Bis über 6000 Fuß tief fallen die Wände senkrecht ab, an deren Fuße der Strom brandet, gigantische, wildgezackte und bizarr geformte Klippen, Dome, Pyramiden, Amphitheater, Obelisken usw., alles von der geivaltigen Hand der Natur geformt, dehnen sich regellos dazwischen aus, herrliche Farbentöne von den spiegelglatt ge- wasckenen Marmor- und Granitflüchen spielen dazwischen, kein lebendes Weien unterbricht die Stille dieser aroßartigen Natur, kurz es ist eine Welt für sich, in die der Mensch voll Andacht und Schauer blickt. Erst um die Mitte des vorigen Jahrhunderts erstmalig befahren, bietet der Strom noch heute den Reisenden wilde Schwierigkeiten - Später an seinem Unterlaufe ändert sich das Bstd. Weite Ebenen, ehemaliger Meeresboden, begleiten den Fluv, furchtbare Wüsteneien, darunter das zu so trauriger Berühmtheit ge­langte Tal desTodes, drohen mit ihren Schrecken, und wir sehen, wie die wenigen Eingeborenen, Pueblo- und Minko- Indianer, in ewigem Kampfe leben um das kostbarste Gut dieser verdorrten Gegenden, das Wasser. Volkssitten, Religion und die Anlage der unzugänglichen Höhlenwahnungen oder befestigten Dörfer, alles dreht sich nur um diesen einen all­gemeinen Mittelpunkt. Ein fremdartiges Stück Erde war es, das an unserm Auge vorüberzog, und die zahlreichen, trefflichen Lichtbilder veranschaulichten uns das Vorgetragene in glücklichster Weise, sodaß wohl jeder Zuhörende erstaunt und befriedigt zugleich vorgestern abend den Saal verließ. Zum Schluffe seiner Ausführungen konnte sich der Herr Vortragende für reichen, wohlverdienten Beifall bedanken.

* Karnevalistisches. Die e'ste Hanauer Karneval- gesellschaft hält ihre diesjährige große Herrensitzung am Sams­tag bett 20. b. M. im Saalban zumDeutschen Haus" ab. Wie wir jetzt'schon mitteilen können, wird sich dieselbe zu ^ner der glanzvollsten Sitzultgezx gestalten, da die bewährtesten Karnevalisten ja die Bütte steigen werden. Auch hat u. a. das Ministerium der Darmstädter Karnevalisten sein Er­scheinen an diesem Abend bestimmt znqcsagt Karten zu diese- Sitzung zu 1 Mk. sind erhältlich hei unseren Mitgliedern und in den Zigarrmgeschästen der Herren Salzmann, Kollmann, Wsttheis, G. Brog Nächst, Elsaß, sowie im Cafä Sockol, bei Friseur Haas und Gustav Bartmann, ferner beim Vereins­diener Herrn Wolff.

15 Ein Preisrauchen veranstaltet morgen abend von 8 Uhr an der Rauchklub im Gasthaus zum Pfau.

* Von den Apotheken ist morgen nachmittag von 39 Uhr die Hof - Apotheke geöffnet.

* Verlegnnft des Bahnhofes Vilbel. Da der Bahnhof Vilbel den gesteigerten Ansprüchen des Verkehrs und des Betriebes nicht mehr genügt, eine Erweiterung an feinet jetzigen Stelle aber auf besondere Schwierigkeiten stößt, hat

Klar und durchsichtig, trotz seiner v^elartig^n Verzivcigung, kam das Allegro c o n b r i o der B e e t h o v en s ch en v-moll-Sinfonie zum Vorschein. Die Präzision im Vortrag machte sich überall bemerkbar, selbst bei den in Menge vorhandenen unbequemen Einsätzen hinter dem ersten Taktteil. Das Andante hätten wir uns anfänglich etwas ruhiger im Tempo gemüiischt, doch das vorgeschriebene c o n moto läßt ja auch eine Auslegung zu wie die vor­gestern gehörte. Die Bewegung in den Variationen des Themas war vorteilhaft oc-äMt; sehr hübsch gestaltete sich auch in den Variationen die überaus deutliche Zeichnung der an die verschiedenen Instrumente verteilten Stimmführungen. Ueber dem A 11 e g r o - P r e s t o lag der erforderliche packende Schwung und t t Jubel des Ausdrucks, so daß sich dieser Teil 311 einer guten Schlußwirkimg verdichtete.

A. Stübings sinfonische DichtungSchncewiit- ch e n" erfuhr unter der Leitung des Komponisten eine sehr eindrucksvolle Wiedergabe. Die dem Programm beigedruckte Erklärung des Werkes unterstützte daS Verständnis beâjelben in hohem Maße. S t ü b i u g befindet sich mit seinem S ch n e e w i tt ck e n" auf der Marschricktung Wagner- Strauß, und zwar off mbar mit großem Talent für den logischen Aufbau seiner musikalischen Grundgedanken und mit viel Geschmack in der Einkleidung derselben durch die Instru­mentation. Ein abschließendes Urteil über das Werk zu fällen, ist nach einmaligem Anhöien nicht gut möglich. Fraglos erscheint es aber,' daß die Komposition viele schöne Gedanken und Empfindungen enthält, und daß der Kom­ponist sich vorgestern vor der Oesfentlickkeit bofumewiert hat als eine für sein Fach sehr gut veranlagte Kraft, welche zu den schönsten Hoffnungen bcrecbt qt.

Herr Gent n e r. der Solist deS Abends, verstand es, sich bei seiner Zuhörersckast einen durchschlagenden Erfolg zu sichern. Die liebcnsivürdige und für viele Konzert- beiudjcr nicht wenig interessante Art und Weise seines Auf­tretens sowohl, als auch die herrliche Wiedergabe seiner Ge-

mjaiu auü« oem «tnterhaltunasblatt 14 Seite».

die Eilenbähnverwaltung eine Verlegung des Bahnhofs von dem linken Ufer der Nidder um rb. 1200 Meter nach Gießen zu auf das reckte Ilfm beschlossen, wo auch die Einführung der Nebenbahn Vilbel Stockheim in zweckmäßiger Weise mög­lich ist. Nach dem Emt der EHenbahnverwaltung betragen die staatSsciiig aufzuwendenden Gesamtkosten der Herstellung des nmen Bahnhofes einschließlich der Anlagen, die durch die Einführung der Stockheimer Nebenbahn bedingt sind, 1236 00Q Mark. Eine erste Rate von 100 000 Mk. ist in den neuen Etat eingestellt worden.

* Stadiheatep. Auf das morgen nachmittag J/a4 Uhr bei bedeutend ermäßigten Preisen letztmalig zur Darstellung kommende Schauspiel:N o r a" oderE i n P u p p e n h e i m" sei nochmals besonders hingewiesen. Als eines der wirkungsvollsten und interessantesten Werke der neueren Bühnen-Literamr hat es wie allenthalben ?o auch hier die stärksten Erfolge erzielt und verbürgt das Stück auch morgen wieder seinen Hörern einen bedeutenden künstlerischen Genuß. Abends 7 Uhr gelangt Shakespeares herrliches Werk: Der Kaufmann von Venedig" in vollkommen neuer Inszenierung zur Darstellung, welches von allen Stücken Shakespeares hier immer den größten Beifall ge­funden hat. Vor Jahren vom verstorbenen Direktor Opvmar auf's glänzendste inszeniert, erzielte es außergewöhnliche Er­folge und dürfte jetzt erneut ein ganz besonderes Interesse er­wecken, da es zum ersten Male, wie gegenwärtig an den meisten größeren Sühnen, im Charakter eines Lustspieles ge­geben wird. Die vorwiegend heiteren Szenen des Stückes, die reich durchwoben sind vom köstlichen Humor des unsterb­lichen Briten, geben zu dieser Bezeichnung die volle Berech­tigung, und so wird morgen das prächtige Werk, nach den Musteratiführungkn am Deutschen Theater in Berlin von Herrn Oberregisseur Steger mit der größten Sorgfalt neu einst iibiert, einem erneuten Interesse begegnen. Die Be­setzung ist eine vortreffliche ; neben dem Shylock des Herrn Steger seien hier von den Hauptpartien folgende angeführt: Antonio Hk. Kempf; Bassanio H. Hauser; Porzia sirl. Braune; Jenika Frl. Helliot u. s. w. Es steht Ncher ein überaus genußreicher Theater-Abend bevor. Zum Schluß sei noch die am Dienstag b e j außerge­wöhnlich ermäßigten Preisen staNfindende Aufführung der Sudermann'scken Sckauspiel-Novität;Stein unter Steine n" erwähnt. Das wirkungsvolle packende Werk erzielte auch bei seiner letzten Darstellung wieder einen so durchschlagenden Erfolg, daß die am Dienstag in Szene gehende Wiederholung nochmals bedeutende Zugkraft ausüben dürfte. Der Vorverkauf findet für diese Vorstellung, zugleich mit den beiden Sonmags-Vorstellungen, heute Samstag nachmitlag von 45 Uhr an der Theaterkasse statt.

länge gewannen ihm rasch die Zuneigung des Auditoriums^ Mit seinem prächtig gesungenenLiebeslied" aus der ^,W a l k n r e" führte sich der ©olify ein. Dem überaus itarfen Beifall, d-r ihm für diese Nummer gezollt wurde, folgte eine Wiederholung des coHftânbiqen Gesanges in un- acmindcrter Schönheit. Auch mit den S u l z b a ch ' schen Liedern wusste Herr Gentner zu interessieren, vor allem aber mit dem innigen Hugo Wolf'schenHeimweh", dessen Gcfühlswärme er zu einem wahr und warm empfun­denen Ausdruck brachte. Die BalladeJung Volke r" von Wallnöfer gelang ihm ebenfalls in ihrem verschieden­artigen Stimmungsgehalt aufs beste. Herr Gustav Alt­vater erledigte mit gewohnter Routine die Klavier­begleitungen der Sologeiänge.

Einen hübschen Abschluß fand das Konzert mit Webers wenig gezielter Ouvertüre zuBeherrscher b c r ® eist er". Das Schlußwort unserer Bericht-rstottung sei ein Wort der Anerkennung und Hochachtung für den Ver­anstalter und Leiter der Sinfoniekonzerte, dem tätigen und berufstüchtigen Kapellmeister C. Schmid t.

Stadtthcatcr in Hanan.

Hana«, 13. Januar.

Mit dem gestrigen Benefizabend unseres bewährten Väter­spielers Herrn Otto Kempf sollte die von unserer Direktion beigehaltene altherkömmliche Sitte, in der letzten Hälfte des Thcaterhalbjahrcs allwöchentlich einen solchen Abend je einem der meistbeschäfstgten Mitglieder unseres Ensembles ;u$ubiHigen, wieder in Kraft treten, eine Einrichtung, die dem theater- freundlicken Publikum es ermöglicht, bevorzugte Lieblinge durch zahlreichen Besuch und etwaige anderweitige Aufmerk- samkciten zu ehren, ohne daß hiermit bekundet werden soll, daß ein etwa mangelhaft besetztes Haus von der Unbeliebt­heit eines Darstellers zu zeugen braucht, indem sonstige Ver­anstaltungen, ungünstige Witterunasverhältniffe, ferner Mangel