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Erstes Blâ

Hanauer D Anzeiger

»ez«gSpretSr

Kiertehährllch 1,80 M., monatlich 60 Mg-, für 61* bärtige Abonnenten mit dem betretenden Postaufjchlag, Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei d«S verein, «». WaijenhauseS m Hanau.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stob und Fan-Kreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Sinrückungsgebühr, Die jLusg-spalttiie PetitzÄ« oder deren Raum 15 ^ im Sieklameuteü bk Zeil« 35 Pfg.

iveranNoortl. Nckakteur: S. Schrecker in Hana».

Nx. 8 Fernsprechanschlutz Nr. 605,

Mittwoch den 10, Januar

Fernsprechanschlutz Nr. 605,

1906

Amtliches.

Landkreis Ran au.

Z1/ ' * hes Köniltlilhen LllâMM.

Der Landkreis Hanau beabsichtigt das ihm gehörige Halts, Hainstraße 12, nebst einem Teil des zugehörigen Gartengrundstücks zu verkaufen. Der Plan des Gnind- stücks und die Verkaufsbedingungen können auf dem Kreis­ausschußbureau im Kreishause eingesehen iverden.

Hanau den 5. Januar 1906.

A 104

Der Königliche Landrat.

v. Beckerath.

Handelsregister.

Firma Wilhelm Veriray in Großauheim: Der Kaufmann An ton Fritz in Hanau ist in das Geschäft als persönlich haftender Gesellschafter ein­getreten. Die dadurch errichtete offene Gesellschaft hat am 19. Dezember 1905 begonnen; sie besteht außer dem p. Fritz noch aus dem Kaufmann Wilhelm Bernay in Großauheim.

Hanau den 20. Dezember 1905.

Königliches Amtsgericht 5, 763

Hus Ran au Stadt und Hand.

Hanan, 10. Januar.

* Evangel. Bereinshans. Diese Woche ist wieder oie internationale Gebeiswoche und finden deshalb auch im hiesigen evangel. Vereinshause jeden Abend 8lh Uhr Gebets­oersammlungen statt, die von den hiesigen Geistlichen geleitet werden. Jedermann ist freundlichst eingeladen.

* Katholische Gemeinde. Wie seiner Zeit bekannt gemacht worden ist, werden nunmehr auch seitens der kath. Kirchengemeinde Kirchensteuern (5°/o der Einkommen­steuer) erhoben, einmal um den gesetzlich vorgeschriebenen Beitrag zu dem neugebildeten Diözesanhilfsfonds aufzobringen, dann aber auch hauptsächlich zu dem Zweck, um einen Bau­fonds für eine zweite Kirche zu sammeln. Da die Genehmigung der bereits im März v. I. gefaßten Beschlüsse des Kirchen­vorstandes und der Gemeindevertretung seitens der kirchlichen und staatlichen Oberbehörde sich lange verzögert hat, auch die Vorbereitungen für die erstmalige Erhebung längere Zeit in Anspruch nahmen, io kann leider jetzt erst mit der Ein­ziehung der pro 1904 festgesetzten Steuern begonnen iverden, nachdem kürzlich der Herr Regierungspräsident die Vollstreck­barkeit derselben erklärt hat.

Feuilleton.

Neue EinrWmmen in der Bibliothek der Zeichenokadcmie.

Die Bibliothek der Zeichenakademie umfaßt augenblicklich rund 5000 Bände und 60 000 Tafeln und Einzèlvorlagen. Man sollte annehmen, daß eine so reichhaltige Bücher- und Vorbildersammliing, reichhaltiger beispielsweise als die Kunst­gewerbebibliothek von Frankfurt mit seiner zehnfach größeren Einwohnerzahl, seitens des Publikums, insbesondere der Kunstgewerbler, die gebührende Beachtung fände. Das Gegen­teil-ist der Fall. So ausgiebig die Bibliothek von Pen Lehrern und Schülern der Zeichenakademie in Anspruch ge­nommen wird, so wenig wird sie vom Publikum benutzt. Die Ursache dieser ausfallenden Erscheinung ist nicht nur in der allgemeinen Gleichgültigkeit der Gebildeten gegenüber Bildungsinstituten, sondern wesentlich wohl auch in einigen unzweckmäßigen Einrichtungen dieses Bildungsinstitutes selbst zu suchen. Bisher war die Bibliothek nur Montag und Donnerstag von 1012, 24 und 68 Uhr geöffnet, also zu Zeiten, die zwar für die Lehrer und Schüler der Anstalt sehr günstig, für jeden Geschäftsmann aber umso ungeeig­neter'gewählt sind. V o n j etz t an i st die Bibliothek an vier Wochenabenden, nämlich Montag und Dienstag, Donnerstag it n b Freitag v o n 58 Uhr geöffnet.

Seit dem Jahre 1901 wurden mit Rücksicht auf vorge­kommene erhebliche Beschädigungen Bücher überhaupt nicht mehr ausgeliehen. Von jetzt an werden außer den einzelnen Blättern und Vorlagen auch wieder Bücher aus gegeben, wenn auch unter An­wendung der allgeniein üblichen Beschränkungen und scharfer Kontrolle. Die Leihfrist betrügt zwar auch fernerhin nur 14 Tage, doch wird nur in dringenden Fällen nach Ablauf dieser Zeit zur Rücklieferung der entliehenen Werke nufge-

* Bersehpswünsche. Der Handelskammer-Ausschuß für Eisenbahn-, Post- und Schiffahrts-Angelegenheiten hatte sich in seiner letzten Sitzung insbesondere mit denjenigen das Verkehrswesen betreffenden Wünschen zu beschäftigen, welche von einer Reihe von Firmen an­läßlich ihres Geschäftsberichts für das Jahr 1905 geäußert worden sind. 1. Von diesen Wünschen wurden die folgenden Herrn O t t überwiesen, um zunächst in persönliche Verhandlungen mit dem Kaiserlichen Postamt zu treten: Einbeziehung der Freigericht st raße in den Stadt­bestellbezirk, Errichtung einer Postfiliale im Osten der Stadt, Ausgabedienst, direkte Paketabfertigung und Postschließfächer auf dem Hauptpostamt, Unregelmäßigkeiten in der Bestellung von Postpaketen in Frankfurt und Offenbach. 2. Die folgenden werden Herrn Zimmermann überwiesen, um sie persön­lich der Königlichen Eisenbahndirektion zu unter­breiten : Erweiterung des Expreßgulverkehrs, bessere Verbindung zwischen der Strecke Friedberg- Hanau und Hanau-Frankfurt, desgl. von Hanau nach Cassel, desgl. zwischen Hanau-Ost und Hanau-West, desgl. zwischen Großauheim und Hanau, Z u g v e r s p ä t u n g e n auf der Strecke WindeckewHanau und mangelhafter Zustand des Bahnhofs in Windecken und des Bahnhofs Hanau-Nord. 3. Einen Antrag wegen Verbesserung des Postamtes in W ä ch t e r s b a ch ist die Handelskammer zu unterstützen geneigt; sie wird jedoch zuvor feststellen, ob und ev. mit welchem Erfolge bereits von den Interessenten selbst Schritte unternommen worden sind. 4. Den Wunsch einer Firma in Schlierbach wegen Herstellung einer Fernsprechverbindung zivischen diesem Ort und Leipzig be­schließt der Ausschuß zu unterstützen. Er ist inzwischen vom hiesigen Postamt an die Kaiserliche Oberpostdirektion weiter­gegeben worden. 5. Der Nebel stand, daß namentlich in den Abendstunden sich ein übermäßiger Andrang besonders mit Einschreib- und Wertsendungen auf dem Hauptpostamt geltend macht, wird nach einer mündlichen Aeußerung des Herrn Postdirektors nach Möglichkeit vermieden werden, und nach dem Umbau im nächsten Jahre werden ständig zwei Schalter für diese Sendungen disponibel sein. Außer­dem hat die Handelskammer in den hiesigen Blättern die beteiligten Kreise aufgefordert, ihre Auflieferungen nicht auf die letzte Zeit vor Postschluß zusammenkommen zu lassen, sondern sie nach Möglichkeit zu verleiten. 6. Einen Antrag, daß der um 11.46 Uhr von Birstem abgehende Zug der W ä ch t e r s b a ch - Bir­st e i n e r K l e i n b a h n Post, wenn, auch nur Brief­post, milbefördeni möchte, beschließt der Ausschuß an die Direktion dieser Bahngesellschaft befürwortend weiterzugeben.

7. Eine Fuldaer Firma bezeichnet es als sehr erwünscht, daß der Bau einer projektierten Kreisbahn, welche den

fordert, im Uebrigen aber die V e n u tz n n g s f r i st auf etwa 4 W o ch en ausgedehnt werden.

Die Einsichtnahme der Zeitschriften war seither be­sonders dadurch erschwert, daß nur ein Teil davon und auch dieser nur durch Vermittlung des Lesesaalbeamten erhältlich war, während die übrigen, den Besuchern überhaupt unbe­kannt, wohlaufgestapelt in den Schränken lagen. Diesen Mißständen ist fetzt in jeder Weise abgeholfen. Sämt­liche deutschen, englischen, französischen und ita­lienischen Fachzeitschristen, die von der Zeichen­akademie gehalten werden und es sind deren nicht weniger als 60 Stück stehen nunmehr frei zur Verfügung und sind nach einem neben den Zeitschriften-Regalen im Lesesaal ausgehängten, alphabetisch geordneten Verzeichnis leicht auffindbar. Die neuerscheinenden Nummern werden unter Kreuzband bezogen, sind also immer so schnell wie möglich zur Stelle.

Neueingerichtet ist im Lehrsaal ferner eine kleine Hand­bibliothek, ebenfalls zu freier Benutzung und mit den gebräuchlichsten Nachschlagewerken, Wörterbüchern, Atlanten usw. ausgestattet. Hier findet man Meyers Konversations­lexikon, Baumeisters Denkmäler des klassischen Altertums, Roschers Lexikon der griechischen und römischen Mythologie, Naglers Künstlerlexikon, Büchmanns geflügelte Worte, San­ders Zitatenlexikon, Vilmars Literaturgeschichte, mehrere Kulturgeschichten, das bürgerlich; Gesetzbuch, französische, eng­lische und italienische Wörterbücher, Spemanns Kunstlexikon, das Hanauer Adreßbuch, die neuesten Bnchhändlerkataloge, Andrees großen Handatlas usw.

Um dem Besucher eine Uebersicht über den Bestand der Bibliothek zu geben, ist soeben ein n e u e r K a t a l o g aus­gegeben worden, der 280 Druckseiten umfaßt. Er enthält nur die Zugänge seit 1894, dem Jahre, in dem Dr. Winklers vortrefflichesVerzeichnis der Bücher und Vorbildersammlung" erschienen ist, und hat hauptsächlich deshalb ein so beträcht­liches Volumen angenommen, weil darin besonderes Gewicht auf leichte Auffindbarkeil in der Weise gelegt ist, daß die einzelnen Titel unter besonderen Stichwortèn aufgesührt werden. So ist, um nur ein Beispiel herauszugreifen, das Werk:Die Baudenkmäler von Frankfurt a. M. von Dr.

Die heutige Kummer umfaßt außer dem Uutei^aUuua^VUtt 14 Seite«.

Vogelsbergdistrikt aufschließen soll, möglichst be­schleunigt werde, damit Arbeiter von dort leichter in Fulda Arbeitsaelegenheit finden können. Die Handelskammer wird dieier Angelegenheit gern ihr Interesse zuwenden. 8. Eine Firma in Schlüchtern führt Klage über die Unzuläng­lichkeit der dortigen Bahnhofseinrichlungen, insbesondere über das Fehlen ausreichender Labegeleise, sodaß das Ent- und Beladen von Waggons mit Gefahr und über­mäßigem Zeitverlust verbunden sei. Sie Hot eine bezügliche Eingabe an die Königliche Eisenbahndircknon gerichtet, welche auch daraufhin eine Lokalbesichtiaung angeordnet hat, in welcher die Berechtigung der Ausstellung anerkannt worden ist. Es bleibt zunächst abzuwarten, welche Abhilfe seitens der Eisenbahnbehörde geschaffen werden wird. 9. Das Bürgermeisteramt von Großkrotzenburg hat an die Königliche Eisenbahndirektion nochmals die Bitte um Errich­tung einer Güterabfertigungsstelle daselbst ge- ricknet und bittet die Handelskammer um Unterstützung. Auf Ersuchen der Handelskammer hat der Bürgermeister ihr eine Abschrift der Darstellung von dem Güterverkehr genannter Station übersandt, mit welcher die Bitte begründet wird. Die Angelegenheit wird Herrn Zimmermann überwiesen.

* Berbraitcksabstaben. Im Laufe des _ Monats Dezember 1905 wurden im hiesigen Schlachthause geschlachtet:

87

Ochsen, weniger gegen den Monat Dezbr. 1904

7

Stück

105

Kühe,

kk

38

Rinder, weniger .

2

kk

825

Schtveine,

226

fr

427

Kälber,

3

fr

151

Hämmel, mehr

22

1

Lamm,

1

3

Ziegen,

3

D''e Accis-Einnahme hiervon beträgt . Mk.

"37

42.10

An eingeführten Fleischwaren ic. wurden versteuert: 41 922 Kilogramm, mehr gegen den Monat Dezbr. 1904: 3966 Kilogramm.

Hiervon die Accis-Einnahme mit . . Mk.^__1382.33

Summa Mk. 5124.43

Gesamt - Accis - Einnahnie im Monat Dezember 1904 .....Mk. 5512.55

Mithin weniger gegen den Monat Dezbr.

1904 . . . . . Mk. 388.12 Accis- Einnahme vom 1. April 1905 bis 31.

Dezember 1905 .....Mk. 47 824.92

Accis - Einnahme vom 1. April 1904 bis 31.

Dezember 1904 . 47 491.99

Mithin mehr gegen die gleiche Zeit des

Vorjahres......Mk. 332.93.

Carl Wolff und Dr. Rudolf Jung" unter den Stick warten Baudenkmäler",Frankfurt a. M.",Wolff" undJung" verzeichnet. Die Bearbeitung dieses Kataloges und seines umfangreichen Inhaltsverzeichnisses hat längere Zeit in An­spruch genommen, die Drucklegung und die ansehnliche Aus­stattung haben bedeutende Kosten verursacht. Er soll nicht das Schicksal seines Vorgängers teilen, von dessen Auflage zu 1000 Stück nach 10 Jahren ganze 200 Exemplare abge­setzt waren. Nein, er soll sogar dazu beitragen, daß das Hanauer Publikum sich davon überzeugt, wie reichhaltig die ihm kostenlos zur Verfügung "stehende Bibliothek der Zeichenakademie auf allen Gebieten der Kunst und Wissenschaft, durchaus nicht nur dem des Kunst­gewerbes. beschaffen ist und wie wünschenswert es im In­teresse jedes Gebildeten selbst erscheint, daß er sich mit ihren Einrichtungen und ihrem Bestände vertraut macht. Wer diese Voraussetzung erfüllt, wird ein regelmäßiger Besucher der Bibliothek werden und seinerseits zur Beseitigung des Mißstandes beitragen, daß diese augenblicklich fast nur von den Lehrern und Schülern der Anstalt, vom Publikum aber kaum benutzt wird. Und es ist von nicht zu unterschätzender Wichtigkeit, ihr den Charakter einer öffentlichen Bibliothek zu wahren. Nur einer solchen, niemals einer Schülerbibliothek, werden z. B. von auswärtigen Bibliotheken Bücher leihweise zur Verfügung gestellt.

Um eine möglichst weite Verbreitung des Kataloges herbeizuführen, wird er zunächst a n die Mitglieder der h i esi g en Ku n st u n d Wissenschaft pflegen­den Vereine (Liste ist in Umlauf) zu bedeutend ermäßigtem Preise abgegeben. An die Angehörigen dieser Körperschaften aber ergeht die Bitte, von der gebotenen Vergünstigung ausgiebigen Gebrauch zu machen. Denn wenn die neuen, nur im Interesse des hiesigen Publikums ge­troffenen Einrichtungen keine Gegenliebe finden, so wird die Verwaltung natürlich genötigt sein, das dafür aufzüwendende Mehr an Arbeit und Kosten künftig zu sparen, und die alten Zustände wieder eintreten zu lassen, die der Bibliothek der Zeichen-Akademie im wesentlichen nur den Charakter einer Schülerbibliothek verliehen haben.

Dr. Quilling.