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Bez«gSpre1»r

ârtÄiShrNch 1,80 DU, monatlich 60 Pß,., Mr â »ârtige Wonunttra mit bem betrefienben PsstaufschlaG.

Die einzelve Nnmmer kostet 10 Pfg»

Aotationidruck und Berias der Buchdruck«« bei Bett». n. Waveuhauje» in Hanau.

Genekal-Anzeigcr

Amtliches Grglm für Stadt- mL Faaddreis Kama.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- mrdFeiermge, mit bellerristitcher Beilage.

ktnriukaugSgebühr»

Die Nufg-fpalten« P«üz«le oder deren Raum 15 W^ im Reklamenteil die Zeile 35 Pf-

BeratttwortL Redakteur: L. Schrecker in Here»

Ax. 5 Fernsprechanschkch Nr. 605.

Samstag dca 6. Januar

Fernsprechanschlttst Nr. 605. 190 6

Amtliches.

Bekanntmachung.

Beim diesseitigen Bezirkskommando sind zum 1. Oktober 1906 ein freiwilliger Schuhmacher und Schneider einzustellen.

Leute, welche in genanntem Handwerk tüchtig und brauch­bar sind und tadellose polizeiliche Führung Nachweisen können, wollen sich umgehend unter Beifügung eines Lebenslaufes und Meldescheins zum freiwilligen Eintritt an das Geschäfts­zimmer des unterzeichneten Kommandos melden.

Königliches Bezirkskommando Hana«.

Bekanntmachung.

Die Diensistrmdstt des hiesigen Bürgermeister- und Standesamtes, sowie der Gemeindekasse für den Verkehr mit dem Publikum sind seit 1. Januar d. Js. wie folgt festge­setzt worden:

a) Bürgermeister- «nd Standesamt r

Von 8 bis 12 Uhr vorm. und von 2 bis 6 Uhr nachm.

Mittwochs 2 Stunden länger also bis abends 8 Uhr.

Samstags 1 Stunde länger also bis abends 7 Uhr. An Sonn- und Festtagen sind die Bureaus geschlossen.

b) Gemeindekaffe:

Von 8 bis 12 Uhr vorm. und von 2 bis 6 Uhr nachm.

Sam stags 1 Stunde länger also bis abends 7 Uhr.

An Sonn- und Feiertagen ist die Kasse geschlossen. Groß-Auheim, 2. Januar 1906.

das nicht verfehlen wird, alle Besucher in hohem Maße zu befriedigen.

* Staditheater.D i e Brüdervom St. Dern - hard", Ohorn's packende Schauspiel-Novität wird morgen zur Darstellung kommen. Der überaus starke Beifall, welchen das neue Werk, wie allenthalben, so auch hier erzielte, wird demselben auch morgen wieder die größte Zugkraft sichern. Nachdem im verflossenen Jahre die deutschen Militär­stücke, wie:Zapfenstreich",Rosenmontag",Liebesmanöver", Krieg im Frieden" und,, Im bunten Rock" von so glänzen­den Erfolgen begleitet waren, dürfte das beste österreichische Militär-Lustspiel:Das Heiratsnest" von Gustav Davis sicher gleichfalls das größte Interesse erwecken. Seit längerer Zeit nicht mehr gegeben, wird die Wiedereinstudierung dieses prächtigen, heiteren Werkes, das sich durch seinen köstlichen Humor, treffliche Situationskomik und eine hübsche Handlung ganz besonders auszeichnet, einer freundlichen Aufnahme ge­wiß sein. Bon Herrn Oberregisseur Steger mit gewohnter Sorgfalt vorbereitet, bietet cs einen äußerst amüsanten Theater-Abend. In größeren Rollen sind beschäftigt die Herren: Kempf, Hauser, Steger, Nygrin, Gehrmann, Osearsen; sowie die Damen: Braune, Jaida, Helliot, Bachmanit,

Müller, Holm, Behrens und Stahl.

Der Vorverkauf

Bürgermeisteramt.

447

Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Zugelaufen: 1 jusiger kleiner gelber Hund mit weißer Brust m. Geschl.

Hanau den 6. Januar 1906.

Mus Hanau Stadt und Eand.

Hana«, 6. Januar.

* Volkszählrrngsergebniffe. Das endgültige Er­gebnis der am 1. Dezember 1905 statlgehabten Volkszäh­lung ist folgendes: Einschließlich 1911 aktiver Militärper­sonen betrug die ortsanwesende Bevölkerung:

männliche 16 109 sl900 15 134) weibliche 15 528 ( 14 712)

Zuf. 31 637 (1900 29 846) Nach den Religionsgemeinschaften ergeben sich:

1. Evangelische . .

2. Katholische . .

3. Israeliten . . .

4. Andere Religionen

männl.

11 726

3 795

365

223

weibl.

11 864

3 177

286

201

zusammen

23 590

6 972

651

424

A. An Wohnstätten haben sich ergeben:

1. bewohnte Wohnhäuser . . . . 5

2. unbewohnte Wohnhäuser . . .

3. sonstige bewohnte Baulichkeiten, die für gewöhnlich anderen als Wohnzwecken dienen ....

B. Haushaltungen:

1. gewöhnliche Haushaltungen von

2 und mehr Personen . . . (

2. Einzellebende Personen mit beson­derer Wohnung unb eigener Hauswirtschaft.....

3. Gasthöfe usw. mit einlog. Gästen

4. Andere Anstalten aller Art . .

2 225 (1900

70 (

2 077

38

14

6 687 (1900 6220)

463 (

14

26

411)

Handelskammer,

hk. Bei den Wahlen zur _

welche kürzlich in den auswärtigen Wahlbezirken stattgcfunden

Haven, sind die folgenden Herren gewählt bezw. wiedergewählt worden: Georg Meles in Gelnhausen lind Heinrich Grau in Orb. Ueber das Wahlergebnis aus Fulda und Hün­feld haben wir gestern bereits berichtet.

* Wintertest des landwirtschaftlichen Kreis­vereins. Nnstreiibar nimmt unter den geselligen Ver­anstaltungen der Wintersaison das Winterfest des landwirt­schaftlichen Kreisvereins Hanau mit die erste Stelle ein, welches sich derart eingebürgert hat, daß es niemand mehr entbehren möchte. Aus dieser Erkenntnis heraus hat es sich das Festkomitee für die nächste, am Samstag den 13. ds. in sämtlichen Räumen der Kursäle zu WilhelmSbad statt­findende Veranstaltung besonders angelegen sein lassen, auch diesmal wieder Reilvolles, angenehm Unterhaltendes zu bieten,

findet für beide Sonntagsvorstellungen heute Samstag nachmittag von 45 Uhr an der Theaterkasse statt.

* Vertrustn ltrrrra M Gunsten des Pension s- sonds deutscher Bühnenangehöriger. Veranlaßt durch die glänzenden künstlerischen und pekuniären Erfolge, die derartige Veranstaltungen zu Gunsten des Pension s- fonds der Genossenschaft deutscher Bühnen­angehöriger erzielten, haben sich die darstellenden Mit­glieder des hiesigen Sladtlhealers entschlossen, am Dienstag den 6. Februar, abends 8 Uhr, einenAbend" zu arran­gieren, zu dem Herr Direktor I a r i tz in liebenswürdigster Weise seine Genehmigung erteilte und der in künstlerischer Beziehung das Hervorragendste bietet, was seit Jahren in Hanau geboten werden konnte. In Anbetracht des guten Zwecks hat die Intendanz des Frankfurter Opernhauses die Güte gehabt, zu gestatten, daß die beiden hervorragendsten Mitglieder der Frankfurter Oper, der Heldeutenor Herr Ejnar F o r ch h a m m e r und die Primadonna Frau Elsa Hcniel - Schweitzer ihre Kunst in den Dienst der guten Sache stellen. Das Programm wird in einigen Tagen bekannt gegeben.

* Weltgeschichte und Welikultur. (40 Licht - bilder vorträge von Dr. Qilling im Jahre 1906.) Wiederholter Aufforderung entsprechend beabsichtigt Herr i K. Quilling in diesem Jahre die vorzüglichen Leistungen des Lichtbilder-Apparates der Zeichenakademie auch weiteren Kreisen nutzbar zu machen. Wie für die Bemchcr dieser Anstalt wöchentlich eine durch Lichtbilder erläuterte kunstge- schichtliche Vorlesung statifindct, so werden von jetzt an all­gemein zugängliche Lichtbildervorträge aus dem Gebiet der Weltgeschichte und Weltkultur eingeführt werden. Diese Vor­träge sollen die geschichtlichen Ereignisse, die Kultur- und Kunstentwicklung vom Altertum bis zur Neuzeit in plan­mäßiger Folge, jedoch zugleich so schildern, daß jeder Vor­trag ein in sich abgeschlossenes Ganze bildet. Die auf wissenschaftlicher Grundlage beruhende Darstellung wird Klarheit und leichte Faßlichkeit anstieben. Für die einzelne Vorlesung ist anschauliche Erläuterung durch je 20 30 Lichtbilder vorgesehen. An jedem Mittwoch mit Ausnahme der Schulferien und Feiertage nachmittags pünktlich 6^2 71 /* Uhr wird ein Vortrag in der Aula der Zeichen- akademie gehalten, so daß im ganzen 40 Vorträge mit etwa 1000 Lichtbildern zu einem Gesamtpreis von Mk. 15 geboten werden. Um aber auch Gelegenheit zu einem zunächst probe- weisen Besuche zu geben, werden außerdem Vierteljahrskarten zu Mk. 5 verabfolgt, deren Inhaber zur Teilnahme an den Vorlesungen des ersten Vierteljahres 1906 berechtigt sind. Der am 10. Januar stattfindende erste Vor­trag ist unentgeltlich zugänglich. (Siehe auch die Veröffentlichung im Anzeigenteil.)

L. Vom Neichsflerickt. Wegen fahrlässiger Gefährdung eines Eisenbahntransportes ist am 15. Mai v. Js. vom Landgerichte Hanau der Stationsverwalter Jokob N e u m a n n in Langenselbold zu einer Geldstrafe von 60 M. verurteilt worden. Im Februar 1903 entgleiste auf der Station de§ Angeklagten der I -Zug BerlinFrankfurt. Zwei andere Beaune sind schon früher deshalb verurteilt worden. Neumann wurde damals freige­sprochen, aber das Rcichsaericht hob das Urteil gegen ihn aus, woraus daS oben erwähnte Urteil erging. Die hiergegen von 9t. eingelegte Revision wurde gestern vom Reichs­gerichte verworfen.

Die heutige Kummer umfaßt außer dem Ltuterüaltunasbtatt 14 Seite»

HL Sinfonie-Konzert. Wie aus dem heutigen In­seratenteil ersichtlich, findet am Donnerstag den 11. Januar das 3. und letzte Sinfonie-Konzert statt. Herr Kapellmeister C. Schmidt hat hierfür folgendes Programm vor­gesehen : Sinfonie Nr. 5 von L. v. Beethoven,Sieg­munds Liebeslied" aus Rick. WagnersWalküre" (Herr G e n t n e r),S ch n e e w i t t ch e n", Sinëonie-Ton- dichiung v. A. Stübing, 4 Lieder:Heimwe h" von H. Wolf,Tod und Leben" v. E. Sulzbach,Schönste Z e i t" v. E. Sulzbach,I u n g Vo l k e r" von Walnöffer, (Herr Gentner), Ouvertüre zuBeherrscher d« Geister" v. C. M. v. Weber. Wir geben uns der Hoff­nung hin, daß auch das letzte Konzert in dieser Saison die weiteste Unterstützung unseres kunstsinnigen Publikums finden wird.

* Turnerisches. Im Laufe des Monats April tagt der Turnausschuß der Deutschen Turnerschaft mit sämtlichen Kreisturnwarten in Frankfurt. Die Wahl Frankfurts erfolgte auf die Einladung der Gauleitung der Frankfurter Turner­schaft und bezweckt, neben der Besichtigung der für den Fest­platz für das 11. deutsche Turnfest in Betracht kommenden verfügbaren Plätze, eine nähere Fühlung der Spitzen der deutschen Turnerschaft mit Frankfurter Turnerkreisen herbei- zuführen.

* Stiftungsfest. Die gesellige VerbindungAr­minia" begeht am Samstag den 20. d. Mts. in den Sälen derCentralhalle" ihr 3. Stiftungsfest, bestehend in Abendunterh iltung und Ball. Das uns * vorliegende reich­haltige und abwechselnde Programm verzeichnet neben hübschen Konzertnummern und verschiedenen Gesangssoli zwei reizende Einakter, eine oberbayerische Gebirgsszene mit Tanz und Gesang, einige Duette, Soloszenen und ein Tableau. An Rei; dürfte die Veranstaltung nach durch die Mitwirkung von Frl. Helliot vom hiesigen Staditheater gewinnen. Hoffentlich werden die Anstrengungen derArminia" durch ein volles Haus gelohnt.

* Im Süden Oesterreichs liegen an der Adria die wunderschönen Küstenorte Pola, Grado rc. und der roman­tische Landstrich Istrien, eine Gegend, welche man ihres milden Klimas und ihrer landschaftlichen Reize wegen die österreichische Riviera getauft hat. Dieses schöne Land können wir in seinen vornehmlichsten Punkten in dieser Woche im hiesigen Kaiser-Panorckma, Römerstraße 17 p., kennen lernen. Vor unseren Blicken liegt in dem befestigten Hafen von Pola ein großer Teil der österreichischen Marine, stolze Kriegsschiffe, die sich auf dem pittoresken Hintergrund der südländischen Landschaft besonders gut ausnehmen. In Pola selbst fesselt unsere Aufmerksamkeit das Tegetthoffmonument, von dem aus man einen prächtigen Ausblick hat, die alte römische Arena, die chinesische Kriegsbeute rc. Längs der Küste gelangen wir dann nach dem reizenden Lussin, dessen Volksleben ungemein fesselnd ist, ferner nach Cervigeano, Aquileja mit einem prächtigen Pinienhain ynb schließlich nach dem berühmten Seebad Grado, wo wir das Badeleben am Strand, in den Damen- und Herrenbädern, im Wellenbad, die Sardinenfänger im Lagunengebiet, eine Fronleichnams­prozession, den Korso rc. anblicken. Ein Abstecher nach dem Hafenort Fasana und der romantischen Insel Brioni be­schließt die eigenartig schöne Reise, welche im hiesigen Kaiser- Panorama mitzumachen niemand versäumen sollte.

* Einen tieftra«rige« Ausgang hat die Affäre des Geb. Oberbergrats Prof. Dr. Chelius in Darmstadt genommen. Chelius, der, wie schon gemeldet, von der Straf­kammer wegen Verbrechens im Sinne des § 176,3 in vier Fällen unter Zubilligung mildernder Umstände zu 2 Jahren 2 Monaten Gefängnis verurteilt wurde, hat sich in der Nacht im Untersuchungsgefängnis erhängt. Aus Darmstadt wird derOff. Ztg." darüber gemeldet: Als der Wärter gestern früh gegen 8 Uhr das von Chelius bewohnte Zimmer betrat, fand er das Belt leer und Chelius am Fenfterkreuz an einem Strick erhängt. Den Boden bedeckte eine große Blutlache, da sich der Unglückliche auch die linke Pulsader mit einem Messer ausgeschnitten halte. Der sofort herbeigerufene Kreis­arzt konstatierte, daß der Tod schon seit einigen Stunden ein« getreten sein müsse. Chelius hinterließ auf dem Tisch mehrere Briefe, darunter einen geschlossenen an seine Frau. In einem offen daliegendcii Schreiben dankte er den Wärtern für ihre aufmerksame Bedienung, ebenso den Aerzten unb Wärtern des Landeshoipitals in Hosbeim, wo er längere Zeit zur Unter­suchung seines Geisteszustandes war, für die rücksichtsvolle Behandlung. Oberstaatsanwalt von Geffert und der Ver­teidiger Justizrat Hall wachs stellten gestern vormittag am Tat­orte die näheren Umsiânde des Selbstmordes fest. Es wird angenommen, daß Chelius sich daS Leben nahm, um seiner Familie die Pension zu retten; da er daS gestrige Urteil nicht anerkannte, war dieses noch nicht rechtskräftig.