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Vierteljährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg.. Mr m* sättigt Abonnenten mit dem bttrefitnben Postaujjchtaz, Die einzelne Nummer tost« 10 Pfg.
Rotationsdruck unb Verlag der Buchdrucker« deS verei». e». WatjenhaujeS in Hanau.
General-Anzeiger
AMiiiks Organ für StaM- und Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit beüetristijcher BeUage.
Wr jüafgespalleu« Petitzeile oder beten Raum 15 M iw Retlaiseuteil die Zelle 35 Psg,
Berantwortl. Redakteur; 0. Schrecker in Haue»
Nr. 2
Fsrnsprechanschlus; Nr. 605.
Mittwoch den 3. Januar
F-rnsprechanschlutz Nr. 605
1906
A 'üliches Aufgebot.
Der Vorschußverein zu Langenselbold, e. G. m. u. H. zu Langenselbold, hat das Aufgebot des Wechsels vom 1. April 1903, ausgestellt von Georg Heinrich Brückmann und acceptiert von Ludwig Landmann über 310 Mark, fällig am 2. Juli 1903, beantragt. Der Inhaber der Urkunde wird ausgefordert, spätestens in dem auf
den 29. Anni 1906, vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht anberaumten Aufgebotstermine seine Rechte anzumelden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserkläning der Urkunde erfolgen wird.
Langenselbold den 19. Dezember 1905.
Königliches. Amtsgericht. 204
LäiMchWtt Urkislimis Ham.
Nächste Versammlung Samstag den 6. Januar 1906, nachmittags 21/» Uhr, im Gasthaus zum goldenen Löwen hier.
Tagesordnung:
1. Geschäftliche Mitteilungen.
2. Bericht der Delegierten über die Sommerversammlung des Vereinsausschusses der Landwirischaftskammer in Frankenberg.
3. Vortrag des Hern: Dr. Hamann aus Darmstadt über (Steigerung der Bodenerträge durch rationelle Siickstoff- dünauna.
4. Saatgulbezug für 1906.
5. Sonstige Mitteilungen.
Die Herren Bürgermeister wollen die vorstehende Bekannt- machnng des landwirtschaftlichen Kreisvereins in den Gemeinden in ortsüblicher Weise bekannt machen.
Hanau den 30. Dezember 1905.
Der Königliche Landrat. v. Beckerath,
Gefundene mib verlorene ©enenftänbe x
Gefunden: 1 weißes Taschentuch (gez. S. K.), 1 Lrauner Kindeihandschuh (rechter), 1 - Brosche mit Opal (Glaube, Liebe, Hoffnung).
Verloren: 1 goldene Vorstecknadel mit Perle und Brillant, 5 Mk. bar, 1 goldner Ring (gez. H. Geitzl mit Türkis und 2 Perlen, 1 rotes Ledcrportemonnaie mit 1,65 M.
Zugelaufen: 1 brauner Dachshund.
Feuilleton.
Theatralisches aus Frankfurt a. M.
Frankfurt a. M., 2. Jan.
Dem „Rhein. K." wird geschrieben:
Die Frankfurter Theaterverhältnisse beginnen recht interessant zu werden: denn seit etlichen Tagen ist eine systematische Hetze gegen den nunmehr seit 27 Jahre hier wirkenden Intendanten Emil Claar in Szene gesetzt worden. Die Regisseure dieser Komödie haben die Karten zwar recht geschickt gemischt, so daß der Fernstehende glauben könnte, im Frankfurter Schauspiel gäbe es irgend etwas zu retten; die Eingeweihten aber lachen ob dèr gesponnenen Intriguen, und'es dürfte an der Zeit sein, den gordischen Knoten zu durchschneiden, damit gewissen Obskuranten in Zukunft die Lust vergeht, sich als Drahtzieher benutzen zu lassen. Die Frankfurter Oper und das Frankfurter Schauspielhaus sind städtische Theater, die von einer Aktiengesellschaft verwaltet werden. Die Stadt stellt die Gebäude und den Fundus und gewährt außerdem eine jährliche Subvention von 260 000 Mark. Die Oper arbeitet mit einem Defizit von etwa 300 000 Mark, das Schauspielhaus dagegen wirft jährlich etwa 50—60 000 Mark Reingewinn ab. Einundzwanzig Jahre hat Emil Claar beide Theater geleitet; mit der Erbauung des neuen Schauspielhauses teilte man die Theaterleitung, indem man dem alten, verdienstvollen Leiter das Schauspielhaus übergab, für die Oper dagegen den Intendanten Paul Jensen engagierte. Vor etlichen Wochen mm hat die Stadtverordneten- Versammlung den Vertrag mit der Theater - Aktien- Gescllschaft von 1907 ab auf weitere 10 Jahre verlängert. Nunmehr trat auch die Frage an die Behörden heran, ob die Verträge mit den beiden Intendanten zu erneuern seien. Der Magistrat, der durch zwei Delegierte in der Theaterverwaltung vertreten ist, schien geneigt, den Opernintendanten auf weitere fünf Jahre zu engagieren, den Schauspiel in-
Entlaufen: 1 großer gelber kurzhaariger Zughund w. Gffchl.
Augeflogen: 1 grauer Täuber mit blauem Kopf.
Hanau den 3. Januar 1906.
Hus Hanau Stadt und Hand.
Kana«, 3. Januar.
* Paketbefiellana. Vom Februar 1906 ab findet bei sämtlichen Postanstalten — abgesehen vom Weih- nachts-, Oster- und Pfingstverkehr und von den durch Eilboten zu bestellenden Paketen — an den Sonntagen und an denjenigen Feiertagen, an welchen der Schalterdienst beschränkt ist, eine Paketbestellung nicht mehr statt. Den Paketempfängern, die ihre Pakete regelmäßig abholen, ist die Abholung an Sonntagen rc. während der Schalterdienststunden unbenommen. Auch solchen Empfängern, die sich die Pakete an Werktagen bestellen lassen, wird die Abholung an den Sonntagen rc. unter Vorbehalt des Widerrufs gestattet. Fällt ein Feiertag auf einen Samstag oder einen Montag, so erfolgt die Pakeibestellung je nach der Bedeutung des Feiertags für den betreffenden Ort an dem Feiertage oder an dem nachfolgenden bezw. voraufgehenden Sonntage.
* Dis Gssami-Synode des Konsistorialbezirks Ca^el tritt am Dienstag den 9. ds., vormittags 11 Uhr, in Cassel zusammen. Vorausgeht ein Gottesdienst in der Hof- und Garnisonkirche. Zum Königs. Bevollmächtigten ist der Kon- fistorialpräsident v. Altenbockum ernannt worden. Vertreter der Diözese Hairau sind die Sperren Superintendent Fritsch- Hanau, Pfarrer Hufnagel-Kesselstadt, Land- gerichtsrai Kehr-Hanan, Rektor Flach - Bockenheim und Pfarrer Gans-Bischofsheim. Landesherrlich berufen sind als Abgeordnete die Sherren Landeshauptmann Frhr. Riedesel zu Eisenbach-Cassel, Ritterschaft!. Obervorsteher v. Baumbach- Cassel, Gymnasiallehrer Prof. Schmitz-Hanau, Pfarrer Kröger-Wabern, Reg.-Rar Frhr. Schenk zu Schweinsberg- Cassel , Studiendirektor D. Klingender - Hofgeismar vom Predigerseminar daselbst.
* Marianiscke Jünstlingskongrsgatisrr. Die heutige Konferenz fällt wegen der Zcntrumsverfammluug in der „Centralhalle" aus.
* Eh^enMbs. Der Vorstand des Landesvereins für Innere Mission hat unter Zustimmung des Kgl. Konsistoriums zu Cassel sich an die Geistlichen des Konsistorialbezirks Cassel gewandt mit der Bitte, in ihren Gemeinden Sammlungen freiwilliger Beiträge einzuleiten, die eine Ehrengabe für die silberne Hochzeit des Kaiserpaares bilden sollen. Diese Ehrengabe ist bestimmt für die beiden ältesten Anstalten der Inneren Mission im Konsistorialbezirk Cassel, die tenbemten dagegen hätte man nicht ungern scheiden sehen. Hierzu war aber der Aufsichtsrat der Tlearer- Gesell Haft nicht zu bewegen, er setzte vielmehr die Verlängerung des Claarsschen Kontraktes bis 1910 durch. Aber man trennte den Schauspielintendanten von seinem langjährigen Mitarbeiter, dem 11 Jahre hier wirkenden Regisseur Wolfgang- Quinke, dem man die Stellung per 1. September 1906 kündigte, um gleichzeitig zu verlangen, daß an die Spitze des Claackschen Bureaus ein Mann zu stellen sei, der dramaturgisch zu wirken verstehe. Daß unter diesen Umständen Claar nicht sonderlich geneigt ist, die Verlängerung des Vertrages anzunehmen, ist so klar, daß es keiner besonderen Begründung bedarf. Gewisse Leute, die sehr gerne die Erbschaft Claars antreten möchten, machten sich nun diesen Umstand zu Nutzen und inszenierten auf der kurz vor Weihnachten stattgehabten Generalversammlung der Theater- Aktiengesellschaft eine kleine Hetze gegen Claar, dem man hierdurch die ganze Sache verekeln wollte. Ein sozialistischer Aktionär, ein Mann, der sehr gern von sich reden macht, zog gewaltig vom Leder und wetterte nicht nur gegen das Personal, sondern auch gegen das Reportoire des Schauspiels, das ihm nicht gepfeffert genug schien. In der Stadtvcrordnetensitzung nahm nun ein sozialistischer Redakteur den Fehdehandschuh wieder auf und wetterte gegen den literarischen Tiefstand des Schauspielhauses, indem er den Leiter desselben für die Unproduktivität unserer Dramatiker verantwortlich zu machen suchte. Auch einige Mitglieder des Schauspielpersonals übernahmen in dem Jntriguenspiel gegen ihren Chef Rollen, indem sie eine anonyme Erklärung veröffentlichten, die wenig geeignet ist, Sympathie im Publikum zu erwecken. Der sozialdemokratische Stadtverordnete war einstens Claars bester Freund: er ließ ihn aber fallen, als Claar sich weigerte, einen Maschinenmeister zu entlassen, der den Theaterarbeitern nicht genehm ist. Auch die beiden Schauspieler, die die genannte Erklärung veröffentlichten, haben Grund, ihrem Chef zu grollen. Die beiden Herren wollen nämlich Regisseure werden. Claar aber erklärte seinem Aufsichtsrat ausdrücklich, daß er kein Mitglied seines Personals als Regisseur akzeptiere, überhaupt mit kr-inem Regisseur arbeite, der' darstellerisch tätig sei. Man fav.it diesen Ent
Rettungshäuser in Hof Raith und in Rengshausen. Zweifellos werden die Herren Geistlichen der Bitte gern entsprechen und die Sammlungen für den genannten Zweck tatkräftig in die Hand nehmen.
* Preisrätsel. Für die besten Lösungen unseres Preisrätsels haben wir folgende Preise ausgesetzt:
1) Ein Globus.
2) Zwei Bände Schiller's Werke.
3) Zwei Bände Göthe's Werke.
4) Ein Kaffee-Service.
5) Drei Bändchen „Klassische Handbibliothek".
6) Ein Schirmständer.
7) Ein Arbeitskorb.
8) Ein Dutzend Weingläser „Römer".
9) „Virtus Romana", Erzählung aus dem altrömischen Leben von Ludwig Gurlitt.
10) Zwei Bände Tonger's Taschen-Album, Band 36 und 37.
11) Deutsche Seebücherei, „Erzählung aus dem Leben des deutschen Volkes zur See", von Professor Dr. I. W. Otto Richter (Otto von Golmen).
12) 100 Visitenkarten.
* Die Spenden für die Weihnachtsbescherung in bet Kinderschule und Kinderkrippe find in diesem Jahre überaus reichlich gestossen. Aber auch nur so war es möglich, den vielen Kleinen eine Weihnachtsfreude bereiten und ihnen den Christbaum anzünden zu können. Für alle Gaben — auch die kleinsten — deshalb herzlichsten Dank.
* StadLihsater. „M adame Bo nivard", der heute zum letzten Male zur Darstellung kommende heitere Schwank fand mit seinen überaus komischen Situationen und seinem köstlichen Humor so starken Beifall, daß die Wiederholung des prächtigen Stückes sich als ganz besonders zugkräftig erweisen dürfte. Die Darstellerin der Tv eirolle Frl. Jaida hat nicht zum wenigsten zu dem großen Erfolg beigetragen, denn sie versteht die „Madame.Bonivard" in so liebenswürdiger Weise mit drolligem Humor wiederzu- gebm, daß sie sich die Sympathie aller gewann. Auch die übrigen Rollen sind so vortrefflich besetzt, daß das Stück eigen außergewöhnlich amüsanten Theater-Abend bietet — Beginn der Vorstellung 7 Uhr.
* Milla Jirsak ^. Das beliebte Mitglied unserer Bühne Frl. Milla I i r s a k ist vorgestern abend in Darmstadt von ihren langen schweren Leiden durch den Tod erlöst worden. Beerdigung Donnerstag den 4. Januar, nachmittags 20» Uhr.
* Städtische Badeanstalt. Im Monat-Dezember 1905 wurden an Bädern abgegeben: Kl. 1: 107, Kl. I: 211, Kl. Üi : 1015, Douchebäder 34, Römisch-Irische Bäder
schluß nur loben, denn daß es im entgegengesetzten Fall zu Reibereien käme, ist mehr wie sicher. Für den Posten eines Regisseurs kommt in erster Linie Dr. Heine, dermalen Regisseur im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, in Frage, in zweiter Linie der Weimarer Regisseui G r u b e, sowie der ehemalige Dramaturg des Casseler Hof- theaters, Axel Delmar. Auch Herr M a x P e t r y, der Gatte von 'Maria Reisenhofer vom Berliner Lessingtheater, wird genannt, sowie seit einigen Tagen der bekannte Münchener Regisseur Savits, der bekanntlich seine Stellung kündigte, weil er unter Hermann Bahr nicht arbeiten will. Auch der Karlsruher Dramaturg Dr. Eugen Kilian soll sich unter den Bewerbern befinden. So liegen die Verhältnisse jetzt in Frankfurt, und man darf gespannt sein, wie die Komödie enden wird.
Skkttrcftc des Urmenschen
Sobald es sich um das Alter und den Ursprung des Menschengeschlechts handelt, gerät die Paläontologie allemal in's Ungewisse; denn die Frage ist ja im Grunde nicht nach der Dauer der Existenz des Menschengeschlechtes gestellt, sowie es für uns heute die höchste Entwicklungsstufe zu verkörpern scheint, sondern nach der Menschwerdung der Materne beziehungsweise nach den Uebergangsformen zwischen Tier und homo sapiens. Forscht man daher nach Menschenspuren vor der großen Eiszeit, also im Tertiär, so hofft man dabei im Süllen, Ueberbleibsel anzutreffen, deren Gestalt von der niederen zur höheren Entwicklungsstufe führt. Spätere Funde haben wenigstens in nichts eine Abstammung von tierischen Urahnen erkennen lassen. Wie es nun mit den tertiären Überresten des Menschengeschlechts steht, lehrt eine Abhandlung von W. v. Branco in den Monatsberichten der Deutschen zoologischen Gesellschaft, in der die angeblich tertiären Skelett- funde znsammmgestcÜt sind. In den Bohuerzen der schwäbischen Alb wurden Zähne geblieben, die man zunächst für Menschcnzähne ansah; doch sah man später bei Funden in