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Sette 6

Moniats

30* Dezember

Born bayerischen Landesverbände des deutschen Flottrnvercins.

München, 29. Dezbr. Die heutige Delegiertenversamm- lung deS Bayerischen Landesverbandes des Deutschen Flotten- oereinS wurde durch den bisherigen ersten Vorsitzenden Oberst­leutnant v. Spies nach einem Hoch auf den Prinzregenten, den Kaiser und den Prinzen Rupprecht eröffnet mit einem Bericht über die bekannten Vorgänge, welche den Prinzen Rupprecht veranlaßten, das Protektorat über den Landes­verband niederzulegen, und bie im Anschluß daran auch den Rücktritt deS gesamten Ausschusses des bayerischen Landes­verbandes zur Folge hatten. Auf den einstimmigen Wunsch der heutigen Versammlung erklärte sich der Ausschuß bereit, die Geschäfte bis zur neuen Delegiertenversammlung des Landesverbandes weiterzuführen, welche nach der in Cassel bevorstehenden Tagung deS Deutschen Flottenvereins in München abgehalten werden soll. An den Prinzen Rupp­recht wurde folgendes Telegramm gesandt: Die Delegierten- oerfammlung deS bayerischen Landesverbandes deS Deutschen Floitenvereins entbietet Euerer Königlichen Hoheit ehr­erbietigsten, tiefsten Dank für die Unterstützung ihrer natio­nalen Bestrebungen. Sie erkennt in dem mannhaften Auf­treten Euerer Königlichen Hoheit eine tatkräftige Hilfe zur Aufrechterhaltung der vom bayerischen Landesverband seit seinem Bestehen vertretenen Grundsätze, welche daS Wohl des tWiennereinS und unseres lieben Vater» ianbeS zum Ziel haben. Vom Prinzen Rupprecht lief folgende Antwort ein: Der Delegiertenversammlung deS bayrischen Landesverbandes deS Deutschen Flottenvereins spreche ich meinen Dank auS für die mir heute zugegangene Kundgebung, bie mich erkennen läßt, baß der bayerische Landesverband unentwegt festhält an den seither von ihm zum Wohle deS Vaterlandes unb der Flottensache vertretenen Grundsätzen Im Laufe einer längeren Diskussion wurde allerseits betont, daß der Rücktritt deS Generals Keim als geschäftSsühreuder Vorsitzender die unerläßliche Bedingung für die dringend gewünschte gedeihliche Weiterarbeit sei. Ver» »inzelte weitergehende Wünsche, daß auch der Fürst zu Salm Dom Vorsitze zurücktreten möge oder daß gleichzeitig mit Keim auch beide Vorsitzende des bayerischen Landesverbandes ihr Amt niederlegen möchten, stießen auf allgemeinen Widerspruch. Oberstleutnant SpieS und ReichSrat Freiherr v. Würtzburg wiesen mit großen: Nachdruck die Anschauung zurück, als ob der Vorstand des bayerischen Landesverbandes von der Zentrums« partei abhängig wäre. In dem ganzen Ausschuss« befinde sich kein Mitglied der Zentrumspartei, die Mehrzahl der Ausschußmitglieder seien Protestanten. Der Ausschuß halte an bem Grundgedanken fest, daß der Flottenverein Ange­hörige aller Parteien umfassen solle, und daß der Verein keine parteipolitischen Zweck« verfolge, daher auch keine Wahl­agitation treiben dürfe. General v. Sauer wandte sich gegen die Behauptung, daß Prinz Rupprecht über die Vorgänge im Flotteuverein falsch oder einseitig informiert sei. Das sei schon durch sein freundschaftliches Verhältnis zum Prinzen Heinrich von Preußen ausgeschlossen. Prinz Rupprecht sei sogar vielfach besser informiert gewesen, als bie Vorstands­mitglieder. Er habe als selbständiger Charakter seine Ent- schlüsse nach ernster Erwägung und längerem Zuwarten ge- W; auch habe es der Zentralleitung nicht an Mahnungen und Warnungen im Voraus gefehlt.

Am Schluffe der Diskussion, welche nahezu vier Stunden dauerte, wurde einstimmig beschlossen, daß der Landesver- band Vertreter zur Tagung des Flottenvereins nach Cassel ichi'cken tolle. Die Vertreter sollen dahin wirken, daß an den Beschlüssen der letzten Tagung be8 Flottenvereins in Köln, wo Friede zwischen der Zentralleitung und bem bayerischen Landesverband geschlossen wurde, festgehalten werde, und daß Keim sein Amt als geschäftssührender Vorsitzender nieder« lege. Nach der Casseler Tagung soll eine neue Delegierten­versammlung beS bayerischen Landesverbandes einberufen werden. AlS Delegierte deS Landesverbandes wurden Reichs« rat Frhr. v. Wuertzburg, Hochschulprofessor Graf du Moulin und Regierungsrat v. Braun gewählt.

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Hus aller Mell.

Ermordung eines Majors.

Asienstein (Ostpr.), 27. Dezbr, Der mysteriöse Tod eines Stabsoffiziers hat hier gestern großes Aufsehen hervor­gerufen. Gestern früh wurde im Schlafzimmer seiner Woh­nung an der Schloßfreiheit der Major beim Stabe des Dra­goner-Regiments Nr. 10, v. Schönebeck, mit einer Schuß­wunde in der Stirn tot aufgefunden. Die Untersuchung hat ergeben, daß ein Selbstmord als ausgeschlossen gelten muß. DaS todbringende Geschoß ist auS einem kleinkalibrigen Re- »olver abgegeben worden, der nicht aufgefunden'werden tonnte. Bisher wurde keine Spur von dem Täter entdeckt. Anscheinend liegt Mord aus Rachsucht vor. DaS Verbrechen hat eine gewisse Ähnlichkeit mit der noch heute unaufge­klärten Ermordung deS Majors v. Krosigk in Gumbinnen. Major v. Schönebeck war der etatsmäßige Stabsoffizier beim 10. Dragoner-Regiment; er war am 1. Oktober 1880 Leut­nant geworden und stand nahe vor der Beförderung zum RegimentSkomman dellr.

Allenstein, 28. Dezbr. Der Tod deS am 26. Dezember früh in seinem Schlafzimmer erschossen vorgefundenen Ma­jors v. Schönebeck vom Dragoner-Regiment Nr. 10 ist nach einet derAllensteiner Zeitung" ^gegangenen amtlichen Mitte!! ung ohne Zweifel durch die Schuld von anderen her- deigeführt worden. Selbstmord sei völlig ausgeschlossen, ^m^ Verhaftung ist bereits erfolgt. Dringend erwünscht und zur Aufklärung des Tatbestandes dienende Angaben an das Kriegsgericht in Allenstein. Wie dieAllenstein. Ztg." ooi! privater Seite weiter erfährt, besteht daß von dem Mia- nLf aus dem Erdgeschoß und einem Stock- L Z« ^?ior schlief allein im Erdgeschoß, seine Familie S%? Dienerschaft dagegen im ersten Stock. Als der W$L £h*^ den Major, der auf bie ^I ^ beabsichtigte wecken wollte, fand er ihn fast ?er Schwelle des C-chlafzimmers aelabemr Wpnrmr LCt ®tirn tot vor. Ein vollkommen war unw^ lag neben der Leiche. Der tödliche Schuß Wabe abneä ^-l5 lnT Ameren Waffe aus nächster letzüna Im m»n°^^ Einschußstelle zeigte eine Brandver- b& bet &^ war ein Fenster geöffnet, durch Merkst betrieben? ° ^ muß. Die Untersuchung wird

Allenstein, 28. Dezbr. Ueber der Ermordung des Majors o. Schoenebeck schwebt immer noch Dunkel. Die Staatsanwaltschaft rind das Kriegsgericht der. dortigen Division sind unablässig bemüht, Klarheit zu schaffen. Eine Verhaftung, die des Hauptmanns v. Goeben vom 73. Ar­tillerie-Regiment, ist bereits erfolgt, doch ist es sehr zweifel­haft ob die Verhaftung wird aufrechterhalten werden können, da, wie verlautet, positive Verdachtsmomente nicht vorliegen. Es heißt, dass die Verhaftung des Hauptmanns hauptsächlich deswegen erfolgt sei, um eine völlige Klärung der angeblich sehr verwickelten Familienverhältnisse herbeizuführen. Dass auf jeden Fall mit der Annahme gerechnet wird, daß nur eine Militärperson als Täter in Frage kommen kann, wird dadurch bestätigt, daß, unterstützt von der Staatsanwalt­schaft, das Kriegsgericht die Untersuchung führt, daS auch für dringend erwünscht erklärt hat, daß ihm alle zur Auf­klärung deS Tatbestandes dienenden Angaben unverzüglich zugehen. Auch sind auf Bitte deß Kriegsministers vom Ber­liner Polizeipräsidium 2 Kriminalkommissare nach Allenstein entsandt und dem die Untersuchung führenden Kriegsgericht zur Verfügung gestellt worden. ES ist weiterhin bemerkens­wert, daß die Familienmitglieder nicht zusammengeblieben sind, sondern sich getrennt haben. Major von Schoenebeck erfreute sich sowohl bei seinen Kameraden wie bei den Dra­gonern allgemeiner Beliebtheit, so daß sein tragisches Ende allgemein bedauert wird. Die Leich« deS Ermordeten ist am Samstag zur Beerdigung freigegeben worden. Heute (Sonntag) nachmittag wird auf dem katholischen Friedhof die Beisetzung stattfinden, der nachmittags um 2 Uhr eine Trauerfeier in der Kapelle deS Garnisonslazaretts voraus» gegangen ist.

Allenstein, 30. Dezember DieAllensteiner Zeitung­schreibt : In der schwebenden Mordangelegenheit von Schöne­beck möchten wir ausdrücklich darauf Hinweisen, daß die mancherlei im Umlauf befindlichen alarmierenden Geriichte und Veröffentlichungen lediglim als Vermutungen und Kom­binationen aufzufassen sind. Wie wir zuverlässig erfahren, stehen erwiesene Tatsachen noch keinesfalls fest, denn die ganz« Angelegenheit befindet sich noch im Stadium der Vor­untersuchung. Aufklärung wird erst die Untersuchung schaffen, die mit allem Eifer betrieben wird, aber noch nicht abge­schlossen ist.

Zur Verhaftung des Wiener Kassen-iebes.

Wien, 27. Dezbr. Die Spur Goldschmidts wurde auf folgende Weise entdeckt: In diesem Jahre hatte Gold- schmidt einer Landsmännin, zu der er Beziehungen unter­hielt, ein Sparkassenbuch mit 4000 Kronen herausgelockt. 21 in Weihnachtsabend wurde dieser Frau eine eigenartige Ueberraschung zuteil: Durch die Post wurde ihr ein Paket zugestellt, worin sie 200 Banknoten mit je 20 Kronen fand. Bei dem Gelde lag ein Zettel mit den Worten:Besten Dank. Sende Dir Deine 4000 Kronen. Dein Leopold." Das Paket war am Sonntag in Cehnitz bei Strakonitz in Böhmen ausgegeben worden. Die Adressatin erkannte die Schriftzüge Goldschmidts und übergab das Geld sofort der Polizei, die das Weitere veranlaßte.

Wien, 27. Dezbr. Der noch in Freising festgehaltene frühere Rechnungsoffizier-Stellvertreter Leopold Goldschmidt, der aus der Kasse des 42. Artillerie-Regiments in Wien 28 000 Kronen raubte, wird bald den österreichischen Behörden übergeben werden, da das Verfahren zwischen Bayern und Oesterreich derart geregelt ist, daß die Auslieferung ohneJnanspruchnahme der diplomatischen Stellen erfolgen kann.

Freising, 27. Dezbr. Von den Irrfahrten des K a s s e n r ü u b e r 8 gibt der Polizeibericht ein anschauliches Bild. Es heißt da: Der seit 8. Oktober vom Wiener Garni­sonsgerichte wegen einerbedeutenden Veruntreuung steckbrief­lich verfolgte 31jährige, aus Wiirnitz, Bezirk Korneuburg, gebürtige Proviant-Offizier-Stelloertreter Leopold Goldschmidt, welcher am 21. Dezember in der Uniform eines Leutnant- Rechn ungsführers die Schlüssel zum Kassenlokale deS Wiener Arsenals herausschmindelte, die Kasse erbrach und außer zwei Einlagebüchern 30000 Kronen in österreichischen Banknoten gestohlen hat, wurde am 26. Dezember, nachmittags gegen 2 Uhr, als er auf einem Motorfahrrade in Freising ankâm, von einem Freisinger Schutzmann verhaftet. Er gab zunächst den NamenKarl Oesner aus Innsbruck" an und besaß auch einen auf diesen Namen vor langer Zeit ausgestellten Heimatschein, doch gab er bald seine Identität mit dem ge­suchten Goldschmidt zu. Außer dem Motorrad und anderem wurden bei ihm noch 21 240 Kronen in österreichischem Papier- gelb und 80 Mark in deutschem Gold gefunden. Nach eigener Angabe hat sich Goldschmidt nach dem Diebstahl auf der Bahn nach Stockerau bei Korneuburg, dann über Znaimnach Iglau in Mähren begeben. Von dort benützte er die Bahn Jglau-Tabor-Razitz, womit er den Anschluß an die Bahn nach Pilseu-Marienbad-Eger usw. erreicht hatte. In Raditz fühlte er sich jedoch verfolgt, verließ daher die Bahn und fuhr mit einem Bauernfuhrwerk nach Wolin, von da mit einem Lohnkutscher nach Winterberg und mit einem Hotel­wagen von dort nach dem böhmischen Grenzort Kuschwarda. Dann nahm er einen Postschlitten und fuhr über Freyung unb Tittling nach Passau, von dort mittels Lohnfuhrwerks nach Vilshofen. In Vilshofen bestieg er wieder die Eisen­bahn und fuhr nach Regensburg und stieg dort in einem HotA ab. Hier glaubte er sich plötzlich entdeckt und floh unter Hinterlassung seines Gepäcks durch ein Fenster. Ec wandte sich dann nach Landshut und fauste ein Motorzwei- rab um 500 Mk. Nachdem sich Goldschmidt mit dem Rade entfeint hatte, kam dem Verkäufer die Sache verdächtig vor. Er verständigte die Polizei in Landshut und diese diejenige von Freising, da der Motorradler die Richtung dorthin ein­geschlagen hatte. Auf diese Weise gelang die Verhaftung.

Ersenbahnunsälte.

Wiesbaden, 28. Dezbr. (Amtlich.) Heute vormittag 11 Uhr 45 Min. fuhr der Personenzug Nr. 306 von Nieder- lahnstein kommend im Gleis 7 des hiesigen HauptbahnhofS auf den Prellbock auf, wodurch die Maschine entgleiste. Vier Reisende wurden leicht verletzt.

Falkenberg, 8. Dezbr. (Amtlich.) Gestern abend um 8 Uhr 45 Minuten überfuhr der Schnellzug Nr. 104 das auf Halt stehende Hauptsignal L Halle-Sagän-Kottbus und Bhr dem bei Signal einfahrenden Güterzuge 8655 in die Flanke. Vom Zug 104 entgleiste die Zuglokomotive, wäh- I renb bie Wagen sämtlich intakt blieben. ' Vom ©üterwae | Kurden bie vier letzten Wagen erfaßt und umgemotfen âwe Hauptgeleise sinb gesperrt, und zwar Geleis Halle- S Ko Ubu^ auf etwa 2 Stunden, Geleis Kot ibus-Halte auf

etwa 6 Stunden. Der Verkehr ist urnqelcitet. Im Schnell­äufe Nr. 104 befand sich in einem besonderen Salonwagen der Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach auf der Reise von Züllichau nach Weimar. Der Wagen fuhr als vor­letzter. Durch Nachfrage wurde ermittelt, bah im Salon­wagen nur einige Flaschen zerbrochen worden sind. Von den übrigen Reisenden sind einige geringfügig verletzt, setzten aber sämtlich die Reise fort.

Leipzig, 28. Dezbr. Der um 8 Uhr 40 Min im Dres­dener Bahnhof von Dresden eintreffende Personenzug Nr. 464, der von 2 Lokomotiven gezogen wurde, überfuhr beim Einlaufen in den Bahnhof den Prellbock, so bah die Füh- rungSlokomotive die Stirnwand des Bahnhofsgebäudes durch­brach und in das Zimmer eines WagenmeisterS eindrang. Personen wurden, wie dieLeipz. Neuesten Nachr.- melden, nicht verletzt. Die Lokomotive, die die Säulenwände zertrüm­merte, ist stark beschädigt.

Gegen das Korsett ver Schulmädchen beim Tnrn^ unterricht hat da» sächsische Kultusministerium einen Er­laß an sämtliche Bezirks-Schulinspektionen SachsenS ergehen lassen. DaS Landesmedizinalkollegium hat in seinem Gut­achten betont, daß daS Korsett schon bei ruhiger Körper­haltung einen schädlichen Einfluß auf die Gesundheit ausübt, dieser sich aber besonders bei Turnübungen geltend macht und zu riesgreifenden Störungen führen kann.

Berstoftete Falschmünzer. Der Kriminalpolizei in Hannover ist es gelungen, die Falschmünzer zu ermitteln, die dort und in der Umgegend in der letzten Zeit falsche Zweimarkstücke in großer Zahl in Umlauf gebracht haben. Als Haupttäter wurde der Schlosser Hampe verhaftet, der bereits wegen Münzverbrechens vorbestraft ist. Bei ihm wurden 29 Falsifikate von Zweimarkstücken gefunden, ebenso wurden in seiner Wohnung Formen, Schmelzttegel und sonstige Gerätschaften zur Falschmünzerei beschlagnahmt.

Schwindelmanöver eines WeinonkelS. Wie rin Berliner Weinonkel in der Provinz haust, erfährt man au» den Schilderungen eine» sächsischen Blattes. Der Wein- reisende fährt schneidig im Automobil vor den Schankwirt- schäften vor und weiß den Wirt bald zu bereden, einen kleinen Posten Wein billig in Kommission abzunehmen. Der Be­stellschein, der über zehn Flaschen Malaga, Shery oder Wer­mut lautet, hat noch eine Unterlage, und so kommt el, daß der Besteller einen zweiten Bestellschein unterschreibt, der ihm erhebliche Kopfschmerzen macht. Durch die Unterschrift bei zweiten Bestellscheins nimmt er einen großen Posten Wein in feste Rechnung. Statt eines Betrages von 50 Mark, Wie er annahm, hat er dann meist den zehnfachen Betrag zu zahlen. Auf diesen alten Schwindel, der vor Jahren in Berlin selbst vielfach mit Erfolg durchgeführt wurde, sind zahlreiche Witte hineingefallen, die sich nun zusammenge» gefunden haben, um den Berliner Weinreisenden und der Berliner Firma, die die erheblichen Beträge «inklagt, den Prozeß zu machen.

Ein hunvertjährigev Akrobat, Der ästest« lebend» Akrobat dürfte wohl Henry Johnson sein, der wir mil London berichtet wird, kürzlich seinen 101. Geburtstag ge­feiert hat. Er ist körperlich und geistig noch sehr rüstig, lebt jedoch in sehr bedrängten Verhältnissen. Johnson war al- ganz junger Meusch Mitglied deS damals bedmtendstea englischen Zirkus Sanger, mit dem er auch nach Peking ging.

Mit dem chinesischen Ringer Mullaba gab er im Bücking« haM'Palace häufig Vorstellungen vor Wilhelm IV., der ihn stets sehr reich beschentte und ihm die damals noch äußerst seltene Vergünstigung einräumte, im ganzen englischen Reich« Vorstellungen geben zu bürfen, wo immer er wolle. Auch in späteren Jahren trat er häufig am Hofe in Sandttngham auf, wo er vor bei Königin Viktoria und dem jetzigen Koni- Eduard zahlreiche Vorstellungen gab.

Keiche Arme. Die Botenfrau von Schonstädt bei Prien in Bayern, die seit vielen Jahren täglich bie Boten­gänge von dort nach Wasserburg besorgte, ist dieser Tage ist ihrer Behausung gestorben ; ein Schlaganfall hatte ihrem Leben ein Ende bereitet. Die Verstorbene galt von jeher all recht arm und erhielt deshalb vielfach öffentliche Unter­stützungen. Um so größer war die Ueberraschung, all jetzt bei Durchsuchung ihrer Hinterlassenschaft in einem Weihbrunw kessel 2000 Mark in neuen Zwcmzigmarkstllcken und in einem irdenen Tongefäße weitere 10000 Mark in Wertpapiere aufgefunden wurden. Eine Barsumme von über 16000 Mark fand sich im Besitz der 67jährigen Arbeiterin Emiliß Orlowski, geb. Grzybowski, die sich vor einiger Zeit beim Polizeipräsidium in Posen als obdachlos meldete. Dieser bedeutende Geldbesitz erscheint um so verdächttger, all er vost Lohnersparnissen von Dienstherrschaften herrühren soll, di« die Orlowski aber nicht namhaft machen kann. Außerdem will der Ehemann der Verdächtigen keine Kenntnis von der Summe haben, obwohl er 87 Jahre mit ihr zusammengelebt hat. Die Untersuchung dürfte daS weitere ergeben.

Fingiertes Eisenbahnattentat. Dor dem Schöffen­gericht in Köpenick wurde vorgestern da- fingierte Eisenbahn- attentat bet Carlshorst verhandelt. Der Hilfsweichensteller Richard Gelling hatte angegeben, daß er beim Abgang der Strecke in der Nähe von CarlShorst von zwei Männem Über­fällen worden sei. Im Laufe der Untersuchung gestand Gelling ein, daß er den Ueberfall fingiert habe, um sich dadurch in ein günstiges Licht bei der 'Eisenbahnverwaltung zu stellen. DaS Schöffengericht verurteUte ihn wegen groben Unfugs zu 2 Wochen Gefängnis.

Für Errichittna eines AnSsichtstnrtnes auf dM Bnchberge bei LangenselSol- gingen ein

Von einem Buchbergfreunb auS Berlin 5. Mk.

Voriger Betrag . 2075.00

Zusammen bis jetzt 2080.00 Mk. ^ Weitere Spenden nimmt gerne entgegen die Redaktion desHanauer Anzeigers".

Sehen Sie, das ist das ganze Geheimnis: klug Vorbeugen! Das hilft in allen Lebenslagen, das hilf !<fej vor allem auch in Tragen der Gesundheit. Wer aber in der ^ rauhen Jahreszeit gegen Erkältungen Vorbeugen will, der ^"w* wird nie enttäuscht werden, wenn er Fays echte Sodener h'aEl Mineral-Pastellen gebraucht. Ist aber eine Erkältung aus- m®t4 gebrochen, dann soll man schleunigst FayS echte Sodener ~^Z1 gebrauchen. Man kauft sie für 85 Mennig die Schachtel in ^ jeder Apotheke, Drogen- und Mineralwasserbandlungen, i®] weise jedoch jede Nachahmung mit oder ohne Gcschm»^'pvatz ÈSSa ganz entschieden zurück. 2»917q