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WetgtißusdruL unb Virlag der Buchdruckers des »arix. A Vaijachauj«- ia H«â

General-AnzeèMk

ANllilhes Grgilil für Statt« u»d FMKreis Sana».

ErjcheKrt täglich mtt Lu-mchme der denn* und Feiertage, mit belletristischer BeUa-r»

rüuüÄmgSgers,,,

Die fünf gespaltene Witzle ebn Deren Raum « M Mr StelameiiteU bi« Zelle 35 Pfz.

e*ant*«ti. «ebaitewt < Schreck«, in Hamm.

Nr. 301 F«r»spr«cha»schl»tz Nr. 605.

Amtliches.

Eandkreis Ranau.

Btklliiiiimchiliistii des KSiiizliltzeii Ls»driitS«ts.

Unter Bezugnahme auf meine Verfügung vom 6. März 1907, V 1525, erinnere ich die Herren Bürgermeister und GutSvorstcher daran, daß die Ermittelungsblätter über die im Jahre 1907 vorgekommenen Hagelwetter rc. am 81. d. M. -uSgefüllt und unterschrieben zurückzusenden sind.

Auch wenn Hagelwetter nicht vorgekommen find, sind mir die Formulare unterschriftlich vollzogen zurückzusenden. Hanau den 24. Dezember 1907.

Der Königliche Landrat.

V1525 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Stadtkreis Hanau.

Städtisches Wannen» nnd Brausebad.

Vangertstratze 2 (Eingang: Große Dechaneistraße).

Geöffnet für Männer:

Montag, Mittwoch, Donner-tag und Samstag von 8—12 Uhr vormittag» und 2—8 Uhr nachmittag«.

Sonntag von 8—12 Uhr vormittag-.

Geöffnet für Kranen:

Dienstag und Freitag von 8—12 Uhr vormittag- und 2—8 Uhr nachmittag-.

Preise der Bäder:

Brausebad mit Wäsche 10 Pfg.,

Wannenbad mit Wäsche 25 Pfg., Wannenbad ohne Wäsche 20 Pfg.

Hanau den 26. September 1907.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschu -. 20661

Städtische Sparkasse.

Vom 1. Januar 1908 ab wird die tägliche Ber» zinsttng für Spareinlagen eingeführt, und zwar in der Weise, daß jede Einlage vom Tage nach der Einzahlung und jede Rückzahlung bis einschließlich dem Tage vor Erhebung verzinst wird.

Hanau den 8. Dezember 1907.

__Der Vorstand.__«6177

lonHorrtnt'Mljr -er Mank.

Für Einlagen ^/i®/» Zinsen, bei Ausleihungen 6°/o Zinsen. 26358

Feuilleton.

Kinderfest und Kinderbuch.

Lon Dr. Fra«, Lichtenberg.

(Nachdruck verboten.)

Wenn die reizenden Unruhen det heiligen Abend- vor­über sind, und unS btt feiertägliche Stille der Festes mild umfängt, dann gibt es nichts Schönere- als zu beobachten, wie das junge Volk mit heißen Wangen und großen Augen sich in ferne neuen Bücherschätze vertieft. Nicht- Schönere- und nicht- Rührenderes; denn was die junge Welt da in sich aufnimmt, daS sind ja dieselben Märchen und Taten, Sagen und Bilder, die vor jenen 40 und 50 Jahren wir zu unserem Besitze gemacht hatten. So wiederholt sich die Welt, und ewig zirkuliert ein frische- junges Blut. WaS aber bei uns längst auf den Untergrund de- Bewußtsein- niederge­sunken ist, daS ist bei den Kindern noch unmittelbares, frischestes, tief aufwühlende- Erlebnis; und auS dem süßen Seime, dem diese Bienlein jetzt auS den Bücherblumen saugen, sollen fit einst, reifer geworden, nützliches Wachs und lieb­lichen Honig bereiten. Darum ist und bleibt das Kinderbuch ein Erzieher neben allen Erziehern; und wie eS Menschen gibt die der Natur mehr verdanken, als irgend welcher Er­ziehung so gibt eS auch solche, für deren Leben Eindrücke, die sie aus Bücher^ empfangen haben, geradezu entscheidend geworden sind. Darum habet des Kinderbuches acht, ihr Erzieher! , , . . .. .

Es ist jetzt ungefähr 15 Jahre her, daß oie moderne künstlerische Bewegung ihr Augenmerk auf das Kinderbuch gerichtet hat. Damals lag unsere Kinderliteratur gar sehr im Liegen. Zwar hatten wir gute alte Schätze, wie die Ar­beiten von Ludwig Richter, von Otto Speckter und von Ro­bert Remick; aber diese waren nicht in Mode, nicht fein genug, und was in Mode war, das war ein gedankenloses, iüderliches und geschmackloses Zeug. Währenddessen hatte nun in EnMid dss Nârm IivderbuÄ da- Licht der

Freitag den 27. Dezember

Polizei-Verordnung.

Auf Grund der 88 5 und 6 der Allerhöchsten Verordnung über die Polizeiverwaltung in den neu erworbenen Landes­teilen vom 20. September 1867 sowie des § 143 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 wird folgende Polizei-Verordnung für den Bereich der Ge­meinde Dörnigheim erlassen:

8 1.

Verstöße gegen die Ordnung betreffend die Regelung des Feuerlöschwesens vom 20. Dezember 1907 in der Land­gemeinde Dörnigheim werden mit einer Geldstrafe bis zu 9 Mark oder entsprechender Haft bestraft.

8 2.

Diese Polizeiverordnung tritt mit dem Tage ihrer Ver­öffentlichung in Kraft.

Dörnigheim, 20. Dezember 1907.

Die Ortspolizeibehörde.

Lapp. 27337

Gefundene und verlorene Gegenstände rc.

Gefunden: 1 schwarze» Damen-Portemonnaie mit Inhalt, 2 silberne Teelöffel, 1 Paar schwarze Glacehand­schuhe, 1 schwarze und 1 weiße Halsbinde, 1 gelbes Damen- Portemonnaie mit 24 Pfg. Inhalt. Im Laden Marktplatz 2 bei Sternau liegen geblieben: 1 Paar weiße Handschuhe, 1 Paar Filzschuhe, 1 Brotbeutel und 1 Schirm ; Empfang­nahme daselbst.

Verloren: 1 Portemonnaie mit etwas über 20 Mk.

Zugeflogen: 1 Kanarienvogel,

Zugel aufen: 1 brauner Rehpinscher.

Politische Rundschau.

Der Bundesrat hat die verbündeten Regierungen er­sucht, den Radfahrverkehr in ihren Gebieten vom Beginn de- nächsten Jahre- ab nach den von ihm aufgestellten Grundzügen zu regeln. Die Grundzüge sind im Reichs­und Staatsanzeiger veröffentlicht worden. Nach ihnen fällt der Nummerzwang künftig überall weg. Die bisherigen Radfahrkarten gelten noch bis 1. Januar 1910, sofern st« nicht für eint kürzere Zeit ausgestellt sind. Radfahrer, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt außerhalb des Deutschen Reiches haben, müssen mit einem anderweitigen genügenden Ausweis versehen sein. Wettfahrten und ihre Veranstaltung auf öffentlichen Wegen und Plätzen sind verboten. OrtS- polizeilich kann der Verkehr mit Fahrrädern auf bestimmten Wegen, Plätzen, Brücken usw. beschränkt beim, ebenso ver-

Welt erblickt und sehr schnell eine bewundernswerte Höhe erreicht. Sie wird wohl durch Walter Tranes Schöpfungen bezeichnet, der auf diesem Gebiete doch das Beste seiner Kunst gegeben hat und dessen Kinderbücher einen ganz seltenen dekorativen Reiz, eine ungemeine Anmut der Phantast« be­sitzen, während sie zugleich der Kinderwelt den ganzen Aristo- kratismuS der englischen Kultur gleichsam in einem Auszuge für die Jugend an die Hand geben und zum Lebenselemente machen. Mit solchen Erzeugnissen verglichen, war unsers Kinderliteratur damals geradezu kläglich. Und so begann denn ein großer Gerichtstag über sie; Alterkanntes, wie der gute Struwelpeter, wurde vom pädagogischen und künst­lerischen Standpunkt hart verurteilt, und den Künstlern wie den Verlegern wurde im Kinderbuche eine neue Aufgabe gestellt.

Ich mache kein Hehl daraus, daß ich mich damals herz­lich an diesen Bestrebungen beteiligt habe. Der Mißstand war ja offensichtlich — eine Wendung mußte eintreten. Und dann ist eS eben überhaupt das Geschick unserer Kulturge­wesen, daß unS die einfache Erkenntnis lange verloren ging daß jedes Gewerbe und jeder Beruf im Grunde eine Ku st, sei und sein müsse. Go geschah es denn und mußte es ge­schehen, daß die Kunst ihre Scheinwerferpflicht sozusagen auf ein Gebiet nach dem anderen warf. So kam auch das Kinderbuch an die Reihe. Heut aber ist nun darüber so viel Zeit hingegangen und es sind so viel Erfahrungen gemacht worden, daß man einmal einen kritischen Ueberblick wagen und ein Ergebnis der Entwickelung ziehen darf.

Da will ich denn mit einigen Erfahrungen beginnen, die ich selbst durch Beobachtung an zahlreichen Kindern gemacht habe. Diese Erfahrungen haben mich zunächst dahin geführt, das Verdammungsurteil über den alten Struwelpeter einer gründlichen Revision zu unterziehen. Man hatte den Mora- iismus seines Inhaltes getadelt, allem dabei übersehen, daß der an den Kindern abläüst, wie Wasser. Um die Moral an den Struwelpetergeschichten kümmern sie sich gar nicht; wenn diese brennend interessieren, so liegt es einfach daran, daß ihr Inhalt dem natürlichsten Lebenskreise früher Kindheit entspricht. Alle diese Gefahren, Verbote, gewagten Unter- Mmtmgen nnd bedenklichen Folgen: das bildet ja «inen so

ft-ernfprechanschlust Nr. 605. 1907

boten werden wie auf den Radfahrwegen der Fußgänge verkehr.

Zur Präsentation für das Herrenhaus an Stelle des verstorbenen Fideikommißbesitzers Georg von ReinerS wurde Rittergutsbesitzer Heinrich von Salisch auf Postel gewählt.

Die Mädchenschulreform. Die „Köln. Ztg.* meldet auS Berlin: Es ist durchaus unzutreffend, daß bii Mädchenschulreform-Vorlage neuerdings im Kultusministerium auf Schwierigkeiten gestoßen ist. Der Gesetzentwurf wird vielmehr, wie wir aus bester Quelle mitteilen können, in kürzester Frist zur Vorlage an das Abgeordnetenhaus fertig- gestellt sein und dann der Oeffentlichkeit zugängig gemacht werden.

Antimilitariffische Hetzerei. Wie zielbewußt die sozialdemokratische antimilitaristische Agitation arbeitet, zeigt sich bei jeder Gelegenheit. Das Weihnachtsfest wird vor allem dazu benutzt, vor Geschenken zu warnen, di« irgendwie Vorliebe für Militär oder gar Patriotismus wecken könnten. Vorbildlich dafür, wie die sozialdemokratische Presse in dieser Beziehung agitiert, ist folgende „Warnung* der „Nordhäuser Volksztg.": „Zuletzt noch an alle Eltern die dringende Auf­forderung: Kauft keine Säbel, Flinten, Uniformen! Bedenkt man, daß die Eindrücke in der Jugend sich am tiefsten ein­prägen und oft fürs spätere Leben nachhaltig wirken, so ist die Warnung nur zu berechtigt. Fort au» dem Hause mit dem närrischen Plunder! — Früh genug falle« Söhne des Volkes dem Moloch zum Opfer, früh genug müssen sie ihm ihre schönsten Jugendjahre, ihre Gesundheit und ost ihr Leben opfern. Früh genug kommen sie in die urtlitärisch« Dressuranstalt, wo sie auf den „inneren Feind* abgerichtet werden, um im gegebenen Moment auf Vater und Mutter zu schießen! Darum noch einmal: Fort au- dem Haufe mit dem bunten närrischen Plunder!* — Danach scheinen auch viele sozialdemokratisch gesinnte Eltern durchaus nicht bei Uniformkoller mancher Führer zu teilen. Alle, die selbst tüchtige Soldaten gewesen find, werben auch über ein solche» Gekeife über den Militarismus nur mitleidig die Achsel zucken können. Aber diese Art, den Kindern schon im eindruck», fähigsten Alter alles Patriotische und Militärische verhaßt mch lächerlich zu machen, ist bestimmt, den Boden vorzubereittitz auf dem dann später dir antimilitaristische Propaganda um so leichter Wurzeln fassen soll. Dieser systematischen Jugend- vergiftung kann gar nicht genug Aufmerksamkeit gmvidvwt werden.

Zum polnischen Boykott der deutsche» Laird* wirte schreibt ein nationaler Landwirt in der Provinz Posen: ES war eine naive Drohung, die „Antwort* der Polen auf die Enteignungsvorlage im Abgeordnetenhaus«.

großen Teil der Sphäre eine» kleinen Kinde», daß e» mit größtem Interesse die Spiegelung diese- Kreise- kennen lernt. Und nnn die Bilder! Man hatte sie all Karrikaturen ge­tadelt. DaS Kind aber hat fast niemal» Sinn für die starrt» tatur, sondern es hat nur Sinn für das Charakteristisch^ Vergegenwärttge man sich stets vor allem: da- sttnb hat bis in die JünglingSjahre hinein einen wahren Heißhunger nach Kenntnissen. Es will unausgesetzt seinen GrfahrungSkrei» erweitern, eS lechzte nach Mitteilung, eS will Wirklichkett und Tatsachen und wieder Wirklichkeit und Tatsachen. Da» Karrikaturelement in den Hofmannschen Bildern, die scharfe Charakteristik der Wirklichkeit, die sich barin birgt, fesselt es. Also macht« ich zunächst in diesem Punkte die Erfahruna, daß die Ideen, von denen wir ausgegangen waren, nicht so ganz stichhaltig seien.

Und dies wurde nun weiter durch jene Erfahrungen be­stätigt, die ich mit gewissen modernen Bilderbüchern machen mußte. Ganz allgemein gesprochen ist ja die Entwickelung der künstlerischen deutschen Ktnderliteratur in den letzten 15 Jahren als ein großes Verdienst und eine wirkliche Freude anzusehen. Es ist wirklich Viele- besser geworden; und hätte diese Literatur auch nur einen Künstler wie Kreidolf und Verleger wie Schafstein und Nister aufzuweisen, so hätte sie der Ruhmestitel schon genug. Aber freilich — ex poft ist ja gut klug sein, und so können wir heut unS wohl fragen: kann eigentlich unsere Zeit sehr viel Beruf zum Kinderbuche haben? Wird sie genug der Stille, der Unschuld, der Naive­tät, der dreisten Frische, des innigen NalurstnneS. der unbe­kümmerten Bildnerkunst besitzen, um den Aufgaben deS Kinderbuches zu genügen?

Es herrschte eine große Freude, all bekannt wurde, daß kein geringerer, als Richard Dehmel, ein Kinderbuch ge­schrieben habe. Man erwartete viel von diesem „Fitzebutz«" : dem Werks eines echten Dichters, der über so zarte und innige Töne verfügte! Meine Erfahrungen über den Fitzebutze, die mit denen zahlreicher Eltern und Pädagogen übereinstimmen, gehen nun dahin, daß dies Werk als Kinderbuch verfehlt ist. Schon die Anknüpfung an den fremdartigen Vitzliputzl scheint wenig glücklich. Aber sei es drum — hätten die Gedicht? des Buches nur einen massiven IMIN Nach JßM Miöi