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VezugSpreiSt
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UotaÜvnUruck und Bering Wr Buchdruckerei der verein «9» Watseahaust» in Hamm.
General-Anzeiger
Aintlilhts Organ für Stohl« und Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage
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Die tüvfzespaltem P«tcheij« ota beten Raum 2» Pfz. im SMlamenteö dir Aal« 35 yfz.
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$f. 299 Fernsprechanfchlntz Nr. 605
Montag den 23. Dezember
Fernfprechanschlutz Nr. 605. 1907
Amtliches.
Stadtkreis Fjanau.
Die Müllabfuhr wird in den Bezirken, in welchen sie am 1. bezw. 2. Weihnachtsfelertage planmäßig zu erfolgen hätte, am 24. bezw. 27. d. M. von 2 Uhr nachmittags ab stattfinden.
Hanau den 20. Dezember 1907.
Königliche Polizei-Direktion.
P 11869 v. Beckerath.
Bekanntmachung.
Der Entwurf zu einem Nachtragsstatut der städtischen Sparkasse liegt in Gemäßheit des § 18 Absatz 2 der Städte-Ordnung für die Provinz Hessen-Nassau im hiesigen Rathause, auf dem Stadtsekretariat zur öffentlichen Kenntnis aus.
Einwendungen gegen daS Nachtragsstatut find innerhalb der nächsten zwei Wochen vom Tag« dieser Bekanntmachung
Bekanntmachung.
Unbekannte männliche Leiche.
Am 10. d. M. ist hier in einer Gärtnerhütte, am Bischofsweg ein unbekannter, anscheinend dem Arbeiterstande angehörender Mann erhängt aufgefunden worden, dessen Personalien noch nicht bekannt sind.
Photographie steht zur Verfügung.
Beschreibung: Ungefähr 50 Jahre alt, 1,70 Meter groß, graumeliertes, kurzgeschnittenes Haar, graumelierter Schnurrbart, hohe Stirn, graumelierte Augenbrauen.
Kleidung: dunkler Sackrok, Hose und Weste, braunwollene Unterjacke, blaukarrierteS Hemd, weiße Unterhose, bräunliche Strümpfe, Zugstiefel, braune Mütze.
Nachforschungen zu IV L K 1978.
Frankfurt a. M. den 21. Dezember 1907.
Der Polizei-Präsident.
an zu erheben.
Hanau den 18. Dezember 1907.
Der Magistrat Hild.
Bekanntmachung
Arbeitsuchend* in der Zeit vom Dezember 1907 :
14.
29215
bi» 20.
1 Arbeiter, 1 Dienstmädchen, 1 Fahrvurfche, 1 Hansbursche, 1 Tagelöhner.
Hanau den 21. Dezember 1907.
Städtische ArbeitsvermittelttttgSstelle. 27219
In das Handelsregister Abt. A ist unter Nr. 58 die Finna Simon Münz — offene Hangelsgesellschaft — Hüttengrsäß eingetragen worden:
Gesellschafter find:
1. Kaufmann Samuel Münz zu Hüttengesüß, L. Kaufmann Sally Münz daselbst.
Die Gesellschaft hat am 1. August 1907 begonnen. Zur Vertretung der Gesellschaft ist jeder der beiden Gesellschafter für sich allein ermächtigt.
Langenselbold den 21. November 1907,
Königttch-S Amtsgericht.
Feuilleton
27225
Politische Rundschau.
DaS Leben im Deutschen Verein zu Kairo, der zurzeit über 180 Mitglieder zählt, ist in diesem Winter besonder« rege. An verschiedenen Abenden der Woche, besonder« am Bibliothekabend, findet sich eine große Anzahl der dortigen Deutschen und Reisenden im geräumigen grünen VereinSgarten zusammen, und fast in jedem Monat wird ein großes gemeinschaftliches Fest oder ein allgemeiner Bierabend abgehalten. Das diesjährige Weihnachfsfest wird gleichzeitig ein EmpfangSfest für die Offiziere und Kadetten de« Schulschiffs Stein sein. Auch in den andern deutschen Vereinen, dem Sportverein und Männergelangverein Liederkranz, der kürzlich mit Erfolg einen Münchener Abend veranstaltete, herrscht reges Leben. Man kann mit Freude und Stolz bat Zusammenleben der deutschen Kolonie in Kairo beobachten.
Zur Schächtsrage. Der LandwirtschaftSminister und der Mtdizinalminister haben in einer gemeinsamen Verfügung an den Regierungspräsidenten in Wiesbaden daS Blut geschachteter Rinder, sowie sonstiger Tiere al« untauglich zum Genusse für Menschen bezeichnet. Bet der Ausführung deS Schächtfchnitte«, so heißt es in dem Erlaß, wird regelmäßig die Halsportion des Schlundes durchschnitten. Hierdurch entleert sich der augenblickliche Inhalt der Schlunde« und weiter der Inhalt des Magen« aus der Schnitlöffung und mengt sich dem Blute bei, da« au« den gleichfalls durchschnittenen Blutgefäßen abfließt. DaS Blut wird hierdurch verunreinigt. Die Anwendung der sogenannten Schlundzange ist kein ausreichendes Mittel, um bte Verunreinigung zu verhilten, da durch sie der Austritt des im Augenblick des Schächten« im Schlunde vorhandenen Inhalts nicht verhindert werden kann.
Hus aller Mett.
Der Knabe mit dem Regenschirm. Es ist nicht jedermanns Sache, über eint neue Briefmarke ein kunstgerechte« Urteil abzugeben, aber unverfälschter Bauernwitz trifft doch manchmal den Nagel auf den Kopf oder doch nicht weit daneben. Bekommt da vor ein paar Tagen der Stäffä Chrigu im Lochgraben zu Zürich von seinem Sohne Rüdi, der seit acht Tagen Melker im Wältsche ist, eine Ansichtskarte mit der neuen Fünfer-Marke. Der Chrigu freut sich auf die Nachricht seines Jüngsten, sein Blick fällt auf die neue grüne Fünfer-Marke mit dem Knaben Tell, der unter dem entspannten Bogen der Armbrust steht. „So, isch da« jetz die neui Marke," meint Chrigu erstaunt, „wer isch dä de Bueb mit däm Rägedach
Gefälschte Klaffenlotterielose. Einem Telegramm au» Wien zufolge wurde in Podgorze bei Krakau ein Druckereibesitzer und dessen Sohn wegen Maffendruck« von Losen der preußischen Klassenlotterie verhaftet.
Hinrichtung eine- Elefanten. Ein zwanzigjähriger Prachtelefant namens Punch, Eigentum eine« Tierbudenbe- sttzer« in Agen, wurde wegm eines Angriff« auf seinen Kornak und Zertrümmerung eine« Hause« zum Tode verm- teilt. 12 Soldaten und 10 Gendarmen vollstreckten da« Urteil an dem angekelteten Tier, da« erst fiel, al« die aufgebotene Truppenmacht eine Anzahl Salven abgefeuert hatte.
Gin Weibliche- PolizeikorpS soll gegenwärtig nach einem schon in New-Mork bestehenden weiblichen Musierkorp« auch in Christiani« organisiert werden. Seine Ha^p^ufgabe wird dem Schutze und der Beaufsichtigung vont Ländern und Jugendlichen gelten.
Die geheimnisvolle Höhle. Ein Versteck wurde dieser Tage gelegentlich einer Jagd tief im Waldesdunkel ör- Klosewitz aufgefunden. Anfänglich glaubte man, daß die wohnlich eingerichtete Höhle einem Spitzbuben alt Schlupfwinkel oder einem Naturmenschen als Aufenthaltsort diene. Jetzt ist da» Rätsel gelöst worden. Mehrere 14jährige Schul- knaben au» Jena, die im Studium der Jndianerltteratur etwa» Tüchtige« leisteten und eine gute Phantasie besitze«, haben sich den „Wigwam" zurechtgebaut und ihn dazu benutzt, nach Schluß de» Schulunterricht» die „Friedenspfeife" kreisen zn lassen. Nun ist ihnen daS Vergnügen dadurch entzogen worden, daß man die dicht um die Höhle stehende- Fichten gefällt hat.
Unbekanntes von Beethoven. In W i e n kam eine größere Gruppe von bisher unbekannten Briefen des großen Tonkünstlers Beethoven und ein 47 Quartseiten umfassende« Manuskript (daS Konzept einer Denkschrift) Beethovens zum Vorschein. Auf da» Vorhandensein dieser Denkschrift wiesen zahlreiche Stellen in bereit« bekannten Briefen Beethoven- hin, doch hatte man bisher sonst keine Spur von ihnen ent-
Hanauer Stadtthcatn.
Hana«, 28. Dezbr.
„Eine Vorstellung für Kinder" bildete gestern nachmittag für unseren Musentempel das Losungswort. „Prinz Adolar und das Tausendschönchen", Weihnachtsmärchen mit Gesang und Tanz in 6 Bildern von Amélie Nikisch und Ilse Friedländer, Musik von Amölie Nikisch, wurde erstmalig zur Aufführung gebracht und eroberte sich im Fluge die Herzen der kleinen und — großen Besucher. „Wenn Ihr nicht werdet wie die Kindlein" — es gilt auch vom Himmelreich der Kunst, da» gar vielen verschlossen bleibt. Die duftigste Blüte dieser Kunst ist daS Märchen, von dem das Kind so gerne träumt, namentlich beim Herannahen des Weihnachtsfestes. Der Lichterglanz des Tannenbaumes weitet die Kinderseele, die Phantasie dürstet in gesteigerter Empfänglichkeit nach dem Wunderbaren. So ist es in diesen Tagen eine der dankbarsten Aufgaben der Schauspielkunst, für das Kind zu wirken. Unsere rührige Theaterdirektion hat in diesem Bestreben, in der Erfüllung dieser Aufgabe einen glücklichen Griff mit der Einstudierung und Aufführung der Märchen-Novität „Prinz Adolar und das Tausendschönchen" gemacht. Das Verweilen im Theaterraum bildete eine Lust, auch für die Erwachsenen, die durch die Freude, den Jubel und die glänzenden Augen des kleinen Publikums erfrischt wurden. Der große Apparat des anspruchsvollen Märchens funktionierte tadellos, die Ausstattung, welche offensichtlich eine hohe Summe verschlungen hat, war eine verführerisch blendende, eine bis zum kleinsten Gegenstände sorgfältige und umsichtige, sodaß auch nach dieser Richtung unumwundene Anerkennung zu zollen ist. Mit liebevoller Hingabe widmete sich auch die Darstellung der
Verkörperung der Märchengestalten. Frl. Horsten stellte ein entzückendes „Tausendschönchen" dar. Spiel und Auf- faffung waren einwandfrei. Ihrem Partner Herrn Werner Bernhardy als „Prinz Adolar" muß gleichfalls Anerkennung gespendet werden, denn er legte hübsche« Empfinden für Märchenpoeste an den Tag. Den Vogelsteller Hokuspokus stellte Herr Walther Krack in prächtiger Weise auf die Bretter, auch die übrigen Darsteller fügten stch ausgezeichnet in den Rahmen des Märchens. Urgelungen waren namentlich Herr Anton P r ö l s als Fürst und Herr Commer als Masseur Kneterich. Wesentlich zum Gelingen der hübschen Aufführung trug die Mitwirkung einer großen Schar Kinder bei. In dem 3. Bilde wurde ein Kinderreigen aufgeführt, der den kleinen Mitwirkenden, wie auch der Lehrmeisterin derselben, Frau Söhnlein alle Ehre machte. Das letzte Bild, das Weihnachtsfest, wirkte durch seine berückende Ausstattung in überwältigender Weise. Die von der Firma Bracker (Salzstraße) für diesen Zweck zur Verfügung gestellte „Wunderlampe" funktionierte ausgezeichnet. Am Dirigcnteupnlte wirkte mit Umsicht Herr Kapellmeister Andermann, der die zart umranfenbe Musik zur schönsten Geltung zu bringen wußte.
Zweifelsohne ist das Märchen berufen, den Schauspielplan unserer Bühne auf längere Zeit zu beherrschen, zur Freude der Kinderivelt und zur Erbauung der Erwachsenen, die sich in unserem nervösen aufregenden Zeitalter nicht ungern versenken in den Schein von Dingen jenseits der Wirklichkeit.
Frankfurter Theater
Oper
aus. Montag, 23. Dezbr. Geschlossen. Dienstag, 24. Dezbr. Geschlossen. — Mittmoei. . t br., nachm. halb 4 Uhr. Vorstellung bei en.^ " -c. en. Zum ersten Male. „Schön-Edelrot." Außer Kumm Abend« 7 Ubr. -Tannbäuler." Außer Abonn. Große
Preise. — Donnerstag. 28. Dezbr., nachm. halb 4 U^ Vorstellung bet ermäßigten Preisen. „Schön-Edelrot." Außer Abonn. Abend« 7 Uhr. „Carmen." Im Abony. Große Preise. — Freitag. 27. Dezbr., nachm halb 4 Uhr. Vorstellung bei ermäßigten Preisen. „Schön- Edelrol." Außer Abonn. Abends halb 8 Uhr. „Die lustige Witwe." Außer Abonn. Gewöhnl. Preise. — Samstag, 28. Dezbr., nachm. halb 4 Uhr. Vorstellung bei ermaß. Preisen. „Schön-Edelrot." Außer Abonn. Abend« 7 Uhr. „Fidelio." Im Abonn. Große Preise. — Sonntag, 29. Dezbr., nachm. halb 4 Uhr. Vorstellung bei ermäßigten Preisen. „Schön-Edelrot." Außer Abonn. Abend« 7 Uhr. „Figaro« Hochzeit." Im Abonn. Große Preise. — Montag, 80. Dezbr., nachm. halb 4 Uhr. Vorstellung bei ermäß. Preisen. „Schön-Edelrot." Außer Abonn. Abends halb 8 Uhr. Vorstellung bei kleinen Preisen. „Der Trompeter von Säkkingen." Außer Abonn.
Schauspielhaus. Montag, 23. Dezbr., abend» 7 Uhr. „Ein Fallissement." Im Abonn. Gewöhnl. Preise. — Dienstag, 24. Dezbr. Geschlossen. — Mittwoch, 25. Dezbr., nachm. halb 4 Uhr. Vorstellung bei ermäß. Preisen. „Die Rabensteinerin." Außer Abonn. Abends 7 Uhr. „Ein Fallissement." Im Abonn. Gewöhnl. Preise. — Donnerstag. 26. Dezbr., nachm. halb 4 Uhr. Vorstellung bei ermaß. Preisen. „Vater und Sohn." Außer Abonn. Abends 7 Uhr. „Anna Karenina." Außer Abonn. Gewöhnl. Preise. — Freitag, 27. Dezbr., abends 7 Uhr. „Anna Karènina." Im Abonn. Gew. Preise. — Samstag, 28. Dezbr., abend« 7 Uhr. Vorstellung bei kleinen Preisen. „Othello." Im Abonn. — Sonntag, 29. Dezbr., nachm. halb 4 Uhr. Vor- stellung bei ermäßigten Preisen. „Der Dieb." Außer Abonn. Abends 7 Uhr. „Don Carlos." Im Abonn. Gewöhnl. Preise. — Montag, 30. Dezbr., abends 7 Uhr. „Anna Karenina." Im Abonn. Gewöhnliche Preise.