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Bette W

haben und was bann folgte. Zeugin: Als wir auS der Villa herauskamen, gingen wir die Stasftlftrape vor. Es steigt ein wenig. Da fiel es mir auf, daß von der Bank an der linken Seite der Villa Melchior eine Herrengestalt lang­sam daberkam, und dann bogen wir in die Kaiser Wilhelm- traye ein. Beim ersten Tore sagte meine Mutter, sie höre Schritte hinter sich. DaS beunruhige sie. Ach beruhigte die Mutter aber. Ach habe auch die Schritte gehört, habe mich aber nicht umgeschaut, denn wir haben unS sehr gut unter­halten. Dann habe ich eine Weile die Schritte nicht mehr geljort, inzwischen waren wir bis zu denLindenstaffeln" gekommen. Ach fragte, ob wir uns den Weg nicht abkürzen sollten, indem wir sie hinuntergingen. Mama sagte aber nein, es ist dort zu dunkel. Vors.: Sahen Sie sich bei dieser Gelegenheit um ? Zeugin: Nein. Aber von diesem Moment ab verdoppelten sich die Schritte hinter uns und kamen auf uns zu. Vors.: Haben dir Schritte so ge­klungen, als ob sie auf dem Trottoir waren? Zeugin: Ja, und sie kamen rasch näher. Vors.: Sie haben die Mutmaßung gehabt, daß der hinter Ahnen Herkommende Sie überholen wollte? Zeugin: Ja, und in dem Augenblick fiel plötzlich ein Schuß, ganz dicht hinter unS, und dann brach Mama zusammen. Sie lehnte sich einen Moment aw das Geländer. Dors.: Haben Sie sich nun nicht umgedreht? Zeugin: Nein, ich habe mich meiner Mama angenommen und sofort um Hilfe geschrieen. Vors.: Hat Ihre Mutter noch Lebenszeichen von sich ge­geben? Zeugin: Nein, gar keine. Dorf: Als der Schuß fiel, mußten Sie nach allen Umständen doch annrbmen, daß er aus nächster Nähe abgegeben fei? Zeugin: Ja, es ist sehr nahe gewesen. Vors.: Haben Sie die Stelle in Er­innerung, wo Ihre Mutter zusammenbrach? Zeugin: Ja, bei den Lindenstaffeln steht eine Laterne, weiter vorn noch eine zweite. Zwischen beiden, etwa in der Mitte, wo eS am dunkelsten war, geschah die Tat. Dorsi: Halten Sie eS für möglich, daß der Schuß au« der Nische der Villa Nagel gefallen sein könnte, wie der Angeklagte meint? Zeugin: Nein. Vors.: Sie können aus eigener Wahrneh­mung nicht sagen, ob dort jemand gewesen ist? Zeugin: Nein. Vors.: Können Sie nach Ihrer Kenntnis der Oert- lichkeit uns sagen, ob e» möglich ist, daß der Schuß auch »on dort gefallen sein kann? Zeugin: Nein, nein, baS ist ausgeschlossen. Der Schuß fiel, ich stützte die Mama, schrie um Hilfe und schaute mich dann erst um. Da sah ich eine große Gestalt zu meiner Linken die Lindenstaffeln hinunter- eilen. Vors.: Hatte der Mann einen Mantel an? Zeugin: Z«. Bors.: Wie war eS mit dem Mantel? Zeugin: Er war aufgeschlagen. Dors.: Hatte der Mann einen Hut auf 1 Zeugin: DaS weiß ich nicht. Der Mantel flatterte, all der Mann um die Ecke bog. Dors.: Wenn Sie jetzt zurückdenken und sich Ihren Schwager vor Augen halten, würde dann jener Mann der Größe und dem Aussehen nach mit Ihrem Schwager identisch sein? Zeugin: Da« kann ich nicht bestimmt sagen, weil der Augenblick, wo ich ihn sah, zu kurz war. Dors.: Ist Ihnen auf der ganzen Streik, die Sie von der Dilla Engelhorn gingen, niemals ein Mann aufgefallen, der wie der Angeklagte v. Lindenau auSsah? Zeugin: Nein. Ich habe ihn zum ersten Male in Mannheim bei der Gegenüberstellung gesehen. Dors.: Hat er sich seitdem sehr verändert? Zeugin: Ja, der Dart ist ihm rastert. Angekl.: Ich habe sonst nie einen Vollbart getragen. Die Zeugin Olga Molitor beteuert dann noch­mals, daß fie auf dem ganzen Wege keinen Menschen gesehen habe, der dem Angeklagten ähnelte. Sie habe nur zwei üegante Herren in der Kaiser Wilhelmstraße bemerkt, die sich in eifriger Unterhaltung befanden und ferner die Freifrau ». Reitzenstein getroffen und begrüßt. Dors.: Wer hat zum ersten Mal einen Verdacht gegen Hau geäußert? Zeugin: Dm Verdacht sprach zuerst der Kriminalkommissar aus, indem er feststellte, welche Familienmitglieder da seien und man hierbei auf da« plötzliche Äufiauchen Hau's in Baden-Baden verwies. Wir hatten ursprünglich keinen Verdacht. Als ich aber später erfuhr, daß Hau von London zurückgekehrt war, sich in Frankfurt a. M. einen falschen Bart und falsche« Haar beschafft hatte und am Mordtage in Verkleidung von Frankfurt nach Baden-Baden gekommen sei, da wurde eS auch mir zur Gewißheit. R.-A. v. Pannwitz: In dem einen Brief ist au-gedrückt, daß Hau der heimlich

und Cigarren, sodaß wir uns noch lange an diesen Gaben erfrischen und erlustigen konnten.

Wie H scheint, hat da« deutsche Element in der Land­schaft um Adelaide mehr oder weniger da« Uebergewicht. Man kann weit in da« Innere des Landes einbringen, um keine andere Sprache reden zu hören, als bie deutsche. Don den Ureinwohnern, den Australiern, trifft man nur noch selten einen in den Städten hier an. Sie haben sich meist weit in den Busch zurückgezogen, wo sie ein höchst armseliges Leben führen, was sie freilich nicht nötig hätten, wenn sie ihren unbesiegbaren Widerwillen, mit dem sie europäische Bildung zurückweisen, fehlen lassen wollten.

Zum Schluß seien denn noch die Mitteilungen eines Adelaider Kaufmanns angefügt, die in kurzen Strichen ein Bild über die KolonieSüd-Australien" barbietet.Von der Natur" berichtete der Herr,ist unsere County (Gegend) nicht so sehr begünstigt, da sie weniger Regen bat und da­her der PflanzenwuchS, die Vegetation, sehr beschränkt wird. Besonders fehlt eS uns an Wild. Aber trotzdem besitzt der Süden den entwickeltsten Landbau, sodaß er die Kornkammer des Festlandes geworden ist und die benachbarten Kolonien hauptsächlich mit Weizen versorgt. Auch wird der Weinbau mit dem besten Erfolg betrieben. Aber die Hauptquelle unserrs Wohlstandes ist und bleibt die Schafzucht, die sich immer mehr noch ausbreitet und uns ausWollfäden" Goldfäden" zaubert. In unsern sehr ergiebigen Kupfer- gruben arbeiten vornehmlich Verglente vom Harz, die hier reichlich ihr Auskommen haben. Aber dieses alles wird erst zur vollen Blüte gelangen, wenn einmal unsere railwaytrain «Eisenbahnen) den Osteu durchqueren und die Ueberlandbahn die Spencerbucht mit Port Darwin verbindet."

(Schluß folgt.)

Geliebte des Fräulein Olga Molilor gewesen sei. Vors.: Wie verhält sich das ? Die Zeugin führt nun des längeren aus, daß sie niemals in einem intimen Verhältnis ober auch nur näheren Freundschafisverhältnis tu Hau gestanden habe. Bors. : Hatten Sie vielleicht eine Neigung zu Hau, der Sie einmal Ausdruck verliehen haben, sodaß andere an ein Verhältnis zwischen Ahnen denken konnten? Z'ugin: Nein. Dorf.: Hat er sich Ihnen gegenüber auffällig be­nommen ? Zeugin: Nein, vor sieben Jahren habe ich ihm einmal Interesse entgegeugebracht. Als ich aber horte, daß er meine Schwester zu heiraten beabsichtigte, war das Interesse sofort vollständig erloschen. Es ist aber auch ba= mals weder zu einseitigen noch zu gegenseitigen Erklärungen gekommen. Dr. v. Pannwitz: Ich möchte noch festgestellt wissen, ob auch nur die geringste Zärtlichkeit, ein Kuß ober ein Händedruck zwischen den Beiden vorgekommen ist. Zeugin: Niemals. Der Verkehr ist ein rein formeller ge­wesen. Vors.: Sind auch in Paris keine ©ertrauhchfeiten vorgekommen? Zeugin: Nein. Dors.: War Abre Schwester eifersüchtig auf Sie? Zeugin: Ich glaube nicht. Sie sagte allerdings oft spaßhafterweise, das darfst Du Dir nicht anziehen und jene« nickt, wenn mein Mann kommt. Du darfst auch nicht gescheit sprechen. Dors.: E- scheint aber doch, daß Ihre Schwester in Paris etwas anderes be­fürchtet ober gemutmaßt hat, denn sie soll es gewesen sein, die Ihre Mutter veranlaßt hat, Sie zurückzuholen. Es soll dort zu offenen Eifersuchtsszenen gekommen sein. Zengin: DaS kann ich nicht sagen. Bors. : Haben Sie nach Ihrem Dafürhalten Ihrer Schwester Grund zur Eifersucht gegeben? Zeugin: Nein. Vors.: Haben Sie auch nichts von Seiten Hau'S bemerkt? Zeugin: Nein. Vorst: Duz­ten Sie sich mit ihm? Zeugin: Wir haben ihn immer Mister Hau" genannt. Bors. : Hat Hau Ihre Schwester vielleicht dadurch eifersüchtig gemacht, daß er ihr unter vier Augen etwas vorgemacht hat? Zeugin: DaS ist mög­lich. R.-A. v. Pannwitz: Hat Hau mit feinen Erfolgen bei anderen Frauen renommiert ? Zeugin: Ja, auch all er schon verheiratet war und zwar nicht in spaßhafter Weise, sondern ganz im Ernst. R.-A. v. Pannwitz: Weshalb fuhren Sie nach Paris mit ? Zeugin: Auf Veranlassung meiner Schwester Lina, sie sagte, eS wäre doch furchtbar gemütlich, ich möchte doch mitkommen. R.-A. v. Pannwitz: Hatten Sie schon in Pari« Verdacht, daß Hau Ihre Frau Mutter um bringen wollte ? Zeugin: DaS nicht. Erst später fiel mir einmal auf, daß Hau mit Mama allein speisen wollte, während ich mit meiner Frau ebenfalls allein speisen sollte.

R.-A. Dr. Oppenheimer: Hat Ihre Schwester nicht ein­mal im Scherz gesagt, daß Sie ihr ihren Mann fortge­schnappt hätten? Zeugin: Nein. Dr. Oppenheimer: Oder haben Sie einmal zu Ihrer Schwester geäußert, daß sie Ihnen den Mann fortgeschnappt babe? Zeugin: Nein. Dr. Oppenheimer: Sind Sie einmal mit Hau abends allein gewesen? Zeugin: niemals. R.-A. von Pannwitz: Ist el richtig, daß Hau seine Frau ohne tatsäch­liche Unterlage eifersüchtig gemacht hat? Zeugin: Ja, er hat einmal gesagt: die Olga könnte ich haben! Meine Schwester erzählte mir das wieder, all Hau sich bereits in Untersuchungshaft befand. Hau bat diese Aeußerung meiner Schwester gegenüber in Paris getan. Damit war die Vernehmung dieser Zeugin bcenbet. Die folgende Zeugin Freifrau v. Reitzenstein (Baden-Baden) erklärt auf Befragen, daß sie sich darauf beschränken könne, ihre Aussagen im Haupro ttffe über ihre Beobachtungen am Mordtage zu wieder­holen. Sie sei zunächst den Damen Molitor begegnet, habe diese begrüßt und sei bann, im Begriff, in ein Haus rinju« treten, darauf aufmerksam geworden, daß den beiden Damen ein Mann folgte, von dessen Aeußerem sie jedoch nur noch eine nebelhafte Vorstellung habe und in Bezug darauf sie nicht anzugeben vermöge, ob er etwa mit dem Angeklagten v. Lindenau identisch sei.

ES trat bann um 8 Uhr die Mittagspause ein.

In der NachmittagSsitzung, zu der der Andrang wieder außerordentlich stark war, wurde in der Zeugenvernehmung fortgefahren. Zeuge Oberamtsrichter Meyer (Baden-Baden) hat den Angeklagten am 25. September besucht. Lindenau sei kein unangenehmer Querulant gewesen. Einmal habe er zu Lindenau gesagt, er sei privatim davon überzeugt, daß er am 6. November nicht in Baden-Baden gewesen sei. Lindenau habe nicht« Bestimmte« darauf erwidert. Als der Zeuge ihn fragte, wie er in seinem Alter noch zu einem Rendez - vous gehen könne, habe er erwidert: Ja, da verstehen die Juristen nichts davon. (Große Heiterkeit.) Don feiner Frau habe er sich scheiden lassen wollen, weil sie ihn nur einmal im Ge­fängnis besucht habe. Die Briefe an Olga Molitor habe er im Weindusel geschrieben, da habe er bessere Stimmung und besseren Stil. Der Zeuge glaubt, daß Sinbenau wohl ein Geständnis abgelegt hätte, daß er am 6. November nicht in Baden-Baden war, wenn man ihm eine geringere Strafe in Aussicht gestellt hätte. Die Verteidiger verwahren sich ener­gisch dagegen, als ob sie ihn durch eine strenge Strafe ge­schreckt hätten. N.-A. Oppenheimer erklärt, daß er dem Angeklagten gesagt habe, sein Geständnis schade seiner Sache nichts. Immer habe aber Lindenau erklärt, er habe nichts zu gestehen, was er gesagt habe, entspreche der Wahrheit. Zeuge Amtsrichter Junker (Mannheim) bekundet, daß sich Lindenau häufig in Widersprüche verwickelt habe, besonders in den Angaben, wann er Fräulein Olga Molitor zum ersten­mal gesehen habe. Als der Zeuge ihm einmal sagte, es werde wohl alles gelogen sein, und er habe sie wohl gar nicht gesehen, habe er heftig erwidert: Ich bitte Sie, freilich habe ich sie gesehen, sonst wäre ich nicht so begeistert ge­wesen. (Heiterkeit.)

Zeuge Polizeikommissar Dittrich (Mannbeim) hat Lindenau verhaftet. Er traf ihn zunächst m seiner Wohnung nicht an. Später sagte Lindenau, er sei in Heidelberg gewesen, um den neugierigen Fragen der Redakteirre auszuweichen. Abends sei Lindenau dann auf dem Bahnhöfe verhaftet wordeu. Er gab später zu, nicht in Heidelberg, sondern in Baden-Baden

gewesenU sein. R.-A. Dr. Pannwitz: Wa4 taten Sie in Baden-Baden? Angeklagter: Ich stehe dort mit einer besseren Dame in Geschäftsverbindung, weil in Baden-Baden sehr gute HeiratZsachcu zu machen sind.

Polizeikommissar Behnnger hat Lindenau am 10. August an Ort und Stelle vernommen, er hat auch Nachforschungen eingestellt, ob Fräulein Molitor einen Revolver mit ft& führte. Die Ermittelungen hatten aber ein negatives Er­gebnis gehabt. Lindenau habe sich bald in große Wider­sprüche verwickelt.

Polizeikommissar Marx gibt ebenfalls an, daß Lindenau sehr unsichere Aussagen machte.

Frl. Luise Molitor, die Schwester von Olga Moliior. Malerin in München. Sie hat sofort, al« sie auf die Kuâ- von der Ermordung ihrer Mutter nach Baden-Baden kam. gehört, daß Hau der Täter sei. Dors.: Ist Ihnen jemals der Gedanke gekommen, daß Ihre Schwester Olga die Täterin sein könne? Zeugin: Nein, durchaus nicht.

Auf da« Zeugnis des Oberleutnants Bachelin wird ver­zichtet.

Der Vorsitzende fragt den Angeklagten über seinen Aufent­halt in Nizw. Dieser erwidert, dort habe <3 ihm sehr gut gefallen (Heiterkeit), auch seiner Gesundheit wegen. Als Sprachlehrer habe er als Pseudonym den Namen feiner Mutter : von Angern angenommen und sich d'Angern ge­nannt. Er sagt dann weiter aus, in Punkto seiner Ebre sei er sehr kritisch. Er sei kein Chevalier -'Industrie, wie Frl. Molitor sage. Vors.: DaS sagt Frl. Molitor gar nicht.

Darauf wird der Untersuchungsrichter Berni vernommen. Er bekundet, daß der An klagte sehr verschiedenartige Angaben gemacht. Der Angeklagte habe die Sache all Bagatelle be­handelt, er gab an, alsalter Geck" gehandelt zu haben. (Der Angeklagte ruft dazwischen:Go, ich danke schön Heiterkeit). Einmal wollte er auch seiner Frau einen Mann verschaffen. (Angeklagter: Wer l Ich! Ich glaubt bei Ihnen rappelte! Herr OberamtSrichter, wat denken Sie denn i DaS gehört ja in dieFliegende Blätter"! Heiterkeit).

Ein Architekt aus Konstanz, der für den Angeklagten im Jahre 1898 ein HauS gebaut hat, ist mit ihm später in Differenzen geraten. Als er den Betrag einklagte, erhielt er von dem Angeklagten einen anonymen SchmLhbrief. Lindenau wurde in der ersten Instanz zu 1000 Mark Geldstrafe ver­urteilt ; in der zweiten Instanz nahm er die Beleidigung zurück und zahlte 100 Mark Buße. Der Zeuge ließ den Angeklagten den Offenbarungseid leisten und mußte auch hierfür die Kosten übernehmen. (Der Angeklagte ruft: Dat war recht! Heiterkeit). Der Zeuge sagt weiter aul, daß Lindenau in Karlsruhe keinen guten Ruf besessen habe. Ein Schutzmann habe ihm erzählt, daß er lüge und versucht habe, vor 18 Jahren seine Frau nach Paris zu verkaufen. (D« Angeklagte springt dabei auf und ruft: DaS ist ja Unsinn.*)

Die weitere Zeugenvernehmung bot nicht» ;c* Bedeutung Ein Zeuge aus Mannheim bekundete noch# laß ». Lindenau ihm gegenüber noch im nötigen Jahre Heirat-gedanken ga» äußert habe. Gin anderer Zeuge erklärte, daß bei ihm zu Hause in Baden-Baden sowohl vor wie während bei Hau-Prozesses allgemein die Meinung verbreitet gewesen fei, daß niemand ander« als Hau oder Frl. Olga Molitor die Tat begangen habe. Dors.: Ich glaube, da« ist in der ganzen Welt so gewesen. Auf die Vernehmung der Frar- de« Angeklagten wurde allseitig verzichtet, worauf um 10 Uhr abend« der Vorsitzende die weitere Verhandlung ant Freitag früh vertagte.

Hus aller Welt.

Ztt der ErprefsimgSaffâre Wölffl, über die wie bereits wiederholt berichtet haben, wird gemeldet, daß die Voruntersuchung gegen da« Wölffliche Ehepaar in München nunmehr beendet ist. ES ist nur ein Verfahren gegen den ehemaligen Teewirt Wölffl und dessen Ehefrau wegen Er­pressung an einem Münchener Rechtsanwalt Bürgel an­hängig. von dem WLlffl nach und nach 80,000 Mk. in Schuldscheinen erhalten haben will, die zum größten Teil dem Gericht vorgelegt werden. Die weitaus höhere, auf eine Dienelmillion geschätzte Summe will Wölffl gleichfalls von dem sehr vermögenden Rechtsanwalt in Wechsln, aber zur Weitergabe an andere Personen bezogen haben. Dölfft und feine Frau bestreiten jede erpresserische Absicht. Für dir beiden geben bei der Gefängnisverwaltung fortgesetzt Geld­geschenke ein, damit sie sich selbst beköstigen können.

Selbstmord eines Kadetten in einer Mädchen» schnle. Wie auS Petersburg berichtet wird, verschaffte sich dieser Tage ein etwa 16jähriger Kadett Eingang in ein Pensionat und erbat eine Unterredung mit einer der Schüle­rinnen. Diese sollte ihm gewährt werden, und die Vor­steherin ließ baS junge Mädchen inS Empfangszimmer rufen. AlS es jedoch hörte, wer sie zu sprechen verlangte, weigerte sie sich, zu der Unterredung zu kommen. Von der Antwon der Schülerin unterrichtet, zog der Kadett blitzschnell einen Revolver hervor und erschoß sich vor den Augen der Dame. Ueber die Motive des Selbstmordes ist man völlig im un­klaren, da der junge Mann in Petersburg fremb ist und die Schü'erin jede Auskunft verweigert.

Betricbseinstellung. DaS Erzbergwerk Selbeck mir 400 Arbeitern legt den Betrieb am 1. Januar still »eaeu Detriebsschwierigkeiten.

Selbstmord. Der k. u. k. Hauptmayn Otto Graf Dl-ttler, 66 Jahre alt, erschoß sich in Laibach wegen miß- glücfier Spekulationen.

Am Bett verbrannt ist in der sächsischen Ortschaft ventg ein lOMnger Knabe. Er hatte mit seinem Bruder eine brennende Lampe ans Bett gestellt und bis tief in die Nacht hinein gelesen. Dabei schliefen die Buben ein. Durch einen unvorsichtigen Ruck fiel die Lampe um und das Bet» geriet in Flammerr. Der eine Junge kam im Feuer um der andere hat lebensgefährliche Brandwunden davon»?- tragen.