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Sette S

Mittwoch

infolge der Raubzüge brr Benabers völlig imterbrodiem Eine Karawane von indischen Handwerkern, die unter militärischer Begleitung auf Befehl des Muliars Abdel Aziz nach Rabat tzufgebrochen war, musste nach Rez zurückkeku en.

So^aldemokraLische WärheiLstteSe. Eine ge­hörige Abfuhr wurde in einer Stadiverordnrtcnsitzung in Mühlhausen i. Th. den sozialdemokratischen Stadtverordneten vom Oberbürgermeister zuteil. Der sozialdemokratische Stadt­verordnete Dönnicke batte Zirkulare in der Stadt verbreiten lassen, in denen es heißt, bass über 200 Wähler der dritten Wählerklaffe aus der Gemeindewählerliste gestrichen worben seien, weil sie angeblich nach der Ansicht des Oberbürger­meistersnicht richtig" gewählt haben sollen. Als Dönnicke den Vorwurf in einer der letzten Siadtverordnetensitzung wiederholte, forderte der Oberbürgermeister ihn auf, ihm sein Material zur Prüfung zur Verfügung zu stellen. Die als willkommene Agitation angeseheneWahlrechtsberaubung" sah allerdings anbei6 aus. Der Oberbürgermeister teilte nämlich mit, daß D. nicht 200 Personen auf seiner Lifte habe, die aus der Wählerliste geffri^m worden seien, sondern nur 81 (!). Von diesen 31 Personen sind 6 überhaupt nickt ge­strichen, 3 sind verzogen, 15 kamen durch eine große Minder­zahl um eine oder zwei ©teuerftufen herunter und 7 harten ein Einkommen unter 900 Mark, waren also nicht wahl­berechtigt. Für eine solche Entstellung der Tatsachen, meinte der Oberbürgermeister, finde er keine Worte und überlasse das Urteil darüber der Oeffemlichkeit. Schallende Heiterkeit erregte darauf ein verlesener Artikel des sozialdemokratischen Volksblattes, in dem mit hochtönenden Phrasen behauptet wird, die sozialdemokratischen Stadtverordneten müßten die andern Mitglieder des Kollegiums erst über ihre Pflichten belehren. Co gehen dieGenossen" mit der Wahrheit um I Ihnen ist eben jedes Mittel reckt, auch offenbare Lüge, wenn es nur zur Verhetzung der Massen dient.

Die Aremderrsestiore. Die Interessen Frankreichs und die französische Waffenehre werden zurzeit in Casablanca durch Soldaten deutscher Herkunft wahrgenommen; denn eS ist fast ausschließlich die Fremdenlegion, welche dort ihre Tätigkeit entfaltet hat, und diese setzt sich fast ausschließlich aus Deutschen zusammen, die nach Afrika kommen und dort an Leib und Seele zu Grunde geben. Unbegreiflicherweise finden sich, so schreibt dieKyffh. Korr.", im gegenwärtigen Augenblick deutsche Federn, welche die ganze Einrichtung der Fremdenlegion weißzubrennen und durch unrichtige Angaben die Anwerbung dafür zu begünstigen suchen. Gerade wir Deutschen haben da- wichtigste Interesse daran, daß die heil­losen Zustände in der Fremdenlegion in immer weiteren Kreisen bekannt werden. Es ist geradezu gewissenlos, die Behauptung aufzustellen, Mißhandlungen der Fremden­legionäre seien ausgeschloffen. Im Gegenteil, sie sind an der Tagesordnung und tragen vielfach einen scheußlichen Charakter, während die Offiziere gleichgültig zuschauen. Die vielge­rühmte Staatspension nach 15 Jahren ist nur eine verlockende Vorspiegelung; wenigen gelingt es, angesichts der unerträg­lichen Strapazen und häufigen Krankheiten so lange auszuhalten. Noch windiger ist eS mit der Aussicht, Sergeant, Feldwebel oder gar Offizier zu werden. Für einen Deutschen ist das letztere, wie die Tatsachen lehren, vollständig i ausgeschlossen. Wenn gesagt wird,Frankreich sei stolz auf seine Fremdenlegion und insbesondere auf den Heldenmut der deutschen Legionäre", so ist das schon für jeden wirklich national empfindenden Franzosen eine eigene Sache, wenn er sich sagen muß:Für unsere nationale Ehre müssen sich Soidaten deutscher Herkunft die Schädel einschlaaen lassen." Jeder Deutsche aber wird mit dem bekannten Schriftsteller Fritz Ohle, der daS Elend der Fremdenlegionäre in herz­zerreißender Weise geschildert hat, ausrufen müssen:Die Fremdenlegion ist ein Schandfleck für das ganze heutige Mensckengeschlecht." Deutschland verliert jährlich viertausend junge Männer an die Fremdenlegion, in der grauenhafte Laster und Krankheiten herrschen, welche die sittliche und körperliche Verderbnis der größten Anzahl der in sie Ge­ratenen bedeutet. Die Akten der Metzer Kriegsgerichte, so bemerkt hierzu auS eigener Erfahrung dieMetzer Zeitung", liefern hierfür ein überreiche- Material. Wer den Jammer und das Elend kennt, das über viele deutsche Familien durch die Fremdenlegion gebracht wird, wer btt Namen der jungen Legionäre liest, die fern von der Heimat einen frühen Tod gefunden haben, wer je die schaurigen Schilderungen derer mit eigenen Ohren gehört hat, denen es gelang, sich nach Ueberwindung unbeschreiblicher Schwierigkeiten und Hinder­nisse in Sicherheit zu bringen, der wird eS nicht begreifen, daß eS in Deutschland noch jemand wagen kann, der Fremdenlegion in irgend einer Form daS Wort zu reden.

Das deutsche Museum.

Berlin, 17. Dezbr. In der Aula der Technischen Hoch­schule zu ®b<ir!Ottenburg fand in Anwesenheit deS Kaiser- eine Festsitzung des Ausschusses deS Deutschen Musel,ms in München statt. Der Vorsitzende Prinz Ludwig von Bayern begrüßte den Kaiser. Er sagte, man sei stolz darauf, daß diese bedeutsame nationale Anstalt gerade in München ihren Sitz habe. Sodann berichteten der Vorsitzende deS Dor- standSraleS Dr. Ing. Ehrensberger, sowie die Vorstandsmit- Lieder Baurat v. Miller und Geh. Hosrat v. Dyck über die Fortschritte und die finanzielle Vage des Museums. Miller bcuW Industrie zu reger Beteiligung auf, was namhafter Zuwendungen hervorrief.

°on suchen v. Borscht stiftete namenS bie T Ehrendenlmal zum Andenken an b ten b«^ ^ den Kaiser. Schließlich verkün- Sr?Er ®taaigfetretar v. Betbmann-Hollweg und der meffbe^ bCK Innern v. Brettreich Auszeichnungen, oeâhen h5ben ^ ^regent anläßlich des Festes » ?* Beim Staatssekretär deS Innern $Snb^ ^nb im Anschluß an die Sitzung des i 75 @eSn des Deutschen Museums eine Frübstückstaset «taatÄm^ statt, woran Prinz Ludwig von Bayern, ® «Emunster v. Brettreüh, b^ bavriicks Gesandte in Berlin

Graf v. Lerchenseid, die Staatssekretäre von Stengel und und von Tirpitz, sowie der Vorstand und Borstandsrat deß Deutschen Museums tellnahmen. Betbmann-Hollweg sprach dem Prinzen Ludwig D<mk für sein Erscheinen auS, für die Förderung, die er dem Deutschen Museum habe von Anfang an zu teil werden lassen. Der Prinz sei damit dem Beispiel seines Ahnherrn König Ludwig I. von Bayern gefolgt, dem München, Bayern und daS Deutsche Reich die herrlichen Sammelstätten die Pinakotheken und Glyptothek verdanke. Vom Deutschen Museum, das eine außerordentliche Entwick­lung genommen, werden sich Ströme der Erkenntnis. be­fruchtend ins Land ergießen. Die Reicksverwaltung bringe dieser nationalen Anstalt, die sich der Mitarbeit einer immer wachsenden Zahl hervorragender Männer auS allen Teilen des Reiches erfreut, das lebendigste Interesse entgegen. Sein Hoch gelte dem erlauchten Protektor des Museums, dem Prinzen Vubroig von Bayern. Der Prinz dankte für die Morre und sprach feine Freude aus, daß bie nationale, ganz Deutschland zum Nutzen gereichende Anstalt in München be­stehe. wodurch der NeickSgedankeEiner für Alle, Alle für Einen" zitm Ausdruck komme.

Berlin, 17. Dezbr. Der Reichskanzler hatte an­läßlich der Jahresversammlung des Deutschen Museums zum Abend an etwa 430 Einladungen ergehen lassen. Die Gäste wurden von dem Fürsten Bülow, der die Gönner Husaren-Uniform trug, sowie von der Fürstin will­kommen geheißen. Außer dem Ehrenpräsidenten, dem baye­rischen Staatsminister v. Brettreich, StaatSminilter v. Beth­mann-Hollweg, Graf Zeppelin, Professor Koch und den Herren deS Vorstandes, die am Mittag zu der kaiserlichen Tafel hin- zugezogen waren, bemerkte man unter anderen die Minister und Staatssekretäre v. Schön, v. Tirpitz, v. Moltke, Delbrück, v. Nieberding, o. Einem. Krätke. Frhr. v. Stengel, Freiherr v. Rheinbaben, Holle, Breitenbach und Dernburg; ferner zahlreiche Vertreter der Wissenschaft und Kunst und der Hoch­finanz. Um halb 9 Uhr erschienen der Kaiser in Marine­uniform, Prinz Ludwig von Bayern und der Kron­prinz und nahmen im grossen Saale gegenüber dem Red­nerpult Platz, worauf Professor Linde seinen Vortrag über die Schätze der Atmosphäre hielt, der von der Ver­sammlung mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurde. Der Kaiser unterhielt sich nach dem Vortrage kurz mit dem Ad­miral D. Tirpitz. Es folgte sodann ein Souper, zu welchem Prinz Ludwig die Fürstin Bülow führte und an dem 24 Personen teilnahmen. Die übrigen Gäste nahmen die Er- frischungen an Buffets ein. Später hielt der Kaiser Cercle. Der Kaiser gedenkt später am Abend nach dem Neuen Pa­laiS zurUckzukehren.

Zur Nottcnvcrcins-Krisis.

(Unber. Nachdr. verboten.)

S. n. H. Berlin, 18. Dezember.

Das Präsidium des Deutschen FlottenvereinS tritt heute Mittwoch nachmittags 4 Uhr zu einer Sitzung zusammen. In der Geschäftsstelle ist, wie dieDeutsche Journalpost''' erfährt, ein authentischer Bericht über den Aus­bruch und Verlauf der Krisis zusammengestellt worden. Die Geschäftsstelle unterbreitet dem Präsidium den Vorschlag: Die außerordentliche Hauptversammlung zur Entscheidung über denStreit amSon n- t ag, den 19. Januar in Cassel stat 1 finden zu lassen. Die Verhandlung findet in voller Oef - fentlichkeit ohne vorherige vertrauliche Besprechung statt. Das Präsidium wird auf der Hauptversammlung die Vertrauensfrage stellen und zurück- treten, falls die Vertrauensfrage nicht die Dreiviertelmehrheit finden sollte. Die heute auS München verbreitete Nach­richt: Fürst Salm zu Horstmar sei zurückge- treten, ist ebenso unbegründet wie die gestrige Nachricht von dem Shuftritt Keim 's. Ebenso besteht bei den maß­gebenden Instanzen die Auffassung, daß der ganze Streit eine interne Angelegenheit des Flotten­vereins ist, die b efer auf dem berufenen W ge der Hauptversammlung zu schlichten hat; ein Eingriff der Be­hörden sei also ausgeschlossen.

Hus Hanau Stadt und Tand.

Harr art, 18. Dezember.

* dkksonakien. Der Regierungs-Anessor Dr. Koppen in Cassel wurde zum Stellvertreter deS ersten Mitgliedes deS Bezirksausschusses in Cassel ernannt.

* Staditheakikv. Auf den heutigen 5. literarischen Abend, der zum ersten Male im Abonnement stattfindet, sei hierdurch nochmals hingewitlen. Derselbe bringt ebenfalls zum ersten Male in dieser Saison ein Werk von Henrik Ibsen und zwar baS SchaulpielR o 8 m e r 8 h o l m". Es erübrigt sich, die Vorzüge Ibsen'icher Schöpfungen und Gestalten hervorzuheben, da der Name des großen nordischen Dichters allein schon einen genußreichen Abend verbürgt. Die Regie ttegt in den Händen des Herrn Commer und beschäftigt sind die Damen Rohn-Ressel und Claus, sowie bie Herren Bernhardy, Commer, Korff und Krack.

Am Freitag findet eine Wiederholung vonUnsere K 5 t e" statt. Die stimmungsvolle Lusispiel-Noviiät hat mit Fr, . N o h n - 3^e s s e l in der Titelrolle bei ihrer Erst- aufführung die Hörer entzückt und bürste auch am Freitag wieber dicken Beifall finden. Wie bereits ««gekündigt, wirb daS diesjährige WeihnachtsmärchenPrinz Adslar und das Tausendschönchen" am nächsten Sonntag nachmittag bei kleinen Preisen zum ersten Male zur Darstellung gelangen und zwar in hervorragender Ausstattung und Inszenierung durch Herrn Direkror Stefs ter per-ön- lick. Für Sonntag abend steht der glänzendste Possenschlager der Jetztzeit auf dem Spielplan und zwarEr und seine G ck M e st e r" von Bernhard Buchbinder, Musik von Iulius Einodshoker und Max Schmidt. Die beiden besäumen Berliner Komponisten haben den Textdichter durch eine gau; entzückende Musik unterstützt, welche allein den Besuch der Vorstellung lohnend macht und sehr halb populär werden dürfte.

1K. Drzember

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* SLMitNstsfeN. Bei dem 30jährigen Stiftungsfest, welches her Verein für Homöopathie und ^aturfieilfimbe am Sonntag in der Stadt Bremen feiert»*, sonnte man wieder die Wahrnehmung macken, daß sich bei einer klein angelegten Feier, bei der nicht streng nach dem Programm verfahren wild und für Zufälligkeiten Spielraum bleibt, die Stimmung viel rascher erwärmt. Die Büste Samuel Hahnemanns, des Vaters der Homöopathie, war neben einem Transparent, umgeben von Blattpflanzen auf der Bühne ausgestellt zu einem sinnigen Sckmuck. Um dies herum waren auf Tafeln alle in unserer Umgegend vorkommenden Heilpflanzen aus­gehängt. In schneller Aukeinandersolge weckselten gut durchdachte Vorträge mit Deklamationen, Sologesänge, Musik, was zumeist durch Mitglieder resp, anwesende Gäste bargeboten wurde. Brachte das dankbare Publikum jeder Nummer ben verdienten Beifall, so blieb es doch dem Komiker Herrn V o l! e r t vorbehalten, durch seine humoristischen und mimischen Schlager seine Zuhörer in höchste Heiterkeit zu versetzen und wahre Lachsalven auszulösen, die er immer wieder durch Zugaben quittierte. Auch hübsche passende Chorlieder taten ihr Bestes zur Erheiterung der Gemüter. Allerdings mußte der Festlriler den Damen daS Stündchen vor Mitternacht noch zum Tanz lassen und damit den sich häufenden Anmeldungen ein Ziel setzen. Unter den Gästen war man einig darin, bei den Homöopathen noch ein Stück zwangloser NatüUichkeit und wohltuende Urwüchsigkeit vor- gc funden zu haben, die auf Stunden in eine schöne ver­gangene Zeit zurückversetzte.

* Sckutlzüch-kg,n?st stnb KmMrke-ettsbrrtch* Der Mittelschullehrer Heinrich D. hier erstattete gegen den Kaufmann Peter H. Anzeige wegen Hausfriedensbruch. H, kam am 7. September in bie Wohnung des Lehrers, um ihn zu ersuchen, für die Folge allzuharte körperliche Züchtigungen an seinem schwächlichen und kränklichen Jungen zu unter­lassen. H. hielt den Weg privater Vorstellungen für zweck­mäßiger als den der Beschwerde. Die Unterhaltung, die an­fangs in ruhigem Tone geführt wurde und in der der Lehrer dem Besucher u. a. erklärte, daß eine Züchtigung dadurch» daß sie sichtbare Spuren hinterläßt, nach Gerichtsurteilen no^ keine Ueberschreitung deS ZüchtigungsrechtS ist, wurde all­mählich erregter und endete mit einer Aufforderung des LehrerS zum Verlassen der Wohnung. Die Form dieser Aufforderung war nach den Behauptungen deS H. und seines Knaben eine ganz unvermittelte und durchaus unhöfliche, nach den Aus­sagen des Lehxers eine höfliche. DaS Schöffengericht, daS gestern in dieser Sache verhandelte, schloß sich keiner dieser Darstellungen als zweifelsfrei an, hielt aber auch einen Haus­friedensbruch nicht für erwiesen, da anzunehmen ist, daß bei Lehrer, wenn fein Besucher nicht sofort Vorbereitungen zu« Verlassen der Wohnung getroffen, d. h. nach seinem Hut ge­griffen und sich der Tür genähert hätte, wohl eine zweite Auffordenmg hätte ergehen lassen. D. behauptet, H. habt sich noch 12 Minuten aufgeregt sprechend im Zimmer auf« gehalten.

* Der Konkurs wurde über das Vermögen des Speku­lanten Eberbach, dem Offenbach eine halbe Million gepumpt hat, verhängt. Die Prüfung, ob noch ein weitere- gericht­liches Verfahren einzuleiten sei, ist im Gange. Welche Summen Offenbach verlieren wird, ist vorläufig nicht ab­zusehen.

* herrenlos. Vorgestern wurde im Walde bei Wil- helmsbad von einem Bauer ein schwarzer Hammel an einem Baume angebunden aufgefunben, der wohl schon längere Zeit seinem Sckicksal dort überlassen worden war. DaS Tier hatte die Baumrinde abgenagt und war stark ausgehungert.

* Grohfeuer in Frankfurt. Heute nackt gegen I Uhr brach in der Garny'schen Glasschrankfabrik, Hanaue? Landstraße, Feuer aus, das erst bemerkt wurde, als der Haupueil des GevâudeS bereits in hellen Flammen stank Als der erste Lösckzug der Feuerwehr eintraf, fchlugen bis Flammen schon hoch auS dem mittleren Teil des Gebäude- heraus, doch gelang es der Wehr, die von allen Seiten an­griff, den Brand auf feinen Herd zu beschränken. Gefährd^ war das angrenzende Lager der Kolonialwarenfirma I. Latsch^ Frankfurt a. M.

* Der Evanfl. Arbeiterverein veranstaltet am ersten WeihnachtStage im großen Saale derConcordia" eine Abendunterhaitilng, die nach den getroffenen Vorbereitungen zu urteilen zweifelsohne einen in jeder Weise würdigen und genu^reidien Verlauf nehmen wird. DaS Komitee ist seit langer Zeit bemüht, diesmal ganz besonder- erlesene Dar­bietungen den Besuchern vor Äugen zu führen. Wir greifen nur heraus den Kinderreigen, der eine Glanznummer bilden wird. Selbstredend wird mich die Verlosung nicht schien.

* Marianische Jünglings - Congregallon. Heut« abend, präzis '/»O Uhr, findet die Einführung des neuen Vor­standes statt. Die Mitglieder werden dringend gebeten voll­zählig £u erscheinen.

Kerichtèsaal.

Sitzung veS Schöffengerichts vom 17. Dezember».

Das Dienstmädchen eines hiesigen Metzgers, H., nahm am 30. November in der Küche einer Frau Sch., zu der sie Fleisch brachte, zwei an der Wand hängende Ringe an sich. Sie erhält, da sie bereits in diesem Jahre einmal mit andert­halb Monaten Gefängnis wegen Diebstahl bestraft wurde, drei Monate Ge ängniS. Der Oberknecht L. muß 3 Mark zahlen, weil er beide Klappen eines Kehrichtwagens, wohl der schnelleren ©infüdung halber, gleichzeitig geöffnet hielt Der Schweinehändler Fnedrich R. von Langenselbold erhielt per Strafbefehl eine Woche Haft, weil er am 9. Sept, in Mittelbucken sein Pferd, das nach den Bekundungen der Zeugen schlecht genährt und zum Jiehen der ihm zugemuteten schweren Last nicht imstande war, grausam mißhandelt hatte. Sein Einspruch wird verworfen. Reckt armselige Familien- und Wohnungsverhältnisse entrollt eine Verhandlung gegen die geschiedene Frau G. wegen Uebertretung der Kontroll- Vorschriften. 6 Personen, darunter 2 Aftermieter, 1 Schläfer und eine Schläferin, eben die erwähnte Frau G. Dieser wird nun zur Last gelegt, ihre Lagerstätte mit dem Schläfer geteilt zu haben, doch wird sie, da eine diesbezügliche genaue Fest­stellung nicht getroffen werden kann. sreiaesorocken. Der