Einzelbild herunterladen
 

DkenStaa

17. Dezember

VEe 7 ...

B e I e t b t g u n g.

Der Landwirt Hrck. ®?org M. in Kilianstädten glaubte ifau bezio. seinen Söhnen wiederholt zugegangene Stnis- niandaie auf Cbiknnierungsfucht des Bürgermeisters ihm gegenüber zurückführen zu müssen und begleite? deshalb einen Einspruch gegen ein Strafmandat mit einem Briefe, in dem er dem Bürgermeister u. a. vorwarf, das Strafmandat ans persönlicher Gehässigkeit erlösten zu haben. Die Strafkammer sieht darin gleich dem Schöffengericht eine Beleidigung, die mit 25 Mk. geahndet wird.

Zechprellerei.

Der Taglöhner Wilhelm K. von Groß-Krotzenburg kon­sumierte am 15., 16. und 18. November b. J. in hiesigen Wirtschaften ziemlich erhebliche Bierquantiiäèen, ohne einen Pfennig sein eigen zu nennen. Er spiegelt eine geistige Ab­normität vor und will sich der mutten Sache nicht erinnern. Die beiden ärztlichen Sachverständigen erklären ihn jedoch für völlig zurechnungsfähig, wenn auch eine gewisse moralische Minderwertigkeit und dementsprechend verringerte Wider- standsfähigkeit Versuchungen gegenüber zugegeben wurde. Der Angeklagte ist schon wiederholt einschlägig vorbestraft und befindet sich mithin im wiederholten Rückfall. DaS Gericht sieht jede einzelne Zechprellerei (sieben Wirtschaften wurden Heimgesucht) für eine selbständige Handlung an, spricht ihn aber bezüglich der beiden letzten Rüde, da er da wahrsckein» Uch bereits sinnlos betrunken war, frei, während die andern 5 Fälle mit der geringsten zulässigen Strafe von je drei Monaten Gefängnis geahndet werden, die mit Rücksicht auf Lie erwähnte moralische Minderwertigkeit auf eine Gesamt­strafe von nur 6 Monaten zusammengezogen werden.

Sittlichkeit«»er gehen.

Der 17jährige Fabrikarbeiter Emil Sch. au 8 Langen­selbold hat am 24. Mai 1906 an einem ba* mal« 9jährigen Mädchen unzüchtige Handlungen »orgenommen. Eine dem Sch. kürzlich jubilierte viermonat- liche Gefängnisstrafe wegen eines Notzuchtsversucks wird ihm für die obige erst nachträglich zur Kenntnis der Behörde ge­langte Straftat um 2 Monate verlängert.

Ksmmauditri Lt. von Dufay vom Thüring. Ul.-Rez. Nr. 6 wurde zum WinterkursuS 1907/08 der Kavallerie-Telegraphenschule kommandiert.

* SLaVttheater. Morgen Mittwoch findet der 5. Literarische Abend statt und zwar im Abonnement 8. Serie Nr. 6. Zur Aufführung kommt Henrik Ibsen's Schauspiel RoSmerSholm*, welches zu den bedeutendsten Schöpfungen des großen nordischen Dichter« gehört. InRosmersholm" ist Ibsen'« Schaffensgeist von strengster Realistik erfüllt und erhabene Gedanken sind in dem mit sicherer Hand meisterhaft aufgebauten Dialog enthalten, Die Zeichnung der Charaktere ist ihm wunderbar gelungen und Herr Regisseur Commer wird alles daran setzen, durch feinste und stimmungsvollste Inszenierung dem Werke des Dichter- gerecht zu werden. Am Freitag findet die erste Wiederholung von DavieS LustipielnovitätUnsere Käte* statt, welche hier bei der Premier« einen so günstigen Erfolg erzielte. Für Sonntag nachmittag bereitet die Direktion die Erstaufführung bei Weihnachts-Kinde» Märchen«Prinz Adolar und da« Tausend- chonchen" vor und der Sonntag abend bringt eine der besten Possen der NeuzeitEr und seine Schwester" in hervor­ragender Ausstattung und Inszenierung.

* Katholisch, Gemeinde. Da in der heutigen Zeit die sittenlose Schmutzliteratur die Familien überflutet, ist für ba3 katholische Volk der BorromäuSverein zur Verbreitung billiger und edler Unterhaltungsliteratur gegründet worden. Dieser Verein, der auch in unterer Stadt schon über 100 Mitglieder hat, hat zwei Einrichtungen, um dem katholischen Volke lautere Unhaltungslektüre zu bieten. Zunächst gibt er zu einem ermäßigten Preise die Bücker seines über" 1800 Sanbe zählenden Katalog« den Mitgliedern ab. Es gibt drei Klassen von Mitgliedern. Die erste zahlt zu Anfang des .^ahre« einen Beitrag von 6 Mark. Dafür kann sie sich aus dem Katalog ein Werk entweder aus der Wissenschaft ober ber unterhaltenden Literatur, und zwar meist in neuester Auf- auSwâhlen, bal sonst ungefähr 9 Mark kosten würde. , ° " ^nnen zu einem Betrag von 3 Mark ober auch zu 1,50 Mark ein Buch auSwählen, das sonst mehr kosten würde. Dabei hat ein jeder die Garantie, daß auch die spannendsten Romane, welche dieser Verein liefert, rein und âter sind. . ES ist somit hier jedem die Gelegenheit geboten, fttner Familie, vor allem auch seinen Kindern, einen Schatz wahrhaft bildender Bücher auf leichte Weise zu erwerben, ja wgar mit geringen Kosten eine Familienbibliothek zu sammeln, ^ie Zentrale des BorromâusvereinS gründet ferner an jedem Mrte, wo genügend Mitglieder sind, eine Vereinsbibliothek und erweitert sie jährlich durch neue Bibliotheksgaben. So v!»?^stm Jahre der Borromänsbibliothek zu Hanau

M°rt Literatur geschenkt. Diese Bibliothek, die in der hiesigen Kaplanei sich befindet, steht allen Mitgliedern a« ganze Jahr hindurch zur Verfügung. Ein Bote bringt

9 Trn8e? Entgelt) zu Anfang des Jahres jeden ona. eine Anzahl von Büchern in die Häuser der Mit- ^ ^ ste immer neuen Lesestoff haben. ^^X.®'^ ° >'!""' d-r Senirale st nach der Zahl der SerÄ^ >° M lebet, bet Wem trtifiLmT' « $ «uSerbem er ebenen finanMm und «? ÄÄ te b J ""' ââhlich eine B-l<Sbidlio,b-k 'Ä^'S?' i firünben. MS- daher «5! m -no^ ÜOr Schluß de« Jahres ihren Beitritt zu @tidiäfteiâbr« i?Sn. ?n>"->dui>a-n werden feberjeft »am wenn ml"b » « ".V 'di 1 E»dU» - kann man iaW «»,n. & ^ i-ek-ns der bieten Jns-nieri-. »io«?m m b- l""1"11 «" grahes «an,er! flanfinbet und Bi°»r»^'i«br«tan e in derCemralhalle". Da« Programm wird cm b-jandiri j°r,iälng jufammenjefteU««

fein; u. a. wird geboten das schöne Weihnachts » Tongemälde mit Christbaum, Sckneeiall, Schlitten­fahrt ic., ferner ein besonders von Solisten der Kapelle au§gcrn6iier Teil. Ein zahlreicher Bestick darf si ber er­wartet werden. Näheres wird noch bekannt gegeben.

* Au Allst. Zivptlius BltchlMUÄlUstg ist soeben ein antiquarischer Bücherkatalog erschienen. (Näheres im heutiaen Inserat.)

* Wieder verhaftet. Der in der letzten Sckwurge- ricktsperiode w^gen Sitilichkeilsvergehen zu 18 Monaten Zuchthaus verurteilte, dann aus dem Landkrankcnhause flüchtig gegangene Taglöhner Wilh. Schröbe aus Mainz wurde jetzt in Aschaffenburg aufgegriffen und wieder nach Hanau trangponieti.

* Kath. Gemeinde Hanan. Die Katholiken werden nochmals auf den Mittwoch, ben 18. bS. MtS., abends - 9 Uhr imRestaurant Braustübl" dahier ftattfinbenben sozialen Unterrichtskursus aufmerksam gemacht. Als Thema wird das Unsallversicherungsgesetz behandelt werden.

* Weihnachtsfeier. Sonntag den 22. d. Mts. veran­staltet der Erste Hanauer Athletenverein in seinem Vereins- lokale (Becks Felsenkeller) seine Weihnachtsfeier, verbunden mit Abendunterhaltung und Christbaumverlosung. Das Ko- mitee wird bemüht sein, allen Teilnehmern einige vergnügte Stunden zu bereiten. Eine Liste zum Einzeichnen zirkuliert durch den Kassierer, auch liegt dieselbe bei Herm Reinhard (Becks Felsenkeller) auf.

O Windecker, 17. Dezbr. (Einführung bei Bürgermeisters.) In der heutigen Stadtverordneten- sttzung wurde Herr Bürgermeister Schlegel durch Herrn Landrat ». Be ckerath in sein Amt eingeführt. In länge­rer Rede gedachte der Herr Landrat der Verdienste des schei­denden Bürgermeisters Reul, der in seiner 22jährigen Tätig­keit sich al« pflichttreuer, für daS Wohl der Gemeinde be­dachter Beamter erwiesen habe. Sein körperliche- Leiden hätte ihn verhindert, die verantwortungsvollen Geschäfte weiter zu führen, er hoffe aber, daß er mit seinen langjährigen Erfahrungen dem neuen Bürgermeister auch in Zukunft zur Seite stehe. Bezüglich de« neuen Bürgermeisters glaubte Redner, daß die Stadt Windecken einen guten Griff getan hat. Seine 17jährige Tätigkeit auf dem Landratsamt bürge ihm dafür, daß er den Anforderungen, welche da« Amt an ihn stellt, gewachsen sei. Herr Bürgermeister Schlegel dankte den Stadtverordneten für den schönen Empfang und hofft das Vertrauen, das ihm entgegengebracht wird, zu recht­fertigen. Stadtverordneter Weid er sprach im Namen der Stadtverordneten den Wunsch an-, daß daS gute Zusammen­arbeiten auch in Zukunft bestehen möchte. Herr Bürger­meister a. D. Reul banste für die erwiesene Ehre mit be­wegten Worten. Besonder« dankte er dem Herrn Landrat v. Beckerath für daS wohlwollende Entgegenkommen, das er immer von Seiten des Landratsamtes gefunden habe. Zum Sckluß ergriff Herr Landrat v. Beckerath nochmals da- Wort, um den Stadtverordneten vor Augen zu führen, daß es eine der wichtigsten Aufgabe sei, so schnell wie möglich eine Wasserleitung zu bauen. Er hoffe, daß der neue Bürgermeister mit Hilfe ber Stadtverordneten diese schwierige Frage zum Nutzen und Wohl der Bevölkerung lösen werde. Hiermit schloß die zwar schlichte, aber würdige EiuführungS- feier. Der Beigeordnete Emmerick fehlte bei der Einführung. Wie verlautet, hat er fein Amt niedergelegt.

)( LaNKStrselbold. (Reich « verband.) Die vom Reick-verband zur Bekämpfung der Sozialdemokratie Orts- gruppe Selbold für Sonntagabend im Saale .,Zum Isenburger Hof" anberaumte Versammlung erfreute sich, wie nicht anders zu erwarten stand, eine- recht zahlreichen Ve- suckes. Aus allen Schichten der hiesigen Einwohnerschaft, auch von benachbarten Orten, waren Männer erschienen, um durch die Tat zu beweisen, daß sie sich ihrer vaterländischen Pflichten wohl bewußt sind. Nachdem der Vorsitzende, Herr Versickerungsbeamte Fuchs, die Gäste willkommen geheißen und für den so zahlreichen Besuch seinen Dank abgestattet hatte, erteilte er Herrn Sekretär Bartz, Vertreter des Reichs- Verbandes aus Frankftlrt a. M., das Wort. Gestützt auf da« Erfurter Programm, wies Redner Zug für Zug nach, wie die ganze Mache der Sozialdemokratie auf Unwahrheiten beruhe und daß der, der die Wahrheit noch ehre und sich ihrer betätige, niemals ein Sozialdemokrat sein könne. Alles, was die Sozialdemokratie von der Verelendung der Arbeiter­schaft auttiscke, sei Lüge, im Gegenteil, auf allen Gebieten i^rer Leben-verhältnisse u. a. m. seien Besserungen und be­deutende Fortschritte zu verzeichnen. Der Re'chsverband müsse daher vor allen Dingen zur Klärung und Berichtigung der von den Führern der Sozialdemokratie auägeftreuten Unwahr­heiten mit beitragen. (Beifall.) Hierauf erhielt Herr Sek­retär Grund, ebenfalls von Frankfurt a. M., das Wort. Referent entledigte sich in mehr humorvoller Weis,, seiner Aufgabe und betonte es wiederholt, daß der Reicksrerband nickt gegen die Arbeiter, sondern für diese sei, er richte seine Agitation nur gegen die Führer der Arbeiterschaft. Der Grundgedanke des Reickßverbaudes sei die Versöhnung der beiden Schichten des Volkes. Seine Mitoliederzahl betrage setzt über 200 000 und seien die Ortsgruppen von 283 auf 453 gestiegen. Wenn der nationale Gedanke den Sieg davon- ' tragen solle, müsse Organisation gegen Organisation, Ideal i kikgen Ideal it. a. nt. gesetzt werden, dann wurde auch bei ' ber nächsten Reichstagswahl Deutsch Trumpf sein und nicht Rot. (Bci'all.) Als dritter Redner folgte Herr Amts- gerickisrat Dr. Lucas aus Wiesbaden, von der Versammlung freudig begrüßt. In gewohnter überzeugender, prägnanter, : voll und ganz von ber Größe des nationalen Gedankens des ; Neicksverdaudes getragenen Weise führte Redner aus, daß bei solchen Kasachen, wie sie Herr Bartz auSge'ührt, Schweigen em Unrecht, Reden aber eine Pflicht sei. Es sei flipp und Iflar nackgewiesen, daß ber innere Bau der Sozialdemokratie morsch sei. Das beweHe der Terrorismus, rn dem gegen bie Genossen mit abweichenden Meinungen vorgeganaen werde. Man sage, bie Gewerkschaften hätten mit der Sozialdemo-

fratie nichts zu tun, und dock flössen ihre Beiträge in die Agitationskasse. Das Recht ber Koalition soll den Arbeitern nickt voreuihattett warben. Der Neichsverband inende sich lediglich gegen die Sozialdemokratie, bie leben Fortschritt aus socialem Gebiet hindere. Die gewissenlose Agitation der Sozialdemokratie sei unausgesetzt zu bekämpfen und dürfe nicht geruht werden, bis die Arbeiterschaft vom Joche der Sozial­demokratie befreit sei. (Lang anhaltender Beifall.) Laut der dann in Umlauf gesetzten Liste haben 41 Beitrittserklärungen stattgefunden, so daß die Ortsgruppe Selbold jetzt 120 Mit­glieder zählt. Herr Dr. Heip-Hanan gibt seiner Freude dar­über Ausdruck, daß sov'el Beitrittserklärungen staitgefunden hätten und wünscht ber Ortsgruppe Selbold weiteres Blühen und Gedeihen. Herr Sekretär Gr ind stellt schließlich noch einen Vereinsabend für nächstes Frühjahr in Aussicht, an de n auch Frauen teilnehinen könnten. Es würden Musikvortrâge, Lichtbilder usw. geboten werden und wäre es erwünscht, wenn auch recht viel Arbeiter eingeführt würden, damit sie sähen, daß der Reichsverband auch sie als vollberechtigte Volksge­nossen ansieht und schätzt. Da sich niemand mehr zum Wort meldet, wird die Veriammlung gegen lO1^ Uhr geschloffen.

* SansienfelbelS, 17. Dezbr. (Günstige Lage.) Der fortgesetzt niedergehende Regen hat das Gründaubett recht angefüllt, so daß unsere Müller jetzt Tag und Nacht floti laufen lassen, um dem erlittenen Schaden einigermaßen bri- zukommelt.

Ocsfcnllichcr Wcttcrdienst.

Voraussichtliche Witterung für die Zeit vom Abend des 17. Dezember bis zum nächsten Abend.

Morgen trocken und meist heiter, kälter.

Weihnachtsspende.

Für den erblindeten HanauerFasser in Berlin, dem einige Hanauer Herren eine kleine Weihnachttfreud« bereiten möchten, gingen weiter ein:

Jauchen Borger . . 1. Mk.

Stammgäste Restaurant Mohr 17.20

Hus Hab und fern.

Cassel, 16. Dezbr. Wie berichtet wird, haben bereits vertrauliche Besprechungen über ein gemeinsames Vorgehen ber bürgerlichen Wähler dritter Klaffe gelegentlich der bevor« stehenden Stadtverordnetenw ahl statt gefunden. Von allen Seiten wurde dabei der Hoffnung Ausdruck ge­geben, daß el diesmal gelingen möge, eine alle Kreise der Bevölkerung befriedigende Liste zustande zu bringen. Dem Beamtenverein und dem Mieterverein soll bie Führung über» lassen bleiben. Eine öffentliche Versammlung der Wähler dritter Klaffe ist geplant. Kandidaten, die ihrer sozialen Lebensstellltng und ihrer Sefteutrung nach nicht zur dritten Klaffe gehören, will man nicht wieder aufstellen. Man ist der Ansicht, daß Angehörige der 1. und 2. Wählerklaffe dem bescheidenen Drittel der 8. Klaffe, in der die numerisch stärkste Volksschicht wählt, nickt auch noch Konkurrenz mache» sollen. Sozialdemokratischerseits regt man sich auch schon. Man spekuliert von vornherein auf die Uneinigkeit der Bürgerlichen. Hoffentlich verrechnen sich die Genoffen. Nach­dem die Sozialdemokratie in letzter Zeit anderwärts bei Stadtverodnetenwahlen so viele Schlappen erhalten hat, wäre es für Cassel geradezu beschämend, wenn sie hier Siege feiern könnte.

Wächtersbach, 15. Dezbr. Ein schwerer Unglücks- fall trug sich am Freitag auf dem Wege von Leisenwald nach Wächtersbach zu. An dem sog. Wittgenborner Berg kam das Bierfuhrwerk einer Hanauer Brauerei ins Rutschen. D« Knecht H. V. flog in großem Bogen von dem hohen Pritschen­wagen in den Wald und entging so ber Gefahr bei Ueber- fahrenwerdenS. Durch den Anprall gegen einen Baum trug er eine erhebliche Kopfwunde davon, welche ihm in ber Wirt­schaft von Stein verbunden wurde. Da sich sein Zustand verschlimmerte, mußte noch in später Abendstunde ärztliche Hülfe in Anspruch genommen werden. Nach dem Gutachten des Arztes ist ein mehrlagiges Bettlager zur Genesung er- forderlick.

r.- Marburg, 16. Dez. Im Frühjahr b. J. nah« bar dem Brunnen des Landwirts Klös in Mornshausen bei Gladenbach entnommene Wasser, daS von der ganzen Nach­barschaft benutzt wurde, einen ganz scheußlichen Geschmack an und mehrere Leute wurden sogar frans davon. Als man den Brunnen räumte, fanden sich außer einer mit Unrat ge­füllten Hose auch einige Säcke, die Mensckenkot, faust Kartoffeln und Zündhölzer enthielten. Der 50jährige Maurer Johanne- Weber aus genanntem Ort, der sich der Tat ver­dächtig gemacht hatte, wurde wegen mangelnder Beweise vom Schwurgericht freigesprochm.

r.' Marburg, 16. Dez. Die Marburg Freie Studentenschaft hat bekanntlich kürzlich bei der Wahl zum Studentenausschuß verlangt, daß den nicht inkorporierten Studenten entsprechend ihrer Zahl auch Vertreter jugeftanben werden und eine Protestversammlung abgesehen. Heute macht der Rektor am schwarzen Brett der Universität be« kannt, daß die Freie Studentenschaft für dar laufend Semester und für das Sommersemrster suspensiert wird. Wegen der Angelegeitheit wurde ein Studierender relegiert.

r- Marburg, 16. Dezbr. Vom .Kaufmannsgericht würbe beute ein früherer Reisender ein el hiesigen Geschäft« zu 2000 Mk. Geldbuße verurteilt, weil er entgegen dem Ver­trage in dessen Bezirk ein Geschäft gegründet und dem ersteren Kundschaft abgespannt hatte.

^ Wiesbaden, 16. Dez. Der Kaufmann Antonio Vergara, geb. 23, September 1863 zu Espana, Provinz

Jie bcntiaeSiammer MtWt anker i.IlnlerstltmMatt

14 Seiten.