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Genera
Rotatiouttruck und Verlag der Buchdruckers das Ht«*, m «atsmhauses in Hanau.
Amtliches Organ für Statt* und Landkreis Kasan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Torm- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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fBetOMtwetti. ateattewi & «tretet i* Hau«.
Nr. 294 ff<rnspr«chanschl»si Nr. 605
Dienstag den 17. Dezember
fferosprechanschlittz Nr. 605. 1907
Amtliches.
Landkreis Hanau.
BtkmtmMiM des MiMn StuMiunfg.
Nachdem ich den Weißbindermeister Ferdinand August Huth in Großkrotzenburg als Schlachtvieh- und Fleisch- beschauer, sowie zum Trichinenschauer für die Schlachtschweine im Schaubezirk Großkrotzenburg bestellt habe, gestaltet sich die Ausübung der amtlichen Beschau in diesem Schaubezirk (siehe die Bekanntmachung vom 10. Dezember 1906, V 7954, in Nr. 21 und 22 der Amtlichen Beilage zum Hanauer Anzeiger) fortan bis auf weitere» folgendermaßen :
Handelskammer Hanau.
Unter Bezugnahme auf die in diesem Blatte erlassene Bekanntmachung der Handelskammer vom 22. November d. J. bringe ich hierdurch zur Kenntnis, daß gemäß § 16 be3 Gesetzes über die Handelskammern vom 24. Februar 1870 und 19. August 1897 und gemäß 8 6 deS Wahlstatuts der Handelskammer zu Hanau vom 16. September 1897 für die mit Schluß des Kalenderjahres 1907 ausscheidenden Mitglieder für den Wahlbezirk Stadt- und Landkreis Hanau
Herrn Adolf Almerot h,
Diese Polizeiverordnung tritt mit dem Tage ihrer Der öffentlichung in Kraft.
Großauheim, 16. Dezember 1907.
Die Ortspolizeibehörde.
Grün.
26819
6
8
Der €d führt bie Bezeich« nunq
>aubezirk
umfaßt
Namen und
bei Beschauers
Wohnort
deS Beschauers
Stellvertreter
Bemerkungen
•) Schlachtvieh« und Fleischbeschau:
Großkrotzenburg
Huth, Ferdinand August, Weiß.
bindermeister
Krämer, Wilh. I.
Großkrotzenburg
für Schlacht- schweine für sonstige Schlacht- tier«
Krämer, Wilh. I, Svezereiwaren- Händler
Huth, Ferdinand
August
Kommerzienrat Heinr. Brüning, Ernst Döring, Julius Stetnh euer
eine Ergänzungswahl und Ersatzwahl für König stattzufinden hat.
Die Wahl erfolgt in einer gemeinsamen und zwar derart, daß jeder Wahlberechtigte
Herrn Karl
Wahlhandlung einen Stimm-
13 «roß«
Großkrotzenburg krotzenburo
b) Trichinenschau:
Huth, Ferdinand Krämer, Bilb- El
August
Hanau den 12. Dezember 1907. Der Königliche Landrat.
Y11917II I. A.: Conrad, Kreissekretär.
zettel abgibt, auf dem so viele Personen verzeichnet sind, wie zu wählen sind.
Von der Handelskammer zum Wahlkommissar bestellt, lade ich die wahlberechtigten Firmen und Firmenvertreter zur Vornahme der Wahl auf
Montag den 30, Dezember 1907, vormittags 10 biS 12 Uhr, in den unteren Saal des Rathauses ein.
Die Wahlstimme abgebende Prokuristen haben sich durch schriftliche Vertrelungsvollmacht ihrer Firma zu legitimieren.
Hus Hanau Stadt und Eand.
Hanau, 17. Dezember.
Gerichtssaal.
Sitzung der Strafkammer vom 16. Dezember 1907.
Hundediebstahl.
Der Häfner Ludwig M. von Frankfurt-Sachsenhausen nahm bei seinem Austritt am 2. November den Hund seine» Arbeitgeber-, des Dreschmaschinenbesitzers Wilhelm Pflug in Wachenbuchen, mit nach Frankfurt, vermutlich um ihn dort zu verkaufen. Da der Hund keinen Maulkorb hatte, in Frankfurt aber Hundesperre angeordnet war, wurde er von einem Schutzmann angehalten und schließlich, nachdem ar einen falschen Namen und falschen Stand angegeben hatte, welch letzterer mit seiner Kleidung nicht im Einklang zu stehen schien, in Haft genommen. Er befindet sich bezüglich de- Diebstahl» in wiederholtem Rückfalle, kommt aber mit der geringsten zulässigen Strafe von 8 Monaten Gefängniß davon. Die Uebertretung der Hundesperre wird mit einem Tag Zusatz, bk falsche Namen-angabe mit 1 Woche Haft geahndet. 8 Wochen werden auf die Untersuchungshaft augerechnet. /
Unter den Schweinen zu Hochstadt ist die Schweine seuche festgestellt worden.
Hanau dm 12. Dezember 1907.
Der Königliche Landrat.
V11989 I. A.: Conrad, KreiSsekretär.
Die Wahlhandlung wird 2 Stunden dauern. Hanau den 16. Dezember 1907.
Der Wahlkommissar.
Canth al.
26771
In Rückingen ist die Schweineseuche festgestellt worden. Hanau dm 14. Dezember 1907.
Der Königliche Landrat.
V 12041 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
In Großkrotzenburg ist die Schweineseuche erloschen. Hanau den 14. Dezember 1907.
Der Königliche Landrat.
V 11987 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Polizei-Verordnung.
Auf Grund der §§ 5 und 6 der Verordnung über die Polizeiverwaltung in den neu erworbenen LandeSteileu vom 20. September 1867 und deS § 148 deS Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 80. Juli 1883 wird nach Beratung mit dem Gemeinbevorftanbe nachfolgende Polizei-Verordnung für den Gemeindebezirk Großauheim erlassen:
Einziger Paragraph.
Verstöße gegen die unterm 16. Dezember 1907 erlassene Verordnung betreffend die Regelung des Feuerlöschwesens in Großauheim werden mit Geldstrafen bis zu 9 Mark ober entsprechender Haft bestraft.
Uebertretung. ’
Der Dauer Chr. B. in Altengronau hat eine Sandgrube zu nahe am Wege angelegt und dadurch die Sicherheit bei Verkehr» gefährdet. Er erhielt 8 Wit Geldstrafe, seine Berufung wird verworfen.
Der Schornsteinfeger St. aus Rehau in OBetfrtmflm hat, nachdem er bei seinem hiesigen Meister ausgetreten, vom 19. biS 16. November in Fechenheim, Großauheim und Großkrotzenburg eine größere Anzahl Einwohner um je einige Mark geschädigt, indem er sich fälschlicher Weise als Beauftragter des Meisters auSgab und ReinigungSgebühren einzog. Er ist schon häufig und schwer wegen Betrugs vorbestraft, hat also für jeden Einzelfall mindesten» 8 Monate Gefängni» zu erwarten; der StaatSanwalt will für jeden Fall 6 Monate erkannt wissen. DaS Gericht läßt ihn aber mit Rücksicht auf seine scheinbare Reue und die geringen Beträge mit insgesamt 1 Jahr 8 Monaten Gefängnis davonkommen.
Feuilleton.
Dumont diese Wette gewinnt, oder ob er sie, was als daS Wahrscheinlichere gilt, verliert.
An dieser Stelle mag inzwischen ein neues Gleitboot der
Aus der Welt der Technik.
Ein neneS Gleitboot.
Seit geraumer Zeit arbeiten Erfinder an der Ausbildung eines leistungsfähigen Gleitbootes. Der gewöhnliche Boots- körper pflegt ja auch während der Fahrt im Master zu bleiben und dieses zu beiden Seiten fortzudrängen. Demgegenüber will man nun im Gleitboot eine Anordnung schaffen, bei welcher der Bootskörper sebst sich unter dem Einfluß der arbeitenden Schraube aus dem Master hervpr- hebt und über diesem Hingleilet, ähnlich etwa, wie ein. Boot, welches an einem schnellen Dampfer hängt, leicht über das Wasser hingeschleift wird. In der Tat muß ja ein solcher, nicht mehr tief eintauchender, sondern auf der Fläche gleitender Bootskörper geringeren Widerstand finden, und das Bestreben der Gleitbootkonstrukteure ist daher begreiflich.
Ungeachtet dessen hat jedoch das Gleitboot bis jetzt in der Praxis nur wenig Erfolge zu verzeichnen gehabt. Gegenüber den scharf geschnittenen, tief in das Wasser schneidenden Rennbooten hat es in keinem Rennen einen Sieg erringen können, und erst bei den kürzlich auf dem Müggelsee abgehaltenen Rennen gingen wieder die Gleitboote als die letzten durchs Ziel.
Trotzdem findet das Gleitboot nach wie vor Verteidiger und Freunde, die da meinen, daß es immer noch zu Großem berufen sei. So hat erst kürzlich der bekannte, in Paris lebende brasilianische Erfinder Santos Dumont, der ja durch die Schaffung eines brauchbaren Motorballons gezeigt hat, daß er etwas versteht, eine hohe Wette abgeschlossen. Er will binnen Jahresfrist ein Gleitboot bauen und mit diesem die gewaltige Geschwindigkeit von 100 Kilometer in der Stunde erreichen. Die Zukunft wird zeigen, ob Santos
italienischen Erfinder A. wähnung finden, welches Braccianisee bei Rom gute und hinten befinden sich gestellte, schräge Flächen,
Crocco und O. Ricaldoni Er- bei den Probefahrten auf dem
Erfolge erzielt haben soll. Vorn an besonderen Rahmen V-förmig welche tiefer als der Bootskörper
selbst in das Wasser hineinreichen. Im Bootskörper selbst ist ein lOOpferdiger leichter Automobilmotor eingebaut. Dieser arbeitet nicht auf die üblichen Wasserschrauben, sondern aus zwei Luftschrauben, welche am Hinteren Teil des Bootes auf zwei hohen, ebenso V-förmig stehenden Säulen angebracht sind. Unter dem Einfluß der Triebkraft dieser Schrauben wird das Boot vorwärts getrieben, und bereits bei einer Geschwindigkeit von 10 Kilometer in der Stunde beginnt es sich aus dem Wasser empor zu heben. Der Bootskörper ragt vollkommen aus dem Wasser hervor. Zwischen dem Kiel und dem Wasserspiegel befinden sich noch 18 Zoll Zwischenraum. Das Boot ruht allein auf den erwähnten schrägen Flächen, welche mit großer Geschwindigkeit auf der Wasserfläche bingleiten. Wenn man berücksichtigt, daß das ganze Boot 1500 Kilogramm wiegt, ist das gewiß eine schöne Leistung der Tragflächen. Nach den vorliegenden Berichten soll dies Boot bei den Probefahrten bereits eine Geschwindigkeit von 70 Kilometer in der Stunde erreicht haben, das heißt Schnellzugsgeschwindigkeit und mehr, als das schnellste Rennboot bisher jemals geleistet hat. Selbstverständlich werden weitere Nachrichten abzuwarten sein, und man wird Gelegenheit haben, in dem Rennen des nächsten Frühjahrs die Leistungen des Croccoffchen Bootes genauer zu betrachten. Immerhin erscheinen die Erfolge beachtenswert und nach den bisherigen Mißerfolgen aller Gleitboote Aufsehen erregend.
EiterariTches.
Fvaitennovelle«(»Hausbücherei" Band 23 — Novellenbuch Band 5). Verlag der Deutschen Dichter - Gedächtnis- Stiftung in Hamburg-Großborstel. 198 Seiten. Preis
gebunden 1 Mark.
In diesem Buch, dem man annterft, daß eS mit feinem Verstäub» nis zusammengestellt ist, kommen vier unserer besten deutschen Dichterinnen zu Worte. In grundverschiedener Weise, abwechslungsreich in Stimmung und Gehalt, behandeln doch alle 4 Novellen den gleichen Gedanken: die Frauenseele zu offenbaren,, sie uns menschlich nahe zu bringen in ihrer höchsten Macht, der Liebe. Die Liebe geht als Grundton durch das ganze Buch : die Mutterliebe, kraftvoll verkörpert in Clara Diebigs großzügiger Novelle „Brennende Liebe", in der die Mutter zur Brandstifterin wird aus Liebe zu ihrem Sohn; die Liebe zur heimatlichen Scholle, wie sie stark und wahr aus der Erzählung „Um den Hof" von Lulu von Strauß und Torney. der Schöpferin echter Vauerngestalten, zu uns spricht; die Liebe und Zuversicht zum Leben, die das wunderbar feine Seelengemälde „Eine Nacht" von Lou Andreas Salomö in lebensvoller Darstellung widerspiegelt. Und wie anmutig und gemütvoll erzählt endlich Marthe Renate Fischer, wie sich zwei herrlich-reine, brave Menschenkinder „Auf dem Wege zum Paradies" befinden. Sonniger Humor, strahlende Lebenssteude, aber auch tiefernster Kampf um Lebensglück und Frieden durchzieht das Buch.
»Wei herrlich dies" befinden. Sonni
Karl Jirrmermann t Preußische Jugend zur Zeit Napoleons „(Hausbücherei" Band 27). Verlag der Deutschen Dichter - Gedächtnis - Stiftung in Hamburg- Großborstel. Herausgegeben und eingeleitet von Dr. Wilhelm Bode. 171 Seiten. Preis gebunden 1 Mark.
Die Deutsche Dichter-Gedächtnis-Stiftung hat hier einen Schatz gehoben: Dr. Wilhelm Bode hat aus den dickleibigen „Memorabilien * Karl JmmermannS eine Reihe der schönsten Schilderungen seiner Jugendzeit entnommen und so unserer Generation eine köstliche Gabe geboten. Wir tun Einblicke in das Kulturleben jener Epoche des Stolzes und unmittelbar darauf der tiefsten Erniedrigung Preußens Jinmermann wuchs in Magdeburg auf, sah hier als Knabe die über alles verehrte Königin Lilise, sah den Abmarsch des preußischen Heeres seine fluchtartige Rückkehr, Magdeburgs schmachvolle llebergabe, die Besetzung durch die Franzosen, später das gedrückte Universitätslcben in Halle und nahm schließlich als Freiwilliger an den Befreimtgskrieaeu teil. — Das Buch ist besonders für die reifer, de Jugend antzerordenl- lich w empfehlen.