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Slmtliches.
Stadtkreis kjanau.
Polizeiverordnung.
Auf Grund des § 5 und § 6 post e der Verordnung vom 20. September 1867 über die Polizeiverwaltung in den neu erworbenen Landesteilen werden nach Beratung mit dem Stadtvorstand für die Abhaltung des Weihnachtsmarktes dahier nachstehende Bestimmungen getroffen:
Art. 1. Der Weihnachtsmarkt findet an den Tagen des 19. bis einschließlich 24. Dezember auf dem Neustädter Marktplätze statt.
Mit dem Aufschlagen der Verkaufsbuden darf Tags vorher angefangen, noch am Abend des 24. Dezember müssen dieselben aber wieder entfernt werden.
Art. 2. DaS Feilhallen auf diesem Weihnachtsmarkt ist observanzgemäß nur hiesigen Einwohnern gestattet und beschränkt auf s. g. Weihnachtsartikel, Kinderspielwaren, Christbäume, Christgärten, Lebküchler- und Konditorwaren.
Art. 3. Im übrigen ist jeder Feilhaltende den markt- polizeilichen Anordnungen unterworfen und werden Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnung mit Geldbuße bis zu 9 Mk. eventuell mit Haft geahndet.
Hanau den 8. Dezember 1881.
Der Königliche Landrat.
(gez.) Schrötter.
Wird hiermit veröffentlicht.
Hanau den 8. Dezember 1907.
Städtische Polizei-Verwaltung.
Der Oberbürgermeister.
I. V.: Hild. 26461
CMts-Kment-Vtlkehr Str Le'ihbaill.
Für Einlagen 41/i°/o Zinsen, bei Ausleihungen 6°/o Zinsen. 25853
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in der Gemarkung Hanau belegene, im Grundbuche von da, Band 16, Art. 932, Abt. I, Nr. 1 zur Zeit der Eintragung de» DersteigerungSvermerkeS auf den Namen der Ehefrau deS Tagelöhners Heinrich Dülfer, Katharina geb. Grün, zu Hanau a. M. eingetragene Grundstück:
Krtbl. 0 Parz. Nr. 72, Nr. 5 der Kleinegasse,
a) Wohnhaus mit Küchengebäude links (B), Einfahrt und Hofraum — 2 ar 04 qm,
b) Hintergebäude rechts (A),
— Gebäudesteuernutzungdwert 1065 Mk. — — Grundsteuermutterrolle Art. Nr. 1785, Gebäudesteuer- rolle Nr. 844 —
am 24 Januar 1908, vormittags 91/* Uhr, durch das unterzeichnete Gericht — an der Gerichtsstelle, Zimmer Nr. 14 — versteigert werden.
Hanau den 30. November 1907.
_ Königliches Amtsgericht Abt. 2. 26453
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Niederissigheim belegenen, im Grundbuche von da zur Zeit der Eintragung deS Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Heinrich Konrad Lottich, Konrads II. Sohn, in Niederissigheim eingetragenen Grundstücke:
I. Band I Art. Nr. 27, Abt. I Nr. 13 u. 14: Krtbl. 5 Parz. Nr. 111, unter der Röthen, Acker
= 9 ar 27 qm,
— Reinertrag = 4,59 Mk. —
Krtbl. 8 Parz. Nr. 91, die Borngärten, Acker,
= 1 ar 83 qm,
— Reinertrag = 1,11 Mk. —
II. Band IV Art. Nr. 180, Abt. I Nr. 1 bis 4r Krtbl. 3 Parz. Nr. 92, Atzemergasse — 38 qm, , 8 „ „ 94, Haus Nr. 2 ----- 49 qm, „ 3 „ „ 93, ----- 51 qm, „ 8 „ „ 95, = 1 ar 32 qm, a) Wohnhaus mit Hofraum und Hausgarten, („ 92) b) Scheuer, („ 92) c) Stall,
„ (Gebäudesteuernutzungswert ----- 24 Mk^)
Frcitaff den 13. Dezember
— Grundsteuermutterrolle Art. 3 und 4 Gebäudesteuerrolle Art. 2 —
am 24* Januar 1908, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht — an der Gerichtsstelle — Marktplatz 18, Zimmer Nr. 14 — versteigert werden.
Hanau den 6. Dezember 1907.
Königliches Amtsgericht Abt. 2. 26451
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 gelber Damen-Gummigürtel, 1 kleines schwarzes Portemonnaie mit 30 Pfg., 1 goldene Brille mit Futteral.
Verloren: 1 silbervergoldetes Kettchen mit goldnem Anhänger und Rafael-Engel, 1 silbernes Medaillon mit Photographie, 1 Geldbeutel mit zirka 20 Mk., 1 goldene Damenuhr, 1 schwarzer Herrenschirm mit braunem graden Griff.
Zugelaufen: 1 junger schwarzer Hund mit 4 weißen Pfoten, m. Geschl.
Entlaufen: 2 Gänse, 1 brauner kurzhariger Jagdhund mit etwas grauer Brust.
Hanau den 13. Dezember 1907.
PolitiTehe Run dich au.
Die Krisis im Flottenverei«. Der Präsident des deutschen Flottenvereins, Fürst Otto zu Salm, veröffentlicht folgende Mitteilung: Anfragen anläßlich der Niederlegung deS Protektorats des Prinzen Rupprecht von Bayern über den bayrischen Landesverband veranlassen mich zu folgender Erklärung: ES liegt für das Präsidium kein Grund zu irgend einer Aeußerung in dieser Angelegenheit vor, das in derselben streng 'atzungsgemâß gehandelt und nur pflichtmäßig seine Unabhängigkeit gewahrt hat.
Die kommisiarischsn Beratungen über die Be- soldunqsaufbesserung der Reichsbeamten beginnen am Montag, 16. Dezember, unter dem Vorsitz eine» Rates deS ReichS- schatzamtes.
Gin Teil der Leipziger Bulbhaudlnngsgehilfeu hat den sofortigen Eintritt in die passive Resistenz beschlossen. Die den Gehilfen seitens der Prinzipale gemachten Zugeständnisse waren von den Gehilfen alS ungenügend zurückgewiesen worden.
Der nordamerikanische Senat nahm eine Resolution an, in der der Schatzsekretär ersucht wird, alles in seinem Besitze befindliche Material zur Verfügung zu stellen, über die Verwahrung der staatlichen Depositen bei den Nationalbanken, die Vermehrung der Umlaufmittel, die Einzelheiten über die Ausgabe der Panamakanalbonds und der Schutzamtsnoten, den Umfang der im Lande ausgegebenen Clearing- House-Zertifikate, die Versendung von Bargeld und die verschiedenen Goldimporte während der letzten Monate.
Der Kaiser in Holland.
Umuiden, 12. Dez. Beim Einfahren der „Hohen- zollern" wurde ein Salut nicht abgegeben, weil der Kaiser bis Amsterdam inkognito reist; nur als die „Hohenzollern" das niederländische Panzerschiff „Friedland" passierte, wurde von der Kapelle dieses Schiffes „Heil Dir im Siegerkranz" gespielt, während die Besatzung paradierte. Am Ufer hatte sich eine große Menschenmenge angesammelt, von der die „Hohenzollern" bei ihrer Einfahrt mit lautem Jubel begrüßt wurde. Die „Königsberg" und „Sleipner" machten in der Nähe der „Hohenzollern" fest.
Nmuiden, 12. Dez. Heute abend fand an Bord der „Hohenzollern" Tafel statt, zu der u. a. der deutsche Gesandte v. Schlözer geladen war, der neben dem Kaiser saß. Während der Mahlzeit spielte die Musikkapelle der „Hohenzollern".
Amsterdam, 12. Dez. Anläßlich des bevorstehenden Besuche» deS deutschen Kaisers veröffentlichen alle Blätter Begrüßungsartikel, in denen sie besonders dem Kaiser als Friedensfürsten huldigen und die zwischen Deutschland und den Niederlanden bestehende gute Nachbarschaft betonen.
Amsterdam, 12. Dez. Auch die Rotterdamer und Haager Zeitungen bringen anläßlich des Besuches deS Kaisers Wilhelm Begrüßungsartikel, in denn sie dem deutschen Kaiser als Friedensfürsten huldigen und seine Verwandtschaft mit dem Hause Oranien hervorheben.
Aus den Kommissionen.
Berlin, 12. Dezbr. Die Budaetkommission des Reichstages setzte die Beratung des Marineetats bei Kapitel „Schiffsbauten und Armierungen" fort und nahm die ersten 10 Artikel an. Auf eine Anfrage Erzbergers trat Staatssekretär 8, Tirvitz nachdrücklich der in der Presse zum Aus-
«Yernsprechanschlutz Nr. 605. 1907
druck gekommenen Auffassung entgegen, als ob unsere in Bau befindlichen Schiffe nicht auf der Höhe der Zeit ständen. Ferner äußerte sich v. Tirpitz über den Umbau der Kaiserklaffe und führte aus, die Schiffe müßten im Laufe ihrer Lebenszeit einmal erfahrungsgemäß einer Grundreparatu» unterzogen werden, dabei sei nicht immer zu trennen, wa8 Reparatur und was technische Verbesserungen seien. Die Kaiserklaffe sei schon bei ihrer Konstruktion zu tief gefallen, so daß der Panzergürtel eines Schiffes nicht hoch genug au» dem Wasser liegt. Der Hauptzweck der Umbauten sei dah«, die Schiffe zu erleichtern. Müller-Fulda (Ztr.) konstatiert, daß nach den Darlegungen des Staatssekretärs die Artikel in der „Täglichen Rundschau" auf der Unkenntnis der wirklichen Sachlage beruhen. Es liege in Interesse der Verwaltung und des Lande», wenn einer Beunruhigung entgegen- getreten werde. »Darauf erklärte Staatssekretär von Tirpitz, er habe sich nicht veranlaßt gefühlt, der in der Presse geübten Kritik an unserem Schiffsmaterial entgegenzutret«, weil bei derartigen Indiskretionen verschiedene durchaus gebotene Rücksichten verletzt werden müßten. Unsere Schiffe seien im allgemeinen viel besser gepanzert als die englischen. Paasche (nat.-lib.) weist in Anknüpfung an die Auslastung« des Staatssekretärs die Auffassung zurück, als ob die nationalliberale Partei mit den Artikeln der „Täglichen Rundschau" irgend etwas zu tun hätte. Arendt (Rpt.) äußert, die Diskreditierung unserer Flotte, wie ste betriebe« werde, sei außerordentlich bedauerlich. Sodann wurden die meitereii Titel betreffend „Schiffsbauten" bewilligt.
Berlin, 12. Dezbr. Die Kommission des Reichstag zur Beratung des Entwurfs eines Gesetze» betreffend die Bestrafung der Majestäts-Beleidigung nahm heute daS Gesetz endgültig in folgender Fassung an: Die Beleidigung ist «« dann auf Grund der §8 95, 97, 99, 101 strafbar, wen« sie in der Absicht der Ehrverletzung böswillig und mit Ueber* legung begangen ist. Im Falle mildernder Umstände kamt die Gefängnisstrafe oder die Festungshaft bis auf eine Woche ermäßigt werden. Die Verfolgung verjährt in sechs Monat«. Ist die Strafbarkeit nach Absatz 1 ausgeschlossen, so findet die Vorschrift des 14. Abschnittes des Strafgesetzbuchs (gewöhnliche Beleidigung) Anwendung. Außer dem wurde der § 95 Abs. 2 St.-G.-B. dahin abgeändert, baß im Falle der Verurteilung die durch öffentliche Wahl erworben« Rechte nicht aberkannt werden dürfen.
Hus alter Gleit
Aus einem richterlichen Urteil, mitgeleilt in der Zeitschrift des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins, nimmt die „Frkf. Ztg." folgenden Satz: „Auf die Berufung bei Beklagten wird das Urteil pp. dahin abgeändert, daß Beklagter unter Abweisung deS Klägers mit seinem weiter» gehenden Anträge verurteilt wird, anzuerkennen, daß dem Kläger als Eigentümer des HofeS Nr. F zu Th . . . . bdS Recht zusteht, über das östlich der Bau- und Hofstelle setnetz HofeS belegene, zu dem Hofe No. Z. zu Th . . . . gehört« Grundstück des Beklagten mit dem Wagen von der DoH» straße aus unter Benutzung der diese mit dem Grundstücke des Beklagten verbindenden Brücke in der Breite, welche ste vor der vom Kläger daran vorgenommenen Veränderung hatte, beim Transporte von Stroh und Heu auf den Boden seines Hauses vor die in be* Ostwand dieses Hauses befindliche Haustür und zum Transport von Dünger von dem hinter seinem Hause belegenen Hofe und von Holz nach diesem Hofe zu fahren."
CtsenbahimnfäAe.
Heinrichswalde, 12. Dezbr. Heute vormittag 10‘/t Uhr entgleiste den „Kreisnachrichten zufolge ein Zug der Niederunger Kleinbahn, als er die Brücke bei WolfSberg passierte. Die Lokomotive sprang auS dem Gleis und stürzte in den Wolfsberger Kanal. Dem Lokomotivführer ist eS gelungen, rechtzeitig abzuspringen; der Heizer stürzte mit der Lokomotive in den Kunal, lebt aber noch. Die Person«- wagen stehen auf dem Gleise. Ein Hilfszug ist bereit» von Neukirch abgegangen. Passagiere wurden nicht verletzt. Die Ursache der Entgleisung ist noch unbekannt.
Besancon, 12. Dezbr. Auf der Strecke Besoul— Besanyon stießen in der Nähe der Station Valleroi-Le» Bois zwei Züge aufeinander. Fünf Personen wurde« getötet und 15 Personen verletzt.
Schtffsbertcht-.
(Mtgeteilt von Agent Ab. Treusch-Hanau.)
Hatttbura, io. Dezbr. Der Dampfer „Sardinia" von der Hamburg-Amerika-Linie ist gestern in Colo« ein- getroffen.