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Nr. 291 M«»n!prech»i>schl»tz Rr. 605.
Freitag den 13. Dezember
Fernsprechanschluss Nr. 605. 1907
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Die beiltlzeNMüier «faßt tritt i.llttavltnMill
14 Seiten.
Amtliches.
Landkreis F)anau.
StltenMmgtn des Kömglichen Leildratsutö.
Mit der Berichterstattung auf meine Verfügung vom 15. August d. Js., J. Nr. V 5818, betreffend Einschränkung der AuSnahmetage für den 9 Uhr-Ladenschluß, sind noch eine Anzahl Bürgermeister im Rückstände. Es wird deshalb an die Erledigung der genannten Verfügung mit Ktägiger Frist erinnert.
Hanau den 10. Dezember 1907.
Der Königliche Landral.
V5818 I. Ar Conrad, Kreissekretär.
Der Herr Polizeipräsident in Frankfurt a. M. hat die durch Bekanntmachung vom 11. September er. über den Stadt- und Landkreis Frankfurt a. M. verhängte Hundesperre (vergl. die Bekanntmachung in Nr. 214 bei „Han. Anz.*) wieder ausgehoben.
Hanau am 11. Dezember 1907.
Der Königliche Landrat.
V 12001 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher de« Kreises mache ich auf meine Rundverfügung vom 16. August 1907, St 4485, Abgangstettung der Einkommen- und Ergänzung-steuer beim Ableben von Steuer- pstichtigen re. betr., aufmerksam und erwarte ihre pünktliche Befolgung.
Die Rundverfügung ist hier am 23. August d. J. zur Absendung gekommen.
Hanau den 11. Dezember 1907.
Der Vorsitzende
der Ginkommensteuer-DeranlagungS-Kommission für den Landkreis Hanau.
St 6821 J. V.: Siemon, Reg.-Affessor.
Stadtkreis Hanau.
Bekanntmachung.
4
Stadtverordneten
Das Ergebniß der in der Zeit vom 9.— 11. Dezember b. J. stattgefundenen engeren Wahl von ' der 8. Wahlabteilung ist folgendes:
ES erhielten
2198
2191
2190
1. Lückhardt, Jean, Weißbindermeister
S. Sommer, Karl Ludwig, Kaufmann
8 Fischer, Max, Lithograph
4. Kempf, Wilhelm, Obereisenbahn-Assistent 2190
5. Craß, Karl, Gewerkschaftsbeamter
6. Hoch, Gustav, Schriftsteller
7. Aukamm, August, Goldarbeiter
8. Wagner, Georg, Dr. med., Arzt Gestrichen ohne Ersatz sind
Stimmen
ff »
*
ff
*
ff
ff
ff
2053
2058
2052
2051
11
16984 Stimmen
Gewählt haben 4246 Wähler.
Gewählt sind die vorstehend unter Nr. I bi- einschl. 4 genannten Herren. ,
Nach § 29 Absatz 2 der Städteordnung für die Provinz Hessen-Nassau vom 4. August 1897 kann von jedem Stimmberechtigten innerhalb zwei Wochen nach Bekanntmachung des Wahlergebnisses bei dem Magistrate Einspruch gegen da« stattgehabte Wahlverfahren erhoben werden.
Hanau den 12. Dezember 1907.
Der Magistrat.
Hild. 26511
Bekanntmachung
iltr ömm
Wie schon aus einem an sämtliche Arbeitgeber gesandten Zirkularschreiben zu ersehen ist, wird vom 1. Januar 1908 bezw. vom 30. Dezember 1007 ab bei unserer Kasse das Bar-Erhebe-Verfahren eingeführt werden, sodaß das Marken-Klebe-System in Wegfall kommt. Sollte erneut Arbeitgeber oder sonstigen Interessenten ein Zirkular durch Verleben nicht ruaeÜellt worden sein, io wolle man
solches bei der Kasse verlangen und ist aus demselben alles weitere ersichtlich.
Die bis zum Schluffe des Rechnungsjahres, 28. Dezbr. 1907, sättigen Beiträge sind von
Montag den 16. bis Mittwoch den 18. Dezember
spätestens aber am
Montag den 23. oder Dienstag den 24 Dezember, vormittags, zu entrichten, da am 30. Dezember das Mahnverfahren beginnt.
Überschüssige Marken werden vom 30. Dezember 1907 bis zum 31. Januar 1908 bei der Kasse wieder ein gelöst.
An den Dienstagen den 24. und 3L Dezember wird die Kasse um 3 Uhr nachmittags geschlossen; sie ist an diesen beiden Tagen von vormittags 9 Uhr bis nachmittag« 3 Uhr ohne Unterbrechung geöffnet.
Hanau, 13. Dezember 1907.
Der Borstand der Hanauer Ortskrankenkasse.
Schabl,
1r Vorsitzender. 26457
Hus Hanau Stadt und Hand.
Hanau, 19. Dezember.
* Provkuzial-Hauplkasie. Die bisher als Provinzial- Kaffe für Hessen - Nassau in Cassel bestandene Kasse, führt vom 1. Januar 1908 ab die Bezeichnung „Provinzial- Hauptkasse für Hessen-Nassau zu Cassel." Alle für den Provinzial-Verband, die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft und deren Haftpfticht-Berstcherungs-Anstalt, sowie die Landeß • Versicherungs - Anstalt Hessen - Nassau bestimmten Geldsendungen sind daher vom oben genannten Tage ab unter der neuen Bezeichnung der Kasse einzusenden.
* Personalien. Der kontrolleführende Kasernen- inspektor auf Probe Lang« in Hanau wurde zum Garn.« Verwalt.-Kontrolleur ernannt.
* Deutsche Kolonialgesettschaft. Im Anschluß an die Anzeige in gestrigen Blatt teilen wir mit, daß der heutig« Vortrag de« Herrn Rittmeister« v. K o p p y sich neben der Schilderung der Kriegserlebnisse zugleich über di« Entwicke- lungSfähigkeit und Zukunft der südwestafrikanischen Kolonien verbreiten wird. Wie schon bemerkt, wird der Vortrag durch Lichtbilder erläutert werden und um 8l/e Uhr beginnen.
* Stadttheater. Heute wird „Mamselle Nitouche", die entzückende Operette von Meilhac und Millaud, zum ersten Male wiederholt und zwar in derselben prächtigen Ausstattung und Besetzung wie bei der Erstaufführung, bei welcher die Hörer geradezu enthusiasmiert waren. ES sei deshalb der Besuch dieser Vorstellung ganz besonder« empfohlen. Am Sonntag nachmittag wird bei kleinen Preisen „D i e wilde Katze' gegeben und wird mit ihren durchweg hübschen Melodien, den zündenden Gesang- und Tanzeinlagen jedem ein paar angenehme Stunden bereiten, auch die Lacher werden gründlich auf ihre Kosten kommen. Am Sonntag abend kommt in großer Vorbereitung eine bedeutende Novität, und zwar das Schauspiel „Die schöne Marseillaiserin", mit Frl. Rohn-Ressel in der Titelrolle, zur Aufführung. Es ist dies ein neues Napoleonstück von Pierre Berton. Der erfolgreiche Autor von „Zaza" hat mit dem ganzen technischen Geschicke des französischen Dramatikers sein Schauspiel geschrieben. Die „Madame SanS-Gsne" Sardou's hat in der reizenden Figur der jungen Marquise „Jeanne de Briantes" eine würdige Nachfolgerin gefunden. Um sie und „Napoleon" spinnen sich alle Fäden der spannenden, rührenden und an äußeren Effekten reichen Handlung. Der Verfasser zeigt reiches Bühnengeschick, und die Reihe fesselnder Szenen und anziehender Bilder, deren Reiz durch gefällige Szenerie und durch große Pracht an Kostümen erhöht wird, hat auch der „Schönen Marseillaiserin" den Erfolg an allen Bühnen gesichert. Zwei mißglückte Attentate auf Napoleon I. sind die Grundlage des Stückes. Das erste ein Bombenattentat, das zweite gipfelt in dem historisch bekannten Versuch, den großen Korsen durch Umtausch seiner Tabutiöre mit vergiftetem Schnupftabak aus der Welt zu schaffen. Der Anschlag wird aber durch die Titelheldin verhindert. Eine prächtige Szene reiht sich an die andere, so spannend und wirkungsvoll, daß das Stück auch, hier den größten Beifall finden wird.
* Teuerung und Festlichkeiten. Der Ortsverein Frankfurt a. M. des Verbandes mittlerer Reichs-Post- und Telegraphenbeamten bat in seiner letzten Hauptversammlung beschlossen, mit Rücksicht auf die anhaltende Teuerung. und die damit nicht im Einklang stehenden Beamtengehälter, auch in diesem Winter von allen Festlich leiten (Ballen und beratj
abzusehen, die mit nennenswerten Ausgaben für die Mitglieder verknüpft sein könnten. — Eine im Sommer nach Auszahlung der Teuerungszulage unter den Mitgliedern des OrtsvereinS abgehaltene Sammlung hat, wie kürzlich mitgeteilt wurde, nahezu 1000 Mark eingebracht. Hiervon wurden rund 825 Mark zur Unterstützung von Hinterbliebenen verstorbener Mitglieder verwendet, während rund 150 Mark dem Verbandsvorstand in Berlin abgeführt wurden, als Beitrag zum Grundstock für die Errichtung einer Lungenheilstätte für VerbandSmitglieder.
• Erhöhung deS MilchpretseS. Die vereinigten Milchhändler und Produzenten HanauS und der Umgegend geben bekannt, daß infolge der immer teurer werdenden Produktions- und Betriebskosten und der Knappheit der Milch vom 16. d. Mt». ab eine Erhöhung deS Milchpreises um 2 Pfg. pro Liter rintreten muß, sodaß die Milch auS- gemessen 22 Pfg., in Flaschen 24 Pfg. das Liter kostet. In der Bekanntmachung wird betont, daß dieser Preis in allen Nachbarstädten schon seit längerer Zeit bezahlt werde.
* Die katholische Gemeinde Hanaus hält über* morgen, also Sonntag, präzis 8 Uhr, im großen Saale der „Centralhalle" einen Lichtbilderabend über die ewig« Stadt Rom ab. Der Vortrag, gehalten von Herrn Kaplan Schnell aus Bürgel, verbunden mit herrliche« erläuternden Bildern, dazu noch entsprechende Musikvorträg« und Deklamationen, werden die reichste Abwechselung bieten und diese Veranstaltung wieder zu einem schönen Volks- bildungSabend gestalten. Der Eintrittspreis beträgt & Person 10 Pfg., für Schulkinder die Hälfte. Herr Dechant B.aun bittet alle seine Pfarrangehörigen mit ihren Familien -u diesem Abend recht zahlreich zu erscheinen.
* In Haft gerieten zwei Bettler und ein vom Drago- ner-Regiment in Hofgeismar desertierter Dragoner.
• Verhüt-teS Unglück. Al« am Dienstag der Fuäh- Personenzug von Kahl nach Alzenau fuhr, bemerkte am Hanauer Uebergang auf ea. 4 Meter Entfernung der Lokomotivführer ein von Hanau kommendes Mehlfuhrwerk. Trotz bei bereit« in Funktion getretenen Läutewerkes an der Maschine, sowie der mehrmals gegebenen Dampffignale kümmerte sich der Fuhrmann nicht darum und fuhr langsam den Uebergang hinüber. Nur infolge der Aufmerksamkeit deS Personals durch Abgabe von Gegendampf und sehr langsame« Fahren wurde größeres Unglück verhütet.
T Die 8 verhafteten Eisenbahn-Attentäter auS Wafferlos, welche kürzlich auf der KahltalbaHn einen Zug zur Entgleisung zu bringen versuchten, wurden bereits wieder in einstweilige Freiheit gesetzt, nachdem sie ein um* fastendes Schuldbekenntnis abfegten und die Annahme eine« Fluchtverdachtes ausgeschlossen ist.
• Tötung eines KindeS durch Ueberfahre-r. Am 22. Juni d. J. wurde in Gelnhausen etwa 200 Meter hinter dem Ziegelturm nach der Stadt zu das 4jährig« Söhnchen des Bäckermeister« Dietzel von einem Chaisenfuhr- wert überfahren, als dessen Kutscher der Verwalter von Hofgeisberg bei GeiSlitz fungierte. Der unglückliche Jungr wurde durch die Vorderbeine des einen Pferdes umgeworfen und durch den Hinterfuß derartig am Kopf verletzt, daß er einige Minuten danach sein junge« Leben auShauchte. Dsm Kutscher, der sich gestern vor der Hiesigeu Strafkammer zu verant- worteu hatte, wird vorgeworfen, durch Außerachtlassung der ihm obliegenden Verpflichtungen den Tod deS Kleinen fahrlässige, Weise verschuldet zu haben. Insbesondere soll er nicht die rechte Seite der Fahrbahn eingehalten und in zu schnellem Tempo gefahren sein. Die Zeugenaussagen gehen aber in dieser wie auch in anderen Beziehungen sehr auseinander, ein Umstand, der wohl, wie vom Vorsitzenden in der Urteilsbegründung hecvorgehoben wird, darauf zurückzifführen ist, daß im Moment des Vorfalles jedermann feine Aufmerksamkeit auf das verunglückte Kind richtete und sich um daâ übrige ’ nicht kümmerte. Im allgemeinen wird der Angeklagte als ein ruhiger, vorsichtiger Fahrer geschildert. Nach den Bekundungen eines 12jährigen Jungen, der auf den Verunglückten achtgeben sollte, stand dieser bereits auf der Mitte der Straße, als der Wagen noch in weiter Ferne war. Wäre dies der Fall gewesen, so hätte der Angeklagte den Kleinen allerdings sehen müssen, und der Vertreter der Anklage, Herr Erster Staatsanwalt Lehmann, weist dementsprechend in seinem Plaidoyer darauf hin, daß den Angeklagten die Schuld an dem Unglück treffen müsse, wenn es sei, wie der Junge sagt, denn entweder sei er dann
* Raummangel nötigte uns leider, den Bericht über die gestrige Sitzung des preussischen Abgeordnetenhauses sowie einen Feuilletonartikel über das gestrige 1. Sinfoniekonzert im hiesigen Stadt- theater für die nächste Nummer lurückrustellen