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NiertchSYrNch 1,80 Mk^ monatlich 60 Pfg., für <n* wâ«ige Abonnenten mit dem betreffenden PoKrujjchl«-, Die einjA» Nummer kostet 10 Pst»

R-talieatdruck und Verlag der Buchdrucks bei verem» A Waisenhauses « Hanau»

Amtliihts Organ für Statt- uni Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mü AuLachon der Sana» »md Feiertage, mit belletristischer Beüagr,

VararüwsUl. R«â«r e, ®siedet bi Haâ

Nr. 287 Mernspr«cha»kchl»K Nr. «OS

Amtliches.

Stadt- und Landkreis Fjanau.

Die Firma H. BrunS u. Co. in Braunschweig, deren Prospekt über Türkenlose zu einer im „Hanauer Anzeiger" vom 21. v. M. abgedruckten Warnung Veranlassung ge­geben hat, hat in einer längeren Erwiderung um Aufnahme einer Berichtigung ersucht. Ich entspreche dem Ersuchen in­sofern, als ich einen tatsächlichen Irrtum berichtige, der in der Warnung enthalten war: die Gewinne der Türkischen

Prämienanleihe, welche lange Jahre nur mit 58°/o ihre» Nennwerts eingelöst wurden, werden zur Zeit wieder voll ausgezahlt; die ensprechende Angabe des Prospekts war also richtig. Im Uebrigen muß ich meine Warnung in vollem Umfang aufrechterhallen. Sie war begründet, weil

L der Prospekt in seiner absichtlich unklaren und unvoll- ständigen Fassung geeignet ist, daS fachunkundige Publikum über den Wert der Lose und die Höhe deS Kaufpreise« zu täuschen,

2. der von der Firma betriebene Verkauf der Lose gegen Kredit das kaufende Publikum in ganz unglaublicher Weise belastet.

Auf Grund der von der Firma über ihren Ge­schäftsbetrieb selbst mitgeteilten Erläuterungen äußert sich die „Frankfurter Zeitung" im HandelSteil deS 2. MorgenblatteS vom 8. d. Mts. darüber folgermaßen:

„Danach verkauft die Firma Türkische Fr». 400-Lose, die an der Frankfurter Börse heute für jedermann zu Mk. 141.20 erhältlich waren, fest zu Mk. 145. Aber sie verkauft solche auch auf Kredit, und das scheint der Hauptzweck ihrer Anpreisungen zu sein. Dabei verlangt sie für die Kreditierung des Kaufpreises monatlich Mk. 8.20 für jede» Los, das macht jährlich Mk. 38.40, gleich 26*/, pCt. Zinsen, woraus sich ergibt, wie sehr die „Warnung des Hanauer Landrat» vor jeder Geschäfts­verbindung mit der Firma am Platze war."

Hanau den 9. Dezember 1907.

Der Königliche Landrat und Polizei-Direktor.

v. Beckerath.

Stadtkreis Fjanau. Bekanntmachung.

Von den in den Gemarkungen Hanau und Großauheim gelegenen, der Stadt Hanau gehörigen Grundstücken ist noch eine Anzahl Parzellen unverpachtet.

Termin zur Verpachtung derselben findet am

Donn-rStag d-n 12. -. MtS, nachmittags 3 Uhr,

Montag den 9. Dezember

^-rnspr-chanschlust Nr. 605. 1907

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in der Gtadthauptkaffe (Neustädter Rathaus, 1. Ober­geschoß, Zimmer 4) statt.

Pachtliebhaber werden hierzu mit dem Bemerken einge­laden, daß über die Lage der betreffenden Grundstücke in der genannten Kasse bereits vorher während der Dienststunden von S1^ bis 12'/, Uhr vormittags an der Hand der Karte Auskunft erteilt wird.

Hanau den 9. Dezember 1907.

SLadthauptkass-.

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Bekanntmachuna.

Die int Erdgeschoß und 1. Obergeschoß deS Fürstenbaues des Stadtschlosses neu hergerichtete Wohnungen, bestehend auS je 6 Zimmern und Zubehör, sollen alsbald vermietet werden. Die Wohnungen können nach Anmeldung beim Schloßkastellan tagsüber eingesehen werden.

Angebote wollen unS schriftlich eingereicht werden.

Hanau am 29. November 1907.

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Der Magistrat.

Städtische Sparkasse.

Dom 1. Januar 1908 ab wird die täglich- N-r- zinfnng für Spareinlagen eingeführt, und zwar in der Weise, daß jede Einlage vom Tage nach der Einzahlung und jede Rückzahlung bis einschließlich dem Tage vor Erhebung verzinst wird.

Hanau den 3. Dezember 1907.

Der Vorstand

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Politische Rundschau.

70. Geburtstag des Oberpräftdenten Grafen von Zedlitz. AuS BreSlau, 8. Dezbr., wird be­richtet : AuS Anlaß deS 70. Geburtstages deS Oberpräsi­denten, StaatSminister Graf von Zedlitz und Truetzschler, erschienen heute Abordnungen sämtlicher Staatsbeamten der Provinz im Oberpräsidium zur Gratulation. Der Regierungs­präsident v. Holwede überreichte eine Büste, der Vorsitzende deS ProvinzialauSschuffeS, Graf Stosch, ein Oelgemâlde deS Oberpräsidenten und der Oberbürgermeister von BreSlau, Dr. Bender, eine Radierung des Rathauses. Weiter folgten Abordnungen einer großen Anzahl von Behörden und Ver­bänden und wissenschaftlicher Gesellschaften, die den Ober- präsidenten zum Ehrenmitglied« erwählt haben, Kardinal Fürstbischof Dr. Kopp, die Generalität deS 6. Armeekorps, die Vertreter deS Provinzialausschusses der Provinz Posen, deren Oberpräsident Graf v. Zedlitz und Truetzschler früher

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gewesen ist, und eine Abordnung der Stadt Posen mit der Radierung ihres Rathauses. Die juristische Fakultät der Universität promovierte den Oberpräsidenten zum Ehrendoktor. Nachmittags fand ein Festesten im Hause der Zwinger- gesellschaft statt, bei welchem der Oberpräsident ein Hoch auf den Kaiser ausbrachte, während der Herzog von Ratibor auf den Oberpräsidenten, Kardinal Dr. Kopp auf die Familie desselben toastete.

Aus Sttdw-ftafrtka zurück. Gestern ist in Cux­haven der Dampfer „Eduard Woermann" mit einem Rück­transport der südwestafrikanischen Schutztruppe in Stärke von 16 Offizieren und Beamten, 160 Unteroffizieren und 455 Mannschaften eingetroffen.

Zur Polenvorlage. Das StaatSministerium lehnte die Anträge der Konservativen zu der Ostmarkenvorlage, die di« Enteignung auf den polnischen Grundbesitz beschränken wollen, ab.

Die Kroaten im ungarischen Abgeordneten­haus- AuS B u d a p e st, 7. Dezbr., wird berichtet: Die heutige Sitzung deS Abgeordnetenhauses verlies stürmisch. Der Vizepräsident Navay entzog mehreren kroatischen, Ob­struktion treibenden Rednern das Wort, da di« Redner vom Gegenstand« abschweiften. Darüber gerieten die Kroaten in große Erregung; sie drohten dem Präsidenten und schlugen auf ihre Pulte. Wegen deS Lärmen» werden zwei Abgeord­nete, Popowitsch und Supilo, vor dem Ausschuss« zur Ver­antwortung gezogen werden. Die Sitzung schloß in gro^ Erregung. Die nächste Sitzung soll morgen, Sonntag, stattfinden, wogegen die Kroaten lebhaft protestierten, da die Abhaltung einer Sitzung am Feiertag« «och niemals vorg«- kommen sei.

Die Lage tu Poriugal. Wie „Diario Jllustrado", daS Organ des Ministeriums schreibt, werden für den Fall, daß die ruhige politische Lage der letzten Tage andauer« sollte, die Wahlverbände noch im laufenden Monat ein berufen werden, um gegen Ende des Monat» März oder Anfan- April kommenden Jahre» zusammenzutreten.

König Oskar von Schweden t»

Stockholm, 8. Dezbr. Heute morgen 5*/, Uhr Heg der Kronprinzregent den Ministerpräsidenten, den Minister des Auswärtigen und die höheren Hofbeamten rufen; auch die ganze königliche Familie war im Krankenzimmer ver­sammelt. Um 7 Uhr morgens teilte der Adjutant des Königs mit, daß der Tod nah« bevorstehe.

Stockholm, 8. Dezbr. König Oskar von Schweden ist heute vormittag 9 Uhr 15 Min. gestorben.

Stockholm, 8. Dezbr. Der König nahm den Nam«g Gustav V. an und den Wahlspruch: „Mit dem Volk für das Vaterland".

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p-UM-kSW.

VII Wissenschaftliche Sitzung der SenSenbergischen Naturforschenden Gesellschaft.

Frankfurt a. M^ 7. Dezember 1907. Vorsitzender: Direktor Professor Dr. August Knoblauch. Dr. I. Drevermann spricht über:

„Das Zeitalter der Saurier.

Zu einer Zeit, als noch kein Mensch lebte, als nur kümmer­liche Vertreter der Säugetiere vorhanden waren, herrschten aus der Erde unumschränkt die Saurier, von denen heute nur noch geringe Reste in den Gruppen der Eidechsen, Schildkröten, Schlangen und Krokodile übrig sind. In riesigen Gestalten bevölkerten sie daS Festland und das Wasser, Binnenseen sowohl wie den offenen Ozean und die Flugsaurier beherrschten in gleitendem Fluge die Luft. Der Redner geht von den reichen Schätzen des S e n ck e n- b e r gischen Museums auS, das eine der besten, das heißt ausgeglichensten deutschen Sammlungen fossiler Saurier besitzt. Zunächst bespricht er unter besonderer Berück­sichtigung des herrlichen Diplodoeus-SfelettS im Lichthof die große Gruppe der Dinosaurer, der „Schreckensechsen", zu ■ denen die größten Landtiere gehören, die jemals gelebt haben.

Hat doch Brontosaurus, ein naher Verwandter des Diplo- docus, nicht weniger als 30 Meter Länge erreicht. Zur Jura- und Kreidezeit zitterte der Boden unter dem Tritt der riesigen Tiere, zu denen harmlose Pflanzenfresser und ge- waltige Räuber, langsam auf allen Vieren sich fortschleppende und känguruhartig hüpfende Gestalten gehören, zu denen wir ferner auch abenteuerliche Gestalten wie den Stegosaurus und den Triceratops zählen müssen. Im Meere lebten zu gleicher Zeit die Ichthyosaurier mit delphinartigem Körper und kurzem Hals, die langhalsigen Plesiosaurier und die ge­waltigen, schlangenförmige« Molazaurier. Bei allen sind die

Extremitäten zu echten Ruderorganen, zu Paddeln geworden und alle sind als schnelle Schwimmer und gefährliche Räuber aufzufassen. DaS Museum besitzt die Skelett« von sieben Ichthyosauriern, darunter das beste überhaupt bekannte und ein frei montiertes Exemplar; es besitzt ferner einen pracht­vollen Plesiosaurier, der wie das zuletzt erwähnte Stück in den nächsten Wochen zur Aufstellung kommen wird. Ein Mosasaurier ist leider bisher noch nicht im Museum ver­treten. Zuletzt werden die Flugsaurier besprochen, häßliche Tiere, die eine Flughaut, ähnlich derjenigen der Fledermaus, zwischen Vorder- und Hinterextremitäten und dem Körper besaßen, die ihnen einen schnellen und wohl auch aus­dauernden Flug gestaltete. Im deutschen Jura kennen wir bisher nur kleine Tiere aus dieser Gruppe, meist von Tauben- größe, von denen sich ein vollständiges Exemplar im Museum befindet; in der nordamerikanischen Kreide dagegen lebten Flugsaurier mit einer Flügelspannweite von sechs Metern und darüber.

Eine Anzahl Lichtbilder zeigt am Schluß deS Vortrages die seltsamen Gestalten der Saurier, wie sie in gemeinsamer Arbeit der Palaeontoloa und der Maler auf Grund der ge­fundenen Reste entworfen haben. Einige kleinere Saurier und mehrere Bilder sind zur Ergänzung des Vortrags ausgestellt.

litterarisches.

„Dokumente Ves Fortschritts" betitelt sich eine so­eben erschienene gleichzeitig in Berlin, London nnd Paris ausgegebene Monatsschrift, die ihrer Organisation nach zu urteilen, eine Revue größten Stiles, wie wir sie bisher noch nicht kannten, zu sein scheint. DaS Unternehmen trat nach mehrjährigen Vorbereitungsarbeiten an die Oeffentlichkeit und wird durch die Firmen Georg Reimer sür die deutschsprachige Ausgabe, Felix Alcan, Paris, für die französche und Fisher Unwin in London für die englische AuSgabe oertrete«.

Hinter dem Unternehmen steht, wie wir hören, in erster Linie der Lehrkörper des College libre deS Science» s^iale» in Paris, und aI8 Herausgeber zeichnet der Pariser Soziq- loge, Professor Rudolphe Broda. Ihm zur Seite stehen in den einzelnen Ländern Mitherausgeber: in Deutschland Dr. Hermann Beck, der Direktor deS Internationalen Instituts für Sozial-Biographte. Charakteristisch für die Ziele deS Unternehmens ist, daß ein fast lückenlos alle Länder der Erd« umfassender MitarbeiterkretS organisiert wurde und den öst­lichen Kulturkreisen (Judien, Siam, China, Japan) be­sonderes Interesse geschenkt wird. Etwa 200 ständige Korre­spondenten berichten über die wesentlichen Fortschritte der einzelnen Länder. Die Zeitschrift beabsichtigt, auS den Er­fahrungen deS einen Lande» die notwendige Kulturarbeit für die anderen abzuleiten, Anregungen zu geben, nicht durch utoptische Erfindung von Ideen, sondern durch Vertiefung der Kenntnis der verschiedenen nationalen Entwicklungen.

DaS erste Heft enthält u. a. Aufsätze von Karl Lamp­recht, Frederic Passy und Charles Dilke, sowie Korrespon­denzen der Professoren Sombart, TönnieS, Rade usw. Ver­treten sind mit Namen ähnlichen KlanaeS fast alle Kultur- staaten. Australien ist durch seinen früheren Ministerpräsi­denten, die englischen Kolonien sind durch Gelehrte und Grist- liche vertreten. Dabei erstreckt sich der Inhalt auf die ökono- nomische und politische Entwicklung, soziale Reformen, tech­nischen und wissenschaftlichen Fortschritt, moralische und RechtSentwicklung, neue religiöse, künstlerische und literarisch« Tendenzen.

Wenn die Zeitschrift hält, war ihre erste Nummer ver­spricht, haben wir in ihr einen tatsächlichen KristallisationS- punkt der verschiedenen Kulturlinien, ein Archiv deS Fort­schritts, wie es uns bisher noch fehlte.

Der billige Preis von 10 Mk. für den Jahrgang dürft» der von Lucien Bernhard künstlerisch aus gestatteten Zeit»! stritt einen breiten LeserkeiS sichern.

Albumblätter.

Die Freude kennst du nicht, wenn du nur Freuden kennest; Pir Wt daS ggtW W^ wenn du'S in Strahlen ttrmtch.