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Di« tiujel» Nummer kojiet 10 Psa,
«otationSbruck und Verla« der Buchdruck«! b» wuhb m L»aii«lhauM in Hanau.
General-Anzelger
AAtlllhts Organ für Stadt- un) Faadkrtis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
vi« ffatf gespaltet« PetüM oder der« Raa« 29 Pf-, ta RcflameiteÜ bie AM, 36 W^
vaaLti—rtt. N«râ«t ». «cheecker in Hana»
Nl. 282 Fernsprechanschluß Nr. 605.
Dienstaff den 3. Dezember
Aernsprechanschluß Nr. 605* 1907
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Amtliches, kreis Hanau. BekmtmchniW des KS«i«IIch» LlliKitsmtS.
Unter den Schweinen zu Dörnigheim ist die Schweine- seuche erloschen.
Hanau den 29. November 1907.
Der Königliche Landrat.
Y 11666 J. A.: Conrad, Kreissekretär.
Unter den Schweinen'zu Hüttengesäß ist die Schweine- euch« festgestellt worden.
Hanau den 27. November 1907.
Der Königliche Landrat.
V 11640 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Bekanntmachung.
CS wird hierdurch zur öffentlichen Ke^nt^i^ g-h^.-t, daß die Versteuerung der Pacht- und Mi-tve* zetchniste für das Kalenderjahr 1907 bis zum Ablaufe deS Monats Januar 1908 bei der zuständigen Steuerstelle zu hewirken ist.
Hanau den 2. Dezember 1907.
Königliches Hauptsteueramt. 25701
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die ih der Gemarkung Langenselbold belegenen, im Grundbuch« von Langenselbold Artikel 1808 zur Zeit der Eintragung deS VersteigerungSvermerkes auf den Namen deS Ackermanns Friedrich Wilhelm Mohn III», Heinrichs 4. Tohn, 'n Langenselbold eingetragenen Grundstücke: Krtbl. 69 Nr. 90, Seegaffe Nr. 7, 5,57 ar,
a) Wohnhaus mit Hofraum,
120 Mk. Nutzungswert,
b) Scheuer mit Keller,
c) Stall,
d) Schweinestall,
e) Stall mit Holzschuppen,
Krtbl. 69 Nr. 91, im Dorf, Garten, 10,04 ar,
18,15 Tlr. Reinertrag,
am 24. Januar 1908, vormittags 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht — an der Gerichtsstelle — versteigert werden.
Langenselbold den 28. November 1907.
Königliches Amtsgericht. 25705
Polizei-Verordnung zur Regelung des Feuerlöschwesens in der Landgemeinde Langenselbold.
Auf Grund der §§ 5 und 6 der Verordnung über die Polizeiverwaltung in den neuerworbenen Landesteilen vom 20. September 1867 und des § 148 deS Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 80. Juli 1888 wird nach Anhörung deS GemeinderatS für den Umfang der Gemeinde Langenselbold die nachstehende Polizei-Verordnung er- laffen:
8 1.
Verstöße gegen die Vorschriften der am 14. September d. J. für den hiesigen Gemeindebezirk erlassenen Ordnung betreffend die Regelung deS Feuerlöschwesen» werden mit Geld bis zu 9 Mark oder entsprechender Haft bestraft.
8 2.
Diese Polizeiverordnung tritt mit dem Tage ihrer Veröffentlichung in Kraft.
Langenselbold am 14. September 1907.
Die Polizeiverwaltung.
Der Bürgermeister.
____Koch._________25718
Die Zentral« für SpirituSverwertung in Berlin hat sich erboten, die in der Sitzung des landwirtschaftlichen Krei»- vereinS am 80. v. M. vorgeführte SpirituSglühlicht-Lampe Modell Berlin mit je einem Reserve-Zylinder und Glühkörper zum Preise von 6,80 Mk. pro Stück einschl. Fracht und Verpackung (Ladenpreis 10,25 Mk.) zu liefern, wenn die Bestellungen bis zum 20. Dezember gesammelt bei ihr eingehen. Der Unterzeichnete ist bereit, bis zum 18. Dezember bei ihm eingehende Bestellunaen auf die Lampe
zu vermitteln. Der Preis wird von den Empfängern durch Nachnahme erhoben.
Hanau den 2. Dezember 1907.
Der Vorsitzende des landwirtschaftlichen KreiSvereinS.
v. Beckerath.
Politische Rundschau.
Die nette FraktionSliste ist im Reichstage audge- geben worden. Die Parteien sind danach in folgender Stärke vertreten: Konservative 62, Reichspartei 25, Deutsche Reformpartei 6, Wirtschaftliche Vereinigung 19, Zentrum 104, Polen 19, Nationalliberale 54, Freisinnige Vereinigung 14, Freisinnige Volkspartei 28, Deutsche Volkspartei 7, Sozialdemokraten 43, fraktionslos 14. Erledigt sind zwei Mandate.
Leuthen-Denkmal. An der auf dem Schlachtfelde von Leuthen am nächsten Donnerstag in Gegenwart bei Kronprinzen stattfindenden DenkmalSenthüllungsfeier werden auf Befehl bei Kaiser» auch Abordnungen des 1. Garde- Regiments zu Fuß, des Garde-Jäger-Bataillons, bei Regiments der Gordedukorps, deS zweiten und sechsten Kürassier- Regiments, des zweiten Dragoner- und deS dritten und vierten Husaren-RegimentS teilnehmen.
Gegen daS Piratenunwesen. Z^ei englische Kreuzer und sechs Torpedoboote sind zum Schutze bei englischen Handel» gegen das Piratenunwesen von Hongkong nach dem Rikaschikjang entsandt worden. Diese Maßregel wurde angesichts der Untätigkeit getroffen, welche die chinesisch« Obrigkeit trotz mehrfacher Vorstellungen deS englischen Gesandten beobachtete.
Die Zu lug-fahr. Fast 2000 Mann werden im Zululande operieren. Die Hauptmacht marschierte heute ab, der Oberst Mackenzie mit bem Stab« wird morgen folgen. Ein allgemeiner Aufstand wird nicht erroartet, doch ist die Regierung vorbereitet, um allen Eventualitäten zu begegnen.
Unruhen in Persien. Revolutionäre töteten in dieser Nacht Askerha, den Chef eine» bedeutenden Stadtviertel» von Schuturban, durchschnitten die Telephondrähte der Stadt und raubten der Wache eine Anzahl Gewehre. Die Bazare blieben bis zum Mittag geschloffen.
Die Lage in Marokko. Gestern kam el zu kleinen Scharmützeln, in deren Verlauf der Feind gezwungen wurde, sich auf Aghbal zurückzuziehen. Artillerie beschoß darauf diese Ortschaft, während die Marokkaner da» Feuer zu erwidern suchten, waS aber wegen der zu großen Entfernung keine Wirkung hatte. Die Truppen brachten in das Lager eine große Menge Vieh zurück, nachdem sie mehrere Ortschaften und Strohmieten in Brand gesteckt hatten. Da» Lager wird mit Lallamarnia telegraphisch verbunden werden.
Neue amerikanische Schlachtschiffe. Präsident Roosevelt wird in seiner Botschaft an den Kongreß die Ermächtigung zum Bau von vier Schlachtschiffen größten Umfang« und armiert mit den größten Geschützen verlangen.
Die Vorgänge in Rußland.
Petersburg, 2. Dezbr. (W. B.) Der Präsident der Reichsduma Chomjakow wurde heute vom Kaiser in Audienz empfangen.
Petersburg, 2. Dezbr. (W. B.) Der Präsident des Ministerrats teilte dem Präsidenten der Reichsduma brieflich mit, daß der Kaiser auf die Adresse der ReichS- duma, die der Dumaprästdent am 27. November vorgelegt hatte, folgende Worte geschrieben habe: „Ich bin bereit, die hier zum Ausdruck gebrachten Gesinnungen zu glauben, und erwarte eine fruchtbare Arbeit!"
Petersburg, 2. Dezbr. (W. B.) Auf ein Telegramm, daS die Gruppe der Rechten (112 Dumamitglieder) dem Kaiser unterbreitete, ist folgendes Antworltele- gramm ergangen: „Ich danke Ihnen für den Ausdruck Ihrer Treue. Ich hege das Zutrauen, daß die von mir geschaffene Reichsduma den Weg der Arbeit einschlagen und, indem sie sich streng an die von mir gegebenen StaatS- grundg«setze hält, meine Hoffnungen verwirklichen wird."
Kiew, 2. Dezbr. (W. B.) Die Vorlesungen an der hiesigen Universität wurden heute bei ihrem Beginn durch Geschrei und Lärm von Studierenden gestört. Die Unruhestifter wurden durch Polizei und Militär entfernt nnd ei wurde ihnen daS Betreten der Universität untersagt.
Wladiwostok, 2. Dezbr. (W. B) Von 203 Teil- nehmern an der am 29. Oktober erfolgten Meuterei bei Minenbalaillon« wurden 20 zum Tode durch Erschießen, 84 zu Zwangsarbeit, 88 zur Versetzung in die Arrestantenabteilung, 53 zur Versetzung in das DiSziplinar- bataillon, zwei zu Militärgefängnis, ein Bauer zum Tode
durch den Strang verurteilt. Fünf Angeklagte wurd«n freigesprochen.
Deutscher Reichstag.
Sitzung vom 2. Dezember.
Am Tische deS BundeSratS: v. Bethmann-Hollweg, v. Schoen, Dernburg, Frhr. v. Stengel, v. Loebell, später Fürst Bülow.
DaS HauS ist mäßig besetzt.
Präsident Graf Stolberg eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 15 Minuten.
Die Etatsberatung.
Vierter Tag.
Schrader (Frs. Bgg.): Als Aufgaben bei DloiK hat der Reichskanzler bezeichnet die nationalen Aufgaben, b. b. die Bewilligung der erforderlichen Ausgaben für Heer, Flotte und Kolonien und außerdem eine Verständigung über eine Reihe von Fragen, die außerhalb der eigentlichen Parteipolitik liegen, die unbefangene Prüfung der Regierungsvorlagen, also genau das, was wir stets getan haben vor bem 18. Dezember, am 13. Dezember und nach dem 13. Dezember. (Sehr wahr! links.) Aber die Blockrede des Reichskanzlers hat auch eine negative Seite: ausgeschlossen sollen sein die Fragen, über die eine größere Meinungsverschiedenheit zwischen Konservativen und Liberalen besteht, d. h. unsere deutsche Politik soll eine Politik der Erledigung der AugenblickSge- schäfte sein. Der Reichskanzler hat el nicht der MUH« wert gehalten, auf die Frage bei Dr. Wiemer über daS preußisch« Wahlrecht ein Wort zu äußern: die schärfste Zurückweisung, die man sich denken kann. Denn wenn eine Frage gestellt ist, so erwartet man eine Antwort. Vor dem Zentrum wird uni graulich gemacht; wir und da» Zentrum kennen uni ja seit langer Zeit; wir wiffen, welche Politik wir miteinander machen können und welche wir gegeneinander zu machen haben. Unsere Zi-le können wir nicht aufgeben, sie sind ja nicht zufällige, sie sind ja nicht erst seit gestern, sie datieren au» einer Zett, alS der Reichskanzler mit unserer Politik noch nichts zu tun hatte. (Sehr gut! link».) Daß wir aus bloßem Parteiinterne so verfahren, dagegen müssen wir uns auf da» alleren!schiedenste verwahren. DaS ist einer der schlimmsten Vorwürfe BiSmarckS, daß die Parteien eigentlich untergeordnet seien, daß der Reichskanzler dazu da sei, der Politik die Wege zu weisen. Zwei Sorten Politik, eine tin Reichstag, eine im Landtage lasten sich nicht nebeneinander machen. Wir können dem Reichskanzler nicht zusagen, bah wir feine Wünsche durchweg erfüllen. Der Redner wendet sich zu den Finanzfragen. An unserem Steuersystem ist das Bedauerliche, daß gerade bte notwendigsten Gegenstände am schwersten belastet sind, während man z. B. in England vornehmlich Luxusartikel besteuert. Auch fließt der Hauptterl bei Ertrages nicht in die Kasten bei Reiche», sondern in die Taschen der Großindustriellen und Agrarier. (Sehr richtig! links.) ES ist immer dieselbe Geschichte, da» Geld wird immer aui derselben Tasche genommen. Wir haben eine Staatsverwaltung, die teurer ist als die irgend eine» andern Landes. Viel Geld wird verdient, aber in der Hauptsache nur von den Wohlhabenden. Lebensmittelteuerung, deren Folge steigende Löhne, und deren Folge weiter« allgemeine Verteuerung, und dazu, da» ist da» Schlimmste: bte Konjunktur sinkt! Es geht so nicht weiter, auf alle» indirekte Steuern zu legen. Wir müssen auch bte direkten Steuern heranziehen, aus finanziellen Gründen, aus Gründen der Gerechtigkeit. Die Last der Steuern drückt schon.allzuschwer daS Volk. Die verantwortlichen Stellen sollten sich fragen, ob el z. B. nicht möglich ist, beim Heere mit geringern Mitteln die gleichen Erfolge zu erreichen. (Beifall links.) Der BundeSrat wird ernstlich erwägen müssen, ob mit der bisherigen steuerlichen Flickarbeit fortgefahren werden soll, oder ob nicht bester ganze Arbeit geleistet wird. (Beifall links.)
Staatssekretär v. Bethmann»Hollweg führt aus: Ueber die Schaffung eine» selbständigen ReichtarbeitSamteS und die völlige Trennung vom Reichsamt deS Innern bitte er, noch keine Entscheidung zu treffen. Daß bei dem Ausscheiden PosadowSkyS, dieses Manne» von allgemeiner politischer Bedeutung, umfangreiche Zweifel über die Frage auftauchen mußten, ob daS Reichsamt deS Innern tn seiner vielseitigen Gestaltung wie bisher in einer Hand vereinigt werden könne, sei natürlich. Einstweilen habe er mancherlei Bedenken gegen eine solche Abtrennung bei ReichSarbeitS- amteS, da viele Teile der Sozialpolitik erst in den ersten An- sängen begriffen seien. Der Drang nach politischer Betätigung sei weder in der Gegenwart noch in der jüngsten Vergangenheit leblos gewesen, wenn er sich auch abseits von der parlamentarischen Arena abgespielt habe. DaS politische Leben könne nur gewinnen, wenn man mit den Wirklichkeiten und allem Guten und Schlechten, waS darin liege, wieder mehr rechne. Eine Verjüngung sei in dem Mittel- stände und der Arbeiterklaste zu verzeichnen. Diese Verjüngung habe gezeigt, daß die alten politischen Parteien nach wie vor unentbehrlich sind. Der Entwickelungsgang dieses Prozesses werde von den Sozialdemokraten mcht nur âht