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Die sünfgespalteiu Petitz.it« oder deren Naim M Wg. im StMameuteü bk Me 85 M

RstatiosSbruF und Verlag der Buchdruckerei bd »«â a, WaijenhaujeL in Haâ

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Erscheint täglich mit Ausnahme der T-nn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,

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Mk. 278 F-rnsprechatischlich Nr. 605.

Donnerstag den 28. November

^ernsprechanschluh Nr. 605. 1907

Hierz«

Amtliche Beilage Nr. IS".

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13 Seiten.

Amtliches.

Ksiito-Correlit-Vtlkthr der LtißM.

Für Einlagen 4^/-°/o Zinsen, bei Ausleihungen 6°/o

Zinsen. 25353

LlllldlvirAMilier Kreisverei« Kem.

Nächste Versammlung Samstag den 30. d. M», nachmittags 2^/, Uhr, Im Gasthaus Mjum goldnen Löwen" hier.

Tagesordnung r

1. Geschäftliche Mitteilungen.

2. Berichterstattung über die Hengstauswahl für die Deck­station Wilhelmsbad.

8. Vortrag des Herrn Dr. Helmkampf au« Weilburg über die zur Erhöhung der Vieh- und Fleischerzeugung und zur Verbilligung der Fleischpreise vorgeschlagenen Maßnahmen.

4. Sonstiges.

Die Herren Bürgermeister werden ersucht die vorstehende Bekanntmachung in ihren Gemeinden wiederholt in orts­üblicher Weise bekannt machen.

Hanau, den 25. November 1907.

Der Königliche Landrat.

v. Beckerath.

Politische Rundschau.

Die Lage in Marokko.

Paris, 27. Novbr. General Drude telegraphiert: Eine Abteilung Ben BagdadiS hatte auf dem Weitermarsch einen zweitägigen Kampf mit einigen Schaujastämmen zu bestehen, die von der Mahalla Mulay Raschids unterstützt wurden. Im Laufe des Kampfes ging ein großer Teil deS scherifischen Stammes der Sjaida zum Feinde über. Der Stamm Ulad blieb dagegen dem Sultan Abdul Asis treu. Die Mahalla Ben BagdadiS mußte sich auf Bouzaia unter Zurücklassung von zwei Kanonen zurückziehen. Die Verluste auf beiden

Feuilleton.

Hanauer Stadttheater.

----- Hanau, 27. Novbr.

Neu einstudiert ging heute Abend Franz v. Schönthan's vieraktiges LustspielCornelius Voß", unter der neuen Direktion zum ersten Male, in Szene und erregte großes Interesse, da es Gelegenheit bot, Herrn Direktor Steffter in einer seiner Paraderollen beobachten zu können. Obwohl gerade dieses Lustspiel von der Naturwahrheit, welche die moderne Schule von der Handlung und Charakteristik fordert, sich besonders weit entfernt hält, hat es an seiner Zugkraft im Laufe der Zeit nichts eingebüßt. Seine heitere Wirkung auf die Zuschauer beruht auf der behaglichen Laune, welche nu§ dem glatten Dialog und aus der leichtgeschürzten Hand­lung überall hervorlugt. Die einzelnen Episoden des Liebes- 'Uhlings der jungen fröhlichen Komtesse Paula, die den ein Doppelspiel treibenden Prinzen Kurt von Schöningen-Claus- thnl in unschuldsvoller Mädchenhaftigkeit nur als Maler Cornelius Voß liebt, versetzen das Publikum in eine ange- nehme wohlgemute Stimmung, in der es einer Spannung auf die Lösung des Konflikts kaum noch bedarf. Es kommt noch dazu die glückliche Charakterzeichnung des reichen ver­liebten Arnold Bäckers, weiterhin tragen die kleinen Intri­guen und Nebenhandlungen, welche schließlich noch^ zwei in den Hafen der Ehe einlaufende Liebespaare schaffen, wesentlich zur Unterhaltung bei. Kein Wunder also, wenn eitel Lust und Freude die Herzen der Besucher gefangen nehmen.

Wenn wir nun auf die heutige Aufführung des Lustspiels an unserer Bühne eingehen, so muß konstatiert werden, daß dieselbe unter einem recht glücklichen Stern stand. In Szene gesetzt von Herrn Direktor Steffter, ergab sich ein flottes

Seiten sind bedeutend. Admiral Philibert telegraphiert: In Mogador herrscht Ruhe. Die Marokkaner in Äzemmour haben sich unterworfen. Der Kaid der AnfluS ist südlich von Mogador auf ernsten Widerstand gestoßen und bittet den Gouverneur von Mogador um Unterstützung.

Paris, 27. Novbr. Ein Telegramm des Generals Drude bestätigt die Niederlage Buchta Ben BagdadiS. Es fügt hinzu, daß die Sieger der scherifischen Mahalla die Lebens­mittel und die Munition raubten. Ein Telegramm deS kommandierenden Generals in Oran meldet das Erscheinen einer starken Abteilung, die auf NemouoS loSgeht. Der Maire ersuchte um Hilfstruppen, die bereit- abgesandt wor­den sind.

Casablanca, 27. Novbr. Nachrichten meldeten, infolge deS Einmarsches der Mahalla Muley Hafids in Mogador hätte Muley Raschid Sidi Aissa verlassen. Ein aufgelassener Ballon entdeckte ip der Richtung von Sidi Aissa im Feld 800 Zelte. Eine Rekognoszierungstruppe entdeckte heute, daß die rebellischen Stämme mit der Mahalla Buchta Ben Bag­dadiS in Verbindung traten.

Tanger, 27. Novbr. Ein in Manesseb am Kiß zur Be­obachtung zurückgelassener Leutnant stieß auf 2000 Marok­kaner und wurde mit seiner Abteilung zurückgedrängt. Die Marokkaner überschritten den Kiß, gingen aber nicht über Manesseb hinaus; später gingen sie nach Aghai zurück. Auf Grund dieses Ereignisses wurden strenge Maßnahmen ge­troffen, um auf alle Fälle gerüstet zu sein.

Köln, 27. Novbr. DieKöln. Ztg." meldet auS Tanger: Am 24. November trafen in Mazagan zwei Schiffe mit 1000 Soldaten des Sultans ein. Die französischen KreuzerCond é" undGalile e" lagen zum Landen von Truppen bereit. Der Kommandant desConde" be­nachrichtigte den französischen Konsul, daß mittags die Truppen des Sultans, ferner nötigenfalls Marinetruppen gelandet werden, letztere zum Schutze der Europäer. Für die nötig werdende französische Truppenlandung waren das französische und das englische Konsulat, sowie daS Haus eines Spanier« für die Europäer vorgesehen. Der deutsche Vizekonsul erreichte die Einschließung des Konsulats. Der Notfall trat nicht ein. Die Soldaten des Sultan- landeten glatt. Nach zwei Stunden gehörte Mazagan wieder Abdul Asis.

Paris, 27. Novbr. Wie aus A la i e r offiziell berichtet wird, haben mehrere Tausend aufständische Marok­kaner die algerische Grenze überschritten und bedrohen die französische, 84 Kilometer vou der marok­kanischen Grenze entfernte Küstenstadt Nemours.

Paris, 27. Novbr. Ein Telegramm von dem Komman­danten einer Abteilung, welche die Umgegend von Udschda säuberte, meldet, daß am 25. November vormittags Haupt­mann Petrement, der Kommandant einer 300 Mann starken Rekognoßzierungsabteilung, in dem Gelände an dem Flusse Kiß einen Zusammenstoß mit 1500 Marokkanern hatte, und sich genötigt sah, sich auf das rechte Ufer des Flusses Kiß zurückzuziehen und von 11'/» bis 2 Uhr ein lebhaftes Ge-

Zusammenspiel, das nach jeder Richtung hin beftiedigen konnte. Den ebenso gutmütigen, wie reichen LiebhaberArnold Bäckers" spielteHerrDirektorSteffter mit einer liebenswürdigen Keckheit, mit einer Routine, die ihm des öfteren tosenden Beifall auf offener Bühne erbrachte und schließlich ihren Höhepunkt er­reichte durch die Uebermittelung einer reizenden Blumenspende. Daß es an Hervorrufen nicht fehlte, braucht wohl nicht be­sonders konstatiert zu werden. Herr Anton Pröls gab den eitlen, beschränkten Kabinettsrat Graf von Pernwald in eben­falls meisterhafter Weise unter Vermeidung einer gar zu scharfen Uebertreibung, wozu die Rolle gar zu leicht Ver­anlassung gibt. Den Prinzen Kurt spielte Herr Heinz Perino, der ja im großen Ganzen ein recht gewinnendes sympathisches Wesen besitzt, jedoch in dieser Rolle etwas mehr Temperament hätte offenbaren müssen. Bei zunehmender : Bühnenstcherheit und Abstreifung mancher kleinen Eigentüm­lichkeiten im Spiel, auf die wir nicht näher eingehen wollen, haben wir alftm Anscheine nach von dem jungen Darsteller noch manche schöne Leistung zu erwarten. In vornehmer Art gab Herr Wieberg den Herzog Ernst Leopold, auf dessen ergrauendes Haupt sich noch ein Kranz junger Liebes­blüten herabsenkt. Die weiblichen Rollen waren ausge­zeichnet besetzt. Als Komtesse Paula entwickelte Frl. Käthi Horsten ein reizendes, herziges Spiel, das unwillkürlich gefangen nahm. Die junge, talentierte Darstellerin versteht es in ausgezeichneter Art und Weise, sich durch ihre Dar­stellungskunst die Herzen der Zuschauer zu erobern, sodaß ihre Mitwirkung schon den Erfolg eines Stückes in sich trägt. Frl. Alide Ballin stellte maßvoll und mit Vornehm­heit die Baronin von Feldheim bar, welche schließlich dem reichen Arnold Bäckers ihre Hand reicht. Ihre Auffassung und Durchführung der Rolle konnte unseren Beisall nach jeder Richtung hin finden. In weiteren Rollen waren noch beschäftigt die Herren Steven, Sinz und Schmitt, sowie Frl. Linda Groß.

wehrfeuer zu unterhalten, Die feindlichen Banden zogen sich über Aghbal zurück. Um 4 Uhr war die Ebene von: Feinde geräumt. Die Franzosen hatten acht Verwundete.

PariS, 27. Nov. DieLanterne" schreibt anläßlich des KampieS mit den Beni Snaffen. Man habe jetzt, wo bei Casablanca wieder Ruhe einzutreten scheine und man in Frankreich hoffen dürfte, ohne allzu großen Schaden aus dem marokkanischen Wespenneste herauszu kommen, an der algerisch-marokkanischen Grenze ernste Unvorsichtigkeiten be­gangen. Die Regierung werde gut tun, ihre Agenten in Algerien ein wenig zur Ruhe und zur Vernunft zu bringen. DaS französische Volk sei entschieden gegen jede Eroberungs­politik in Marokko und es werde dafür zu sorgen wissen, daß seine Haltung respektiert werde.

Paris, 27. Nov. DemMatin" wird aus Nemours in Algerien gemeldet, daß fünf marokkanische Stämme, die sich bisher neutral verhalten hätten, sich den Beni Snaffen ange­schlossen haben. Die Lage werde kritisch, falls nicht sofort Verstärkungen gesandt würden, laufe die französische Truppen­abteilung Gefahr, den an Zahl übermächtigen Gegnern yt unterliegen. Unter der europäischen und eingeborenen Grenz­bevölkerung Algeriens herrsche lebhafte Beunruhigung.

Koloniales.

Paris, 27. Novbr. DasJournal" berichtet gegenüber einer gestrigen Blättermeldung aus Libreville, die von einer französischen Kolonialgesellschaft in Französisch-Congo her­rührte und wonach in diesem Gebiet Unruhen auSgebrochen seien, an denen auch Deutsche beteiligt gewesen wären. Hierüber sei im Ministerium nichts bekannt, die Kolonial-Gesellschaft welche diese Depesche verbreitet habe, habe schon wiederholt wegen derartiger angeblicher Unruhen Entschädigungen ver­langt, die jedoch von der Regierung stets zmüickgewiesen worden seien.

Hus Hanau Stadt und Eand.

Hanan, 28. November.

* PfarrKellen» Bewerber um die infolge Pensionie­rung ihres seitherigen Inhabers zur Erledigung gekommene Pfarrstelle zu Rodenberg, Klaffe Obernkirchen, haben Meldungsgesuche durch Vermittelung ihre« zuständigen Metro­politans und Superintendenten an Königliches Konfistorium in Cassel einzureichen.

* Viehseuchen. Im Regierungsbezirk sind zur Zeit folgende Ortschaften verseucht: Tollwut: Kreis Hünfeld: Burghaun: Krei« Witzenhausen: Datterode. Schweine- s.euche (Schweinepest): Stadtkreis Cassel: Cassel; Land­kreis Cassel: Niederzwehren, Ihringshausen, Oberkaufungen, Crumbach, Heckershausen, Wahnhausen, Harleshausen; Kreis Frankenberg: Schmittlotheim; Kreis Fritzlar: Dissen, Fritz­lar, Wabern, Haldorf, Gudensberg, Jesberg, Werkel, Ober­vorschütz, Ermetheis; Kreis Fulda: Friesenhausen, Hosenfeld,

Konzert des Lehrer-Sitngerchors.

Hanau, 27. Novbr.

Die erste Hälfte der dieswinterlichen Konzertsaison hat ihr Ende erreicht, das gestrige Konzert deS Lehrer-Sängrr- chors bildete den Abschluß. Außerordentlich prächtige Dar­bietungen haben uns diesmal unsere größeren Gesangvereine vermittelt, sodaß man staunen muß über den Fleiß und die Tatkraft wie nicht minder über die zu Tage getretene Opfer­willigkeit in dem Bestreben, allen Veranstaltungen den Stempel der Gediegenheit, der künstlerischen Reife aufzudrücken. Mit Stolz und Genugtuung können wir deshalb auf das sich in unseren Gesangvereinen offenbarende, frisch pulsierende Leben blicken, das uns ein stetes Dorwärtsschreiten auf den Bahnen des Erfolges gewährleistet. Zu dieser Zuversicht sind wir umsomehr berechtigt, als uns der Abschluß deS ersten Teiss der Saison noch ein Konzert des Lehrer - SângerchorS ver­mittelte, welches auserlesene und eigenartige künstlerische Ge­nüsse in sich schloß, mit zu den allerersten Darbietungen der zurückliegenden musikalischen Hochflut gehörte. Wenn zu vor­trefflichem Stimmmaterial, wie es der Lehrersängerchor aufweist, die offensichtliche Arbeitsfreudigkeit der Mitglieder und die tem­peramentvolle sachkundige Leitung eines Dirigenten wie Herrn W. Hamburger tritt, so kann es an Erfolg nicht fehlen. In der Tat ließen auch sämtliche Nummern be8 gebotenen Programms eine ausgezeichnete Schulung erkennen. Mit der Klangfülle der Stimmen ging Präzision und sichere Rhythmik Hand in Hand. Der erste ChorColumbus letzte Nacht" von Wilh. Sturm (Columbus: Herr Ad. Müller als Solist), der mächtig aufgebaut ist, erfuhr eine wirkungs­volle Wiedergabe. Ihm reihten sich an zwei Volkslieder Abschied" undUntreue" von Silcher, freudig begrüßt, da man den gemütvollen, bald heiteren bald schwermütigen, immer aber wahr und natürlich anmutenden Gesängen stets gern und willig folgt. Weiter mürben gebotenRussischer Vespergesang" nach einer Melodie von BortniauSku- Mr