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Oesterreich als Major und Kommandeur sämtlicher Munitivns- kolonnen mitgemacht, war er im Kriege 1870/71 Abteilungs­kommandeur im Rheinischen Feldartillerie-Regiment Nr. 8, als welcher er durch eine seiner Batterien am 2. August bei Saarbrücken den ersten Schuß auf den Feind abgeben ließ. Diese Ehre wurde der 6. leichten Batterie des Haupt- manns v. Helden-SarnowSki zuteil. Der 3. Zug der Batterie, unter Sekondeleutnant Meper II, war auf dem Hallberge aufgefahren, und gleich die erste Granate, abgegeben vom 5. Geschütz, schlug mitten in ein auS St. Arnual heraus- marschierendeS französisches Bataillon ein. Hierbei wollen wir erwähnen, daß, wie es auch auf dem jüngst in Koblenz enthüllten Denkmal des Rheinischen Feldartillerie-Regiments Nr. 8 zu lesen ist, diesem Regiment in den beiden großen Feldzügen daS Glück wurde, den ersten Kanonenschuß abzu­feuern. 1866 geschah daS am 26. Juni im Gefecht bei Hühnerwasser seitens der vierten vierpfündigen Batterie deS Hauptmanns Wolff. Der jetzt zur großen Armee einbs- rufene Oberst a. D. Hildebrandt nahm im weiteren Ver­lauf des französischen FeldzugeS an fast allen Schlachten und Gefechten der 16. Division teil und erhielt im November 1870 bei Amiens das Eiserne Kreuz I. Klasse. Die Stra- > pazen deS Krieges blieben nicht ohne Folgen für seine Ge­sundheit ; 1872 nahm er seinen Abschied. Die Leiche wird zur Beisetzung nach Bielefeld, seiner Heimat, übergeführt.

Wo man singt. AuS dem Kanton Aargau weiß daS Zofinger Tageblatt folgendes hübsche Geschichtchen zu be­richten:Meine Herren, ick heeße Müller, bin Berliner, von Religion Zuschneider und zurzeit auf der Walze. Haben Sie vielleicht 'n Zehrpfennig for mir über?" Mit diesen Worten sprach letzter Tage in einem Bezirkshauptorte des KantonS Aargau ein Fechtbruder in einer Wirtschaft einige Herren an,' die sich nach einer anstrengenden Vereins-Gesangprobe zu einem gemütlichen Schoppen niedergelassen hatten. Einer der Herren erwiderte lachend:Da Sie sich vorgestellt haben, werden wir das Gleiche tun also dieser Herr ist der Be- zirkSamtmann, der andere Herr rechts ist der Gerichtspräsi­dent und ich bin der Polizeichef." DemKunden" lief eS eiskalt über den Rücken, als er diese Vorstellung anhörte. Sein unbehagliches Gefühl wurde noch verstärkt, da er in einer Entfernung einen langsam näherkommendenPutzen" bemerkte. Er sah sich bereits nach einem Ausweg um, alS einer der Herren seine Absicht erkennend sagte:Siebrauchen keine Angst zu haben, wir sind nicht hier in unserer Amts- ekgenschaft, sondern alS Sänger!" Hierauf wurde eine Kollekte veranstaltet, deren Ertrag, 2 Franken, der Gerichts­präsident dem verblüfftenKunden" in die Hand drückte, während der Polizeichef dem neugierig gewordenenPutzen" abwinkte.

en, führt Bitter ßlage

Die geplagte Millionärin. Die durch ihre wohl­tätigen Stiftungen bekannte MrS. Russell Sage, die Witwe des reichen amerikanischen Philanthrop« über die Folgen ihres Reichtums. ®i

eit Wochen ist sie in

ihrem Landhaus in Long Island buchstäblich zum Haus­arrest verdammt; die zudringlichen Bittsteller kennen weder Rücksicht noch Erbarmen. Eine ganze Reihe von kleinen Hütten umgeben vorpostenartia den Landsitz der Philan­thropin; hier walten besondere Wächter ihres Amtes. Aber alle Maßnahmen sind fruchtlos, Wächter, Hunde, Diener und Polizei reichen nicht auß, um den Scharfsinn der Zudring­lichen zu täuschen, und in den letzten Wochen konnte MrS. Sage ihr HauS nicht mehr verlassen, ohne unangenehme Zwischenfälle zu erleben. Die Plage geht so weit,' daß sie selbst der Einweihung der von ihr gestifteten Emma WilliardS School in Troy nicht beiwohnen konnte; am Tage vorher wollte sie resolut ihren unfreiwilligen Arrest brechen, sie ging entschlossen in den Garten, und dabei kam es sofort zu einem Zusammentreffen mit einer etwas gar zu leidenschaftlichen Bittstellerin, so daß MrS. Sage eiligst wieder heimkehrte und ihren Besuch in Troy absagte.Wir Reichen sind die best

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Unterdrückten, klagte sie ihrem Sekretär,und das schlimmste ist, es scheint, bewegen gibt es kein Mittel."

Die Tragödie eines amerikanischen Gelehrten. DaS tragische Ende eines amerikanischen Gelehrten, des Pro­fessors ân der Columbia-Universität in Newyork Lucian Markus Underwood, der als der beste Kenner der Flora bei amerikanischen Kontinents einen Weltruf genoß, hat in weiten Kreisen starke Erregung hervorgerufen. Der Gelehrte, der seit einiger Zeit botanische Studien in Bronx-Park be­trieb. Hatte noch der regelmäßigen Absolvierung seiner Vor- lesungen am Sonnabend abend mit dem Direktor bei Bo­tanischen Gartens von Bronx-Park noch soupiert und in keinerlei Weise ein irgendwie auffälliges Wesen gezeigt. Dann war er nach seiner in einem Vorort gelegenen Dilla gefahren. Zu Hause aber kam plötzlich ein WahnsinnSanfall zum Aus­bruch. Seine Gattin sah, wie er plötzlich mit irrem Blick ein langes Messer von der Tafel nahm, wortlos, die Klinge über seinem Kopfe schwingend, vom Stuhl aufsprang und sich auf sie stürzte. Sie schrie entsetzt auf, aber in plötzlicher Tobsucht schäumend, packte er sie am Arm und stieß mit dem Messer nach ihrem Hals. Sie stürzte zu Boden und der Wahnsinnige rannte nun auf sein vor Schrecken zitterndes Töchterchen zu und versuchte, ihr die Waffe ins Herz zu bohren. Unterdessen hatte sich die betäubte MrS. Underwood wieder ein wenig erholt, sie fiel ihrem Mann in den Arm und wandte noch zur rechten Zeit den tödlichen Streich ab. Die Tochter machte sich in verzweifelter Anstrengung von dem Rasenden los, und jetzt stieß sich der Professor, mit irrem Auge die blutüberströmte Frau betrachtend, das Messerzwei­mal in den eigenen Nacken. Dann fiel die Klinge klirrend auf den Boden und der Unglückliche stürzte tot zusammen, neben seiner Gattin, die ebenfalls wieder die Besinnung ver­loren hatte. Die Tochter schrie um Hilfe, Aerzte eilten her­bei und brachten MrS. Underwood inS Hospital, wo sie jetzt in sehr gefährlichem Zustande liegt. Der Professor selbst war tot. Ein eigentlicher Grund für den jähen AuSbruch der Krankheit und für die entsetzliche Tat läßt sich nicht angeben. Man nimmt an, daß die finanzielle Krisis in Amerika, von der auch Underwood sein Vermögen bedroht glaubte, ihn in nervöse Erregung versetzt hat. Seine gütig liebenswürdige Art, sein unbeirrbar klarer Verstand, die ihm die herzliche Neigung seiner Kollegen und Schüler erworben hatten, lassen den Kontrast seines furchtbaren Endes besonders schrecklich erscheinen.

Randel, Gewerbe und Verkehr.

Die amerikanische Krists. Die durch die Zurück- Ziehung der Depositengelder hervorgerufene Geldnot in Amerika ist sowohl durch forcierte Goldexporte aus Europa als auch durch das Eingreifen des Schatzsekretärs Cortelyou Aum Teil gemildert worden. Die angekündigte Aktion der Herausgabe von 50 Millionen Dollar Panama-Bonds war dazu angetan, eine Linderung der Geldnot in absehbarer Zeit zu erwarten. Umsomehr ist es zu Bebauern, daß nach einer New-Dorker Meldung zwischen dem Schatzamt und den einzelnen Banken Differenzen entstanden sind. Nach dieser Meldung glaubt der Schatzsekretär, daß einzelne Banken die Regierungsgelder zum Aufbau unnötig hoher Barreserven benutzen und des baren Geldes bedürftige Einleger dadurch zwingen, ein Agio zu bezahlen. Cortelyou könnte, wie weiter auSgeführt wird, solchen Banken die Depositen ent­ziehen. Sollte durch eine eigennützige Verwendung der Re- gierungsgelder seitens einiger Banken der Schatzsekretär sich veranlaßt sehen, seine weitere Unterstützung auch nur zum Teil zurückzuziehen, so würde eine weitere Verschärfung der Krists eintreten. Die Banken sollten jedoch darauf bedacht

sein, jeden Schein eines eigennützigen Handelns zu vermeiden, das nicht geeignet ist, das Vertrauen der Depositäre zurück- zug^vinnen. Der Termin, an dem die gesetzliche Kündi­gungsfrist für einen großen Teil der Depositen abläuft, rückt näher und nur die Beruhigung des großen Publikums kann die Banken vor einer aÂut starken Inanspruchnahme be­wahren. Sie allein kann ihr bis dahin den Rückfluß eine# Teiles der schon abgehobenen Gelder und somit eine Milde­rung der Kalamität bringen. Für diesen Termin haben sich, wie weiter gemeldet wird, die Sparbanken bei Dtaateß Rew-Aork zur gegenseitigen Unterstützung zusammengeschlossm, d. h. man ist sich im eigenen Lager sehr wohl bewußt, daß der bevorstehende Termin eine harte Belastungsprobe bedeutet ein doppelter Grund, die obenstehende Mahnung zu be­herzigen. Sehr ungünstig trifft ei sich, daß sich der mit dem Run auf die Knickerboker Trust Company einsetzenden Geldkrisis ein schärferer Rückgang der wirtschaftlichen Kon­junktur zugesellt. Zu der schon veröffentlichten Meldung von der Stillegung der Hälfte der Hochöfen bei Stahl­trusts kommt noch die Nachricht, daß die Pennsylvania- Bahn die Bestellung auf 400 Lokomotiven wieder rückgängig gemacht hat.

Verlosungen.

Prämken-Oblkgationen der Ungar. Hypotheken« dank (Hypotheken-^ose.) Ziehung vom 15. November 1907. Prämitn-Ziehung. Hauptpreise: Serie 8765 Nr. 11 zu 70 000 Kronen. Serie 2846 Nr. 17 zu 3000 Kr. Serie 1984 Nr. 71, Serie 2429 Nr. 87, Serie 3223 Nr. 43 je 2000 Kr. TilguugS Siebung. Gezogene Serien: 104 520 593 764 784 941 1133 1176 1279 1293 1607 1693 1714 1830 1997 2207 2247 2512 2768 2829 3009 8082 3112 3261 8372 3432 3603 3638 3641 8707 3982 3985. Die in diesen Serien enthaltenen Lose werden vom 15, Februar 1908 ab mit 200 Kronen eingelöst.

Jös-szfv^-gofe, Ziehung vom 15. November 1907. Hauptpreise: Serie 7048 Nr. 53 zu 30 000 Kr. Serie 8044 Nr. 15, Serie 3723 Nr. 40 je 2000 Kronen. Serie 1968 Nr. 66, Serie 5356 Nr. 27 je 1000 Kronen. Serie 508 Nr. 48, Serie 1182 Nr. 8, Serie 3837 Nr. 43, Serie 4544 Nr. 84, Serie 7196 Nr. 98 je 200 Kr. Serie 97 Nr. 83, Serie 139 Nr. 44, Serie 367 Nr. 98, Serie 799 Nr. 18, Serie 801 Nr. 64, Serie 1148 Nr. 80, Serie 1502 Nr. 80, Serie 1802 Nr. 52, Serie 2308 Nr. 59, Serie 2617 Nr. 15 19, Serie 2904 Nr. 86, Serie 2991 Nr. 70, Serie 3895 Nr. 94, Serie 3929 Nr. 97, Serie 5404 Nr. 63, Serie 6328 Nr. 4, Serie 6533 Nr.

31, Serie 6702 Nr. 41, Serie 6737 Nr. 80 je 50 Kr. Serie 192 Nr. 19, Serie 316 Nr. 82, Serie 837 Nr. 88, Serie 633 Nr. 44, Serie 770 Nr. 48, Serie 1715 Nr. 48, Serie 1808 Nr. 69, Serie 2860 Nr. 13, Serie 2900 Nr. 5, Serie 3299 Nr. 41, Serie 3630 Nr. 82, Serie 4161 Nr. 92, Serie 4397 Nr. 84, Serie 4960 Nr. 79, Serie 4982 Nr. 70, Serie 5970 Nr. 7, Serie 6543 Nr.

85, Serie 6849 Nr. 93, Serie 7391 Nr. 7, Serie 7394 Nr. 53 je 20 Kronen. (Ohne Gew.)

Schiffsnachrichten.

Mitgeteilt vom Vertreter de? Norddeutschen Lloyd in Bremen, M. Schuster, Fahrstraße Nr. 1).

Der DampferKönig Albert" ist am 20. November wohlbehalten in New-Aork angekommen.