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Samstaa

23. November

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hat. Dabei ist gleichgültig, ob er ©nentiimer des lebenden ober geschlachteten Viehes ist. Wenn also ein Vießbesitzer sein Vieh bei einem Nachbar eingestellt hat, so hat der Nachbar, nicht der Eigentümer, die Zählkarte auszufüllen. Ebenso ist eS bei den Schlachtungen: wer nicht auf dem Gehöfte, in dem er wohnt oder in dem dazu gehörigen Hofraume, Stall usw. geschlachtet, sondern die Schlachtung an anderer Stelle hat vornehmen lassen, darf die blaue Zählkarte nicht aus- füllen; das hat vielmehr derjenige zu besorgen, in dessen Wohnung, (Hof oder Stall usw.) geschlachtet worden ist. Wer dagegen einen Schlächter in seine eigene Wohnung hat kommen lassen, um dort zu schlachten, muß die blaue Karte selbst ausfüllen und darf die Ausfüllung nicht dem Schlächter übertragen.

Die Erreichung des bedeutsamen Zweckes beider Zäh­lungen hängt zum großen Teile von der Mithilfe der Be­völkerung ab, An diese wird daher die dringende Bitte ge­richtet, das Zählgeschäft durch bereitwilliges Entgegenkommen den Zählern, Ortsbehörden usw. gegenüber zu erleichtern. Wenn auch die Zählkarten in erster Linie von den Haushal­tungsvorständen oder deren Stellvertretern selbst auszufüllen sind, so bedarf es doch außerdem einer großen Zahl freiwil­liger Zähler, die bei der Ausübung ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit die Eigenschaft von öffentlichen Beamten besitzen. ES steht zu erwarten, daß wie bei früheren Zählungen so auch diesmal sich in genügender Zahl Männer finden werden, die bereit sind, dieses Ehrenamt zu übernehmen; sie würden damit dem allgemeinen öffentlichen Interesse einen wesent­lichen Dienst leisten.

Endlich ist noch in geeigneter Weise, namentlich durch Besprechunginben Gemeindeversammlungen und in den Schulen sowie durch die amtlichen Blätter und die Tagespresse welch* letztere sich durch Abdruck dieser Ansprache oder durch Verbreitung einer sonstigen entsprechenden Belehrung ihrer Leser ein großes Verdienst erwerben würde der Zweck der bevorstehenden Zählung zur möglichst allgemeinen Kennt­nis zu bringen. Namentlich würde darauf hinzuweisen sein, daß die in den Zählkarten enthaltenen Angaben lediglich zur Förderung wissenschaftlicher und gemeinnütziger Zwecke, in keinem Falle etwa zu Steuerzwecken dienen. Die Veröffent­lichung der Ergebnisse wird so gehalten werden, daß die An­gaben des einzelnen Haushaltungsvorstandes darin in keinem Fall mehr erkennbar find.

Die Aufbereitung der Ergebnisse der Zählung ist für das Königreich Preußen und die Fürstentümer Waldeck und Pyr­mont dem Königlichen Statistischen Landesamte in Berlin SW. 68, Lindenstraße 28 übertragen worden. Diese Be­hörde wird zur Behebung etwa auftauchender Zweifel bezüg­lich Einzelheiten der Zählung auf jede an sie gerichtete An­frage bereitwilligst Auskunft erteilen.

Berlin, im Oktober 1907.

Königs. Preuß. Etat. Landesamt.

I. V.: Evert, Oberregierungsrat.

Wird veröffentlicht.

Hanau den 13, November 1907.

Der Magistrat.

Hild. 23679

Handelskammer zu Hanau.

Gemäß M 16, 17 des Gesetzes betr. die Errichtung von Handelskammern vom 24. Februar 1870 und 19. August 1897 sind vor Schluß des laufenden Kalenderjahres folgende Wahlen zur Handelskammer vorzunehmen:

1. Ergänzungswahlen für die Herren :

Nd. A l m e r o t h, Kommerzienrat Heinrich Brüning,

Ernst Döring, Jul. S t e i u h e u e r zu Hanau,

Karl Arnd, Ferd. Neitzert zu Fulda, PH. Stock zu Gelnhausen.

2. Ersatzwahl für Herrn K, König zu Hanau für dir Amtsperiode bis Ende 1909.

großen Liebe für diese auch beruhigt war, was sie durch die Sehnsucht nach ihnen litt, mußte sie unterdrücken um der Kritik der Nebenmenschen willen.

Sie hatte ihr Wort gehalten uud keinen Versuch unter­nommen, die Zeit abzukürzen, und nun war ja auch die für sie so peinvolle Wartezeit vorüber, morgen sollte der Bote kommen, um die Kinder ihrer Mutter zuzuführen, und er sollte dann freie Hand haben, um die Scheidung einzuleiten.

Ruhig und mit Ueberlegung hatte er alle Schritte getan und verstand sich nun gar nicht, daß ihm plötzlich das Herz so schwer war, als stände er vor neuem Schmerz. Frei­lich, er hatte den Knaben noch mehr lieben gelernt. Ihre stürmisch» Zärtlichkeit, ihr inniges Sichanihnschmiegen würde er schwer vermissen, hatte eS ihm doch allein geholfen, das Verlangen nach der geliebten Frau zu ertragen. Und er würde auch wieder überwinden. Man zwingt sein Herz schon, wenn man von der Richtigkeit seines Handelns überzeugt ist----aber war er es denn noch? Noch so felsen­sicher wie bisher? Immer wieder fragte er sich: war ich im Recht? und daneben tauchte dann d'è Vorstellung auf, wie vertrauend sie zu ihm gekommen war, ohne den leisesten Zweifel daran, daß er ein beruhigendes, tröstendes Wort für st* finden würde. Und er? Nicht das leiseste Verständnis hatte sie bei ihm gefunden, nur die Angst, er könne an .einer äußeren Ehre etwas einbüßen. Die äußere Ehre waS gibt sie uns?"

Hier an dieser Stelle, die uns die Vergänglichkeit so nahe vorführt, konnte er das wohl fragen. Vor sich selbst m seinem Tun und Lasten tadellos dazustehen, muß daS Streben jedes Mannes sein. Aber das Urteil der Menge - öer oft so blöden Menge muß er richtig geringschätzen tonnen.--Und um dessen willen hatte er sein Glück aufgegeben, hatte sich einsam gemacht, er der so reich ge- wesen war! *

Er stöhnte laut.

_ Dab'S denn noch ein Zurück?--Vielleicht, wenn die i® schlimm ausgegangen wäre, wie sie anfänglich kann hatte er den Großmütigen, den Freidenker .Ä"I"' ^r da sie nur durch die Krankheit deS alten und durch die Kopflosigkeit seines Kompagnons so

Zur Vorbereitung dieser Wahlen ist oemäß § 11 ge­nannten Gesetzes für jeden Wahlbezirk eine Liste her Wahl­berechtigten ausgestellt worden, welche eine Woche lang östent- lich ausznle^en ist. Diese Auslegung findet vom TZ. Ns- vrmber bis 4* Dezember statt, und zwar für den Wahlbezirk Stadt und Landkreis Hanau auf der Handels­kammer (Stadtschloß zu Hanau) und für die Wahlbezirke Fulda und Gelnhausen auf den betr. Königlichen Landrats­ämtern.

Etwaige Einwendungen gegen die Wählerliste sind inner­halb einer Woche nach beendigter Auslegung, also bis zum 11. Dezember, bei der Handelskammer anzubringen.

Zu Wahlkommissaren sind ernannt für den Wahlbezirk: Stadt- und Landkreis Hanau Herr Kommerzienrat

C a n t h a l,

Fulda Herr Ferd. Neitzert, Gelnhausen Herr Georg Meles.

Hanau den 22. November 1907.

Die Handelskammer.

Canthal.

Der Syndikus.

24055 Dr. phil. Grambow.

Politischer Mockenderickl.

Während der Berichtswoche ist der Inhalt der erwarteten Flottenvorlage in authentischer Form veröffentlicht worden. Es ergibt sich' daraus, daß die Regierung ihre Forderungen auf ein Mindestmaß beschränkt hat. Nur die Herabsetzung der Lebensdauer der Linienschiffe und Kreuzer von 25 Jahren auf 20 Jahre wird verlangt. Die Kosten, die durch diese Aenderung des geltenden Flottengesetzes ver­ursacht werden, kommen etwa den Kosten von 3 Linienschiffen gleich. Da die bisherige Fristbestimmung beinhalten ist, wonach die Ersatzfrist von der Bewilligung der ersten Rate des Ersatzschiffes rechnet, so wird durch die Neuforderung in Wirklichkeit die zurzeit etwa 30 Jahre zählende Lebensdauer erst auf 25 Jahre herabgesetzt. Es entspricht dies den Wünschen, die die Regierung von Anfang an hegte, und es werden durch die neue Vorlage nur die ursprünglichen Forderungen der Marine wiederhergestellt. Daß die Block­parteien so maßvollen nnd absolut notwendigen Forderungen widerstreben sollten, darf wohl als ausgeschlossen betrachtet werden. Aber auch vom Zentrum steht nach der Rede seines Führers Spahn zu erhoffen, daß es sich der Mitwirkung bei dem unumgänglichen Ausbau unserer Rüstung zur See nicht entziehen wird.

Die Tage des offiziellen Besuches unseres Kaisers und unserer Kaiserin in England haben ihren Ab­schluß gefunden. Der Rückblick auf ihren Verlauf liefert ein hocherfreuliches Ergebnis. Mit aufrichtiger Befriedigung hat man in den weitesten Kreisen der deutschen Nation von der kaum zu übertreffenden Herzlichkeit Kenntnis erhalten, die unserm Herrscherpaare allenthalben entgegengebracht wurde, so oft sich die Gelegenheit hierzu bot. Im Trinkspruch des Königs, in der Rede des Lord Majors von England, in den Begrüßungen durch die Vertreter anderer Gemeinden, in der Ansprache Lord Curzons im Namen der Universität Oxford, in ungezählten Auslassungen der britischen Presse und nicht minder in der unmittelbaren Bewillkommnung durch das britische Volk hat diese Herzlichkeit ihren erheben­den Ausdruck gefunden. Die Tage des Kaiserbesuches haben auch unsere Auffassung bestätigt, daß diesem Besuche, trotz des Fehlens spezieller Probleme, dennoch auch nach der politischen Seite hin eine hervorragende Bedeutung beizu­messen sei. Eie Betonung des festen Willens der führenden Persönlichkeiten hüben wie drüben sowie das zutage getretene ausrichtige Bestreben des deutschen und englischen Volkes, in Frieden und Freundschaft miteinander zu leben, hat dem Kaiserbesucht in England das Gepräge eines hochbedeutsamen politischen Ereignisses ausgeprägt. Besonders bemerkenswert erscheint, daß auch solche englischen Preßorgane, die bisher

böse auSgesehen, hatten gute Freunde längst Ordnung in die Angelegenheit gebracht. Nur er war der Verlierende dabei gewesen, und es war mehr als Geld und Gut, was er verlor.

Still in sich versunken stand er da, achtete auf seine Um­gebung nicht und hörte nur die anklagenden Stimmen tu seiner Brust.

So hatte er es kaum bemerkt, daß die Kleinen sich von seiner Seite losgemacht und entfernt hatten. Nun riefen ihre hellen Stimmen ihn plötzlich in die Gegenwart zurück. Hänschen, der Jüngste, kam angestürmt:

Papa, Walter kann lesen, was dort steht", meldete er mit wichtigen Mienen, und Walter näherte sich, fast ver- schämt über seine Klugheit, bestätigte aber auch:

Ja, Papa, ich kann es ganz allein lesen, waS auf dem Kreuz steht. Hänschen hat'S gehört."

Dann Papas Hände ergreifend, von dessen Interesse da­für sie ^anz durchdrungen sind, ziehen sie den sich fast willen­los darin Ergebenden weiter und weiter.

Hier, Papachen, hier stehl's:

O, lieb so lang Du lieben kannst,

O, lieb so lang Du lieben magst--

Die Stunde kommt, die Stunde kommt, Wo Du an Gräbern stehst und klagst."

AuS den Augen des Mannes rannen schwere Tränen, und die kleinen Burschen standen erschreckt da, solche Wirkling ihrer Weisheit hatten sie doch nicht erwartet.

Und dann bei der Rückkehr in ihr Gärtchen wieder ein Jubelruf. Die junge, schwarz gekleidete Frau, die dort, wäh­rend sie fortgegangen waren, ihren Platz eingenommen hatte, hielt ihre Kleinen an die Brust gedrückt und barg ihr blasses, vergrämtes Gesicht in die blonden Locken.

Agnes!" Wie ein Schrei bricht es über deS Mannes Lippen.Du hier, wirklich Du selbst! Welches unver­diente Opfer bringst Du mir durch diese Güte!"

Ich wollte Dich doch gern selbst sprechen" sagt sie leise und ein hohes Not zieht über Wangen und Stirne.

---um meine Abbitte entgegenzunehmen, nicht wahr, AgneS? O, Du Liebe, Milde nicht wahr, ich bars e# wagen ?*

die Schürung des Argwohns gegen Deutschland förmlich systematisch betrieben, ihre Aus'assungen auf einen Ton ge­stimmt haben, der mit der allgemeinen freundlichen und fried­lichen Stimmung im Einklang stand. Wir begrüßen diesen Durchbruch richtiger Erkenntnis mit hoher Genugtuunng und bauen darauf die Hoffnung, daß nunmehr eine dauernde Aera bessern Verständnisses und größerer Annäherung für die beiden stammverwandten Nationen anbrechen werde. Erfüllt sich diese Hoffnung, so werden nicht nur das deutsch, und das britische Volk dankerfüllten Herzens des Besuches unseres Kaiserpaares in England gedenken, sondern auch alle aufrichtigen Freunde des Friedens ohne Unterschied der Nationalität und staatlichen Zugehörigkeit werden ihn alt ein überaus segensreiches Ereignis feiern.

In Rußland hat sich die dritte Duma mit der Wahl ihres Präsidiums nunmehr konstituiert. Wie bei ihrer Zu­sammensetzung nicht anders zu erwarten war, sind die Wahlen zum Präsidium durchweg auf Männer der Rechten und Oktobristen gefallen. Zum ersten Präsidenten würd« Chomjakow, zum ersten Vizepräsidenten Fürst Wladimir Wolkonski und zum zweiten Vizepräsidenten Baron Meyen- dorff gewählt. Der letztern Wahl kommt insofern besonder« Bedeutung zu, als hiermit auch das deutsch-baltische Element gebührende Anerkennung gefunden hat. Mit der Eröffnung und Konstituierung der dritten Duma bieten sich zweifelsohne günstige Aussichten für die Fortentwicklung der innern Zu­stände Rußlands dar, tiefbetrübend aber bleibt an dem gegen­wärtigen Bilde dieser Zustande vor allem die gänzlich« Zuchtlosigkeit und Verwahrlosung der russischen Jugend und insbesondere ihres studierenden Teils. Daß Prüflinge ihren Examinatoren Drohbriefe zur Erpressung eine« günstigen Urteils zusenden, oder daß sie gar während des Prüfungs­aktes^ die Examinatoren beschimpfen oder tätlich insultieren, gehört nachgerade schon zu den alltäglichen Vorkommnissen. Einen großen Teil der Schuld an dieser sittlichen Verwahr­losung der akademischen Jugend t> ägt das liberale Professona- tum infolge seines Fraternisierens mit allen revolutionären Bestrebungen selber. Nur der radikalste Bruch mit diese« Bestrebungen und die strengste Beschränkung der lernenden Jugend auf das ihr zustehende rein geistige Gebiet kann hier Wandel schaffen. Dieser Wandel aber ist nötig, wenn Ruß­lands Zukunft gesichert werden soll.

Aus Marokko verlautet, daß Mulay Hafid von ben Truppen des Sultans geschlagen worden sei und seine Unter­werfung angeboten habe. Es bleibt abzuwarten, ob dadurch die Gesamtlage eine wesentliche Aenderung erfährt. In England bereiten sich anscheinend wichtige innerpolitisch« Dinge vor. Balfour hat seinem alten Rivalen Chamberlain einen Besuch gemacht, der zu dem Ergebnis führte, daß der Kampf gegen den Freihandel und das ganze Programm der imperialistischen Polnik Chamberlains wieder ausgenommen werden soll. In den Vereinigten Staaten von Nordamerika eirdlich verliert die große FinanzkristS allmählich ihren akuten Charakter, und es darf als zweifel­los angesehen werden, daß die gegenwärtig eingetreten« wirtschaftliche Depression bald wieder überwunden sein wird.

EandwirtTcbaftlidns.

Wocheybericht der Berliner Produktenbörse. Während der am 19. November beendeten Berichtswoche unterlag die Preisbewegung im Getreidehandel mehrfachen, teilweise erheblichen Schwankungen, ohne daß schließlich di« Notierungen gegen den Stand der vorhergehenden Woche wesentliche Abweichnngen zeigen. Die Geldteuerung hinderte die Unternehmungslust an größerer Betätigung, und so hiel­ten sich die Umsätze in verhältnismäßig engen Grenzen. Nord­amerika ist andauernd bemüht, möglichst viel Getreide außer Land zu schaffen, um Gold einführen zn können. Wen« hierdurch einer Aufwärtsbewegung der Preise am Weltmarkt« entgegengewirkt wurde, so führten anderseits die Nachrichten aus Rußland über die Getreideteuerung in einzelnen Gegen­den und die infolgedessen trotz aller amtlichen Gegenâuße-

Mamachen, Walter kann lesen", ruft bit Stimm« ihr«S Jüngsten jetzt dazwischen.Er hat von dem Kreuz dort den Vers abgelesen und kann ihn auch aufsagen."

Sage ihn, Walterchen, sage ihn der Mamal* be» stimmt, vor Erregung bebend, der Vater, und Walter beginnt sofort:

O, lieb, so lang Du lieben kannst

C. lieb, so lang Du lieben magst Die Stunde kommt, die Stunde kommt.

Wo Du an Gräbern stehst und klagst.*

Der Arm des Mannes hat sich leicht und leise um btt Schüttern der jungen Frau gelegt, nun lehnt sie sich an ihn und aus dem tränenfeuchten Antlitz sehen zwei treue, liebt» volle Augen mit warmem zärtlichen Blick in die seinen.

»O, lieb, so lang Du lieben kannst!" Und t^e Hände fügen sich mit festem Druck ineinander.

Albumblätter.

Traun, ein Gott war's, welcher Schrift und Siegel

Für ein armes Liebespaar erfand, Für daS Mädchen hinter Schloß und Riegel,

Für den Jüngling, weil von ihr oerbannt, Briefe leben, atmen warm und sagen

Mutig, was das bange Herz gebeut.

Was die Lippen kaum zu stammeln wagen

Das gestehn sie ohne Schüchternheit.

Daß im Gram sich Herz an Herz erhole, Herz von Herz getrennt durch Land und Meer,

Tragen sie vom JnduS bis zum Pole Dienstbar auch den Seufzer hin und her. Bürg«».

Der wahrhaftige Dichter stillt in seinen eigenen Bedürf­nissen zugleich die Bedürfnisse der ganzen Menschheit. Daher die innere Notwendigkeit, die in jeder Aufgabe liegt, die ei sich stellt, während man seinen Nachbarn höchstens zugidt, daß sie ihr Ziel erreicht, keineswegs aber, daß sie in de» Ziel etwas erreicht habe«. Leddel»