19* Novemvr^
Dienstag
Seit» 3
Hus Hanau Stadt und Tand.
Hanan, 19. November.
* Redaktionell. F^T Des Butz- und Beitages wegen erscheint die nächste Nummor unseres Blattes erst Donnerstag den 2h d. Mts. zu gewohnter Stunde.
* Marienkirche. Am Buß- und Bettage beginnt der Nachmittagsgottesdienst um 5 Uhr. Im Anschluß daran findet Vorbereitung und heil. Abendmahl statt.
* Johanniskirche. Am Buß- und Bettage beginnt der Nachmittagsgottesdienst um ^,6 Uhr und findet im Anschluß daran Vorbereitung und heil. Abendmahl statt.
* Ortsgruppe Hanau des Reichsverbandes gegen die Sozialdemokratie. Der Beginn der vom Reichsverband für diesen Winter geplanten Rednerschule ist in einer Vorbesprechung schon für diesen Monat beschlossen morden. Der Kursus beginnt am 25. November abends 8 Uhr in der „Concordia" und zwar werden in jeder Woche drei Vorträge gehalten. Der Ausdruck Rednerschule ist vielleicht irreführend; es ist eher an einen Jnformatiouskursus über die wichtigsten Fragen der Tagespolitik gedacht, wobei in keinem Fall von seilen der Vortragenden der Parteistandpunkt vertreten werden wird. Da die Teilnahme an dem Kursus nicht mit Unkosten oder irgend welchen Verpflichtungen für die sich Anmeldenden verknüpft ist, hofft die Ortsgruppe, daß recht viele Herren, welche Interesse für politische Fragen haben, sich an dem Kursus beteiligen werden. Der Kursus wird seinen Zweck am dessen erfüllen, wenn Anhänger aller bürgerlicher Parteien bei demselben vertreten fein werden. Die Ortsgruppe bittet schriftliche oder mündliche Anmeldungen für die Rednerschule recht bald an ihren Schriftführer, Herrn Dr. H e i p, Waldstraße 9, gelangen zu lasten. Alle näheren Mitteilungen werden den sich osmeldenden Herren alsbald zugehen.
* Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung. Bei den gestrigen Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung in der 2. Abteilung erhielten H. Franz 867, Ph. Müller 869, Jul. Schwabe 367, Jul. Stübing 368 Stimmen. Je 1 Stimme erhielten Cbr. Busch, I. P. T h y r i o t, Jean Weid ert, H. Küstner, A. Sinsheimer. — Es war nur ein Wahlvorschlag vorhanden, die Wahlbeteiligung war schwach, nur 5O°/o der Wähler machten von ii ihrem Wahlrecht Gebrauch.
* Stadttheater. Heute bringt uns die Direktion einen Gerhard Hauptmann-Abend und zwar kommt der Nocturnus „E l g a" zur nochmaligen Aufführung. Das Drama hat bei seinen bisherigen Aufführungen ein so hohes Interesse gefunden, daß der Besuch der Vorstellung nur empfohlen werden kann.
* Die Beiträge zur Ortskrankenkasse. Ein hiesiger Geschäftsmann ist des Betrugs zum Nachteil der hiesigen Ortskrankenkasse angeklagt. Er soll Kassenbeilräge, die er einer Arbeiterin abzog, deshalb nicht an die Kaste abgeliefert haben, um sie für sich zu behalten. Er bestreitet dies und behauptet, die Abführung sei lediglich aus Versehen unterblieben. Die Strafkammer hält diese Behauptung auch nicht für widerlegt und erkennt in dieser Beziehung auf Freisprechung. Dagegen wird ein Betrug darin gefunden, daß der Angeklagte, als sich die verbummelte Anmeldung herausstellte, statt des 22. Dezember den 7. Januar auf die Anmeldung schrieb, wahrscheinlich um einer Bestrafung zu entgehen. Hierdurch hat er in der Ortskrankenkasse einen Irrtum erregt und diese benimmt, von der Einziehung der zwei Wochenbeiträge, die ihr rechtmäßig zustanden, Abstand zu nehmen. Mit Rücksicht auf die seitherige Unbescholtenheit des Angeklagten wird auf nur 10 Mk. Geldstrafe erkannt. Die nicht rechtzeitige Anmeldung als solche für sich allein kostet 3 Mk. extra.
* Politischer und gesellschaftlicher Antisemitismus, diese mehr nach einem Volksversammlungsthema aussehenden Worte bildeten gestern den Mittelpunkt einer Verhandlung vor der hiesigen Strafkammer, und das Gericht mußte sie notgedrungen bis zu einem gewissen Grade auch zum Ausgangspunkt für das Urteil machen. Der unmittelbare Anlaß zu diesen im Gerichtssaale wohl eigenartigen Erörterungen war aber durchaus nicht politischer Art, eS handelte sich vielmehr um eine ganz gewöhnliche Kleinstadtgeschichte. Eine Fabrikantenfamilie wünscht in einen Verein ausgenommen zu werden, der die Honoratiouen und dir besseren Kreise des Städtchens in sich vereinigt, in diesem Falle der Tennisklub, die Vereinsangehorigen wollen die Ansuchenden nicht und lehnen die Aufnahme ab. Darob natürlich große Entrüstung auf feiten der Betroffenen und Versuch, dem Verein oder irgend einem maßgebenden Mitgliede desselben eins auszuwischen. Daran ist gewiß nichts ungewöhnliches. Interessant wird die Sache erst dadurch, daß die Gründe für die Ablehnung hier nicht persönlicher Art waren, denn gegen die Aufnahme suchende Familie ist durchaus nichts einzuwenden, baß ihre Aufnahme vielmehr lediglich deshalb verweigert wurde, weil sie jüdischer Konfession ist. An Interesse gewinnt sie noch dadurch, daß der Vorsitzende des Tennisklubs der letztmalige Reichstagskandidat war, der öffentlich erklärte, den antisemitischen Bestrebungen völlig fern zu stehen und sie auch nicht zu billigen, und der auf Grund dieser Erklärung auch fast sämtliche jüdische Stimmen des Kreises auf sich vereinigte, nämlich Herr Amtsrichter Hengsberger in Schlüchtern, der gegen den Fabrikanten Viktor Wolf dortselbst, den Leidtragenden vom Tennisklub, Beleidigungsklage angestrengt hatte, weil dieser ihn mit Rücksicht auf seine damalige öffentliche Erklärung und mit Rücksicht auf seine dieser Erklärung vermeintlich ent» gegenstehende Haltung bei der Aufnahmeangelegenheit in einem Briefe der Unwahrheit beschuldigte. Der Beleidigte, der al- Nebenkläger zugelassen wird, motiviert seine ablehnende Haltung in der Bereinssache dadurch, daß er vom Eindringen des jüdischen Elementes in den Verein eine Störung der Harmonie, des schönen gesellschaftlichen Zusammenlebens und
dadurch eine Gefährdung des Klubs überhaupt befürchtete. Gegen Herrn Wolf und dessen Familie selbst habe er absolut nichts einzuwenden, doch habe er sich zur Aufnahme eines Juden nicht entschließen können der daraus entstehenden Konsequenzen halber. In seiner damaligen Erklärung habe er ausschließlich den politischen Antisemitismus vor Augen gehabt, und diese halte er, da er nach wie vor gegen jede Schmälerung der staatsbürgerlichen Rechte der Juden sei, auch jetzt noch voll aufrecht. Der Angeklagte, der den Brief übrigens, wie sich aus einer Aeußerung zu einem Freunde ergibt, hauptsächlich schrieb, um den Amtsrichter zum öffentlichen Vorgehen gegen ihn zu zwingen, will eine Beleidigung durchaus nicht beabsichtigt haben, vielmehr der festen Ueberzeugung gewesen sein, daß sich die damalige öffentliche Erklärung des Klägers mit seiner Haltung in der Klubsache nicht vereinigen lasse. Auch habe er sich, weil er bei seinen Glaubensgenossen damals lebhaft für die Kandidatur des Herrn Amtsrichters agitierte, durch die verweigerte Aufnahme aufs tiefste blamiert und in seiner Ehre angegriffen gefühlt. — Das Gericht war der Ansicht, daß sich die damalige Erklärung nur bezogen haben könne auf seine politische Betätigung. Hier handelte es sich aber nicht um Antisemitismus in politischer Beziehung, sondern um geselligen Verkehr. Es könne jemand sehr wohl die politischen Bestrebungen des Antisemitismus nicht gut heißen und doch nicht mit den Juden gesellig verkehren wollen. Außerdem habe der Nebenkläger nur deshalb gegen die Aufnahme gestimmt, weil er der Anschauung huldigt, die Aufnahme eines Juden in den Verein sei mit Rücksicht auf die gesellschaftlichen Verhältnisse in Schlüchtern mit Unzuträglichkeiten verknüpft. Er habe dadurch nicht eine Gegnerschaft gegen die Juden an den Tag gelegt lediglich deshalb, weil sie Juden sind, sondern nur das Interesse des Vereins im Auge gehabt. Weil der Angeklagte den bewußten Brief noch anderen Personen zeigte, hat er sich neben der einfachen Beleidigung auch der Verbreitung nicht erweislich wahrer Tatsachen schuldig gemacht, die geeignet sind, den Amtsrichter Hengsberger verächtlich zu machen und in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen. Der § 193 des Str.-G.-B. (Wahrung berechtigter Interessen) könne dem Angeklagten nicht zugebilligt werden, weil der Brief nur geschrieben wurde, um dem Amtsrichter eins auszuwischen. Mit Rücksicht auf die Schwere der Beleidigung, andererseits aber mit Rücksicht auf die seitherige Unbescholtenheit des Angeklagten wird auf 150 Mk. Geldstrafe erkannt. Der Staatsanwalt hatte 800 Mk. Geldstrafe beantragt.
* Silberne Hochzeit feiern morgen Mittwoch die Eheleute Herr Heinrich Bloß und Frau.
* Non den Apotheken ist morgen nachmittag von 2—9 Uhr die Engel-Apotheke geöffnet.
* Das Hahnenkammhaus ist nur Sonntags geöffnet.
* Vinbruchsdiebstahl. Im „Nordbohmishen Gewerbemuseum" zu Reichenberg (Böhmen) wurden Silbergegenstände im Werte von 8370 Kronen gestohlen. Es wird vermutet, daß die Diebe die Gegenstände eingeschmolzen haben und nun den Versuch machen, diese Silberstücke zu verkaufen. Zur Warnung sei dies hier mitgeteilt.
* Meineid. Vorgestern wurde durch die Gendarmerie die Ehefrau des Konrad Bauch aus Enkheim verhaftet, da ihr nachgewiesen wird, einen Meineid vor dem Schwurgericht bei der Verhandlung gegen den Wilderer Steinmetz aus Bergen geleistet zu haben. Die Frau ist geständig und beschuldigt ihren Mann, daß er sie durch Drohung zu diesem Schritt veranlaßt hätte. Gegen Bauch wurde daraufhin auch Haftbefehl erlassen.
* Stadtverordnetenversammlung. Zu dem Bericht in Nr. 268 d. Bl. über die Sitzung der Stadtverordnetenversammlung ist nachträglich zu bemerken, daß in dem Absatz betr. Legung eines elektrischen Kübels in der Langstraße, das Geißell-Hartungsche Grundstück Nr. 84, auf dem sich die Kurz'sche Fabrik befindet, irrtümlich als Kurz'sches Grundstück bezeichnet worden ist. Die Ned.
* Oralorienverein. Heute abend Chorprobe im Stadtschloß. Damen um halb 8 Uhr, Herren um 8 Uhr.
* Wegen Zechprellerei wurde der Taglöhner Kr. aus Großkrotzenburg in Haft genommen.
* Tèchnikerverein Hanau. Morgen, Mittwoch den 20. d. MtS., findet eine Exkursion nach Großauheim statt und soll daselbst die neue Kirche besichtigt werden. Die angesetzte vorherige Besichtigung der Nägel- und Metallwerke in Klein-Auheim fällt umständehalber aus. Abfahrt vom Ostbahnhof 8.13 Uhr. Um zahlreiche Beteiligung der Mitglieder wird gebeten, Gäste sind willkommen.
* Die katholische Gemeinde Hanau hat einen sozialen Unterrichtskursus errichtet. Derselbe wird unentgeltlich jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat im Restaurant „Braustübl", abends von halb 9 Uhr an abgehalten. Aus allen katholischen Vereinen haben sich ständige Teilnehmer für diese so wichtige Institution angemeldet. Hoffentlich werden auch noch andere treu katholische Mitbürger, die nicht in einem Vereine sind, recht zahlreich zu diesen Abenden sich einfinden. Das Winterprogramm wird folgende Themen behandeln: 1. Die Unfallversicherung : a) Geschichte und Organisation; b) Zweck und Leistungen; c) Verfahren und Kosten. 2. Die Arbeiterfrage. 3. Die Invalidenversicherung: a) Geschichte und Ausbau:
b) Ziel und Nutzen; o) Verfahren. 4. Die Handwerkerfrage.
5. Die Krankenversicherung: a) Geschichte, Organisation, Arten; b) Zweck, Leistungem Verfahren. 6. Die Arbeiterinnenfrage. 7. Der gesetzliche Schutz für Leben, Gesundheit und Sittlichkeit. Der Kursus wird abgehalten an folgenden Tagen: 20. November, 4. Dezember und l8. Dezember 1907; ferner am 8. u. 15. Januar, 5. u. 19. Februar, 4. und 15. März und 1. u. 15. April 1908.
Die städtische Bibliothek
Gärtnerstraße 67 (alte Zeichenakadeime) ist Sonntags, Mittwochs und Samstags von 11 bis 1 Uhr zur kostenfreien Benutzung für das Publikum geöffnet. — Gesamtkataloge sind in der Bibliothek zu haben.
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Langendiebach, 17. Nov. (Fußballwettspiel.)
Auf seinem schön gelegenen Svorwlatze veranstaltete gestern
der „Erste Langendiebacher Fußballklub 1906" sein Retourspiel gegen den „Fußballklub Wolfgang-Ernst-Gymnasium", Büdingen. In hiesigen Sportkreisen war man auf den Ausgang dieses Spieles insofern sehr gespannt, als Langendiebach in Büdingen nur mit 8, darunter 2 Ersatzleuten spielte und eine Niederlage von 15:0 Toren erlitt. Wohl 300—400 Zuschauer mögen dem heutigen für Langendiebach wohl mit der interessantesten Spiele der gegenwärtigen Saison beigewohnt haben. Waren die Gäste an Körperkraft überlegen, so waren dies die Einheimischen in Bezug auf Balltechnik und Kombination. Langendiebach „1906" befand sich heute in guter Form und gab auch sein Bestes, um vor einer Mederlage befreit zu bleiben. Schon in der 8. Minute gelang eS ihm, einen Eckball zu verwandeln. Ein Elfmeterstoß brachte den zweiten Erfolg. Mit 2:0 werden die Seiten gewechselt. DaS Spiel war in der 1. Hälfte schon scharf und wurde nach Wiederaufnahme nach schärfer. Büdingens Verteidigung spielt aufopfernd, Langendiebach drängt heftig und ist noch einmal erfolgreich. An diesem Resultate wird bis zu Schluß nichts nichts mehr geändert; Langendiebach bleibt mit 3:0 Toren Sieger. Es fing schon an zu dunkeln, als der Schiedsrichter, welcher sich seines Amtes einwandsfrei entledigte, die beiden Parteien trennte.
(:) Grotz-Krotzenburg, 16. November. (Ein verhafteter „Schorn st einfegermei st e r".) Der Schorn- steinfkgergeselle Stöcker aus Rehau in Bayern, dem jedenfalls die Zeit zu lang dauert, bis ihm ein Bezirk überwiesen wird, stattete heute einer Anzahl Besitzer von neuen Häusern einen Besuch ab, um die Gebühren für die Schornsteine bezw. Feuerungsanlagen zu erheben. Es gelang ihm jedoch nur in einem Fall den Betrag von 4.80 Mk. zu erschwindeln. Er übergab hierbei ein Kontroll- und QuitlungSbuch, trug die Höhe der Schornsteine ein und quittierte mit dem Namen „Sippel." In den übrigen Häuser wurde er abgewiesen. AIs er jedoch in einem Hause zum zweitenmal« erschien und die Gebühren für die Reinigung der Schornsteine erheben wollte, wurde der Polizeidiener benachrichtigt, der den neuen Schornsteinfegermeister bei der Verfolgung festnahm und dem Amtsgericht in Hanau zuführte. Stöcker, welcher in letzter Zeit in Hanau in Arbeit stand, hat dieselben Betrügereien in Fechmheim und Großauheim verübt.
Gerichtssaal.
Sitzung der Strafkammer vom 18. November 1987.
Jugendlicher Dieb.
Der die Lohnzahlung besorgende Angestellte des Maurer- . Meisters August B. in Großauheim bemerkte im August d. I. mehrmals den Abgang von Bargeld und konstatierte dabei immer eine Unordnung am Schloß der Schublade, in dem die Kasse aufbewahrt wurde. AIs ihm am 17. August während der Mittagsstunde wiederum 25 Mk. verschwanden und die Unordnung am Schloß wiederum darauf hindeutete, daß die Schublade mit einem falschen Schlüssel geöffnet worden war, holte er die Polizei und ließ den allein in Betracht kommenden 14jährigen Bureaudiener Karl T. von Hanau untersuchen. Die vermißten 25 Mk. fanden sich im Strumpfe unter der Fußsohle. Das Gelaß war mit einem Schlüssel geöffnet worden, der nebst anderen an der Wand hing, während der richtige vom Bestohlenen in der Tasche getragen wurde. Mit Rücksicht auf das hartnäckige Leugnen wird der schwere Diebstahl mit 3 Monaten Gefängnis geahndet, während für eine Unterschlagung, der Angeklagte hatte das Porto für 4 Briefe sich rechtswidrig zugeeignet, auf 8 Tage Gefängnis erkannt wird und beide Strafen in 3 Monate 1 Tag zusammengezogen werden.
Beleidigung.
Die Frau des Holzarbeiters Heinrich H. in Langendiebach brachte am Vormittag des 2. August ihrem Kinde, das an diesem Tage ausnahmsweise nicht zum Frühstück nach Hause kam (sie wohnt gegenüber der Schule) die Zehrung in den Schulhof und beschwerte sich bei dem anwesenden Lehrer Worsch in nicht sehr höflichem Tone über die Zurückbehaltung des Kindes, worauf sie vom Schulhofe gewiesen wurde, den sie jedoch erst nach 2—3 Minuten verließ. Das Schöffengericht Langenselbold hatte sie wegen Beleidigung zu 10 Mk., wegen Hausfriedensbruch zu 5 Mk. Geldstrafe verurteilt. Ihre Berufung wird verworfen.
§ 176,3 Str. - G. - B.
Der Arbeiter Hermann Nollau aus Döllingen hat hier auf offener Straße ein 9jähriges Mädchen unzüchtig behandelt und dadurch gleichzeitig öffentliches Aergernis gegeben. Er erhält 8 Monate Gefängnis.
Vereins- u. Berqnü^ rnqsnachrichten
für Dienstag bett 19. November.
Oralorienverein: Probe im Stadtschloßsaale.
Ev. Männer- und Ilnglingsverein: Unterhaltung (Ev. BerelnshallS). Turngesellschaft: Abends von 8—10 Uhr: Turnen der Iuqeudabteilung
Turnverein: Abends von 8—16 Uhr: Turnen der Jngendabtelluug. Dram.-Liier. Verein Aanau: Dereinsabend im „Karlsberg".
Humoristischer Musitverein »Germania" : Von 9—11 Uhr: UÄungsstunde lRestanralion „zum Sandhof').
Dramatischer Dilettantenklub „Thalia": Abends 9 Uhr: Leseprobe und RezitaiionS-Abmd im Restaurant „zum Römischen Kaiser".
Erster Athleten - Verein: Abends von 9—11 Uhr: Uebungsstunde auf Deck'S Felsenkeller.
Turngemeinde: S8/«—10; Jugenbabteilung, 1*11—8’/«: Frauenabteilung A, 6' ,-7'/,: Frauenabteilung B, 4'/»—o'/,: Mädchmab- teilung A, 51/»—6*/»: Mädchenabteilunq B.
Ges. Verb. „ Normanni«": Klubabend im „Löwengärtchen".
Kath. Kasino „Eintracht" sVereinsl. „zum Braustib'l"): VereinSabtud. Gesanaverein „Eintracht": Singstunde.
Gesangverein „Melomania": Singstunde in der „Karthaune".
Familien - Marken - Konsumverein „Einigkeit": Abends von 8—10 Ubrr Markenausgabe für Kontrahenten (VereinShaus „Eoncordia").
Gesangverein „Sumser": Singstunde in der „Stadt Bremen".
Verein für HandlungS - Kommis von 1858; VereinSabend im Restaurant „Earlsberg".
GabelSberger Stenographen-Verein (Lokal: „Frankfurter Bau", Einaan« Lindenstraße): Abends von 8-9 Uhr: AnfängerkursuS, 9-lOt UebungSstunde, Verkehrsschrift..
Gewerbe- und Handwerker-Verein: VereinSabend in der .Ceutralballe". Kegelklub der Svessart-Touristcn: Gasthaus „zur guten Quelle".
Verein der Bayern: Vereinsabend im Gasthaus „zur Sonne"
Ocffcntlicher Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung für vie Zeit vom Abend des 19. November bis zum nächsten Abend.
Morgen keine Witterungsveründeruna: kälter.