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Nototionldrukk und Verlag »er Buchdruckers HK vâ
General-Anzeiger
KAttlihts Organ für Stadt- and Landkreis Sanan.
Die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 2- Uz» tm Reklameuteil dl« Zeile SS Pfz.
tK Waisenhauses in Hanau,
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Serantmortl. Nedaktsurr S. Schrecker ia Hamm.
$L 267 Fernfprechnttschlitf; Nr. 605.
Donnerstag den 14. November
^ernfprechanfchltttz Nr. 665. 1907
Amtliches.
Stadtkreis Hanau.
Bei einem geschlachteten Schweine des Landwirts Adolf Stettner, Vor der Kinzigbrücke 15 hier, wurde die Schweineseuche festgestellt. Ueber das Gehöft ist die Sperre verhängt.
Hanau den 12. November 1907.
Königliche Polizei-Direktion.
P 10521 J. V.: Siemon, Reg.-Assessor.
Die über das Gehöft des Fuhrunternehmers Kurz, Erbsengasse 16, verhängte Sperre ist aufgehoben.
Hanau den 13. November 1907.
Königliche Polizei-Direktion.
P 9683 I. V.: Siemon, Reg.-Assessor.
ringe-
Am Samstag den 23. November d. J., nachmittags 2 Uhr, werden in dem Kreishaus, Hainstraße Nr. 10 hier,
13 ausrangierte Tuchmäntel und
5 ausrangierte Säbelkoppel gegen bare Zahlung versteigert, wozu Kaufliebhaber laden werden.
Hanau den 12. November 1907.
Königliche Polizei-Direktion. P 10522 v. Beckerath.
Bekanntmachung.
Die Wohnung im 1. Obergeschoß des Hauses Bangertstraße Nr. 2 ist anderweit zu vermieten.
Angebote können schriftlich an uns eingereicht oder mündlich auf dem Nathause, Zimmer Nr. 12, abgegeben werden. Hanau den 2. November 1907.
Der Magistrat.
Hild. 22979
Städtische Sparkasse.
Wir haben in Hanau-Kesselstadt eine Sammelsielle für Spareinlagen zur städtischen Sparkasse vom 18. Juli d. Js. ab eingerichtet. Mit der Geschäftsführung ist Herr Gemeindeeinnehmer Benz betraut worden. Diejenigen Sparer in Hanau-Kesselstadt,welche von dieser Einrichtung Gebrauch machen wollen, können ihre Einzahlungen gegen Vorlage der Einlagebücher im Amtszimmer des Herrn Benz während seiner Dienststunden macken. Zu beachten ist, daß in die Einlagebücher Marken im Nennwerte der Einlage eingeklebt werden und die Rückgabe der Bücher alsbald erfolgt.
Neu hinzutretenden Sparern werden von der Sammelstelle Einlagebücher kostenfrei ausgefertigt.
Hanau den 15. Juli 1907.
—Der Vorstand. 14753
Handelsregister.
Firma Heinrich L. Trapper.
Das unter dieser Firma in Hanau betriebene Handelsgeschäft ist auf den Kaufmann Ferdinand Trapper in Hanau übergegangen und wird von demselben unter unveränderter Firma sortgeführt.
Hanau den 9. November 1907.
Königliches Amtsgericht Abt. 5. 23519
Polizei-Verordnung.
Auf Grund der M 5 und 6 der Allerhöchsten Verordnung über die Polizeiverwaltung in den neu erworbenen Landesteilen vom 20. 9. 1867 sowie des § 143 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. 7. 1883 wird folgende Polizeiverordnung für den Bereich der Gemeinde Niederrodenbach erlassen.
S 1.
Verstöße gegen das Ortsstatut betreffend die Regelung des Feuerlöschwesens in der Landgemeinde Niederrodenbach vom 11. September 1907 werden mit einer Geldstrafe bis zu 9 Mark oder entsprechender Haft bestraft.
§ 2.
Die Polizei-Verordnung tritt mit dem Tage der Veröffentlichung in Kraft.
Niederrodenbach den 11. September 1907.
Die Ortspolizeibehörde.
Schmidt. 23507
Gefundene und verlorene Gesenstönde rc.
Gefunden: 1 goldene Damenuhr, 1 Messing-Trauring (auf der Messe), 1 brauner Pelz mit Köpfchen.
Verloren: 1 silbernes mattvergoldetes Armband, 1 silberne Damenuhr mit Goldrand (unter dem Deckel befindet sich eine Haarlocke), 1 Sparkassenbuch Nr. 6518a dex städtischen Sparkasse.
Hanau den 14. November 1907.
Politische Rundschau.
Robert Koch Exzellenz. Der Geh. Medizinalrat Professor Dr. Robert Koch ist nach der in voriger Woche erfolgten Rückkehr von seiner Forschungsreise nach Deutsch- Ostafrika, die ihn anderthalb Jahre von der Heimat ferngehalten hat, wegen seiner Verdienste um die Erforschung und Bekämpfung der Schlafkrankheit zum Wirklichen Geheimen Rat mit dem Prädikat Exzellenz ernannt worden. Der berühmte Gelehrte, dem diese Auszeichnung jetzt zuteil geworden ist, vollendet im nächsten Monat sein 64. Lebensjahr. Allein von einer Abnahme seiner geistigen Kräfte oder von einem Erlahmen seines wissenschaftlichen Forschereifers ist noch nichts zu merken. Neben seinen Studien über den Milzbrand sind es houpttächlich die Entdeckung des Cholera- und des Tuberkelbazillus, die seinen Namen unsterblich gemacht Haken. Aber auch sonst ist sein Name mit der Entwicklung der Bakteriologie und der Geschichte der Bekämpfung der Infektionskrankheiten aufs engste verknüpft. Gerade in den letzten Jahren hat er sich der Erforschung der tropischen Krankheiten, der Malaria, der Pest und der Schlafkrankheit, gewidmet. Er hat sich nicht gescheut, drei und viermal nach Afrika hinauszuziehm, alle Strapazen, Entbehrungen und Gefahren solcher Reisen auf sich zu nehmen, um unsere Kolonien von den Geißeln, die dort der menschlichen Gesundheit drohen, zu befreien. Wegen dieser Verdienste um die Menschheit und seiner großen Erfolge auf diesem Gebiete ist jetzt dem ausgezeichneten Gelehrten die Anerkennung des Monarchen zuteil geworden.
Konferenz. Am 15. d. M. treten auf Einladung und unter dem Vorsitz des Ministers der öffentlichen Arbeiten die Präsidenten der 21 Direktionen der Preußisch-Hessischen Staatseisenbahnen, des Eisenbahn-Zentralamts und der Generaldirektion der Eisenbahnen in Elsaß-Lothringen zu einer gemeinsamen Besprechung wichtiger Fragen des Betriebes, des Verkehrs und der Organisation sowie zum Austausch ihrer in der Praxis gewonnenen Erfahrungen im Ministerium der öffentlichen Arbeiten zusammen. Nach Abschluß der Besprechung wird Minister Breitenbach die Präsidenten und eine größere Zahl von Beamten seines Ministeriums zu einem gemeinsamen Mahl in seinen Wohnräumen vereinigen.
Sächsische Zweite lammet» Auf eine Bemerkung des Nationalliberalen Schieck eingehend, führte der Finanz- minister v. Rüger in der gestrigen Sitzung aus, das Projekt der Betriebsmittelgemeinschaft, wie es von Württemberg vorgeschlagen worden sei, hätten die Negierungen wegen etat- rechtlicher Bedenken jetzt fallen lassen. Doch schwebten Verhandlungen über den bayrischen Vorschlag der Güterwagengemeinschaft und den erleichterten Austausch von Lokomotiven und Personenwagen. Auch diesem Vorschlag ständen jedoch finanzielle Schwierigkeiten entgegen. Die ganze Angelegenheit sei jetzt dadurch in eine neue Phase eingetreten, daß Württemberg, Baden und Mecklenburg Verhandlungen anknüpften, die den Eintritt in den bereits zwischen der preußisch-hessischen Gemeinschaft und Oldenburg bestehenden Staatswagenverband bezwecken. Sachsen habe jetzt gleichfalls derartige Verhandlungen angeknüpft. Der Finanzminister fügt hinzu, bei der loyalen Haltung, die die preußische Regierung gegen Sachsen einnehme, sei zu hoffen, daß sie auch bei diesen Verhandlungen den besten Willen mitbringe. Er sei r fest überzeugt, die Frage werde auf dem einen ober andern ; Wege eine befriedigende Losung finden. Auf die Anfrage des J nationalliberalen Abgeordneten Merkel teilte der Justizminister v. Otto mit, die Regierung trete entschieden für die Gewährung von Diäten für Schöffen und Geschworenen ein.
Die Frage müsse reichsgesetzlich geregelt werden. Durch den unberechtigten Vorwurf des nationalliberalen Abgeordneten Hettner waren die in der Zweiten Kammer tätigen Journalisten verletzt und hatten ohne Parteiunterschied erklärt, über die Reden Hettners so lange nicht zu berichten, bis er die Beleidigung zurückgenommen habe. Der Abgeordnete gab in der gestrigen Sitzung volle Genugtuung, womit die Sache beigelegt ist.
Staat und Kirche in ^ranfreitti» In Toulouse fand eine Versammlung von 15 Erzbischöfen und Bischöfen Südfrankreichs statt, welche an der Spitze der Verwaltung des dortigen katholischen Instituts stehen. Der Erzbischof von Toulouse, Germain, sagte in seiner Eröffnungsrede, daß der französische Episkopat ohne Umschweife und Winkelzüge und ohne Furcht die Lehren des Stuhles Petri befolgen werde. „Wir werden lehren, was uns seine Kirche lehrt, und wir werden verdammen, was sie verdammt."
Revolte holländischer Kadetten. In Breda meuterten die Kadetten der dortigen Militärakademie, weil ihnen wegen Prügeleien auf der Kirmis der Abendurlaub entzogen worden war. Sie zerschlugen die Einrichtung der Kantine. Eine strenge Untersuchung ist eingeleitet.
Die Lage in Marokko.
Paris, 13. Novbr. Eine Note der Agenee Havas au? Berlin besagt, die Antwort Deutschlands auf den französischen Vorschlag betreffend die Entschädigung der durch die Belagerung von Casablanca Betroffenen wurde nach Paris gesandt. Die Antwort wird zweifelsohne eine Basis für weitere Verhandlungen bieten, zumal, wie der Minister Pichon gestern in der Kammer erklärte, das französische Zirkular nicht als der endgültige Ausdruck der Ansicht des Pariser Kabinetts erachtet wird.
Frankreichs Marokkopolitik.
Paris, 13. Novbr. Der radikale Deputierte Hubert, bet als Berichterstatter für koloniale Angelegenheiten, insbesondere über die Marokkofrage, sich ein großes Ansehen erworben hat, wird in der heutigen Kammersitzung nach Abschluß der Marokko-Debatte nachstehende Tagesordnung beantragen: „Die Kammer billigt die Erklärungen im Vertrauen darauf, daß sie in Marokko eine Politik verfolgt, die dem Interesse Frankreichs entspricht und sich im Rahmen der unterzeichneten Verpflichtungen bewegt." Es besteht kein Zweifel, daß diese Tagesordnung mit überwiegender Mehrheit angenommen werden wird.
Paris, 13. Novbr. Bei der Fortsetzung der Be» sprechung der Interpellation betreffend Marokko wurde nach kurzer weiterer Debatte mit 462 Stimmen gegen 54 Stimmen eine Tagesordnung angenommen, in der der Regierung das Vertrauen ausgesprochen wird, daß sie die Achtung der Rechte Frankreichs in Marokko sichern werde, ebenso wie di« Ausführung der eingegangenen Verbindlichkeiten. Außerdem werden die Erklärungen der Regierung gebilligt und jeder Zusatz abgelehnt.
Paris, 13. Novbr. Deputiertenkammer. Im Verlaufe der weiteren Beratung über die Interpellation über Marokko vermißt Chabert (Republikaner) Klarheit über Frankreichs Verhältnis zu Marokko und unterwirft das Verhalten der französischen Diplomatie einer Kritik. Laroche (Republikaner) kritisiert das Verfahren der Gestellung von Geiseln, dessen man sich in Casablanca bediente. Der Minister des Aeußern, Pichon, antwortete hierauf, daß die Geiseln in Casablanca angesehene Marokkaner seien, welche Frankreichs Bemühungen, die Handelsbeziehungen mit den Stämmen wieder anzuknüpfen, unterstützen sollen. Diese Geiseln werden in keiner Weise schlecht behandelt oder zu Dienstleistungen herangezogen. (Beifall.) Hierauf wurde die Diskussion geschlossen. Die Kammer beschloß dann, mit 490 gegen 55 Stimmen, die Priorität für die bereits gemeldete Tagesordnung, in welcher der Regierung das Vertrauen ausgesprochen wird. Ueber eine von den Sozialisten eingebrachte Tagesordnung wird nicht abgestimmt. Diese Tagesordnung forderte ein internationales Vorgehen in Marokko und tadelte das Bombardement von Casablanca, das zum Schutz der Europäer nicht notwendig gewesen wäre.
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Der Besuch des Kuiserpuares in WM.
London, 13. Novbr. Die Guildhall bietet einen präch» tigen Anblick dar. Auf der mit Scharlach bekleideten Estrade saßen der Lordmayor und seine Gemahlin in Scharlochroben und goldenen Amtsketten und die Aldermen. DieUniformen boten ein glänzendes Farbenbild. Der Lordmayor trug die Tracht eines Grafen mit dem Hermelinmantel, der nur beim Empfang von königlichen Herrschaften getragen wird. Außer dem Gefolge des Kaisers waren als Gäste anwesend auch der englische Botschafter in Berlin Sir Frank Lascelles, der englische Generalkonsul in Frankfurt a. M. Sir Francis Oppenheimer, Generalkonsul Johannes, Vizekonsul Mayer, die Herren Julius Wernher, Hubert, Herkomer, A. Siemens und anderen. In der Guildhall waren schon vorher die Mitglieder der deutschen Botschaft eingetroffen, die mit lautem Beifall begrüßt wurden, besonders als Prinz Wilhelm zu Stolberg-Wernigerode dem Lordmayor und den SherifS die ihnen vom Kaiser verliehenen Orden überreichte. Als der