Einzelbild herunterladen
 
  

IS. NoveMDex

der bürgerliche Geist wieder mebr Respekt auf beutfdiem Boden erringt. Deshalb wünschen wir auch, daß eS mit der liberalen Einigung immer weiter vorwärts aeht. Die frei» sinnige Volkspartei muß dabei die Führung übernahmen, mit der Ausgabe, daß sip uns zusammenführt. (Lebhafter Beifall.) Sie hat die älteste Tradition und hat das Recht darauf, uns zusammenmsühren. Wir sind auch dankbar für jeden guten Rat, können aber der Hofmeisterei entraten. Wir hoffen, daß die heutige Taaung auf der linken Seite des Maines eine gute Wirkung haben wird, und betrachten es als eine gute Vorbedeutung, daß wir gerade am 10. November tagen, am Geburtstage Martin Luthers, Schillers und Robert Blums, auf die die Freiheit in alle Ewigkeit stolz sein kann. (Leb­hafter, anhaltender Beifall.)

Darauf ergriff Reichs- und Landtagsabgeordneter Müller- Meiningen das Wort. Er führte aus: Von heute an wollen wir uns die Aufgabe stellen, wenig mehr von Einigung zu i sprechen, aber um somehr einig zu handeln. (Beifall.) Man ; schreit Verrat, weil wir dem Block angehören. In einer Zeit, ! wo die Partei derengelhaften Güte, christlichen Demut und Wahrheitsliebe" mit der Partei des Klassenkampfe? bald daS zehnjährige Jubiläum der Paarung in Bayern feiert, wird man unempfindlich gegen solche Vorwürfe. (Heiterkeit.) Wir Liberalen verlangen im Interesse des Reiches die Liberali­sierung des ReichSgedankens und den freiheitlichen Ausbau des Reiches. (Lebhafter Beifall.) Wir verlangen die Koali- iioussreiheit, ein Reichsvereinsgesetz ohne kleinliche Nadel­stiche. Wir verlangen ein Wahlgesetz, das die Bürger deS Reiches gleich macht. Fort mit den Privilegien. Wir er­kennen nur ein auf Arbeit fundiertes Privilegium der Tüch­tigkeit an. Das ist das Evangelium wahrer Demokratie. Im Zei­chen gemeinsamer kulturfortschrittlicher Arbeit haben wir uns zu­sammengefunden und wir werden den Sieg erreichen. (Leb­hafter Beifall.)

Darauf ergriff stürmisch begrüßt, ReichStagSabgeordneter Friedrich Naumann das Wort zu folgenden Ausführungen: Zwischen Konservativen und Liberalen sind zahlreiche Gegen­sätze vorhanden. Die konservative Staatsreform bedingt die Gegenbewegung der unteren Klassen. Der Liberalismus will jedem einzelnen sein Recht unter der Sonne gewähren. Die Konservativen sagen: es gibt Leute, die zum Herrschen ge­boren werden und andere, die zum Beherrschen bestimmt sind. Dem gegenüber sagt der Liberalismus: es gibt nur einerlei Volk. Der Konservativismus hält sich nur so lange, als es keine Schulen nnd keine Bildung gibt. Mit derselben Logik, mit der die Konservativen sagen: eS gibt Leute, die zum Herrschen geboren sind! sagt die Gegenseite: es gibt Klassenkämpfe, und wir kämpfen als Klasse. Wir müssen den alten Geist des Liberalismus wieder befruchten. Es ist ein Fortschritt, daß wir in den letzten zwei Jahr- zehnten in allen sozialen Fragen unsere volle Schuldigst ge­tan haben. Mir sagt man nach, daß ich der Sozialdemo­kratie zu nahe gekommen bin. Man sagt, ich sollte mich hüten, daß meine Finger nicht rot werden. Ich sage: küm- mrrt Euch um Eure Fingerspitzen und nicht um meine. Beifall.) Das Koalitionsrecht sieht nur auf dem Papier. Es darf nicht nur ein Recht der Syndikate sein. Dieselben Rechte, wie der Bund der Landwirte und das Kohlensyndi­kat, muß auch jeder Arbeiteroerband haben. Es handelt sich nicht darum, was die Sozialdemokratie fördert, sondern da­rum, daß der Liberalismus seine eigene liberale Sache zu Ende denkt.

Auf dem Gebiete der Heimarbeit, der Bildung hat der Liberalismus große Aufgaben. Die Zollpolitik wird kläglich Fiasko machen. Der große Traum vom Glück der hohen Zölle wird verrauschen. Das Volk wird noch sehen, waS es für ein Eiel gewesen ist, den Agrariern die Kastanien aus dem Feuer zu holen. (Lebhafter Beifall.) Die Kardinal- frage der heutigen Zeit ist das preußische Landtagswahlrecht. Es ist nur der Schein eines Wahlrechtes. Man läßt die Leute wählen, sorgt aber dafür, daß eS nichts hilft. Wir fordern das Reichstagswahlrecht für den preußischen Land­tag. Ich weiß, daß es Verschiedenheiten der Taktik, der Auffassung und des Temperamentes gibt. Ueber die Ziele lind wir aber alle einig. Der Abg. Fischbeck hat im Zirkus Busch gesagt: Die Zwingburg muß niedergebrochen werden. Die Taktik kann in Volksversammlungen nicht zur Geltung kommen. Sorgen wir aber dafür,' daß die Stimme der Bevölkerung immer lauter kund wird. Das Wort: die Zwingburg muß niedergebrochen werden, soll laufen von Mund zu Mund, von den Alpen bis zur Ostsee hin. (Leb­hafter Beifall.) Der Streit in der letzten Zeit, auf den unsere Gegner hinwiesen, war nicht bei den" Führern, nur die Zeitungen haben sich geschlagen. Die Fraktionen aber sind der feste Fels der Einigkeit. Wir wollen die Ver­schiedenheiten der Charaktere und der Personen verwenden im Sinne jenes Liberalismus, der die Persönlichkeit achtet. Auch ich hoffe, daß die Führung der freisinnigen Volkspartei uns alle zur Einheit bringt. (Lebhafter Beifall.) Ich kann Ihnen nur zurufen: Seid einig, einig, einig! Wir alle wollen sein ein einig Volk von Brüdern, in keiner Not uns trennen und Gefahr I (Stürmischer, anhaltender Beifall.)

Der letzte Redner, Reichstags- und Landtagsabg Wie­mer, erklärte: Auch die freisinnige Volkspartei ist der Meinung, daß die Fraktionsgemeinschaft sich bewährt hat, und weiter bewähren wird, auch wenn sie einer stärkeren Probe unterworfen wird als bisher. Wir meinen es alle ehrlich mit dem Liberalismus. Und wenn in jüngster Zeit zu unserem Bedauern eine Preßfehde in den ' liberalen "lästern ausgefochten wurde, so hoffe ich, daß derFrank­furter Friede" auch in der liberalen Presse gehalten wird. Der Block hängt davon ab, daß wir mittun. Soll der Weg nach links gehen, so tun wir mit. Dem Block zu Liebe wechseln wir aber unsere Ueberzeugung nicht. Eine Steuerpolitik, die unseren Anschauungen entgegengesetzt ist, machen wir nicht mit. Da haben wir nur eine Antwort: Links um! (Lebhafter Beifall.) Auf daS geheime Wahl­recht in Preußen können wir uns im gegebenen Augenblick

Drertstast

nicht beschränken. Wenn wir die Zwingburg nicht auf ein­mal nehmen können, so werden wir uns damit begnügen, Bastion auf Passion zu erobern. Wir sind alle bann einig, daß das Dreiklastenwahssystem beseitigt werden muß, und daß in Deutschland nicht die Kapläne und Gewerkschaft?« sekretäre allein regieren dürfen. (Beifall.) Die freisinnige Volk^vartei dankt für die Anerkennung, die ihrem Wirken zur Einigung deS Liberalismus gezollt wird. Sie wird auch bei der weiterhin gemeinsamen Arbeit aller wahren Liberalen ihre Pfl'ckt tun. (Lebh. Beifall.)

Abg. Funck-Frankfurt a. M. dankte den Rednern für ihre zündenden Worte und schloß mit dem Appell an alle Liberalen, nach Maßgabe ihrer Kräfte die gemeinsame Arbeit der drei liberalen Parteien auch fernerhin zu unterstützen. (Lebh. anhaltender Beifall.)

Damit hatte die imposante liberale Kundgebung ihr Ende erreicht. E? folgte ein Festmahl, an dem die liberalen Führer aller drei Gruppen und zahlreiche Parteifreunde teil» nahmen. Landtagsabg. Münsterberg hielt die Hauptansprache, in der er die Hoffnung aussprach, daß die Frankfurter Einigung auch bei den kommenden parlamentarischen Kämpfen deS nächsten Winters segensreiche Früchte tragen möge.

Hus Ran au Stadt und Eand.

Hanart, 12. November.

* Stadiverordnetenwahl. An die bürgerlichen Wähler geht das dringende Ersuchen, daS Wahlrecht aus- zuüben, eine Zersplitterung zu vermeiden und zum Siege der bürgerlichen Kandidaten in der 3. Wahlabteilung beizu­tragen.

* Zur Stadtverordnetenwahl. Wie uns Herr Stadtbaurat T h y r i o t mitteilt, ist ihm seine Aufstellung als Kandidat für die Stadtverordnetenwahlen erst heute zur Kenntnis gekommen, woraus hervorgeht, daß er weder vorher bei der Vorbesprechung, noch später bei der Aufstellung be­teiligt gewesen ist.

* Kontrottversammlunst. Mittwoch den 13. No­vember, vormittags 9^ Uhr, in Enkheim (Hof der neuen Schule): Die Mannschaften von Bergen-Enkheim der Iahres- klasten 1905, 1906, 1907 und sämtliche Mannschaften von Niederdorfelden, Dottenfelderhof, Gronau und Gronauerhof; nachmittags 3 Uhr in Hochstadt (Ausgang nach Bischofs­heim) : Die Mannschaften von Hochstadt, Wachenbuchen, Bischofsheim und Dörnigheim.

* Versammlung. Auch an dieser Stelle möchten wir alle Interessenten auf die heute Dienstag den 12. November, abends, im Gasthauszur Sonne" dahier stattfindende öffentliche Versammlung des Deuts^en Privat-Beamtenvereins Hinweisen. Der im Jahre 1881 gegründete Verein be­zweckt die Vertretung der wirtschaftlichen, rechtlichen und sozialen Interessen der Privatbeamten Deutschlands, insbe­sondere die Förderung der Sicherstellung der wirtschaftlichen Zukunft derselben und ihrer Familienangehörigen durch an­gemessene Alters- und Invaliditätspenstonen, Witwenrenten, Reliktenversorgung und Unterstützung in den verschiedensten Formen. Besondere Einrichtungen sind: unter staatlicher Oberaufsicht stehende Pensionskasse, Witwenkasse, Begräbnis­kasse und Krankenkasse, ferner weitverzweigte Stellenvermitt­lung, Rechtsrat, Rechtsschutz, pekuniäre Unterstützung unver­schuldet in Notlage gekommener Mitglieder und deren in Be­drängnis zurückgelassenen Hinterbliebenen, Erziehungsbeihilfen aus der Kaiser Wilhelm Privatbeamten-Waisenstiftung u. a. m. Der Halbjahresbeitrag beträgt 3 Mk. bei kostenfreiem Bezug seines Organs, der Privatbeamten - Zeitung. Der Verein zählt heute ca. 23 000 Mitglieder im ganzen Deutschen Reiche und besitzt ein Vermögen von ca. 12 Millionen Mk. Jede weiter gewünschte Auskunft wird am Versammlungs­abend bereitwilligst erteilt.

* Der Vorstand des Eisenbahn-Frauen- Vereins Panait bittet uns um Aufnahme folgender öffentlicher Danksagung:Nachdem die Wohltätigkeits­Vorstellung des Eisenbahn-Frauen-Vereins sich eines so außerordentlich reichen Besuchs zu erfreuen hatte, drängt eS den Verein, auch an dieser Stelle nochmals allen denen herz­lich zu danken, welche in so selbstloser, edler Weise daS gute Gelingen und den pekuniären Erfolg ermöglichten. Vor allem seien genannt der Direktor des hiesigen Stadttheaters, Herr Adalbert S t e f f t e r, welcher in liebenswürdiger Weise eine seiner ersten Kräfte, Fräulein Käthi H o r st e n, zur Ver­fügung stellte, durch deren vollendete Darstellungskunst die theatralischen Aufführungen sich äußerst glanzvoll gestalteten. Dieser Künstlerin gilt auch unser Dank, ferner den übrigen Damen, die zum guten Gelingen beitrugen, Frau Elise Wohlfahrt, Frau Elisabeth Haas, Fräulein Ella Steil und Fräulein Maria Dethier. Außerdem haben in höchst dankenswerter Weise folgende Firmen usw. be­sonderes Entgegenkommen gezeigt: Die Hofbrauerei Koch, Akt.-Ges., sowie Frau Ulsamer bei Vermietung des Saales, der GesangvereinFröhlichkeit" durch kosten­lose Hergabe deS Flügels, Herr Tapezierermeister H o p p e, ferner Herr Jörg durch unentgeltliches Leihen der Zier­pflanzen. Nicht unerwähnt bleibe die Tagespresse, die gleich­falls die Veranstaltung in höchst zuvorkommender und liebens­würdiger Weise durch Vorbesprechungen in ihren Spalten unterstützt hat. Zum Schlüsse sei allen werten Gästen und Gönnern unser herzlichster Dan? ausgesprochen."

* Herrenabend. In derTurnhalle" feierte am vergangenen Samstag abeud derGesangverein E i n t r a ch t" sein 40. Stiftungsfest durch den üblichen Herrenabend. Die überaus stattliche Zahl der Besucher hat wohl von neuem dargetan, welcher Wertschätzung sich der Männergesang im allgemeinen und derjenige desGesang­verein Eintracht" im besonderen in unserer Stadt erfreut, zumal, wenn man bedenkt, welche Hochflut von Konzerten schon über uns hinweggeschäumt ist Das Programm brachte

______________ Sekts 8

in der Hauptsache eine Wiederholung der schon beim voran­gegangenen Stuhlkonzert gesungenen Chore, bei welcher Ge­legenheit wir dieselben bereit? in künstlerischer Hinsicht ge­wertet haben und es bedarf wohl kaum noch der besonderen Feststellung, daß der Doriraa der Chöre vor den hauptsäch­lich aus Sängern bestehenden Herrenabendbefuchern mit gleicher Hingabe und Vollendung sich vollzog. Den in- ürumentalen Teil deS Abends hatte die Infanteriekapelle inne, an und für stch wiederum ein Genuß, der zu fröhlichem Bei­fall hinriß. DerEintracht" langjährige Solisten, di, Herren Engelhard und W e i ß e n ft e i n, waren wieder mit manch stimmunasvollem Liede am Platze, auch der Humor kam reichlich zu Wort durch erste Vertreter, nämlich Fräulein Harves vom Stadttheater und die Herren Rohde und Müller. So schloß sich der Herrenabend derEintracht" seinen Vorgängern würdig an, ihr Dirigent darf mit Recht stolz sein auf das, was er durch seine Sänger auch am 40. Stiftungsfeste vollbringen konnte.

* Der BeMellnngsprozeß -es Landgrafen Alexander von Hessen gegen den Fürsten Heinrich und den Prinzen Philipp von Hanau wird in zweiter Instanz vor dem k. T. Oberlandesgericht Prag am 14. d. M. ver­handelt werden. Es handelt sich bekanntlich um den durch erstinstanzliches Urteil vom 29. Juni abgewiesenen Anspruch des Landgräflich hessischen HauseS auf Nachfolge in die Fürst­lich Hanauische Majoratsherrschaft Horzowitz für den Fall deS Aussterbens des Fürstlich Hanauischen Mannesstammes.

* Stadttbeater. Heute findet bei ganz kleinen Preisen die letzte Wiederholung vonStaatsanwalt Alexander" statt und zwar beginnt dieselbe um 8 Uhr. Der Verfasser Carl Schüler hat sich mit diesem Werk sehr vorteilhaft ein­geführt. Er versteht es, die Hörer in ungewöhnlicher Weise zu fesseln und seine Gerichtsszenen sind von außerordentlicher Wirkung, zumal der Stoff der Handlung direkt auS dem Leben gegriffen ist. Mit Herrn Krack in der Titelrolle und genau derselben vorzüglichen Besetzung aller übrigen Rollen wie bei den bisherigen Aufführungen ist die Wiedergabe des Stückes eine vollendete und allein schon deshalb der Besuch der Vorstellung lohnend. Morgen, Mittwoch, wird zum ersten Mal Gerhard Hauptmannes Nocturnus E l g a " wiederholt und eS sei diese Aufführung Freunden eines literarischen Abends besonders empfohlen. Für Donnerstag steht bei kleinen Preisen Gustav Kadelburg's lustiger SchwankDer Weg zur Hölle" auf dem Spielplan

* Esperanto. Interessenten von der Welthilfssprache Esperanto und Freunde des Gammelsports von Ansichts­karten wollen wir darauf aufmerksam machen, daß die hiesige Esperantiften-Gruppe die Karten in dem Ausstellungsrahmen an der Centralhalle gewechselt hat. Es sind wieder eine Anzahl prächtiger Karten ausgestellt; u. a. erregt unter den Ka-ten der obersten Reihe, welche Frauen in National- Kostümen zeigen, die Abbildung einer bulgarischen Braut großes Interesse. Unter den Karten mit Landschaftsansichten sind die beiden untersten rechts und links, eine schottische aus Gareloch, bezw. eine Neuseeländer aus Milford, be­achtenswert. Ferner bemerken wir noch eine Gruppe türkischer Zigeuner, das Schlachtendenkmal von Plewua usw.

* Kinematograph. Mit vollem Recht übt der auf dem Meßplatz befindliche Kinematograph große Anziehungs­kraft aus. Zu jeder Vorstellung ist ein neues Programm vorgesehen, das die Zuschauer entzückt und vollauf befriedigt. Die Bilder sind scharf und flimmerfrei, daher wohltuend für die Augen. Wir können einen Besuch der Vorstellungen nur empfehlen.

* Verhaftet. Der bei der kürzlich gemeldeten Wilb- diebsaffäre beteiligt gewesene Genosse des TaglöhnerS Zink ist in der Person des Dachdeckers Trageser aus Kahl ermittelt und festgenommen worden.

* Wettspiel. Am vergangenen Sonntag stand^ sich die 1. Mannschaft des Riickinger FußballklubsViktoria" gegen die gleiche des Hainstädter FußballklubsGermania" in einem Wettspiel gegenüber. Nach einem schön-^ Zu­sammenspiel gelang dem Riickinger Fußballklub Viktoria mit 4 : 0 Toren das Feld zu behaupten, während die 2. Mann- schaft des Riickinger Fußballklubs Viktoria mit 1 : 0 Toren verlor.

GpreMaal.

An unsere Handwerker und Gewerbetreibenden der Stadt Hanau.

Klein ist noch die Zahl der Vertreter des Handwerker­und Gewerbetreibenden-Standes, die in der Stadt Hanau unsere Interessen wahrzunehmen haben.

Der Vorstand des Handwerker- und Gewerbe-Vereins hat daher in seinen Beratungen Herrn Weißbindermeister Jean Lückhardt als weiteren Stadtverordneten ausersehen und dem bürgerlichen Wahlkomitee vorgeschlagen. Bei den weiteren Verhandlungen hat er auch sein vollstes Einverständnis zur Aufstellung der Herren Fischer, Kempf und Sommer gegebeni

Wie notwendig es ist, den Handwerker- und Gewerbe­stand besser und zahlreicher in unserem Stadtparlament ver­treten zu sehen wie seither, beweist Ihnen, verehrte StandeS- genossen, ganz besonders das Verfahren, welches gerade im verflossenen Jahre bei Vergebung von städt. Arbeiten ange­wendet wurde. Obgleich ein Ministerial-Erlaß vom 23. De­zember 1905 die wirtschaftliche Lage des Handwerkers dadurch zu verbessern sucht, daß bei Vergebung von Arbeiten für Kommunal- und Staatsgebäude dieselben in einzelnen Losen und an einheimische Handwerker und Gewerbetreibende vergeben werden sollen, hat man auch diesmal wieder den Hanauer Handwerkern kein Entgegenkommen gezeigt und sämtlich» drei Arbeiterwohnhäuser, welche neu zu erbauen sind an einen Unternehmer vergeben.

Herr Stadtverordneter Peteler hat in der Stadtv-rorb- netenfttzung versucht, dies zu vereiteln und nachgewielen, daß die Stadt bei Einzelvergebung der Arbeiten ebenso billig bauen könnte als der Unternehmer, hat aber bedauerliches weise wenig Unterstützung und Verständnis für seinen An­trag gewinnen können. Sie sehen daher durch diesen einzigen angeführten krassen Fall, wie schwach und ohn» mächtig unser Mittelstand zur Zeit im Stadtparlament ver. treten ist.