VezngSpretSt
BitttchLyrll- 1,80 M., monatlich 60 Pfg., für au|* wattige Abonnenten mit dem betreffenden Postauffchla-.
Die tixjtlne Nummer kostet 10 Pf-.
Ustati»uSdruck und Verlag der Buchdruckerei bet oerein, CK Watjen-auseS tu Hanau.
General-Nnzeiger
Amtlichts Organ für Stadt- und Fandlrrtis Kanan.
Erscheint tâgüch mit Ausnahme der «arm- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
EiurüâuugSgebSyeß
Die fünf gespaltene Petit-eile oder bccet Rau« SO Pf- tat «ellameuteU d« Aelle SS Pf»
Verantmortl. atebottawi Ä. Schrecke, ia Heue«.
Ml. 265 Feritsprechauschlust Nr. 605»
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Dienstag den 12. November
^mtforedjanfdilttfi Nr. 605. 1907
Amtliches.
Bekanntmachung.
Für Briefsendungen von Deutschland nach den deutschen Postanstalten in Marokko r Alkassar, Casablanca, FeS, Larache, Marrakesch, Mazagan, Meknes, Mogador, Rabat, Saffi, Tanger, Tetuan gelten vom 15. November ab folgende
Taxen:
Briefe (frankiert) bis 20 g
ff
„ über 20 bis 250 g
10 Pfg.
Postkarten (frankiert) einfach . .
„ „ mit Antwort
Drucksachen bis 50 g . . . .
ff
ff ff ff
über 50 bis 100 g
ff ff ff
100
250
ff ff
250 g
500 g
500 g bis 1 kg ff „ 1 bis 2 kg . Warenproben bis 250 g . .
0
„ über 250 biß 350 g . . . . Geschäftspapiere u. zusammengepackte Drucksachen, Warenproben, Geschäftspapiere bis 250 g Geschäftspapiere über 250 bis 500 g . . .
20
5
10
3
5
10
20
80
60
10
20
* ff ff ff ff ff ff ff ff ff ff
II
„ 500 g bis 1 kg
10
20
80
H ff
ff „ 1 biß 2 kg ... . . 60 „
Die neuen Portosätze für eingeschriebene Briefe gelten auch für Briefe mit Wertangabe, die DerstcherungSgebühr von 16 Pfg. für je 240 Mk. bleibt jedoch unverändert.
Berlin W 66 den 8. November 1907.
Der Staatssekretär des Reich-Postamts.
K r a e t k e.
Eandhreis Ran au.
BtkmtmchWkil des Mißlichen Lnndratsamts.
An der evangelischen Volksschule in Langenselbold ist zum 1. Januar 1908 eine Lehrerstelle zu besetzen.
Das Grundgehalt der Stelle beträgt 1200 Mk., der Einheitssatz der Alterszulagen 180 Mk. und die Mietsentschädigung 800 Mk.
Bewerber wollen ihre Meldungsgesuche nebst Zeugnissen binnen 2 Wochen dem Königl. Orts- und Kreisschulinsvektor, Herrn Pfarrer Hufnagel in Langenselbold, einreichen.
Diejenigen Bewerber, welche zur Erteilung des Turn- und Zeichenunterrichts besonders befähigt sind, werden bevorzugt.
Hanau den 7. November 1907.
Der Vorsitzende des Königlichen Schulvorstandes.
V 10914 v. Beckerath, Königl. Landrat
Handelsregister.
Firma Dernes & Neffen.
Das unter dieser Firma in Hanau bestehende Handelsgeschäft ist auf den Kaufmann Emil Gerlach in Frankfurt a. M. übergegangen.
Hanau den 6. November 1907.
Königliches Amtsgericht Abt. 5. 23351
Handelsregister.
Firma H. Kahn in Hanau.
Die Firma ist erloschen.
Hanau den 6. November 1907.
Königliches Amtsgericht Abt. 5. 23353
Gefundene nnd verlorene Gegenstände rc.
Gefunden: 1 braungelber Kinderpelz, 1 brauner Schweif von einem Pelz, 1 schwarze Markttasche von Wachsleder, 1 braunes Portemonnaie mit etwas über 2.50 Mark Inhalt.
Verloren: 1 goldene Damenuhr mit Kette, 1 silberne Damenuhr mit Goldrand, 1 goldener Trauring (gez. W. H.), 1 goldenes Kettenarmband, 1 Portemonnaie mit 18 Mark, 1 Postbuch.
Zugelaufen: 1 grauer Wolfsspitz.
Hanau den 12. November 1907.
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Politische Rundschau.
Der Militäretat. Der Militäretat für 1908 wird, der „Mil.-pol. Korresp." zufolge, u. a. eine Anzahl von Forderungen bringen, die sich auf di« technische Vervollkommnung der Kriegsrüstung beziehen. So sind neu eingestellt nicht unerhebliche einmalige und laufende Ausgaben für lenkbare Militärluftschiffe und Automobile für die höheren Stäbe usw. Die Umgestaltung des Trains, die erst mit dem neuen Sextennat von (1910/11) erfolgen kann, wird durch die im kommenden Etat angeforderte Errichtung von neuen Stäben sinngemäß vorbereitet. Eine durchgreifende Neugestaltung wird, vorbehaltlich der budgetrechtlichen Genehmigung durch die Volksvertretung, vom 1. April 1908 an das Stallservisgeld der berittenen Offiziere erfahren. Zurzeit besteht eine Einteilung in fünf Klassen, deren fast jede einzelne völlig unzureichend ist, wie auch schon im Reichstag von allen Parteien zugegeben wurde. Jeder Offizier soll in Zukunft mindestens die bisher erste Servisklasse, möglichst aber den alten Servis A von 108 Mk. für gas erste, 36 Mk. für jedes weitere Pferd, erhalten. Ent
sprechend der geplanten Gehaltserhöhung für die RcichSbe» amten hat der Kriegsminister beim Reichsschatzamt eine Aufbesserung der Gehaltsbezüge der Offiziere, zunächst biß zum Stabsoffizier, beantragt. Sollten die Gehälter der oberen Beamten in die allgemeine Erhöhung einbezogen werden, so wird die Heeresverwaltung die gegebenen Konsequenzen auch für die Stabsoffiziere und Generäle ziehen und für sie ebenfalls gesteigerte Bezüge verlangen. In parlamentarischen Kreisen besteht vielfach Neigung, in der Gehaltsfrage ganze Arbeit zu machen und bie als notwendig erkannte Neuregelung nicht auf verschiedene Etatsjahre zu verteilen.
Die Polenvorlage. In unterrichteten Kreisen unter, liegt es keinem Zweifel, daß der erste Hauptgegenstand der Beratungen des demnächst zusammentretenden preußischen Landtages die sogenannte Polenvorlage sein wird. Die Lag« beß Ansiedlungsfonds ist derartig, daß seine schleunige Wiederauffüllung geboten ist. Anderseits machen die fortwährenden traurigen Fälle des Uebergangs deutschen Grundbesitzes in polnische Hände, die außerordentliche Schwierigkeit für die Anstedlungskommission, aus polnischen Händen Grundbesitz zu erwerben, auch dort, wo es sich um die Bildung geschloffener großer deutschen Siedlungen handelt, sowie ferner die hochgetriebenen, einen Gutskauf der Ansiedlungs- kommisston fast unmöglich machenden Preise machen es unabweisbar, bie Anstedlungskommission mit besondern, im allgemeinen staatlichen Enteignungsbefugnissen nachgebildeten Stechten auszustatten. Dem wird die dem Landtage bei seinem Zusammentritt zugehende Gesetzesvorlage Rechnung tragen und zwar, da es sich hier um die Bekämpfung schwerer örtlicher politischer Mißstände handelt, durch Sonderbestimmungen von örtlich beschränkter Geltung.
Kolonialkämpfe. Eine amtliche Depesche aus Nieder» ländisch-Jndien besagt: In Kolbano in der Landschaft Amancebang auf der Insel Timor wurde eine Patrouille von Eingeborenen überfallen; zwei europäische und 14 eingeborene Soldaten wurden niedergemacht.
Sächsische zweite Kammer. Der Freikonservative Facius verlangte gestern, man möge dem Legationsrat v. Nostiz-Wallwitz Gelegenheit geben, sein Material über die angebliche Nebenregierung der Kommission zu übergeben. Er verlangte in Uebereinstimmung mit den Nationalliberalen eine allgemeine organische Aufbesserung der Beamtengehälter noch in diesem Landtag. Finanzminister Dr. Rüger lehnte das ab mit dem Hinweis darauf, daß keine Mittel für bie Erhöhung in solchem Umfange vorhanden seien. Der sächsische Etat sei in Rücksicht auf die sinkende Geschäftskonjunktur vorsichtig aufgestellt. In Sachsen sei statt eines Wagenmangels bereits ein Wagenüberfluß vorhanden. Dix Erhöhung des Reichsbankdiskonts auf 7^2 Prozent, di, Vermehrung der Konkurse in den Handelsstädten lasse ben
Feuilleton.
Der MerkmMvlMq om 14. November 1907.
Der Sternenhimmel bietet uns zuweilen besondere Schauspiele bar, die nicht durch ihre Großartigkeit entzücken, sondern durch das eigentümliche der Erscheinung und ihre Seltenheit. Am meisten freilich erstaunt der Laie darüber, daß die Astronome im Stande sind, diese Himmelsphänomene vorauszusagen, und daß dieselben dann mit der Pünktlichkeit eines Eisenbahnzuges zusammen eintreffen. Eine solche Erscheinung wird der Durchgang des Planeten Merkur durch die Sonnenschtibe sein, der am 14. dieses Monats eintreten wird. Man sieht dann allerdings nur mit dem Fernrohr auf der leuchtenden Sonnenscheibe einen kreisrunden schwarzen Fleck, der von links nach rechts darüber wandert. Mit den gewöhnlichen Sonnenflecken ist er nicht zu verwechseln, denn er ist ganz scharf begrenzt, ohne den sogenannten Halbschatten, den diese zeigen, und viel schwärzer, wirklich völlig schwarz. Auch behalten die Sonnenflecken, wenn ihrer mehrere die Sonne bedecken, tagelang ihre Stellung gegeneinander bei, während dieser sich gegen die Flecke, die zweifellos ebenfalls am 14 November auf der Sonne zu sehen sind, so rasch bewegt, daß er schon in 3*/> Stunden über die ganze Sonne hinübergewandert ist.
Daß der Merkur zwischen Sonne und Erde hindurch- ipa-ieren kann, ist für denjenigen leicht einzusehen, der weiß, daß die Bahn des Merkur, als des sonnennächsten Planeten, ganz von der Kreisbahn der Erde eingeschlossen wird. Geschieht dies, so hebt er sich als dunkler Fleck vom hellen Hintergründe ab, nicht anders, als ob ein hochgehender Luftballon zufällig vor der Sonnenscheibe vorbeigetrieben würde. Da nun Merkur in 88 Tagen einmal um die Sonne läuft, > scheint es, daß sich solch ein MerkurdurchWUL^ieuüich
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oft ereignen müßte. Indessen muß in Erwägung gezogen werden, daß die Bahnlinien der Erde und des Merkur nicht in derseben Ebene liegen. Stellt man sie durch einen großen und einen kleineren Reifen dar, von denen der kleinere etwa ’/* vom größeren an Durchmesser haben muß, so darf man nicht einfach die beiden auf eine Tischplatte ineinander legen und dann in den Mittelpunkt beider einen Ball legen, dessen Durchmesser der 110. Teil des Abstandes des äußeren Reifens ist, wenn man die räumlichen Verhältnisse richtig wiedergeben will, sondern der kleine Reifen muß schräg zur Ebene des großen laufen, was man auf der Tischplatte gar nicht machen kann; man muß dazu die beiden Reifen frei in der Luft halten; die Ebenen, in denen beide liegen, sind dann 8 Grade gegeneinander geneigt bei richtiger Darstellung der räumlichen Verhältnisse. Man sieht bei Ausführung dieser Konstruktion sofort, daß es sehr wohl möglich ist, daß ein auf dem innern Kreise laufender Punkt oberhalb oder unterhalb der von der Erde nach der Sonne gezogenen Linie an der Sonne vorbeigehen kann, daß also nicht jedesmal ein Durchgang statt- finden muß. Bei genauer Berechnung der Bahnverhältnisse, wobei weiter zu beachten ist, daß die Merkursbahn weit eher der Eiform als der Kreisform ähnelt, haben die Astronomen gesunden, daß sich in 46 Jahren sechs oder sieben Durchgänge ereignen, also etwa alle 7 Jahre einer. Da hiervon für einen bestimmten Erdort einzelne in solche Stunden fallen, wo die Sonne untergegangen, es also Nacht ist, andere durch Wolken verhüllt werden, so ist die Erscheinung doch als seltene zu bezeichnen, und der Schreiber, der jetzt 40 Jahre zählt, hat wohl einige Merkurdurchgänge erlebt, aber keinen gesehen, obwohl er mehrmals deswegen am Fernrohr gestanden hat, aber neidische Wolken verhüllten ihm die Sonne.
Die Zeiten der diesmaligen Erscheinung sind die folgenden : In mitteleuropäischer Zeit beginnt Merkur am 14. November 11 Uhr 23 Minuten 10 Sekunden links oben auf djx Souue brrftujautreteu. unb seine kleine Scheibe ist iw er
Minuten 40 Sekunden später ganz auf der Sonne zu sehen, gerade noch in Berührung mit dem linken Sonneurnnde. Er zieht nun nach rechts oben hinüber, berührt die Sonne auf der anberen Seite 2 Uhr 48 Minuten 8 Sekunden nachmittags von innen und ist wieder 2 Minuten 40 Sek. später ganz ausgetreten. Diese Zeitangaben gelten streng nur für Berlin, treffen aber sehr nahe auch für die weitere Umgebung zu. Bei den noch viel selteneren Durchgängen der Venus kann man deren schwarze Scheibe mittels eines farbigen Glases mit unbewaffnetem Auge auf der Sonnenscheibe sehen, Merkur aber ist so Hein, daß ein Fernrohr nötig ist, dem ebenfalls ein Blendglas vorgesetzt ist. Freilich genügt schon das allerkleinste dazu. Man darf dann nur nicht vergessen, daß dieses alles umkehrt, so daß Merkur von rechts unten auf die Sonne heraufkommt und nach links unten hinüberzieht.
Hanauer Stadtheater.
= Hanau, 11. Novbr.
In Vorbesprechungen haben wir Mitteilung gemacht über die der Schauspielnovität „Der Dieb" an unseren Nach- barbühnen zu teil gewordene Aufnahme, namentlich ein in der Samstagsnummer veröffentlichter Artikel hat ausführlich Stimmen der Mainzer und Nürnberger Presse über die dortigen Aufführungen des „Stückes" wiedergegeben, sodaß unsere Hanauer Theaterliebhaber im voraus orientiert waren und uns eigentlich, um Wiederholungen zu vermeiden, nur erübrigt, über die Darstellung an unserer Bühne zu berichten. Vorausschicken möchten wir jedoch in kurzen Worten noch, daß nach dem uns gewordenen Gesamteindruck die Novität berufen erscheint, auch hier noch oftmals volle Häuser zu erzielen, und wohl mit vollem Recht, denn es ist erquickend, nach all den Nichtigkeiten, die uns die dramatische Literatur gebracht hat, einmal mit Spannung einem Stück lauschen zu dürLkü^s WârtiL Lrâitrt & bmüto HnwiOlütM