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General-Anzeiger

Amtliches Orga« str Stadt- und FaadKreis Hana«.

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m Waisenhauses M Hanau. Erscheint täglich mit LuSnahlne btt Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Nr. 264 Ner»spr«ch<»»schl»K Nr. 605. Montag den 11. November

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Btt antwort!. Redakteur t «, «cheeSer m H«â

Fernsprechanschlttst Nr. 605» 1907

2Lmtliche§.

Warnung.

In hiesigen und auswärtigen Zeitungen wird seit einiger Zeit von der Firma Poehlmann in MünchenPsobnevs nett verbesserte Hörtrommel" für Schwerhörige, so­wie gegen Ohrensausen und nervöses Ohrenleiden angepriesen.

Da der zum Preise von 10 Mk. angeborene einfache trichterförmige, innen mit einer Membran versehene Apparat unverhältnismäßig teuer ist, die ihm von der Firma beige­legten Wirkungen nicht besitzt, unter Umständen sogar schäd­lich wirken kann, wird vor dessen Ankauf hierdurch gewarnt. Berlin den 8. Oktober 1907. (L A. a. 4797 07) Der Polizei-Präsident.

v. BorrieS. V 11068

Warnung.

In hiesigen und auswärtigen Zeitungen werden in letzter Zeit gegen Menstruationsstörungen und Blutstockungen der Frauen sogenannteMettstrttatiottstropfett Regina" empfohlen.

Die Tropfen bestehen angeblich aus einem destillierten Auszug aus Zimt, Baldrian, Nelken, Alkohol und Wasser. Ein besonderer Wert in der angepriesenen Weise ist ihnen nicht beizumessen.

Da der Inhalt der für 8 Mk. 50 Pfg. angebotenen Flasche einen wirklichen Wert von höchstens 1 Mk. hat, wird vor dem Ankauf dieses Mittels, das ebenso wie andere unter verschiedenen Bezeichnungen (Geisha, Femina, Glück auf, Mimosa, Minerva,Ohne Sorge," usw.) angebotene Menstruationspulver nur auf die Ausbeutung leichtgläubiger Frauen berechnet ist, gewarnt.

Berlin den 9. Oktober 1907. (I. A a 4946 07) Der Polizei-Präsident.

v. Borries. V 11068

Stadtkreis Banau. Bekanntmachung

Arbeitsuchende in der Zeit vom 2. bis 8. November 1907:

3 Arbeiter, 1 Bäcker, 1 Diener, 1 Fässer (Juwelier), 4 Hansburschen, 1 Hilfsarbeiter, 1 Spengler, 3 Tagelöhner.

Hanau den 9. November 1907.

Städtische Arbeitsvermittelungsstelle. 23277

Feuilleton.

Marie Luise Baileh-Apfelbeck, Klaviervirtuosin aus Wien, Inhaberin der Kaiserin Elisabeth-Medaille und der goldenen und silbernen Verdienst-Medaille für Kunst und Wissenschaft, S o l i st i n

im Konzert des Lehrersängerchors am 26. November 1907.

Ueber den Lebens- und Werdegang dieser gottbegnadeten Künstlerin geben nachstehende Zeilen Auskunft:

Die Künstlerin ist von Geburt eine Amerikanerin, die Tochter eines bekannten Medizinprofessors. Schon in frühester Jugend zeigte sie hervorragendes Talent zur Musik. Zehn Jahre alt, trat sie in die Oeffentlichkeit und spielte die schwierigsten Klavierkonzerte mit Orchesterbegleitung. Viel zu vernünftig, sie als Wunderkind hinstellen zu wollen und zu ernst über Kunst und Musik denkend, brachten sie die Eltern zum gediegenen Studium nach Europa. So kam M. L. Bailey im 15. Lebensjahre nach Leipzig und studierte hier am Kon­servatorium unter Professor Reinecke. Mit 18 Jahren konzertierte sie mit derartigem Erfolg im Leipziger Gewandhaus, daß sie der König und die Königin von Sachsen ins Residenzschloß zum Spiele beriefen, woselbst sie durch ihr vorzüglichen Leistungen die Allerhöchste Zufriedenheit und Anerkennung erntete.

Ueber eine Tournee durch Deutschland (1894) liegen die anerkennendsten Urteile der Fachschriften vor, einige davon vergleichen die Künstlerin mit Rubinstein und Carenno.

Auch in Berlin war ihr Erfolg ein sensationeller. Doktor Lambadius, der persönliche Freund und Geschichts­schreiber von Mendelssohn, welcher beim Konzert anwesend war, äußerte:I ch habe dies Mendelssohn-

Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung

am Donnerstag bett 14. November 1907, nachmittags 5 Uhr.

Tagesordnung:

1. Antrag des Hofbrauhauses Hanau, vorm. G. Ph. Nicolay, A.-G., auf Abänderung der Baufluchtlinien für die Rappengasse.

2. Baufluchtlinienplan für das große Rohr.

3. Einfriedigung des durch Abbruch des alten Lokomotiv­schuppens am Westbahnhof freigewordenen Geländes.

4. Betr. Haustelephon im Rathaus.

6. Verlegung einer Kabelleitung in der Langstraße zwischen Frankfurter- und Steinheimerstr.

6. Verlegung einer Kabelleitung vom Elektrizitätswerk bis Wilhelmsbrücke.

7. Aufstellung eines Reservoirs im Brausebad in der Dangertstraße.

8. Nachbewilligungen für Keffelreperatur im Volksbrause- bad in der Bangertstraße.

9. Vermietung der Wohnung Bangertstraße 2.

10. Ueberschüsse des Rechnungsjahres 1906.

11. Ausgaben unter Titel VIII B 3eMilch für Minder­bemittelte" im Rechnungsjahr 1906.

12. Nachbewilligungen bei der Wasserwerks-, Elektrizitäts­werks- und Badeanstaltskasse für 1906.

13. Jahresbericht der Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerks-, sowie der Badeanstaltskasse für 1906.

14. Verzinsung der Spareinlagen bei der Sparkasse.

15. Gesuch des BuchbergvereinS um Bewilligung eines Bei­trages zu den Baukosten des Aussichtsturmes auf dem Buchberg.

16. Teuerungszulagen für die städtischen Beamten.

17. Bericht der Kommission zur Prüfung der Frage der Vereinfachung der städtischen Verwaltung.

18. Wahl des Dechanten Eduard Braun in die Armen­kommission.

19. Rechnung der Stadtkasse Abt. II A für 1906.

20. Rechnung der Sammelwasenmeisterei für 1906.

21. Rechnung der Stadtkasse Abt II B für 1906.

22. Rechnung der Wasserwerkskasse für 1906.

23. Rechnung der Schlachihofkasse für 1906.

24. Rechnung der Begräbniskasse für 1906.

25. Rechnung der Badeanstaltskasse für 1906.

26. Vertrag mit Groß- und Klein-Steinheim betr. elek­trische Slraßenbahn.

Konzert über hundert Male spielen hören, aber nie mals mit solchem Feuer und Bril­lanz. Ich glaubte meinen alten Freund Mendelssohn selbst spielen zu hören. Keine Künstlerin spielt ihn ähnlicher alS Miß Bailey."

So von Erfolg gekrönt, kehrte sie nach Amerika zurück, woselbst sie eine Tournee durch alle größeren Städte ver­anstaltete, welche ihr den Ruf der größten Klaviervirtuosin Amerikas einbrachte. Trotzdem kam M. L. Bailey nach Europa zurück, um ihre Studien noch weiter fortzusetzen und fortzuschreiten nach dem Ziele:vollendete, echte, wahre Kun st."

Sie setzte daher ihre Studien bei Professor Lesche- titzky in Wien, dem berühmten Meister des Klavier- fpiels, fort. Das Geheimnis dieses Meisters liegt in einer kurzen Betrachtung: Liszt und Leschetitzky waren Schüler von Czerny und Czerny Schüler von Beethoven.

Nachdem Miß Bailey eine zweite glänzende Tournee in Amerika mit dem belgischen Violinist Cesar Thomson, unter­nommen hatte, kehrte sie nach Europa zurück und ließ sich dauernd in Wien nieder. Sie vermählte sich hier mit einem österreichischen Offizier. Se. Majestät Kaiser Franz Josef I. geruhte einige Zeit darnach dieser gottbegnadeten Künstlerin auch als Offiziersdame die volle Ausübung ihrer Kunst mittelst Dekret zu gestatten eine seltene Auszeichnung, die nur einer allerersten Größe erteilt werden konnte. Sie machte nun ihr Debüt am 10. März 1900 in Wien im großen Musikvereinssaale bei einem patriotischen Fe st - sonderte, unter Protektorat Sr. kaiserl. Hoheit Erzherzog Eugen, mit so glänzen­dem Erfolg, daß ihr 9t a in e auch in ganz Oesterreich gegründet war.

Seit dieser Zeit spielt sie viel in Oesterreich und Deutsch­land und widmet ihre hervorragende Kunst

27. Ueberweisung der in Kesselstadt beschäftigten Verstche- rungspflichtigen Personen an die Hanauer Ortskranken­kasse.

28. Abänderung des § 1 des Ortsstatut» betr. die gewerb­liche Fortbildungsschule.

Um 41/» Uhr nachmittags findet Sitzung des Rechnungs­prüfungsausschusses statt, dazu Nr. 1925, um 48/* Uhr des Wahlvorschlagsausschusses, dazu Nr. 28.

Hanau den 8. November 1907.

Der Stadtverordneten-Vorsteher.

Cant Hal. 23303

Bekanntmachung.

Die Wohnung im 1. Obergeschoß des HauseS Bangert­straße Nr. 2 ist anderweit zu vermieten.

Angebote können schriftlich an uns eingereicht oder münd­lich auf dem Rathause, Zimmer Nr. 12, abgegeben werden. Hanau den 2. November 1907.

Der Magistrat.

Hild. 22979

Schnlnachricht.

Die Anmeldung der am 1. April n. J. schulpflichtig werdenden Kinder findet in der Zeit vom 18. bis 28. November d. Js., vormittags von 11 bis 13 Uhr, statt.

Dabei sind die Geburtsurkunde (das Familien-Stamm» buch) und der Impfschein vorzulegen.

Die Anmeldungen derjenigen Kinder, welche die Mittel* schule besuchen sollen, werden im Gebäude der Eberhard­schule entgegengenommen.

Knaben sind bei Herrn Rektor Bartmuß, Mädchen bei Herrn Rektor I ck l« r anzumelden.

Die Anmeldungen für die Volksschule erfolgen:

1. Für alle Knaben, deren Eltern in der Altstadt und nördlich der LinieKanaltor, Kanalplatz, Neustädter Markt, Nürnbergerstraße, Gartenstraße" ihre Wohnung haben, in der Bezirksschule I bei Herrn Rektor Dieterich, Johanneskirchplatz 1b.

2. Für alle Mädchen, deren Eltern in der Altstadt und nördlich der LinieKanaltor, Kanalplatz, Neustädter Markt, Nürnbergerstraße, Gartenstraße" ihre Wohnung haben, in der Bezirksschule II bei Herrn Rektor Umbach, Johanniskirchplatz la.

3. Für alle Knaben und Mädchen, deren Eltern südlich der LinieKanaltor, Kanalplatz, Neustädter Markt,

vielfach wohltätigen und patriotischen Zwecken.

Einen großen Erfolg errang M. L. Bailey am 16. April 1902, wo sie ein großes Orchester-Konzert in Koburg gab, bei welchem der Hof anwesend war. Für ihre außer­ordentlichen künstlerischen Leistungen wurde sie mit der herzogl. Sachsen-Koburg-Gothaischen Ver­dienstmedaille s ü r K u n st und Wissenschaft dekoriert. M. L. Bailey hat seitdem vor den höchsten Herrschaften gespielt und die höchsten Ehren-Auszeichnungen erhalten. Se. Majestät der Kaiser von Oesterreich geruhte am 15. Juni 1904 M. L. Bailey-Apfelbeck in neuer­licher Würdigung ihrer Kunst und für die vielfache Indienst­stellung derselben für Wohltätigkeit dieKaiserin Eli­sabeth-Medaille" allergnädigst zu verleihen.

Das musikalisch kritische Deutschland feiert die Künstlerin in fast überschweng­lichen Worten.

Hanauer Stadtheater.

= Hanau, 11. Novbr.

Als Nachmittagsvorstellung, bei kleinen Preisen, wurdis gesternDie Ehre", Schauspiel in 4 Auszügen von Herm. Sudermann, gegeben. Es ist das Schauspiel, da» Suden manns dramatischen Dichterruf begründete, nachdem er alS Erzähler in der literarischen Welt durch seine Romane bereit? rühmlichst bekannt geworden war.Die Ehre" bildete forta? den Grundakkord in dem vielstimmigen Chor von Dramen, die denselben Begriff und seine Wandlung in der modernes Gesellschaft behandeln. SudermannsEhre" machte noch ili anderer Beziehung Schule, nämlich durch seine treffend« Schilderung großstädtischen Lebens und den glücklichen Kontras von Vorderhaus und Hinterhaus. Die gestrige Aufführung am hiesigen Stadttheater bewies von neuem die außerordenk liche Lebensfähigkeit des Dramas, das Haus war auSver,