des „Ameizer".
Deutsche und Dcntschtiiiu in England.
Tine Studie zum Besteche des Deutschen Kaiserpaares in England (11. bis 19. November).
Von Frank Robinson.
(Nachdruck verboten.)
Niemals ist in England soviel über Deutschland und die Deutschen geschrieben worden, wie im letzten Jahrzehnte; und wenn nun gar das deutsche Kaiserpaar zum Besuche am Londoner Ho^e eintrifft, dann wird der Strom dieser Erörterungen zur Hochflut anschwellen. Ob das in jeder Beziehung ein Segen zu nennen ist, das mögen die Politiker ausmachen; dem Kulturhistoriker genügt es, festzustellen, daß die beiden Völker offenbar nach einer neuen Orientierung ihrer Beziehungen suchen. Vielleicht führt das einmal zu einem Zusammenstöße; vielleicht aber, und das hoffen die Besten, finden sich beide Nationen durch alle Irrungen und Trübungen schließlich in einer rechten Freundschaft, zu der sie ja für einander geschaffen scheinen. Jedenfalls wird gerade jetzt ein Ueberblick über die Stellung der Deutschen und die Entwickelung des Deutschtums in England beS Interesses nicht entbehren. Freilich ist das interessante Kapitel „Deutsche und Deutschtum in England" noch nie erschöpfend behandelt worden, und wir müssen uns daher begnügen, ein paar Streiflichter auf den Gegenstand fallen zu lassen.
Man kann die Geschichte des Deutschtirms in England im ganzen in zwei große Perioden zerlegen, und von diesen ist die erste, die mit dem Untergänge der Bedeutung des Stnhlhofes abzuschließen wäre, dadurch gekennzeichnet, daß in ihr die Deutschen den gebenden und führenden Teil darstellen. Ich sehe dabei von der Besiedelung Englands durch die niederdeutschen Stämme ganz ab. Das ganze Mittelalter hindurch aber hat der Handel nach England eine große Rolle in dem politischen und wirtschaftlichen Leben Deutsch- .ands gespielt. Als der natürliche Weg, der vom Süden nach England hinaufführte, ist der Rhein zur Welthandelsstraße jener Epoche geworden, und ganz besonders Köln hat seine Stellung in den politischen Beziehungen Deutschlands sehr häufig in Rücksicht auf seinen sehr bedeutenden englischen Handel genommen. Die Kölner sind es denn auch gewesen, die bereits im 12. Jahrhundert ein eigenes Haus in London erworben haben. Die Ueberlieferung erzählt, daß Richard Löwenherz aus Dankbarkeit seinen Kölnischen Reitern die „Gildenhalle" um zwei Schilling überlassen habe. Jeden- falls waren die Kölner die Ersten, die das Rech«- erhielten, in London eine eigene Genossenschaft zu bilden. Diese wurde eine „Hanse" genannt, und so sand dieses Wort Eingang in das deutsche Verkehrsleben. Im 13. Jahrhundert aber traten andere deutsche Städte als Nebenbuhler in den Handel ein. Es gab Reibungen und Auseinandersetzungen; daS Ergebnis war aber schließlich dies, daß die Kölner ihr Monopol nicht aufrecht erhalten konnten. Die Hamburger erhielten 1266, die Lübecker 1267 von Heinrich M. da? Recht, , eine eigene Hanse nach Art der der Kölner in London zu bilden. Indem sich diese Vereinigungen verschmolzen, entstand nun die gemeindeutsche Niederlassung in der Hauptstadt Englands. Allerdings bildete London nicht den einzigen Platz in England, wo die Hanseaten Handel trieben: es werden auch Boston und Linn Regis als Plätze deutscher Niederlassungen genannt. Aber selbstverständlich war und blieb London die Hauptsache. Hier lag denn, dicht an der Themse, unweit des Towers, eine Welt für sich, und zwar eine deutsche Welt, der „Stahlhof", dessen Name entweder Stapelhof bedeutet oder an den Stahlimport erinnert. Denn die Lütticher und die westfälischen Eisenprodukte, den Wein der südlicheren Länder, die Seidengewebe von Köln, den Fisch von Bergen in Norwegen: alles das brachten die deutschen Hanseaten nach England, während sie von dort wieder die Wolle und die ungeschorenen Tuche mitnahmen. Sie genossen in London eine große und mit besonderen Privilegien ausgerüstete Stellung. Allein es konnte nicht auS- bleiben, daß die Feindschaft gegen die fremden Kaufherren wuchs, je mehr sich das Selbstgefühl und die wirtschaftliche Selbständigkeit des englischen Volkes entwickelte. Seit dem 15. Jahrhundert wird das Verhältnis zwischen Deutschen und Engländern unangenehm. Schmähschriften gegen die Fremden erscheinen, es kommt zu Zusammenstößen, schließlich sogar, ohne daß eine förmliche Kriegserklärung erfolgt, zu jahrelangem Kaperkriege. Im Grunde war dieser Kampf in dem Augenblicke entschieden, als die Thronsolgewirren in England zum Abschlusse gekommen waren. Die Tudors befolgten sofort eine nationale Wirtschaftspolitik, deren Druck die Hanseaten sehr bald fühlten. Indeß noch blühte der Stahlhof, noch war der deutsche Kaufmann in London ein großer Herr, und die Bildnisse der deutschen Kaufherren, die Holbein uns zurückgelassen hat — wir erinnern nur an den berühmten Georg GiSze im Kaiser Friedrichs-Museum in Berlin —, zeigen uns eine vornehme und selbstbewußte Sippe. Doch schon stand das Ende dieser Herrlichkeit bevor: es erfolgte unter Elisabeth. Als die Hanseaten den „Merchant Advèn- turers" nicht dieselben Rechte auf dem Festlande gewähren wollten, die sie selbst in England genossen, wurden die hansischen Freiheiten in England 1579 ausaehoben, und noch nicht 20 Jahre später wurde der Stahlhof bei einem neuen Konflikte sogar von der Königin geschlossen. Sie hat ihn dann allerdings im Jahre 1606 den Hansen zurückgegeben; aber mit seiner Bedeutung war es vorbei. Diè Glanz- tage der deutschen Kaufmannschaft in England gehörten der Geschichte an, und wie ein Symbol steht am En de der Entwickelung der große Brand vom Jahre 1666 der auch den Stahlhof verschlang. Seit 1855 steht ein Bahnhof an seiner Stelle.
Allein man darf nun nicht glauben, daß mit dem Stahlhof« auch überhaupt das Deutschtum in England am Ende war. Vielmehr trat es nunmehr in eine neue Periode der Entwickelung ein. Auf Privilegien konnten die Deutschen nicht mehr rechnen, unter gleichen Bedingungen mit den Engländern mußten sie arbeiten, und das kam vielleicht ihrer Strebsamkeit und Tüchtigkeit nur zu Gute. Die Zahl der
Freitag den 8. November 1907
in London ansässigen Deutschen wurde unter Elisabeth auf etwa 4000 geschätzt; sie hat sich, indem die deutsche Einwanderung weiter ging, im Laufe der Zeiten allmählich gehoben. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts erschien auf dem Throne von England eine deutsche Fürstenfamilie. Vier Jahrzehnte lang war Deirtsch die Sprache des englischen Hofes. Der erste Georg konnte kein Wort Englisch, der zweite sprach Englisch nur gebrochen, der dritte immer noch mit einem fremden Accente, und erst Georg IV. konnte als vollkommen anglisiert gelten. Mit den Welsen kamen natürlich allerlei Deutsche über den Kanal; allein das englische Selbstgefühl war damals schon viel zu hoch gesteigert, als daß diesen deutschen Elementen erlaubt worden wäre, irgendwie einen wesentlichen Einfluß auszuüben. Gerade im 18. Jahrhundert begann vielmehr die deutsche Einwanderung in England den sozialen Charakter des dortigen Deutschtums allmählich in bestimmter Weise herabzudrückem Je allgemeiner die Anschauung war. daß England ein fettes Land sei, wo man an vollen Fleischtöpfen fitze, umsomehr zog es die Elemente an, deren Leben in der Heimat nicht eben reichlich war. Es begann die Einwanderung deutscher Handwerker, Haarkünstler, Barbiere und Musikanten — stände, die noch heute einen sehr wesentlichen Bestandteil des englischen Deutschtums bilden. Und obgleich einwandernde Deutsche in der Regel die altangestammte Tüchtigkeit und Strebsamkeit auch in der neuen Heimat bewährten, so gewöhnten sich doch die Engländer vielfach daran, den Deutschen als einen armen Teufel und als den Typus des kleinen Mannes zu betrachten.
Wesentlich anders entwickelte sich aber die Stellung des Deutschtums auf geistigem Gebiete. Im 18. Jahrhundert eroberte sich eine der größten Schöpfungen des deutschen Geistes, die deutsche Musik, das englische Inselvolk. Die Engländer sind an und für sich das unmusikalischste unter allen Kulturvölkern; was ihnen aber an Befähigung abgeht, suchen sie redlich durch Liebe und Verehrung zu ersetzen, und besonders, wo die deutsche Musik ihren religiösen Empfindungen entgegenkam, schloffen sie sich ihr mit großer Begeisterung an. So fand Händel in England eine zweite Heimat, so fand Beethoven dort begeisterte Verehrer. Damit begann der Triumphzug der deutschen Musik in England, der, um dies hier gleich zu Ende zu bringen, bis heute sich fortgesetzt hat. Die „Händel-Festivals" sind zu einem der großen Kristallisationspunkte des englischen Musiklebens geworden. Deutsche und Deutschtum üben auf allen Gebieten der Musik vorwaltenden Einfluß. Ein halbes Jahrhundert und länger haben Männer wie Joseph Richter und Joachim Jahr für Jahr hier begeisterte Aufnahme gefunden; eingewanderte Deutsche, wie der jüngst verstorbene Sir Ernest Halle wurden die Führer des englischen Musiklebens; und seit dem ersten Kampf um die Kunst Richard Wagners hat auch die Wagneroper in England unerschütterlich festen Fuß gefaßt.
Anders ging es mit den ferneren Geistesschöpfungen des deutschen Volke?. Die klassische deutsche Dichtung und Philosophie stand dem im Grunde rationalistisch Denkenden, durchaus aufs Praktische gerichteten Engländern recht fern. Zwar wurden Goethe? und besonders Schillers Werke Ziemlich früh ins Englische übersetzt, übten auch vielfach, z. B. auf Walter Scott, Einfluß, aber Eingang in die breiten Schichten des gebildeten EngländertumS fanden sie doch nicht. Da trat denn später Carlyle ein. Wenn er mit so zäher Liebe an Deutschland und dem deutschen Geiste festhielt, so geschah es, weil er durch ihn aus schwersten religiös-philosophischen Zweifeln erlöst worden war. Als er in unserer deutschen Poesie und Philosophie die Wahrheit gefunden hatte, daß das Glück in dem gemeinen Sinne des Wortes keineswegs als das Endziel des menschlichen Lebens anzusehen sei, da hatte er seinen Weg gefunden. Noch heute müssen wir seine Arbeiten über Schiller, Goethe, die deutschen Romantiker in hohem Grade bewundern; allein es konnte ihm doch widerfahren, daß ihm, der damals schon ein bedeutender Schriftsteller war, der Leiter seiner Review geradeheraus sagte, er solle nun einmal aufhören, über seine Deutschen zu schreiben, man habe von ihnen genug.
Um die Mitte des 19. Jahrhunderts traten aber zwei Ereignisse ein, die die soziale wie die geistige Stellung des Deutschtums in England wesentlich beeinflußten. Das war zunächst die Vermählung der Königin Viktoria mit einem deutschen Fürstensohne. In dem Prinzgemahl Albert lernten die Engländer den Typus eines hochgebildeten Deutschen kennen; bald erfuhr das englische Leben in vielen Beziehungen seine wohltätige Einwirkung, und es geschah, daß Deutsch und Deutschland, bisher wenig geachtet nun auf einmal in den besten Kreisen Mode wurden. Ein weiteres bedeutsames Moment bildeten die Folgen des Jahres 48. Die Ereignisse dieses Jahres führten eine Menge politischer Verbannter nach England, und darunter befanden sich hochbedeutende Persönlichkeiten, wie z. B. Gottfried Kinkel und Ferdinand Freiligrath. So kam in die deutsche Kolonie in England ein erhöhtes geistiges Leben; freilich wurde sie zugleich auch der Mittelpunkt des deutschen Sozialismus und Kommunismus, wodurch ihre Zusammengehörigkeit bedenklich geschwächt wurde. Allein der Prinzgemahl, der weit davon entfernt war, sein Deutschtum je zu verleugnen, hat wohltätig auch auf das National- und Gemeingefühl der Deutschen in England gewirkt. Seit dieser Zeit haben die gemeinnützigen Anstalten, die Klubs, Hospitäler, Kirchen, Schulen u. s. w., die für die Deutschen in England bestimmt sind, sich bedeutsam entwickelt. Wie gewaltig das deutsche Element sich im Laufe der Jahrhunderte in England entwickelt hat, zeigt der Umstand, daß man die deutsche Kolonie allein in London heute auf etwa 80000 Köpfe schätzen muß. In Manchester befinden sich über 20000, in Liverpool weit über 10000 Deutsche. Heinrich Geehl, einer der besten Kenner des englischen Deutschtums, ist der Ansicht, daß mindestens */s aller großen Cityfirmen in den Händen Deutscher oder ihrer Abkömmlinge sind. Kaum eine größere Zeitung, die nicht Deutsche unter ihren Mitarbeitern hätte; deutsche Lehrkräfte sind zahlreich im Lande verbreitet, deutsche Forscher
■WMMMnMMMMMBMWMMMmmtll »H .............MIMI——» behaupten das höchste Ansehen. Die Namen von C. W. Siemens, Max Müller oder Felix Semon sind weltbekannt geworden. Es bietet also das gegenwärtige Bild des englischen Deutschtums in sozialer Hinsicht ein Janusgesicht: auf der einen Seite besteht es aus Tausenden von „kleinen Leuten", die hart um ihr Leben ringen müssen — auf der anderen Seite aus einer Auslese von besten Kräften und Köpfen.
Die geistige Bedeutung des Deutschtums in England ist während der "zweiten Hälfte des verflossenen Jahrhunderts unzweifelhaft gestiegen. Der ungeheuren Bedeutung der deutschen Philosophie haben sich schließlich auch die Engländer nicht entziehen können. Besonders Kant, Hegel, Schopenhauer und Hartmann haben Beachtung und Studium bei ihnen gefunden; der gegenwärtige Kriegsminister Haldane hat in Deutschland Philosophie studiert. Sehr bedeutend in das englische Geistesleben hat ferner die neuere deutsche historische Theologie eingegriffen. Das Interesse für theologische Fragen ist ja in England überlieferter Weise außerordentlich lebendig und die Namen und Schriften von Wellhausen, Harnack und Delbrück sind in überraschender Ausdehnung den gebildeten Engländern bekannt, ja vertraut. Es ist sicher, daß der sogenannte Durchschnittsengländer noch heute deutschen Geistes kaum einen Hauch verspürt hat; aber ebenso sicher ist, daß die wahrhaft gebildeten Kreise mit der deutschen Kultur doch in einem viel engeren Rapporte stehen, als man so nach dem Geschrei und Gehaben der „gelben Presse" glauben möchte. In der ständigen Erhöhung deS sozialen Niveaus des englischen Teutschtumes, in der ständigen Vertiefung des Einflusses deutschen Geistes auf England liegt die beste Hoffnung für daS Deutschtum in dem Jnselreiche.
Hus alter Meil.
Die Entlarvung eines bekannten, bereits verstorbenen Millionärs als Schwindler, dessentwegen ein Unschuldiger etwa 6 Monate im Gefängnis schmachten mußte, erregte in einer sich vor der Strafkammer Hannover abspielenden umfangreichen Verhandlung, die den ganzen Tag dauerte, große Sensation Der Millionär ist der in der Handelswelt bekannt gewesene Bergwerksdirektor und Unternehmer Louis Pook, zuletzt in Waldhausen bei Hannover wohnhaft, das unglückliche Opfer desselben der Buchhalter Louis Schmidt, der etwa 25 Jahre lang bei Pook in Stellung gewesen ist. Zuletzt war er Buchhalter der Holländischen Aktiengesellschaft Matatschappij, eines Erdölwerks in Wietze bei Celle. Pook sen. als Gründer der Gesellschaft und früherer Terrainbesttzer war zunächst Direktor dieser Gesellschaft, später sein Sohn Karl. P. sen. hatte sich indes als Aufsichtsratsmitglied vorbehalten, die Leitung der Geschäfte nach wie vor zu führen, er war lediglich zum Schein als Vorstandsmitglied ausgetreten, um in einem Prozeß um 7 Millionen als Zeuge eidlich vernommen werden zu können. P. sen. bezog jährlich 30—70 000 M. Tantieme für seine Tätigkeit. Wie heute festgestellt wurde, hat er sich dazu noch Tausende und Abertausende in unehrlicher Weise von dem Vermögen der Gesellschaft erworben. Ange- schuldigt war zwar der Buchhalter Schmidt, der diese ungeheuren Summen veruntreut und zahlreiche Urkundenfälschungen begangen haben sollte zum Nachteil der Gesellschaft, was ihm zur Last gelegt wurde, das hat erwiesenermaßen Pook sen. getan. Im Geschäftsbetriebe der Gesellschaft Maatschappij wurden drei Quittungen der Firma Haedge u. Richter über rund 16 500 Mk., 12 000 Mk. und 16 100 Mk., zwei Quittungen der Firma Blank über 13 900 Mk. und 30 200 Mk., von der Firma Lampe sechs Quittungen über 1400 Mk., 850 Mk., 446 Mk., 447 Mk., 694 Mk. und noch- mals 694 Mk. gefunden. Diese Rechnungen trugen auch den Vermerk des Betriebsleiters in Wietze: „Richtig befunden Hacke". Die Quittungen waren auf Rechnungsformularen der genannten Firmen angefertigt, sie lauteten über gelieferte Waren. In Wirklichkeit haben diese Firmen die auf den Rechnungen verzeichneten Waren überhaupt nicht geliefert, die Rechnungen waren vielmehr von A bis Z gefälscht, die Formulare dazu sind unter irgend einem Vorwand von den Firmen vorher erbeten. Auf zwei Rechnungen der Firmq Haedge u. Richter war der Vermerk „Richtig befunden Hacke" ebenfalls gefälscht, weiter ist eine Gehaltsquittung des Hacke, über 300 Mk. lautend, gefälscht und in den Büchern war schließlich noch das Konto deS Rechtsanwalts Naumann in Celle mit 15 000 Mk. belastet, während diese 15 000 Mk. nicht an Naumann gesandt waren. Endlich hat sich noch eine danernde Fälschung der Lohnlisten für die Jahre 1901 bis 1906 herausgestellt, es waren darin Leute aufgeführt, die gar nicht mehr arbeiteten, andererseits war eine höhere Arbeitszeit in den Listen in Anrechnung gebracht, als wirklich geleistet war. Die Handhabung der Lohnlisten und bst Auszahlung der Gelder an die Arbeiter ist in einer wirren und unkontrollierbaren Art geschehen, bald hat es der eine und bald der andere gemacht, eine Aufklärung in dieser Beziehung war nicht zu schaffen, ebenso nicht hinsichtlich der gefälschten Gehaltsquitiung. Im übrigen wies aber der Angeklagte Schmidt nach, bezw. wurde in der Verhandlung festgestellt, daß nicht Schmidt, sondern Pook sen. bie Fälschungen begangen und sich das viele Geld unrechtmäßig verschafft hat. Die eigenen Kinder deS Pook mußten unter Eid der Wahrheit die Ehre geben und ihren verstorbenen Vater in schwerster Weise belasten. Pook sen. soll über 8 Millionen Vermögen hinterlassen haben, Mutter und Kinder leben jetzt in bitterer Feindschaft, die Mutter hat die Nutznießung der Hinterlassenschaft. Der Angeklagte Schmidt