Seite 8_____________ DtenStaft _______ 5. November
Zur Ktadtverordnetenwuh
Nach eingehenden Verhandlungen sind folgende Herren als die geeignetsten Kandidaten für die Stadtverordnetenwahle» erachtet worden:
Zn der 3. Klasse die Herren: Max Fischer, Lithograph, Wilhelm Kempf,
Ober-Eisenbahn-Assistent,
Jean Lückhardt,
Weißbindermeister, Karl Sommer, Buchhalter.
In der 3. Klasse die Herren:
Heinrich Franz,
Zimmermeistcr,
Philipp Müller,
Holzhändler,
Iulius Stübing, Julius Schwabe.
In der 1. Klasse die Herren:
Carl Kehl jr.,
ilhelm Schröter,
Carl Spatz,
Jul. Steinhcucr.
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”Ä» Georg Deines. "LNL |™ Prof. Br. Hoffmann.
Die unterzeichneten Wähler — die alle Berufsklassen der Stadt vertreten — empfehlen dringend, um Zersplitterung zu vermeiden, obigen Wahlvorschlag einmütig zu befolgen.
Professor Dr. Ankel. Carl Friedrich Appel. Fritz Daader. Heinrich Backes. Otto Backes, Kaufmann. Rektor Dartmutz. Professor Baseler. Baurat Becker. Otto Bernges. Wilhelm Berger, Kaufmann. Obergütervorsteher Blausntz. Peter Blnmöhr, Kabinettmeister. Amtsgerichtsrat Bohnè. Otto Bonn. Christian Bracker, Oekonom. Lokomotivführer Breitendach. Heinrich Brüning, Kom.-Rat. Direktor Bungenstad. H. C. Deines. Oberbahnhofsvorsteher Dethier. Anton Dietz, Seilermeister. Eduard Dörr, Landmesser. Heinrich Eichel. Dr. Eisenach. August Erngv. A. Faulendach, Landmesser. F. E. Fiedler. Jean Förster. Bernhard Franz, Zimmermeister. Heinrich Fucker, Weißbind ermstr. Karl Fues, Kaufmann. Otto Fues jun., Kaufmann. Wilhelm Fues. Carl Frank, Kaufmann. Carl Glaser Georg Gerhardt. Gütervorsteher Giesenregen. Konrad Haas. Ludwig Haas, Restaurateur. Lehrer Gottfried Hamburger. H. Heiderich I. Kurt Heintz, Fabrikant. Dr. Heip. Dr. Heraens. Adam Hock. Ändr. Holm. Tierarzt Hufnagel. Carl Jaeoby, Werkführer. Heinrich Jost Ferd. Jüngling, Dachdeckermstr. Rudolf Kehl. Herm. Kietzling, Vureauvorst. Otto Kipf Michael Klaus, Schreinermeister. Heinrich Kling, Schreinermeister. Philipp Koburger. Georg Kolb, Schlosser. Karl Kraft, Schornsteinfegermstr. Fritz Kreuter. Krug, Eisenbahnbetriebswerkmstr. Postsekretär Läger Theodor Lang, Dachdeckermeister. Ludwig Lehr. Jaeob Lind Professor Lohmann Lorenz Lohberger Willy Marschall Rudolf Marx, Fabrikant. Kafpar Müller, Schneidermeister Ludwig Mütze Sanitätsrat Dr. Noll Dr. Nutzbaum. Hugo Obermeyer. Heinrich Ohl, Lehrer. Johann Christian Ohl. Ignaz Peteler. Christoph Rau Dr. Nau Professor Rausenberger. Domänenrentmeister Reinhardt. Heinr. Roth, Güterbodenvorarb. Friedrich Rousfelle. Karl Schmidt, Werkmeister. Louis Schnarr, Schmiedemeister. Peter Schnitzer, Schlossermeister. Professor Schultz. Tobias Schumann, Bahn- mstr. Oberpostschaffner Stroh Georg Stocker. Ernst Traxel, Fabrikant. Direktor O. Thylmann Rudolf Treusch Justizrat Uth. Friedrich Boltz Franz Watzmuth W. Weinranck, Fabrikant. Zugführer Witzel. Baurat Wohlfahrt. Heinrich Wolf, Lehrer.
J. L. Wörner. Friedrich Zahn, Fabrikant. Di*, med. Zehner.
Mitbürger!
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Am 11., 12. und 13. November finden die Ergänzungswahlen für die 3. Klasse der Stadtverordnetenversammlung statt, die diesmal eine besondere Bedeutung dadurch haben, daß es gilt, nicht nur die bei der vorigen Wahl an die Sozialdemokratie verlorenen 4 Sitze wieder zu gewinnen, sondern vor allem darüber zu entscheiden, ob der hiesige Führer der Sozialdemokratie, Herr Hoch, wieder für 6 Jahre in das Stadtparlament ein- ziehen soll.
Wer mit uns darüber einig ist, daß die tönenden Phrasen der Sozialdemokratie über ihren Zukunftsstaat eben nichts al« tönende Phrasen sind, daß das Wesen dieser Partei aber darin zum Ausdruck kommt, daß sie unser Volk in < zwei sich feindlich gegenüberstehende Klassen spalten will; daß sie den Frieden im Innern zu stören, die Macht nach Außen zu verringern trachtet und dadurch für unser Vaterland eine große Gefahr bedeutet: der kann nicht wünschen, daß ein Mitglied dieser Partei, Herr Hoch, weiter in der Stadtverordnetenversammlung eine führende Rolle spielt. Daß die übrigen sozialdemokratischen Stadtverordneten nur aus Kopftüchern und Jasagern im Sinne des Herrn Hoch bestehen, ist allgemein bekannt.
Wie häufig hat Herr Hoch in den vergangenen 6 Jahren gezeigt, daß er sein Mandat in der Stadtverordnetenversammlung in erster Linie dazu benutzt, um seine politischen Ziele zu fördern; wie oft aber hat er sich dabei in direkten Widerspruch m den Interessen der Stadt gesetzt! Es braucht nur an die Frage des Kasernenbaues erinnert zu werden, in der er samt seinem Anhang gegen das Abkommen der Stadt mit dem Staate stimmte, obgleich es doch keinem Zweifel unterliegt, daß die Verlegung eines oder gar zweier neuer Regimenter nach Hanau in wirtschaftlicher Beziehung ein außerordentlich großer Vorteil für die Stadt ist.
Mit welchen Waffen überhaupt die Sozialdemokratie jahrein jahraus arbeitet, dafür ein Beispiel: Die vom Oberverwaltungsgericht getroffene Entscheidung, daß der, der gemeinsam mit seiner Frau ein Haus besitzt, nicht als Hausbesitzer im Sinne des Gesetzes angesehen werden kann, wird den Lesern der Volksstimme ganz unverfroren als ein Schlag der Gegenpartei hingestellt, den aber die braven Genossen dadurch glücklich parieren, daß sie einer Anzahl von sozialdemokratischen Stadtverordneten resp. Kandidaten Häuser gekauft haben. Natürlich trifft jene, sicherlich sehr anfechtbare Bestimmung des Gesetzes genau ebenso sehr die bürgerlichen Parteien, jedenfalls waren diese nicht in der Lage, für ihre Kandidaten aus einer Parteikasse Häuser zu kaufen.
Herr Hoch weiß im übrigen ganz genau, daß die Stadtverordneten von Hanau nicht den geringsten Ornsluß auf die Entscheidungen dev Oberverwaltungsgerichtes haben, ebenso weiß er, daß zwei bürgerliche Stadtverordnete in der Stadtverordnetenversammlung über die Unhaltbarkeit der fraglichen Bestimmung sich ausgesprochen haben. .
Eine ähnliche unwahre Taktik wie in der Hausbesitzersache verfolgt die Sozialdemokratie in teuerangelegenheiten, indem sie es so hmstellt, als ob die Stadtverordnetenversammlung beliebig die Frage der Steuern regeln könnte und nicht an die Bestimmungen, die das Kommunal-Abgaben- gesetz über Steuern und Gebühren enthält, gebunden wäre.
Natürlich macht es sich gut, nach Außen hin den Volksbeglücker ^t spielen, der sämtliche Steuern den paar reichen Leuten aufbürden und alle Arbeiter, vielleicht auch den ganzen Mittelstand, von allen Abgaben befreien würde.
Wenn die Finanzen der Stadt, trotz der erheblichen Aufwendungen für Schule, soziale und sonstige Zwecke, geordnete sind, so haben die fozialdemokraUschen Stadtverordneten sicherlich das geringste Verdienst dabei, da sie unentwegt für alle Ausgaben stimmen, ohne sich um die Deckung irgend welche Sorgen zu machen. „
Ohne Sparsamkeit läßt sich nicht wirtschaften, weder im Staat noch in der Gemeinde. Trotzdem^ moen die bürgerlichen Stadtverormie en nie versagt, wenn es galt, Ausgaben zu bewilligen, die für notwendig erachtet wurden — ist doch z. D. der Antrag bezüglich Gehaltsaufbesserung für die unteren städt. Beamten von bürgerlicher Seite gestellt worden. t
Die Kandidaten, die wir unsern Mitbürgern vorschlagen, sind ohne jede Berücksichtigung ihrer politischen Stellung eMg und âllem unul Beurteilung ihrer persönlichen Tüchtigkeit gewählt" worden. Mitbürger! Die Entscheidung liegt in Eurer Daud. Meuu jeder seine Dflicht tut, ist der Sieg auf unserer Seite.
Der Ausschuß für die Wahl bürgerlicher Stadtverorvuelen.