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w&tigt «Somralt« mit dem betreffenden PostaufjchtâA, Bit eixidse Stamm« kostet 10 %.
General-Anzeiger
Amtlilhes Organ für Stadt- and Landkreis Hanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Srrm- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Nr. 227 Me*«sp«ch»"schlutz Nr. 605.
Samstag den 28. September
Fenrsprechanschlrch Nr. 605. 1907
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16 Seiten.
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Arutliches.
Bekanntmachung.
Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß Wartegelder, Pensionen, Witwen- und Waisengelder und Witwen- und Waisenrenten, sowie Witwenpensionen und im voraus zahlbare Unterstützungen und Erziehungsbeihilfen bis zum Vierteljahrs- oder Monatsbetrage von 800 Mk. innerhalb des Deutschen Reiches im Wege des Postanweisungsverkehrs ohne Vierteljahrs- oder Monatsquittungen bezogen werden können, sofern die Zahlung an die Bezugsberechtigten selbst — nicht an einen dritten (Vormund, Pfleger, Bevollmächtigten) — zu erfolgen hat. Bei Waisengeldern gilt hierbei die witwengeldberechtigte Mutter als bezugsberechtigt.
Die Zusendung erfolgt nur auf schriftlichen Antrag des Berechtigten.
Formulare zu diesen Anträgen werden bei den zahlenden Kassen unentgeltlich verabfolgt.
II. Gleichzeitig wird zur Erleichterung des Zahlungsverkehrs und zur Vermeidung des Verhaltens größerer Barbestände in eigner Verwahrung darauf aufmerksam gemacht, daß die obigen Bezüge auch nach vorheriger Einsendung der Quittungen der Empfangsberechtigten im Reichsbankgiroverkehr durch Ueberweisung auf das eigene oder auf ein freüides Girokonto geleistet werden können. (K 1544.)
Cassel, am 14. September 1907.
Königliche Regierung.
Lucke. V 9529
Eandhreis F)anau.
BekmtmchiW« des Königliche« Lmidrutsimts.
An der evangelischen Volksschule in Dörnigheim ist eine Lehrerstelle zu besetzen.
Das Grundgehalt der Stelle beträgt neben freier Wohnung 1200 Mk. Der Einheitssatz der Alterszulagen ist auf 150 Mark festgesetzt.
Bewerber wollen ihre Meldungsgesuche nebst Zeugnissen binnen 10 Tagen dem Königlichen Ortsschulinspektor, Herrn Pfarrer Wörner in Dörnigheim, einreichen.
Hanau den 27. September 1907.
Namens des Königlichen Schulvorstandes.
Der Königliche Landrat.
V 9657 I. V.: Conrad, Kreissekretär.
Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher der an das Großherzogtum Hessen grenzenden Gemeinden und Gutsbezirke mache ich hiermit auf meine Rundverfügung vom 6. Dezember 1906 — V 8338 — aufmerksam, wonach die diesjährige gemeinschaftliche Begehung der Landeshoheitsgrenze in der Zeit vom 1. bis einschl. 8. Oktober d. Js. stattzufinden hat.
Sie wollen mit den betreffenden Großherzoglichen Bürgermeistereien über Tag und Stunde des Beginns des Grenz- begangs, sowie den Ort der Zusammenkunft rechtzeitig bestimmen und entweder selbst oder durch Entsendung des Beigeordneten (Schöffen) den Termin wahrnehmen. Es ist besonders darauf Rücksicht zu nehmen, daß die Begehung der gesamten Hoheitsgrenze ihres Bezirks, auch wenn mehrere hessische Orte angrenzen, an einem Tage stattfindet.
Das gemeinschaftlich aufzunehmende Protokoll über die bei dem Grenzbegang bemerkten Mängel ist nebst der Gebührenliquidation bis zum 15. n. Mts. bestimmt hierher rmzureichen.
Hanau den 27. Septbr. 1907.
Der Königliche Landrat.
V 9528 I. V.: Conrad.
Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.
Arbeitsuchende in der Zeit vom 21. bis 27. September 1907:
2 Ziseleure, 1 Fabrikarbeiter, 2 Goldarbeiter, 2 Silberarbeiter, 1 Tagelöhner.
Hanau den 28. September 1907.
Städtische Arbeitsvermittelungsstelle. 19823
Hus Ban au Stadt und Eand.
Hanau, 28. September.
Die DreifMdettjahrfcicr des Königl. Gymnasiums Hanan.
Der Festakt.
Unserm gestrigen Bericht über die Hauptfeier in der Turnhalle haben wir ergänzend noch den Verlauf des Begrüßungsaktes nachzutragen. Nach der Festrede des Herrn Gymnasialdirektors Dr. Braun ergriff Se. Exzellenz der Oberprästdent Hengstenberg das Wort. Er wies darauf hin, daß die jetzige Jubelfeier den Blick unwillkürlich über den Wechsel dreier Jahrhunderte hinweg zurücklenkt in jene geistige Strömung, der die Anstalt ihr Aufblühen verdankt. In dem engen Rahmen der Schulgeschichte spiegele sich ein bedeutsames Stück der Zeitgeschichte selbst; fiel doch die Gründung des Gymnasiums in eine Zeit, da die Seele des Volkes erregt war, einmal durch das Wiederaufleben des Humanismus, dann aber in noch tieferer, umfassenderer Weise durch das Werk der Reformation. Die Geschichte der Anstalt sei eng verknüpft mit dem gräflich Hanauischen Haus, dessen Angehörige der Festredner ja geschildert habe. Die Schule bilde ein Stück, ein nicht unwichtiges Glied des inneren Organismus des gesamten Staates. Der Gang der Geschichte habe die Grafschaft Hanau aufgehen lassen in den preußischen Staatsverband, und so liege ihm als Vertreter der Provinz Hessen-Nassau heute die Aufgabe ob, den Vertretern der Hohen Landesschule des hessischen und nassauischen Volkes Glückwünsche darzubringen. Der Stifter der Anstalt habe als ihr erstes Ziel bezeichnet, die Gotteslehre auszubreiten, des Teufels Gewalt zu schwächen und die ihr anvertraute Jugend zu Säulen des geistlichen und weltlichen Regiments zu erziehen. Das müsse auch heute noch als des Gymnasiums erstes Ziel bezeichnet werden, und im Namen des Provinzialschulkollegiums, das er vertrete, könne er versichern, daß das Hanauer Gymnasium diese Aufgabe zu lösen verstanden hat. Es gereiche ihm zu besonderer Freude, dieser Zufriedenheit der vorgesetzten Behörde auch durch ein äußeres Zeichen Ausdruck geben 31t können, indem Se. Majestät der deutsche Kaiser geruht haben, nachdem Herr Direktor Dr. Braun bereits anläßlich des Krönungs- und Ordensfestes ausgezeichnet wurde, beit Lehrern am Gymnasium Professoren Dr. Wacker mann und Dr. Schmitz den Roten Adlerorden zu verleihen. Redner schloß mit dem Wunsche, daß auf dem hiesigen Gymnasium, das in unserem gesamten Schulwesen eine so ehrenvolle Stellung einnimmt, fort und fort Gottes reicher Segen walten möge.
Herr Geh. Med.-Rat Mannkopf von der Universität Marburg überbrachte deren Glückwünsche und verwies auf die nahen Beziehungen, die seit langer Zeit zwischen der Universität Marburg und dem hiesigen Gymnasillm bestanden, indem von dem letzteren der Universität beständig neuer Nachwuchs zugeführt wurde und wird, während diese so manche jener Geistesjünger dem Gymnasium wieder als Lehrer zurückgegeben hat.
Die Glückwünsche der hiesigen Garnison überbrachte Herr Oberstleutnant K a e h l e r, bemerkend, daß das Heer und die Schule die größte Kulturaufgabe zu erfüllen haben, die Erziehung der Jugend, die Erziehung des Heranwachsenden Geschlechtes. Und daß hier in Hanau dieses Ziel in Einklang und Friedlichkeit immer gefördert werden möge zum Heile des Vaterlandes, das sei sein Wunsch am heutigen Tage.
Herr Generalsuperintendent v.Pfeifer erinnert daran, daß er dem hiesigen Gymnasium von Sexta bis Prima angehört und daß er diesem ein gut Teil der geistigen Ausbildung seines Lebens verdanke. Besonders auf drei Männer der damaligen Zeit richte sich seine Erinnerung, auf Dr. Piderit, auf Dr. Wilh. Fürstenau und auf Dr. Konrad Fliedner, durch deren Unterricht er in besonderem Maße profitierte. Doch stehe er nicht nur hier als ehemaliger Schüler des Hanauer Gymnasiums, sondern er stehe auch hier als Generalsuperintendent der evangelischen Kirchengemeinschaft, sowie als Vertreter des Königl. Konsistoriums Cassel, in dem das alte reformierte Konsistorium der Grafschaft Hanau und das alte kurfürstliche Konsistorium weiter lebt. Konsistorium und Gymnasium haben Jahrhunderte lang in festen kirchlichen Banden zusammengestanden, und wenn auch dieses alte Band heute nicht mehr besteht, so wisse er doch, welch enge Beziehungen das Hanauer Gymnasium nach wie vor zur Hanauer evangelischen Kirche aufrecht zu erhalten bemüht ist, um dem Wunsche des Stifters der Anstalt gerecht zu werden für und für, der bei der Gründung des Gymnasiums von dem Gedanken getragen war, an dieser
Hohen Schule eine Pflanzstätte zu haben, in der die Jugend in die Kirche hineingepflanzt wird. Mit herzinnigem Dank» gedenke er des reichen Segens, der vom Hanauer Gymnasium ausgegangen ist und noch ausgeht und er habe am heutigen Tage keinen anderen Wunsch zu sagen, als den, daß das Hanauer Gymnasium jederzeit entgegenwirken möge der Verflachung, der Zersetzung, dem Unglauben, und daß Gott seinen reichen Segen dazu geben möge.
Herr Pfarrer Neßler- Hanau erinnerte daran, daß eS jetzt gerade 10 Jahre her sind, als das Hanauer Gymnasium anläßlich der Einweihung des Denkmals Philipp Ludwig II. der Niederländischen Kirchengemeinde eine Tafel überreichte, auf der die Glückwünsche des Gymnasiums in wohlgesetzten lateinischen Worten Ausdruck gefunden haben. In Erinnerung daran überreiche auch er als äußeres Zeichen der herzlichen Glück- und Segenswünsche seiner Gemeinde eine kleine, künstlerisch ausgeführte Tafel, die an irgend einer Wand des Gymnasiums eine Stelle finden möge.
Herr Oberbürgermeister Dr. G e b e s ch u s, der neben den Glückwünschen der Stadt diejenigen der städtischen Kuratorien überbringt, mit Ausnahme derjenigen der Oberrealschule, meint mit Bezug auf das im Jahre 1865 gefeierte 200jährige Jubiläum des Gymnasiums: Mag nun das Gründungsjahr der hohen Landesschule das Jahr 1607 oder 1665 sein, jedenfalls ist diese Anstalt ein recht altes Semester und wir freuen uns, daß sie so jugendfrisch noch vor uns steht und alle Jahre neue Reiser, neue Zweige treibt. In humoristischen Ausführungen beleuchtet Redner dann die Eigentümlichkeit, daß manche im Jahre 1865 die 200 > Jahr-Feier mitbegehen konnten und heute auch noch am 300« jährigen Jubiläum teilzunehmen vermögen, ohne das höchste biblische Alter erreicht zu haben. Wenn gesagt werde, ist es denn eine so hervorragende Tat, eine höhere Schulanstalt zu gründen, wo doch heutzutage die höheren Schulen wie Pilze aus der Erde schießen, so müsse man gestehen, daß es allerdings eine hervorragende Tat gewesen ist, wenn man bedenke, welch reichliche Mittel heute für diese Zwecke zur Verfügung stehen und mit welch geringen Mitteln die Gründung des Hanauer Gymnasiums ins Werk gesetzt wurde. Nach scherzhaften Bemerkungen über die Schwierigkeiten und Mühseligkeiten, die das Studium der alten Sprachen dem Lernenden bereitet, betont Redner, daß es die Hauptaufgabe gerade der höheren Schulen sein müsse, zur Pflichterfüllung zu erziehen, denn wer nicht gehorchen lernt, lernt nie befehlen, wer nicht die Pflicht kennt, kommt nie zum Ziel. Schließlich macht Redner Mitteilung davon, daß die städtischen Körperschaften als Ausdruck der Freundschaft zwischen der Stadt und dem Gymnasium beschlossen haben, dem letzteren einen neuen Flügel zu verehren, doch solle dies kein Geschenk darstellen, denn der Vaier der Anstalt, der Staat, lasse sich nichts schenken, sondern lediglich eine Aufmerksamkeit, eine bleibende Erinnerung an das heutige Fest.
Der stellvertretende Direktor der Oberrealschule, Herr Prof. Knoop, wünscht namens seiner Schule, daß das Hanauer Gymnasium immer wachsen, blühen und gedeihen möge zum Heile der Stadt, zum Heile unseres gesamten Vaterlandes.
Herr Geh. Reg.-Rat Heußner vom Friedrich Gym^ nastum in Cassel überbringt die Glückwünsche der Casseler und Frankfurter höheren Lehranstalten, sowie diejenigen der Frankfurter Realgymnastalkurse für Mädchen und des Lehrerkollegiums des Regierungsbezirks Wiesbaden, das mit dem Hanauer Gymnasium schon seit Jahren in den engsten Beziehungen steht, indem von diesem schon mancher tüchtige Lehrer in den Regierungsbezirk Wiesbaden gegangen sei.
Der frühere Direktor des Hanauer Gymnasiums, Herr Geh. Reg.-Rat. Prof. Dr. Hartwig, weift darauf hin, daß er nicht hier sei als Vertreter einer Körperschaft, sondern nur in Vertretung seines eigenen Ichs, als Schulmann außer Dienst. Die Erinnerung an seine 3jährige Wirksamkeit als Rektor am Hanauer Gymnasium, das ihm lieb und wert geworden sei, habe ihn hierhergeführt. Aus kleinen Verhältnissen sei das Hanauer Gymnasium emporgewachsen zu großen Verhältnissen, mit dem deutschen Vaterlande habe es aus den Zeiten der Zerrissenheit sich hinaufgearbeitet in die Zeiten des Glanzes und des Ruhmes. Es hat auch teilgenommen an den geistigen Unterströmungen, die das Leben eines großen Volkes bedingen, die es entweder hinaufheben oder herunter ziehen. Aber in allen diesen Zeiten hat es hoch gehalten das Banner des Humanismus. Möge es das immer tun zum Segen des Vaterlandes und seiner Schüler. Mit Gott voran auf der alten gewohnten Bahn.
Herr Gymnastaldirektor Dr. Vomberg- Dillenburg übermittelt mit Bezug auf die engen Beziehungen zwischen seiner Anstalt und dem Hanauer Gymnasium die Glück-