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WdÜW 1,80 M., «»naLch 60 Pfg., für aus. «SrckSk Wvnnestm mtt dm» betreffmdm Psstauffchisi, LK «azei»e Stumm« kostet 10 Pfg.

ÄHettonltaidr mA Verlag der Buchdruckerei dB le*» «. »Lisenhaus«» in Ham»

Gelleral-Avzeiger

AUtliches Orgs« für Stadt- md Faadkreis Kans«.

Erscheint täglich mit AusnaLme der Srmr- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Nr. 217 F-rnsprechanschlich Nr. 605.

Dienstag den 17. September

Fermsprechanschlttf; Nr. 605. "IM

Amtliches

Eandkreis Fjanau.

L-»i!tmchmgen des KAMm LmdrLtSWtß.

Unter den Schweinen zu Gronau ist die Schweineseuche erloschen.

Hanau den 14. September 1907.

Der Königliche Landrat.

V 9296 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Stadtkreis Hanau.

Bekanntmachung.

Die Wohmmg im 1. Obergeschoß des Hauses Drücken­straße 2, rechts, bestehend aus 2 Zimmern, Küche und Zu­behör ist zum 1. November d. I. anderweitig zu vermieten. Mietpreis 216 Mk. jährlich.

Angebote können schriftlich an uns eingereicht oder münd­lich auf dem Rathause, Zimmer Nr. 12, abgegeben werden. Hanau den 12. September 1907.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus. 18867

In das Handelsregister des unterzeichneten Gerichts ist in Abt. B unter Nr. 2 eingetragen bei

Firma Ziegelei Ravolzhausen, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Ravolzhausen:

Durch Beschluß der Generalversammlung vom 28. Februar 1907 ist das Gesellschaftskapital um den Betrag von 10000 Mark erhöht worden.

Langenselbold den 6. August 1907.

___ Königliches Amtsgericht. 18911

Handelsregister.

Firma The Dunlop Pneumatic Tyre Company, Aktiengesellschaft zu Hanau a. M.

Die Prokura des Kaufmanns Nathan Hermann in Frankfurt a. M. ist erloschen.

Dem Kaufmann Bernhard Oehmichen in Hanau ist derart Prokura erteilt, daß er berechtigt ist, die Firma in Verbindung mit einem der Vorstands­mitglieder als Prokurist zu zeichnen.

Hanau den 10. September 1907.

__________Königliches Amtsgericht 5. 18801

Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefundenri viereckiges Double-Medaillon zum Oeffnen, 1 Schnittmesser für Stellmacher, 1 Fahrrad, 1 goldener Trauring, 1 Monatskarte für Heinrich Lindemann, 2 gelbe Nadeln mit Kettchen verbunden, 1 graues Handtäschchen mit einem roten Portemonnaie ohne Inhalt, 1 blau und weiß- gestreifte Bluse, 1 Wagendecke, 1 rot und blaugewürfelte Tischdecke (von einem Bäcker).

Verloren: 1 gold. Damenuhr, 1 silbernes Glieder- srmband, 1 Heft Griechische Arbeiten (Martin Kratzner II).

Zugelaufen: 1 schwarzer Dobermannpinscher.

Entlaufen: 1 rotbrauner Fuchspinscher m. Geschl.

1 junger weißer Foxterrier mit gelben Abzeichen m. Geschl. Hanau den 17. Septbr. 1907.

Hus Hanau Stadt und Eand.

Hanau, 17. September.

* Militär - Verwaltungsbeamte. Schneider, Lazarrtt-Verwaltungs-Jnspektor in Frankfurt a. M. früher in H an au) zum Lazarett-Oberinspektor ernannt. Grünke, Meister bei der Pulverfabrik bei Hanau, mit dem 1. Oktober 1907 zum Feuerwerkslaboratorium in Spandau versetzt.

* Jubiläum. In dem gestrigen Bericht über die am Samstag Abend bei derEintracht" stattgehabte Jubiläums­feierlichkeit muß es heißen:Als sichtbares Zeichen der An­erkennung wurde Herrn Heinrich B i b a , welcher dem Verein 25 Jahre angehört", statt wie cs irrtümlich lautete: Heinrich Rabe.

* Familieuabeud der Turugemeinde. Im An- ichlusse an das Schauturnen findet nächsten Sonntag abend von .7 Uhr an in den Sälen des Vereinshauses der Turn­gemeinde ein Familienabend statt. Diese Festlichkeit, welche schon seit längerer Zeit alljährlich im Herbste abgehalten wird und zugleich auch eine Abschiedsfeier für die beim Militär ^tretenden Turner bildet, hat sich von jeher eines guten Besuches zu erfreuen und wird somit auch dieses Jahr wieder

eine große Anzahl Mitglieder und Freunde zu gemütlicher Unterhaltung vereinen. Turnerische Vorführungen, Gesangs­und humoristische Vorträge werden den Abend verschönen und * da zwischen den einzelnen Vorträgen auch zum Tanzen hinlänglich Gelegenheit geboten ist, werden die Turner es als Ehrensache betrachten, den lieben Damen auch in dieser Hinsicht Rechnung zu tragen.

* Schauturnen der Turngemeinde. Reges turnerisches Leben herrscht gegenwärtig in allen Abteilungen der Turngemeinde, gilt es doch fleißig zu üben, um bei dem nächsten Sonntag stattfindenden großen Schauturnen den Freunden und Gönnern des Vereins zu zeigen, daß die edle Turnkunst in der Turngemeinde in schönster Blüte steht und in derem stattlichen Hause eine echte und wahre Pflege- stätte gefunden hat. Nachmittags 3 Uhr beginnt der Auf­marsch der Schüler- (Mädchen und Knaben), Frauen-, Jugend- und Männer-Abteilungen, dem sich dann gemein­same Stab-, Frei- und Hantel-Uebungen anschließen. Es folgt dann Riegertturnen sowie Turnen am hohen Pferd und den Beschluß bilden einige interessante Turnspiele. Die vor­gesehene Turuordnung bietet somit reiche Abwechselung und dürste auch dazu angetan sein, gar manche der Turnsache noch Fernstehende von der Nützlichkeit geregelter körperlicher Uebung zu überzeugen und der Turngemeinde neue Freunde zuzuführen.

* Konzert des GesangvereinsEintracht". Anschließend an die gestrige Notiz bringen wir im Inseraten­teile der heutigen Nummer das interessante Programm dieses Konzertes und wir verfehlen nicht, unser kunstsinniges Publi­kum noch einmal ganz besonders darauf aufmerksam zu machen.

* Ausgestellt. In den Schaufenstern der beiden Hof­buchhandlungen sind gegenwärtig die Tafeln mit den Photo­graphien der neuen Mitglieder des Stadttheaters ausgestellt.

* Korpsmanöver in Oberhessen. (1. Gefechtstag am 16. Septbr.) DieSchlacht" bei Wenings-Merkenfritz ist geschlagen und damit der 1. Gefechtstag beendet. Dieses Gelände liegt etwa 1 Stunde südlich von Gedern und eignet sich vorzüglich zum Manöver. Die Truppen der beiden Divisionen waren bereits früh 3 Uhr aus ihren Quartier­orlen aufgebrochen, sie lagen mit ihren äußersten Enden zwischen Hungen-Langsdorf 118er und Soden-Salmünster 87er, eine Entfernung von mindestens 1213 Stunden. Die 168er sind für die Zeit der Korpsmanöver der 21. Division zugeteilt und bilden mit den 166ern eine neue Brigade, sodaß die 21. Division über drei Brigaden verfügt. Äm Sams­tag sollten die 168er nach anstrengenden Gefechtsmärschen noch von Hungen bis Gedern fast 8 Stunden ins Quartier marschieren, es war für die Truppen unmöglich und so wurden sie unterwegs in drei Extrazügen verladen und nach Gedern und Oberseemen gebracht, wo der letzte Zug um 9 Uhr ankam. Die 166er lagen in der Nähe. Die 115er waren gestern in Nidda und Geiß-Nidda, die 116er in Echzell (Stab) Bingenheim, Borsdorf, Ober-Widdersheun, die "80er und 81er bei Birstein, die 87er und 88er bei Soden, Salmünster, die 117er in Ulfa, die 118er in Hungen-Langsdorf einquartiert. Die Truppen hatten bis ins Gefecht zum Teil 3540 Kilo­meter guriicfgelegt und das Gelände zwischen den Flüßchen Nidda, Nidder, Hillersbach, Seemenbach ging bald bergauf, bald bergab. Das Gefecht spielte sich auf dem Gelände zwischen Wenings und Merkenfritz ab. Um 6 Uhr gerieten bereits bet Hirzenhain und Merkenfritz die Vorposten und Patrouillen aneinander, erst um 10 Uhr traf das Gros der 25. Division ein. Die Regimenter 115, 116, 118 sammelten sich in Nidda und marschierten über Feuerbach, Ober-Lais, Glashütten, Steinberg nach Merkenfritz, um hier die Nidder zu überschreiten; hier am Waldrand lag die neue Brigade der feindlichen Armee (166er und 168er). Es entspann sich ein heftiger Angriff, die 166er und 168er gingen zurück auf das Gros, das indessen zwischen Gedern, Schönhausen bis östlich Wenings Aufstellung genommen hatte. Da sie den Feind von Gedern erwartet hatten, so stand ihre Haupt­macht mehr nach Gedern zu. Auch eine Haubitzen-Batterie war der 21. Division zugeteilt, sie hatte ihre Mörsergeschütze zwischen Allenrod und dem Galgenberg eingegraben und beschoß heftig die Stellung der 49. Brigade (115er unb 116er) am Petersberg dicht westlich Wenings. Es entbrannte ein heftiges Feuergefecht, Gewehr- und Geschützsalven er­füllten die Luft, die Infanterie machte Sprünge und kroch an den Feind heran. Doch die Stellung der überlegenen 21. Division war zu stark, ihre Artillerie- RegimenterFrankfurt" undOranien" standen bei Schön­hausen und dem Hof Wernings, die Artillerie-Regimenter der 25. Division (25er und 61er) standen am Geigenberg und am Hof Luisenlust. Heftiges Geschützfeuer dröhnte herüber und hinüber. Um 1 Uhr mußte sich die 25. Division sprungweise zurückziehen über Merkenfritz, sie wurde bis in den Steinberger Wald vom Feinde versagt. Die Generäle, darunter auch der Korpskommandeur Exzellenz von Eichhorn, hielten auf dem Petersberg. In der Hitze des Kampfes und

in Anbetracht des bewaldeten Geländes gerieten nicht selten Patrouillen und Meldereiter in die Hände des Feindes. Indes dauerte ihre Gefangenschaft nicht lange, sie wurden bald mit wohlmeinenden Ratschlägen entlassen. Eine Kom­panie der 49. Brigade wurde abgeschnitten und außer Gefecht gesetzt. Das ganze Gefecht gilt als Vorspiel für das morgen stattfindende Hauptgefecht, das sich von Merkenfritz wieder östlich ziehen dürfte. Sämtliche Fußtruppen der 25. Division, sowie von der 21. Division die Regimenter 166, 168, 87 und 88 bezogen heute nachmittag Biwak, die 25. Division bei Fauerbach zwischen Nidda und Ober-Lais, die Regimentes

der 21. Division bei Merkenfritz und Wenings. Die Vor­posten stehen sich an der Nidder zwischen Merkenfritz unh Glashütten gegenüber, die Gros liegen bei Fauerbach, bezw^ Wenings. Das Wetter war äußerst günstig. Die Schlachten­bummler waren scharenweise aus nah und fern berbeigeeilt und füllten das Gefechtsgelände aus. In Gedern, Ortenberg^ Büdingen, Stockheim, sind zahlreiche Schaulustige einge- troffen, die am morgigen Haupttag dabei sein wollen. Mit- woch geht das Ganze gegen denMarkus", wie der Soldat den markierten Feind kurzweg bezeichnet. Leider trug sich heute ein bedauerlicher Unglücksfall zu. Ein 61er Artillerist stürzte vom Protzkasten und erlitt einen doppelten Knöchel- bruch, er wurde abends in das Lazarett nach Gießen gp*

bracht.

* Kefselftädter Stadtverordnetenwahl. In drp gestrigen Stadtverordnetenversammlung wurde ein Einspruch gegen die Gültigkeit der Wahl des Herrn Justizrats Hecht zum Stadtverordneten für Kesselstadt, der sich darauf stützt, daß Herr Hecht kein Hausbesitzer ist, für begründet erachtet und die Wahl aus dem vom Einsprucherhebenden angeführte» Grunde für ungültig erklärt.

* Kurze Freude. Einer der jugendlichenHöhlen­bewohner", der Ausläufer B. war bei einem hiesigen Metz- "germeister in Stellung getreten, dem er 60 M. unterschlug und damit nach Frankfurt dampfte. Kurz war jedoch bis Freude, denn gar bald hatte ihn die Polizei abgesaßt. seinem Besitze befanden sich noch 40 M.

* Festgenommeir wurde in der verfloffenen Nacht et# Russe, der hier Unfug verübte, sonst aber auch schon viel auf dem Kerbholz hat.

* Liberale Vereinigung. In Gelnhausen hiÄt vor» gester die Liberale Vereinigung des Wahlkreises Hanau-Geln­hausen-Orb ihren ersten Parteitag ab. Aus dem Geschäfts-! bericht ist zu entnehmen, daß im Wahlkreise jetzt 8 Orts.« gruppen (Hanau, Bockenheim, Eschersheim, Fechenheim, Gelr^ Hausen, Wächtersbach, Orb und Bieber) mit 600 Mitgliedern bestehen. Ueber die Landtagswahlen wurden feste Beschlüsse noch nicht gefaßt. In der Hauptversammlung spräche^ Pfarrer Korell und Rechtsanwalt Dr. Heilbrunn^ Zum Schluß wurde folgende Resolution angenommen:DH Parteitag der Liberalen Vereinigung für den Wahlkreis Hanau-Gelnhausen-Orb erachtet die Einführung des gleichest,! allgemeinen, geheimen und direkten Wahlrechts für geböte^ und erwartet, daß die Fraktionen der liberalen Parteien W Abgeordnetenhaus für die Beseitigung deS bestehenden Wahb» systems nachdrücklichst eintreten werden.

* Hanau 93«Straßburger Futzballverein L» 5 t 1 für Hanau. Mit großer Spannung erwartete ma» in Sportskreisen das Zusammentreffen dieser beiden Mann­schaften, das am vergangenen Sonntag auf dem Sportplatz an der Schönen Anssicht stattfand. Zwei Gegner von hoher Klasse standen sich gegenüber und lieferten uns ein Spiel von vollendeter Technik und Kombination, durch dis bs«f sonders die Hanauer Mannschaft ausfiel. Der Ersatzmann stand darin keinem der alten Spieler nach und berechtigt nach seinen Leistungen zu den besten Hoffnungen. BeswderS erwähnt zu werden verdient noch der Straßburger To^ Wächter, der durch sein gewandtes und sicheres Spiel ga^ oft die Erfolge der Hanauer Stürmer vereitelte. Diß Verteidigung Hanaus arbeitete so exakt, baß der Torwächter höchstens 34 Mal in Aktion zu treten brauchte. Datz Spiel begann um 41/«. Schon in der 2. Minute gelang eH dem Halblinken der Blau-Weißen eine Flanke des Rechts, außen zu verwandeln und mit 1:0 führt Straßburg. Erst in der 10. Minute kann Hanaus Mittelstürmer nach schönest

mal noch im le

Kombinationen durch einen Kopfstoß einen Erfolg für sein« Farben erringen. Noch 2 weitere Tore gelingen den jetzt! überlegen spielenden 93ern und mit 3:1 für Hanau gehr es in die^Pause. Das Spiel in der 2. Hälfte brachte «öch 2 Tore für Hanau. Es kommt zu einigen schönen Momenten vor dem Straßburger Tor, in denen der Torwächter jedeÄ ' !tzen Augenblick rettend eingreift. Mit dety Toren müssen sich die Schwarz-Weißen b& u zeigte sich in diesem Spiel wieder iy alteü

Sieg von 5:1 gnügen. Hanau zeigte sich Form und rechtfertigte voll und ganz seinen Ruf der ersten Mannschaften Deutschlands.

* Kein Fahrraddiebstahl. Das angeblich in Groß­krotzenburg gestohlene Fahrrad hatte der Eigentümer, ein Hanauer Friseur, in der Kirchweihstimmung seitwärts ar^ einen Hof gestellt, woselbst es gefunden wurde.