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Montag den 16. September
M<MsP»«cha«schlutz R», 606. 1907
Amtliches.
Stadtkreis Rana«. Bekanntmachung.
Städtische Gas-, Wasser-, u. Elektrizitätswerke.
Es wird hiermit zur Kenntnis gebracht, daß nach dem
12. Dez. 1906 Beschlusse der städtischen Körperschaften vom ^ vom 1. April d. IS. ab für Wohnungen bis zu einem jährlichen Mietpreise von 300 Mk., in welchen Gas gleichzeitig zu Koch- und Leuchtzwecken verwendet wird, ein Einheits- gaspreis von 15 Psg. pro cbm Gas festgesetzt wurde.
Das Gas wird in diesen Wohnungen nur durch Gas- automaten (selbstkassierende Gasmesser) abgegeben.
Ausgeschlossen hiervon sind Wohnungen, welche mit Geschäfts- oder Ladenräumen in Verbindung stehen. Um die Annehmlichkeit der Verwendung des Leuchtgases zu Koch- und Heizzwecken noch weiteren Kreisen zugänglich zu machen, wurde ferner von den städtischen Behörden ein Verlag von 8000 Mk. zur Verfügung gestellt, aus welchem die Anschlußkosten der Gasleitung für solche Wohnungen und Gebäude, welche bisher an die städtische Gasleitung noch nicht angeschlossen waren, und zwar bis zur Höhe von 25 Mk. für jede einzelne in einem Hause in Betracht kommende Wohnung bis zu 800 Mk. jährlichem Mietwerte bestritten werden sollen.
Wohnungsinhaber, welche von dieser Vergünstigung Gebrauch machen wollen, werden aufgefordert, dies in unserem Verwaltungsgebäude, Leipzigerstraße Nr. 17, Zimmer 3, in der Zeit täglich von 8—121 / a Uhr vormittags persönlich anzumelden, woselbst alle gewünschten Auskünfte erteilt werden.
Die einzelnen Anmeldungen können nur der Reihe nach und nur bis zur Erschöpfung der bewilligten Mittel Erledigung finden.
Hanau den 19. März 1907.
Die Direktion
der städtischen Gas-, Wasser- u. Elektrizitätswerke Hanau, v. Gâßler. 18787
Jagdverpachtnng.
Die JagdnutziMg in der Gemarkung Kesselstadt bei Frankfurt a. M., 270 Hektar Wald und Feld umfassend, ist für die Zeit vom 23. Dezember 1907 bis 81. Januar 1912 zu verpachten. Die Pachtbedingungen liegen im Rathause, Zimmer Nr. 12, zur Einsicht auf.
Termin zur öffentlichen Verpachtung wird auf Montag den 14. Oktober d. J., vormittags 11 Uhr, in den Magistrats-Sitzungssaal zu Hanau, Neustädter Rathaus Zimmer Nr. 1, anberaumt.
Hanau den 12. September 1907.
Der Jagdvorsteher.
Dr. G ebeschus, Oberbürgermeister. 18827
Bekanntmachung.
Es ergeht an alle diejenigen, welche von der letzten Einquartierung her Quartierzettel in Händen'haben, die Aufforderung, dieselben zwecks Empfangnahme der Vergütung im Rathaus, 2. Obergeschoß, Zimmer 14, vorzulegen.
Hanau den 14. September 1907.
Der Oberbürgermeister.
Dr. G e b e s ch u s. 18851
Aufgebot.
Es haben 1. die Witwe des Gastwirts »Karl Christian Eduard Schütz, Elise Maric Georgine Louise, geb. R aut'enhaus, für sich und als elterliche Gewalthaberin ihres Sohnes Karl Friedrich W i l h e l m S ch ü tz, 2. der Gastwirt F r i e d r i ch W il- h e l m Schütz, 3. der Weißbindermeister Philipp Schütz als Vormund der minderjährigen Elisabeth Schütz, sämtlich wohnhaft in Hanau, das Aufgebot des verloren gegangenen Grundschuldbriefes über die im Grundbuch von Hanau Band 38 Art. Nr. 2445 in Abt III. Nr. 3 für den Bijouteriefabrikanten Friedrich Schütz in Hanau eingetragene, mit 4°/o vom 15. August 1887 verzinsliche und am 15. August 1890 rückzahlbare Grundschuldforderung von 3000 Mark beantragt. Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert, spätestens in dem arff den
1 7. Januar 1908, vormittags li1^ Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht Marktplatz 18, Zimmer Nr. 14. anberaumten AufgebolStermine seine Rechte anzu
melden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunde erfolgen wird.
Hanau den 12. September 1907.
Königliches Amtsgericht Abt. 2. 18887
Hus Ban au Stadt und fand.
Hanan, 16. September.
* Personalien. Der Regierungsrat Freiherr Schenk zu Schweinsberg in Cassel ist zum Oberregierungsrate ernannt und in dieser Eigenschaft dem Regierungspräsidenten in Cassel zugeteilt worden.
* AnS dem Maittgan-Tnrnverband. Bekanntlich ist in jüngster Zeit und namentlich seit dem Deutschen Turntag in Worms seitens der sog. „Freien Turnerschaft" eine besonders lebhafte Agitation ins Werk gesetzt worden, um Vereine aus der Deutschen Turnerschaft hinüberzuziehen. Es fanden in Frankfurt, Bockenheim, Hanau, Offenbach, Dörnigheim u. s. w. öffentliche Turnerversammlungen statt, in denen Herr Frey aus Leipzig, Vorsitzender des Arbeiterturnerbundes als Wanderredner auftrat. Der dadurch erzielte Erfolg dürfte aber den Erwartungen wenig entsprechen. So wurde Samstag abend in einer von 84 Stimmberechtigten besuchten Hauptversammlung des Turn- vereins Kessel stadt (gegründet 1860) ein Antrag auf Austritt aus der Deutschen Turnerschaft mit 49 gegen 24 Stimmen (bei 11 Stimmenthaltungen) abgelehnt. Am selben Abend lehnte der Turnverein Dörnigheim (gegründet 1882) den gleichen Antrag mit 33 gegen 9 Stimmen ebenfalls ab. — Im Turnverein Groß- Auheim (gegründet 1876) wurde zwar am 7. ds. Mts. in einer zu ganz anderem Zweck angesetzten Versammlung der Austritt beschlossen, doch ist seitens einer großen Zahl Mitglieder gegen diese Ueberumpelung Protest eingelegt worden und kommt die Sache nächsten Samstag nochmals zur Verhandlung, die hoffentlich ein anderes Ergebnis haben wird. In der T u r n g e s e l l s ch a f t Offenbach (gegründet 1885) ist es durch die einmütige Haltung der überwiegenden Mehrheit zu einem Antrag auf Austritt überhaupt nicht gekommen. Auf alle Fälle ist die Läge geklärt und der Bestand des Main-Turngaus, den man als die Bresche zum Eindringen in die bewährte Organisation der Deutschen Turnerschaft ansah, kann in der Hauptsache als gesichert gelten.
* Konzert des Gesangvereins „Eintracht" (Leiter: Herr Wilhelm Hamburger.) Das uns vorliegende Programm für das Konzert des Gesangvereins „Eintracht", das, wie bereits berichtet, am 15. Oktober d. J. in den Sälen der „Centralhalle" stattfinden wird, verspricht sowohl hinsichtlich der zum Vortrag kommenden Chöre als auch ganz besonders in Bezug auf die solistischen Darbietungen einen hohen Kunstgenuß. Eröffnet wird das Konzert mit dem weihevollen Chor „Ave verum oorpus" von Mozart. Weiter folgen zwei wirkungsvolle Chöre von Rob. Schumann, Nämlich „Der träumende See" und „Die Minnesänger". Von Joh. Brahms gelangen zum Vortrag das wehmütige „In stiller Nacht" und die liebliche „Barcarole" (Italienisch). Einen besonders tiefen Eindruck dürste der prächtige und schwierige „Pilger- ch o r" aus der Oper „Tannhäuser von Rich. Wagner auf die Zuhörer ausüben. Dem Volksgesang ist Rechnung getragen durch die beiden Chöre „Aus der Jugendzeit" von Radecke und „Altniederländisches Volkslied" von Ed. Kremser. Mit dem freudigen Chore „Mein ist die Welt" von Franz Curti wird das Konzert einen wirkungsvollen Abschluß bringen. — Als Solisten treten auf die Konzertsängerin Frau Susanne Dessoir aus Berlin und die Violinvirtuosin Fräulein Carlotte Stubenrauch aus Paris. Frau Susanne Dessoir ist eine Zierde des Konzertsaales und hat bei ihrem bisherigen Auftreten, u. a. auch in einem der Museumskonzerte zu Frankfurt a. M., überall die glänzendsten Erfolge erzielt. Von sehr sympathischer Erscheinung, besitzt sie eine sonore, in allen Lagen prächtig ausgeglichene Stimme von bestrickendem Wohllaut, ein reiches Empfindungsund Gestaltungsvermögen, verbunden mit lebhaftem Temperament und Geist, also Eigenschaften, die sie zur Liedersängerin prädestinieren und ihr ein siegreiches Auftreten von vornherein sichern. Ihre Vorträge in dem Konzert bestehen in Liedern von Mozart und Schumann, sowie in einem Cyklus von Volksweisen der verschiedensten Länder. Richt minder hervorragend ist die noch jugendliche Violinvirtuosin Carlo t t a Stubenrauch aus Paris. Sie ist ebenfalls eine Zierde der größten Konzertsäle des In- und Auslandes.
Gediegen«, einwandfreie Technik, für welche es kaum ein Versagen gibt, Größe des Tones upd Innigkeit des Vortrags, unterstützt durch echt künstlerisches Verständnis, sind Vorzüge ihres wundervollen Spiels. Sie hat das Konzert A-dur op. 20 von Saint-SaönS, sowie Nocturno op. 27 von Chopin-Sarasate und Zigeunerweisen von Sara sate als Vortragsstücke gewählt. So dürfte das Konzert des Gesangvereins „Eintracht", das gewissermaßen als Fest-Konzert zur Feier des 40 -jähr i g en Best e h e n 8 gedacht ist, wie bereits oben erwähnt, einen hohen Kunstgenuß in Aussicht stellen, und es ist zu wünschen, daß der Fleiß, den der Verein aufwendet, und die Opfer, die er bringt, durch recht zahlreichen Besuch desselben anerkannt werden. Eine Liste wird in Umlauf gesetzt werden. Bestellungen auf Eintrittskarten: Numerierter Platz Mk. 8, nichtnumerierter Platz Mk. 2, wie auch Gruppenbestellungen auf numerierte Plätze, die nach Möglichkeit berücksichtigt werden, nimmt der Vereinsdiener, Herr Ludwig Hohmann, Hospitalstraße 18 (Altstadt), jederzeit entgegen.
§ DaS Korpsmanöver in Oberheffert. Die Divi sionsmanöver sind beendet, heiß und strapazenretch waren die Tage. Fast 3 mal 24 Stunden kamen die Soldaten nicht aus den Kleidern, zwei Nächte Biwak, große Marsche, anstrengende Gefechtsübungen, das war die Lösung, doch gab es manche frohe Stunde im Quartier und Biwak. Auch das Großherzogspaar mit der Prinzessin von Battenberg besuchte die Biwaks bei Bad Nauheim und Nieder-Mörlen, sie wanderten beim Schein des Wachtfeuers durch das Lager. Besonders lang verweilte bet Großherzog bei seinem Leib- garderegiment, er ging von Kompanie zu Kompanie und unterhielt sich mit Gardisten und Unteroffizieren. Zu einem Gardisten sagte der Großherzog: „Heute sind aber die Beine "tüchtig ausgerenkt worden^, worauf der Soldat sehr berechtigt antwortete: „Jawohl, Königs. Hoheit". DaS Groß- hergogspaar drückte dem Gardisten und den Unteroffizieren die Hand. Auf dem Weitermarsch wurde das hohe Fursteü- paar überall vom Hurrah der Soldaten empfangen. Hn leutseligster Weise unterhielt eS sich mit den Soldaten, umringt von zahlreichen Zivilisten. — Die Biwaks bei Nieder- Mörlen, Bad Nauheim und Friedberg wurden Freitag früh um 2—3 Uhr abgebrochen, die Truppen rückten nordöstlich nach dem Bahnhof, um dessen Besitz ein heftiger Kampf entbrannte. Die 49. Brigade rückte in strammen Märschen über Steinfurt, Obbornhofen gegen Hungen, die 50. Brigadt von Friedberg Über Dorheim, Melbach, Wölfersheim, Berstadt, Utpfe nach Trais-Horloff. Die 50. Brigade nahm auf der Höhe zwischen Trais-Horloff und Bellersheim Stellimg^ um den Bahnhof Hungen zu verteidigen. — Die neundundvierzigste Brigade suchte darauf die beideN- feindlichen Flügel zu umspannen, ihre Gefechtslinie betrug von Bellesheim bis Utpfe und Trais-Horloff 2 Stunden. Schon begannen die 116er den feindlichen linken Flügel zu umspannen und die rote Artillerie schickte sich an aus vorzüglicher Stellung bei Wohnbach den Feind zu beschießen, da wurde das Gefecht abgebrochen. Die Regimenter rückten ist die Biwaks, die 49. Brigade nach Södel-Wölfersheim, die 50. Brigade nach Hungen-Inheiden. Das Großherzogspaar! stand auf der Straße Trais—Horloff—Bellersheim und sah dem Gange des Gefechts zu. Samstag kämpfte die 25/ Division bei Bettenhausen, Birklar und Langsdorf. Ein dichter Nebel lag über dem Gelände und beeinträchtigte bit Entwicklung und den Gang des Gefechts. Das Großherzostspaar stand mit dem Fürsten Karl von Lich auf der Anhckhp Kratzert. Nach dem Gefechte begaben sich die HerrschaftüN nach Lich. Die Regimenter hatten weite Märsche zurückzrè- legen bis in die Quartiere, so mußten z. B. die 117er bis Ulfa noch 5'/», die 168er noch 7 Stunden bis Gedern „tip* peln". Es gab denn auch zahlreiche „Schlappe", die die Eisenbahnzüge füllten, um so in ihr Quartier zu gelangen^ Die 25. Division liegt auf der Linie Echzell bis Ulfa. Die 21. Division kämpfte am Freitag bei Wenings. Das Gefecht begann gegen 9 Uhr zwischen Wenings, Gedern und Merkenfritz. Führer der 49. Brigade war Generalmajo« v. Besser, der Führer der 41. Brigade Freiherr v. Süßkind.- Die 42. Brigade (80, 81, 166) zog sich bis über die Straßq Merkenfritz-Wenings zurück, die 41. Division folgte über Schönhausen. Um 12 Uhr wurde eine 1 Mündige Kritik abgehalten. Gegen halb 2 Uhr wurde die Verfolgung bet Feinde wieder ausgenommen. Nach kurzem Kampf am Galgen rückten die 80er, 81er und 166er nach Hitzkirchen zurück, gefolgt von der 41. Brigade (87er, 88er). Diese Re-i gimenter bezogen Biwak bei Hitzkirchen, Hettersrod nttbi Helfersdorf, die 42. Brigade südlich Birstein bei Hellstem) Ihr vorgestriger Schluß'kampf zog sich wieder gegen daS Seemental. Die Städtchen Mdda, Gedern, Birstein Utto ihre Umgebung gleichen mehreren Kriegslagern, alles wiMMest von Militär, manche Orte haben soviel Ginquartierung Nm Einwohner. In Nidda liegen allein 5 Stäbe: 25. Division, 49. Jnf.-Brigade, 25. Kavallerie-Brigade, Regimentsstab dep 115er und der 24er Dragoner, der Korpslommandeur Genergk v. Eichhorn hat vorgestern in Gedern sein Hauptquartier aus« geschlagen. - Die Kriegslaae für das KorvSmanüv«: ist