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General-Anzeiger
KmUilhes Grs« für Sicht- och Fachkreis Kis».
Erscheint täglich mit AuSaabme der S-uu- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Nr. 214 s«»kprecha«sch<ich Nr. 605. Freitag den 13. September F«r»spr«chai,schl-8 Nr. 605. 1907
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Amtliches.
Lsnâkrris Rana«. BeklMitmaAUM des Mlzliche« Lmdk«ts«mts.
Unter den Schweinen zu Bergen ist die Lchwemefeuche srstgestellt worden.
Hanau den 11. September 1907.
Der Königliche Lanbrat.
V 9198 Z» A.r Conrad, Kreissekretär.
Stadtkreis Ranau.
Rachtragstagesordnrrng
für Me
Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung
am MonLag den 16. September 1907, nachmittags 5 Uhr r
Einspruch gegen die Stadtoerorbneten-Wahl im Bezirk Hanau-Keffelstadt.
Hanau den 12. September 1907.
Der Stadtverordneten-Vorstther»
V. Schroeter. 18607
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Gemarkung Mittelbuchen belegenen, im Grundbuche von da Band IX Blatt Nr. 491 zur Zeit der Eintragung des Ver, sieigerungsvermerkes auf den Namen der ledigen Maria Schmidt, Philipp« III. Tochter, in Mittelbuchen eingetragenen Grundstücke:
Kartenbl. 9 Parz. Nr. 163 = 2 ar 67 qm, Bruchköbelerweg Haus Nr. 126,
a) Wohnhaus mit Hofraum und Hausgarten, — Gebäudesteuernutzungswert ----- 75 Mark — Kartenbl. 9 Parz. Nr. 152 = 90 qm,
b) Scheuer mit Stall (A),
<9 Stallgebäude (B),
d) Schlachthaus,
— Gebäudesteuernutzungswert ----- 12 Mark — Kartenbl. 9 Parz. Nr. 154 = 2 ar 96 qm, Garten, die Wassergärten — Reinertrag = 2,10 Mark — Kartenbl. 9 Parz. Nr. 151 = 4 ar 46 qm, Acker, die Wassergärten, — Reinertrag ----- 8,72 Mark — ...............................................
Kleines Feuilleton.
Kunte und Eeben.
* Konzsrt des Gesangvereins „Germania", Hanan. „Frühling und Liebe". Welch eine Fülle ange- nehmer Gedanken und Erinnerungen vermögen diese beiden Worte im fühlenden Menschenherzen auszulösen l Deuten sie doch auf des Jahres und Lebens schönste Zeit. „Früh- ling und Liebe" ist auch der kurzgefaßte Inhalt des Programms, welches die „Germania" für ihr Konzert am 8. Oktober aufgestellt hat. Der Frühling zeigt den Glanz der erneuten Schöpfung, und darum beginnt das Konzert mit einem Lobpreise des Schöpfers durch Beethovens gewaltigen Chor: „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre".' Nach dem Violinvortrag des Herrn M. Kirchbach läßt die' nächste Nummer in einer sturmbewegten Märznacht das Nahen des lieblichen Frühlings erkennen, von dessen Pracht und Herrlichkeit die jetzt folgenden Lieder der Konzertsängerin Fräulein F. Schultz von hier ein prächtiges Bild malen. „Morgengebet" und „Waldlied" führen im Geiste in den grünen Dom der Natur. In frühster Morgenstunde betreten wir seine weiten geräumigen Hallen. Eine feierliche Stille umfängt uns. In andachtsvoller Stimmung achten wir auf bas leise Rauschen der Blätter und verspüren etwas von dem geheimnisvollen, stillen Walten des Allmächtigen. Wir schauen des Waldes wohltuende Pracht und lassen unS gerne einladen, hier Erholung und Trost nach den Kämpfen des nie rastenden täglichen Lebens zu suchen. Doch der weise Schöpfer hat in der neuerstandenen Erde nicht nur seine unermeßliche Liebe offenbart, sondern auch einen Abglanz seiner göttlichen Liebe ins Menschenherz gepflanzt, die sich wiederum durch Liebesbezeugungen und Liebesbeweise zu betätigen sucht. Dieser Trieb erweist sich am mächtigsten in der Jugendzeit.
am 25. Oktober 1907, nachmittags 3'/, Uhr, durch das unterzeichnete Gericht zu Mittelbuchen in der Maisch'schen Gastwirtschaft versteigert werden.
Hanau den 4. September 1907.
Königliches Amtsgericht. 2. 18585
Bekanntmachung.
Bei einem Hunde, der frei umhergelaufen und nachdem er 2 Menschen gebissen im Park der Villa Weinberg zu Niederrad erschossen wurde, ist die Tollwut amtlich sestge- stellt worden.
Ich verordne deshalb:
1. Alle im Stadt- und Landkreise Frankfurt o. M. vorhandenen Hunde sind bis einschließlich 10. Dezember 1907 durch Ankettung oder Einsperrung festzulegen.
Die Festlegung mittelst Kette hat an festem Halsbande und ebenso wie die Einsperrung an Orten zu erfolgen, die fremden Hunden nicht zugänglich sind. Die Unterbringung von Hunden in menschlichen Wohnräumen, aus denen ein Entweichen nicht mit Sicherheit vermieden werden kann, ist unzulässig.
2. Das Führen von Hunden ist unter der Bedingung gestattet, daß die Hunde mit einem sicheren Maulkorbe versehen sind und an einer dauerhaften Leine an festem Halsbande gehalten werden.
Die Benutzung der Hunde zum Ziehen ist unter der Bedingung gestattet, daß sie fest angeschirrt, mit einem sicheren Maulkorbe versehen sind und außer der Zeit des Gebrauchs festgelegt werden.
Die Verwendung von Hirtenhunden zur Begleitung der Herde, von Fleischerhunden zum Treiben von Vieh und von Jagdhunden bei der Jagd ist unter der Bedingung gestaltet, daß die Hunde außer der Zeit des Gebrauches (außerhalb des Jagdreviers) zuverlässig festgelegt oder mit einem sicheren Maulkorbe versehen, an dauerhafter Leine und festein Halsbande geführt werden.
Als sichere Maulkörbe werden diejenigen nicht angesehen, welche nur aus einem nutzlosen Rieinen bestehen, sich lediglich auf den Kopfteil des Hundes erstrecken und den oberen und unteren Kiefer (Gesichtsteil) freilassen.
8. Kein Hund darf ohne schriftliche polizeiliche Erlaubnis aus dem Sperrgebiet (vergleiche Ziffer 1) ausgeführt werden.
Der Antrag auf Ausführungserlaubnis ist mündlich oder schriftlich unter Vorlegung der Bescheinigung eines approbierten Tierarztes zu stellen, daß er den Hund untersucht und weder tollwutkrank noch tollwutverdächtig, noch ansteckungsverdächtig im Sinne des § 1 des Reichsviehseuchengesetzes befunden hat.
in der Zeit, von welcher Schiller sagt: „O, daß sie ewig grünen bliebe, die schöne Zeit der jungen Liebe!" Ja, schön ist die Zeit im Lebenslenze, und schön, erfrischend, herzerquickend auch die Gesänge, welche von dieser Zeit singen. Der 2. Teil des Programms führt darum hin an das rauschende Brünnele, unter die schattige Linde am Frühlingssonntag, auf geschmückte Fluren und in die silberne Mondnacht, und überall müssen wir empfinden, was „treue Liebe" bedeutet. Der Schluß des Programms zeigt noch einmal den Frühling auf dem Höhepunkt seines Glanzes. In der Einleitung zu dem Chor „Kaiser Karl in der Johannisnacht" malt der Komponist durch das Orchester ein naturtreues Bild von dem geheimnisvollen Weben und Leben der Natur in dieser Zeit. Man verspürt das leise Rauschen des Nachtwindes in den Blättern der Bäume, Elfen huschen wie flüchtige Schatten durch die sternenhelle Mondnacht und vor unserm geistigen Auge vollzieht sich ein glanzvoller Auszug des kraftvollen Kaisers Karl, der in dieser sagenumwobenen Frühingsnacht von seinem Throne herniedersteigt und unter dem Klange der Glocken den brausenden Fluten des Limmat- stromes seinen Segen spendet. Die vom Chor einstimmig gesungenen Segensworte sind von überwältigender Wirkung. Wieder besteigt der Kaiser den Thron, die Glocken verstummen und mit einem letzten Blick in die golden ruhende Johannisnacht endigt das Konzert. Das fertige Programm wird in nächster Woche bekannt gegeben.
* Unsere UlanenkapeLLs in Düsseldorf. Aus den Düsseldorfer Zeitungen entnehmen wir, daß die Ulanenkapelle wiederum vom 6. bis 11. September in der Kunstausstellung mit gutem Erfolg konzertiert. In dem diesbezüglichen Hinweis heißt es: Von morgen Freitag bis nächsten Mittwoch konzertiert auf der deutschnationalen Kunstausstellung wiederum die hier schon bekannte und mit vielem Beifall aufgenommene Kapelle des Thüring. Ulanen-Regts. Nr. 6 aus Hanau unter Leitung des Königl. Musikdirigenten Herrn Urbach usw. Auch in Köln hat die Ulanenkapelle
Die Bescheinigung muß außer der vorgenannten Erklärung enthalten:
a) die genaue Bezeichnung bc3 Hundes nach Alter, Gr» schlecht, Farbe, Namen u. s. w.;
d) den Vor- und Zunamen, sowie den Wohnort und dih Straße und Hausnummer derjenigen Wohnung (Bureau u. s. rv.) des Besitzers, in welcher der Huno gehalten wird;
o) die genaue Angabe, wohin und gegebenenfalls zu we» der Hund gebracht werden soll.
4. Wer im Sperrgebiet (vergleiche Ziffer 1) Hunde de^ Vorschriften zuwider frei umherlaufen läßt, hat außer seiner" gerichtlichen Bestrafung zu gewärtigen, daß die Hunde getötet werden.
Zuwiderhandlungen gegen diese Bekanntmachung mtb bU sonstigen gesetzlichen Vorschriften zur Abwehr und Unters drückung der Tollwut werden zur ausschließlich gerichtlichen Bestrafung nach Maßgabe der §§ 65 ff. des Reichsviehseucheu^ gesetzeS gebracht.
Das Publikum wird auf folgendes besonders aufmerksam gemacht: Die Hunde sind bei Tag und Nacht sestzulegen. Es ist dies auch für Privatwohnungen und Privatgrund^ stücke reichsgesetzlich vorgeschrieben. Die Hunde sind derartig sestzulegen, daß sie weder Menschen beißen, noch mit andere- Hunden in Berührung kommen können. Diesen Vorschriften entsprechend müssen die Hunde auf der Straße mit eimM jedes Beißen oder Schnappen ausschließenden Maulkorb versehen sein. Das Publikum hat zu gewärtigen, daß die vorschriftswidrig betroffenen Hunde polizeilich beschlagnahmt und- gegebenenfalls getötet werden.
Frankfurt a. M. den 11. September 1907.
Der Polizei-Präsident.
V 9248 gez. Scherenberg.
Zins Fjanau Stadt und Eand.
Hanau, 13. September.
* Cirrziehrtng der Taler. Es sei nochmals darauf hingewiesen, daß vom 1. Oktober d. J. ab niemand mehr^ ausgenommen die öffentlichen Kassen, verpflichtet ist, Sätet! in Zahlung zu nehmen. Es empfiehlt sich daher, die Talez? an den Kassen der Reichsbank, welche sie direkt au dir MünD abführt, alsbald zur Einlösung zu bringe«.
* Eire schönes Vermächtnis. Dem hessischen Diakonissenhaus in Cassel-Wehlheiden sind von dem Onkesß der Schwester Wilhelmine Kadel, Rentner Bernhardt Peters in Charlottenburg, letztwillig 50 000 Mk. vermacht worden mit der Bestimmung, sie als eine besondere Wilhelmine Kadel- Stiftung zu verwalten und die Zinsen davon unbemittelten
! ein einmaliges Gastspiel auf der Terrasse des Opernhauses gegeben. Der uns von dort zugesandte „Stadt-Anzeiger" schreibt: Die Kapelle des Thüring. Ulanen-Regts. Nr. 6 auS Hanau veranstaltete gestern Mittwoch abend auf der Terrasse des Opernhauses ein großes Extra-Konzert, das sich eines guten Besuches zu erfreuen hatte. Die Kapelle, geleitet vom Königl. Mustkdirigenten Urbach, verriet eine vorzüglich» Schulung und bewährte sich in allen ihren Darbietungen, die eine bunte Auslese trefflicher Kompositionen bedeutete, al$ ein beachtenswerter Musikkörper. Der spontane Beifall rang der Kapelle noch verschiedene Zugaben ab usw.
* Aus dem FrattZfurte? Zoologischen Garten. Die, in diesem Jahre im Garten geborenen Leoparden sind jetzt im Alter von 8 Wochen ausgestellt worden. Ditz prächtig entwickelten Tierchen werden von ihrer Mutter mit großer Zärtlichkeit behandelt und ergötzen das Publikum durch ihre possierlichen Spiele. Als seltener Zuchterfolg ist die Geburt eines brasilianischen Spießhirsches zu verzeichnen. Das winzige Kitzchen der zwergenhaften Eltern zeigt eines tiefdunkelbraune Grundfärbung, auf der sich relativ großtz reinweiße, in Längsreihen angeordnete Flecken wirkungs? voll abheben. Eine bemerkenswerte Neuerwerbung ist eine junge Aaguarundi-Katze aus Amerika. Nach längeren Be- mühungen konnte einer der äußerst selten gewordenen roten Kardinäle für das exotische Vogelhaus erworben werdens Die Bestände der Volieren wurden neuerdings durch 6Ü Paradieswitwen und 10 Reyhühner vermehrt. Die Ztmmeo- arbeiten am Hirschhaus-Neubau gehen ihrer Vollendung mtz gegen. Sonntag ist einer der regelmäßigen 50Pfg^Tage.
AlLmmhlLtter.
Gib dich der Freude ganz zu eigen, Wenn dich umwogt ihr goldner Strahl;
Doch zag auch nicht, wenn du mußt neigen
Dein Haupt dem Schmerz im Tränental.
Iulius HDM.: