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Dienstag

3. September

Schwanengarten die Feier ihren Anfang. Nach und nach füllte sich der Garten bis auf den letzten Platz. In das Kaiserhoch, vom Vorsitzenden ausgebracht, stimmte die Ver­sammlung begeistert ein, und machtvoll erklang die National­hymne. Die Festrede hielt Kamerad Schnell-Hanau. Nur wer begeistert spricht, kann die Zuhörer zur Begeisterung hinreißen. Mit tiefer Stille folgte die vielhundertköpfige Menschenmenge den trefflichen Ausführungen des Redners. Seine Ansprache klang in ein Hoch aufs deutsche Vaterland aus. Jm Anschluß hieran erklang der Massenchor:Deutsch­land, Deutschland über alles!" Nun trat Fidelitas in ihre Rechte. In ungezwungener Weise entwickelte sich ein Leben und Treiben, wie es Kesselstadt wohl noch nicht gesehen hat. Bald erklangen stimmungsvolle Chöre des Gesangvereins Concordia", bald Musikstücke des hiesigen Musikvereins; bald versammelten sich Kinderscharen, um unten am Main Spiele aufzuführen und Geschenke zu empfangen, bald rief die Trompete den Schülerchor zum Gesänge auf. Den Höhe­punkt erreichte der Festjubel wohl, als die Kinderpolonaise aufgeführt wurde; wie glänzten die Augen der Mütter, als ihre Lieblinge mit Fähnchen und Lampions beschenkt, nach dem Takt der Musik sich durch den Garten schlängelten. Die einbrechende Nacht machte der Feier im Freien ein Ende. Für den Abend war Tanz im Saal vorgesehen. In kurzer Zeit füllte sich derselbe und immer noch kamen Freunde des Vereins an. Die Nebenräume wurden geöffnet, auch sie reichten kaum. Alt und jung huldigte in ausgiebigem Maße ver Göttin Terpsichore. Zum Schlüsse sei noch dankend unseres Vereinswirtes gedacht, der durch seine vorzügliche Küche und Keller alle zu befriedigen verstanden hat. Der Kriegerverein Kesselstadt aber wird den 1. September 1907 mit großen Buchstaben in seine Vereinsgeschichte eintragen, ist doch kaum eine Sedanfeier schöner und herrlicher ver­laufen als die diesjährige.

* LatrdkrattkeAhrmsinspektov. An Stelle des in Den Ruhestand tretenden Landkrankenhausinspektors K âm - n e r e r wurde Landkrankeuhaussekretär Bretthauer in Sasse! zum Landkrankenhausinspektor in Hanau ernannt.

* Das städtische Pflegehmrs ist jetzt fertiggestellt. Die Ausstattung der einzelnen Wohnräume, einfach, aber gediegen gehalten, besteht für jede Person aus schöner eiserner Bettstelle, dreiteiliger Matratze, einem Kissen uud Deckbett, einem Nachtschränkchen, einem Stuhl, für je zwei Personen einem Waschtisch mit vollständiger Wascheinrichtung, einem gemeinschaftlichen Tisch, einem Kleiderschrank, Spiegel und Lampe. Für die Hauptmahlzeiten befindet sich zu ebener Erde ein großes Speisezimmer; ihm gegenüber ist die Küche, welche mit ihrem mächtigen Herd und sonstiger Ausstattung einen sehr vorteilhaften Eindruck macht. Im Erdgeschoß cKeller) befinbeu sich die Badestuben, Lagerräume unb die Waschküche, zwei mächtige kupferne Waschkessel, eine Wasch­maschine unb eine ganz moderne AuSwascheinrichtung mit Kalt- und Warmwasserleitung nebst drei großen Waschbütten. Im zweiten Stock befindet sich ein großes Gesellschaftszimmer, in dem den Insassen Gelegenheit zum geselligen Beisammen­sein geboten ist. Im Sommer stehen denselben außer dem großen Garten noch drei große Veranden mit hübschen Sesseln für die ganz alten Leute zur Verfügung. Im ersten Stock befindet sich die Wohnung des Verwalters und die Vorratskammer. In den drei Stockwerken bietet das Haus Raum für 52 Personen in Zimmern für eine, zwei und vier Personen. Alles in allem genommen ein schönes Werk, welches seinem Zweck, äußerlich betrachtet, in jeder Weise genügt.

* Die RabattenHiehimg rmS der Marken- korrsittttveverrr. In einer außerordentlich stark besuchten Versammlung nahm der Markenkonsumverein gestern abend Stellung zu dem Vorgehen der Bäckermeister, die vom 1. September ab anderweitige Verkaufsbedingungen haben eintreten lassen und vor allem die Rabatigewährung an Konsumvereine, Einzelkunden und Wirte aufgehoben haben. Von der Rabartentziehung ist der Markenkonsumverein mit seinen 2500 Mitgliedern besonders stark betroffen, 29 Bäcker­meister haben ihre Kontrahentschaft dem Markenkonsumverein gekündigt. Der Vorsitzende des Markenkonsumvereins ver- breitete sich über den Stand der Sache, bemängelte das Vor­gehen der Bäckermeister-Kontrahenten, die, ohne eine Ver­ständigung zu suchen, sofort die Kontrahentschaft niederlegten und teilte die von dem Vorstande ins Auge gefaßten Maß­nahmen mit. Von fünf bisherigen Kontrahenten sei übrigens die Kündigung der Kontrahentschaft zurückgezogen worden. Schon jetzt sönne man versichert sein, daß in Zukunft eine weit geringere Zahl von Bäckermeister-Kontrahenten als bis­her angenommen werde. Es sprachen noch die Stadtverord­neten Salomon und Craß, Bäckermeister Kurz­schenkel u. a. Ein organisierter Bäckergeselle betonte, daß von den mit angeführten höheren Löhnen zum größten Teile nichts zu spüren" sei, 20 Bäckermeister hätten überhaupt den Lohnvertrag abgelehnt. Das jetzige Vorgehen der Innung werde die Bäckergehilfenorganisation nun dazu benutzen, die­selbe um Anerkennung des Tarifs zu ersuchen. Zu empfeh­len sei, bei Neuannahme von Kontrahenten auch die Ge­hilfenorganisation anzuhören. Eine zur Verlesung gekommene Resolution wurde von Stadtv. Hoch bemängelt, da er Kopf und Fuß derselben vermisse und ein Verhandeln mit den Bäckermeistern wünsche. Von einem Verhandeln wollte jedoch die Mehrzahl der Versammlungsbesucher nichts wissen, da der Verein nicht nötig habe, jemand nachzulaufen. Darauf wurde nachstehende in der Form etwas abgeänderte Resolution vorgelegt:Die heutige Versammlung erklärt, daß sie sich unter keinen Umständen das einseitige Vorgehen der hiesigen Bäckermeister gefallen läßt, sie verpflichtet sich vielmehr, solange das Brot nur von denjenigen Bäckermeistern, die von der Kündigung zurückgetreten sind, und von auswärtigen Bäckereien zu beziehen, bis der Vorstand den Bezug von Backwaren aus den hiesigen Bäckereien im Interesse der Mitglieder und der in den Bäckereien beschäftigten Arbeiter geregelt hat.- Diese Resolution wurde angenommen.

Murnv>ufsevwävme gestern abend 17 Grad.

* Die fortschreitende Ausdehnung der Indu­strie in Hanau zeigt wieder ein heute am Ostbahnhof liegender Dampfkessel von großer Dimension, der Hanauer Seifenfabrik I. Gioth G. m. b. H. gehörig, welche dieses Jahr wiederum ganz bedeutende Vergrößerungen ihres Eta­blissements voruimmt.

Von Brandschaden heimgesucht wurde vorletzte Nacht die Firma Busch u. Schwarz hier, indem ihr ge- hörige ausgedehnte Gebäulichkeiten in EberSberg bei Erbach i.O. ein Raub der Flammen wurden. Der Brand war, wie von dort berichtet wird, einer der größten, die Edersberg im letzten Jahrzehnt erlebt. Das verheerende Element fand an den großen Holzvorräten der Firma Grenz-Schönnen, die eine Holzschneiderei in den Gebäuden betrieb, reiche Nahrung und äscherte das Hauptfaörikgebäude, in dem sich die .Holz­schneiderei befand, und ein Nebengebäude bald bis auf die Grundmauern ein, sodaß die rasch herbeigeeilten Feuerwehren von Ebersberg und den Nachbarorten" sich auf den Schutz benachbarter Jndustrieetablissements beschränken mußten, welche Bemühungen auch von Erfolg begleitet waren. Von dem Gebäude, in welchem die Firma Busch u. Schwarz eine Diamantschleiferei betreibt, wurde nur der Dachstuhl einge­äschert. Die Entstehungsursache ist noch unbekannt. Der Schaden, der der Firma Busch u. Schwarz erwächst, ist durch Versicherung gedeckt. Die Firma Grenz war dagegen nicht versichert, da des Risikos halber die Versicherungsgesellschaften einen Versicherungsabschluß ablehnten.

* Silberkurs. Der Konvmüouspreis des 0,800 feinen Silbers beträgt für Aufträge vom 1. d. Mts. an bis auf weiteres 82 Mark per Kilo. .

* Die Stenographen sind heuer besonders eifrig an der Arbeit. Bekanntlich haben sich die verschiedenen Steno­graphenschulen nach mannhaftem Ueberwinden alteinge- wurzelter Vorurteile und zahlreicher sich entgegenstellender Hemmnisse darüber verständigt, daß die gemeinsame Schaffung eines deutschen Einheits-Systemes angestrebt werden soll. Vorberatungen von Vertretern der verschiedenen Systeme haben bereits stattgefunden. Die Frage bildete auch schon den Gegenstand eingehender Debatten im Reichstage und Abge­ordnetenhause. Sleuerbingâ werden vom Kultusministerium bei den amtlichen Stenographen-Bureaus Gutachten über den einzuschlagenden Weg eingeholt. Das Ergebnis dieser Enquete wird die Regierung vermutlich veranlassen, nachdem Muster der Orthographie-Konserenz eine staatliche Konferenz von Delegierten der einzelnen Systeme ein^uberufen. Deren Ausgabe wird es dann sein, geeignete Entwürfe auszuarbeiten, zu prüfen und der Regierung zur Einführung vorzuschlagen. Angesichts dieser Sachlage kann man den Stenographen ihre Rührigkeit nicht verdenken. Jede Schule möchte eben gerne, daß die Elemente des von ihr vertretenen Systemes dem neuen Einheits-System zur Grundlage dienen. Bei der Beurteilung der einzelnen Systeme verdienen die sogenannten intersystemalen" Wettschreiben besondere Beachtung. Diese sind eine Erscheinung der letzten Jahre. Ihr Charakteristikum ist, daß sich daran Anhänger aller Systeme beteiligen dürfen. Aus der Zahl der mit Preisen bedachten Leistungen kann man natürlich auf die Leistungsfähigkeit der beteiligten Systeme schließen. An Pfingsten dieses Jahres fand in Mannheim ein großer gemeinsamer Stenographentag statt, mit dem zum ersten Male ein solches Wettschreiben in ganz großem Maßstabe verbunden war. Insgesamt beteiligten sich 1100 der 1700 Kongreßteilnehmer am Wettschreiben. Von 498 Stolze-Schreyanern erhielten 274 Preise, während auf 480 Teilnehmer nach Gabelsberger 230 Preise kamen. In den höheren Abteilungen von 220 Silben aufwärts ent­fielen auf Stolze-Schrey 24, auf Gabelsberger dagegen nur 10 Preise. In den beiden allerhöchsten Abteilungen von 280 und 300 Silben haben Vertreter von Stolze-Schrey die besten Arbeiten geliefert. Trotz ihres erst zehnjährigen Be­stehens fiat die Schule Stolze-Schrey auch bei diesem Anlaß wieder in durchaus überlegener Weise den Beweis geliefert, daß das von ihr vertretene System nicht nur schreibflüchtig, und leicht wieder lesbar ist, sondern daß es auch weiteren Kreisen höhere Durchschnittsleistungen ermöglicht, als irgend ein anderes der bestehenden Systeme. Das große Publikum richtet immer mehr sein Augenmerk auf dieses System, das speziell in Preußen ein erhebliches Uebergewicht über das beinahe hundertjährige System Gabelsberger erlangt hat. Bei der bevorstehenden Einigung ist eS zweifelsohne berufen, eine hervorragende wenn nicht ausschlaggebende Rolle zu spielen. Vom 7. bis 9. September wird in Rüdesheim, dem hübschen Rhein- und Weinstädtchen, eine Jahreshaupt­versammlung des Mittelwestdeutschen Stenographenbundes Stolze-Schrey tagen, mit der ein öffentliches Wettschreiben verbunden ist. Dieser Bund hat ganz vorzügliche Schnell­schreibkräfte, welche bis zu 300 Silben in der Minute leisten. Ueber die besten Leistungen werden wir seiner Zeit berichten. Inzwischen wünschen wir, daß dem emsigen Stenographen­völkchen im hitzigen Bleistift-Tourniere weitere schöne Erfolge blühen und die so heiß ersehnte stenographische Einheit bald zur Tatsache werde.

p.- Langendiebach, 2. Septbr. (S e d a n f e i e r.) Der hiesige Kriegerverein feierte gestern den Sedantag in einfacher, aber würdiger Weise. Morgens versammelten sich die Kameraden im Vereinslokal und marschierten mit Fahne nach dem Kriegerdenkmal, woselbst unter entsprechender An­sprache Kranzniederlegung erfolgte. Hierauf begab sich der Verein , zum Festgottesdienst. Abends fanden sich die Kameraden mit ihren Familienangehörigen im Saale des GasthausesZum Schwan" ein. In Behinderung des Präsi­denten begrüßte der Vizepräsident Herr Maler W. Ruth die Anwesenden herzlichst und am Schluffe seiner markanten Ansprache brachte er das Kaiserhoch aus, in welches alle be­geistert einstimmten, worauf die Nationalhymne gesungen wurde. Alsdann hielt Herr Lehrer Weckmann einen Vor­trag über die Schlacht bei Sedan. An der Hand einer eigens zu diesem Zwecke angefertigten Karte gab Kamerad Weckmann ein anschauliches Bild über Stellung, Bewegung der einzelnen Truppenteile, sowie über den erbitterten Kampf bis zur Kapitulation. . Reichen Beifall zollte man dem Herrn Vortragenden für seine Mühewaltung. Klavier- unb Ge­sangsvorträge sorgten für die weitere Unterhaltung. Ein darauf folgendes Tänzchen war der Abschluß der hübsch ver­laufenen Sedanfeier.

Sprschsaal.

Zusammenschluss ?

In der Erinnerung an die schönen Gesangesleistungen der Hanauer Sängerschar auf dem Mittelrheinischen Kreis­turnfest kommt dem Schreiber dieses wieder der Gedanke: Sollte es nicht möglich sein, aus den hiesigen Gesangvereinen eine gutgeschulte große Sängerschar zusammenzuschweißen, die befähigt wäre, im Kaiserpreissingen mit den ersten Gesangvereinen Deutschlands in Wettbewerb zu treten ? Könnte der kleinliche Vereinskram in Anbetracht dieses schönen Zieles nicht beiseitegesetzt werden? Für die einzelnen Ver­eine könnte es nur von Vorteil fein, wenn sie sich unter die gemeinsame Leitung eines dazu befähigten Dirigenten stellen würden. Auch würde man sich gewiß in hiesigen Finanz­kreisen für die Ziele eines solchen Männerchores interessieren. Den Vorständen der in Betracht kommenden Vereine würde es obliegen, in gemeinsamer Sitzung sich darüber zu ver­ständigen und ihre Sänger für das hohe Ziel zu begeistern. Vielleicht finden die Anregungen Gehör und das sangesfrohe Hanau kann bald einen Sängerchor sein eigen nennen, der den Wettbewerb auch mit den größten und besten deutschen Gesangvereinen nicht zu scheuen braucht.

Ein Sänger.

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GevichtZstMl.

Sitzung der Strafkammer vom 2. September 1907.

Beleidigung.

Der Taglöhner Wilhelm St. von Oberrodenbach rief am 25. Mai, als er am Forsthaus Lochseif vorüberging, dem Hegemeister Engeland dir Bemerkung zu:Ich habe noch nicht falsch geschworen," was sich offenbar auf einen Holz- diebstahlsprozeß beziehen sollte, in dem die beschworene Aus­sage einer Zeugin derjenigen des Hegemeisters entgegenstand. Ein Meineidsverfahren gegen die betreffende Zeugin würbe später wieder eingestellt. Da St. der Aufforderung, sich zu entschuldigen nicht nachkam, mußte E. Strafantrag stellen. Das Schöffengericht hatte mit Rücksicht auf die Schwere der Beleidigung, trotz seitheriger Unbestraftheit des Angeklagten, auf 14 Tage Gefängnis erkannt. Die Strafkammer kommt der Bitte um eine Geldstrafe zwar nach, bemißt diese jedoch auf die beträchtliche Höhe von 50 Mk.

Gegenseitige Körperverletzungen.

Der Auszüger Ferdinand Lös von Tiefengruben und btt Taglöhner Konrad Witzel von Kerzell trauten am 7. Febr. in der Tielemann'schen Wirtschaft in Kerzell gemeinschaftlich an einem Tische, gerieten dann aber vor der Wirtschaft in Streit, warfen sich gegenseitig ihre gerichtlichen Strafen vor und gingen dann zu Tätlichkeiten über. Auf die Bemerkung Witzeis, Zuchthaus sei schlimmer als Gefängnis (Lös hat nämlich wegen Verleitung zum Meineid 1 Jahr in Ziegen­hain zugebracht) versetzte Lös dem Witzel einen Messerstich in die Lippe und kurz darauf noch einige Stockhiebe über den Kopf, sodaß dieser blutend in einen benachbarten Hof flüchtete. Dort ergriff er einen Jaucheschöpfer und drang damit auf den nachfolgenden Gegner ein. Die Folge dieses Zusammenstoßes waren einige Rippenbrüche bei Lös. Nun­mehr liefen beide zum Kadi, einer den andern der Körper­verletzung beschuldigend. Das Schöffengericht hatte beide mit demselben Maß gemessen und jeden zu drei Wochen Gefäng­nis verurteilt. Die Strafkammer beurteilt die Tätigkeit deS Lös, der auf den gänzlich wehrlosen Witzel mit Stock und Messer ohne triftige Veranlassung eindrang, erheblich härter und erhöht bezüglich seiner das Strafmaß auf drei Monate. Bei Witzel bleiben die ursprünglich erkannten drei Wochen bestehen.

Die Berufungsoerhandlung gegen den Maurer Heinr. F. von hier, der vom Schöffengericht wegen ruhestörenden Lärms in zwei Fällen und Sachbeschädigung zu 10 Wochen Haft und 14 Tagen Gefängnis verurteilt wurde, wird be­hufs weiterer Zeugenladung auf nächsten Donnerstag 9 Uhr vertagt. Gegen den Gelegenheitsarbeiter W. hier, der sich wegen Unterschlagung zu verantworten hat, wirb infolge Nichterscheinens Haftbefehl erlassen und die Sache gleichfalls auf nächsten Donnerstag vertagt.

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Bewegungsspiele.

Der Miitelrheinische Spielerverband hielt vorgestern in Pfungstadt seinen jährlichen VerbandStag ab. Die Vor­bereitungen für die Herrichtung des Spielplatzes mit seinen mannigfachen Spielgeräten war dem Turnverein Pfungstadt übertragen und hat der genannte Verein seine Aufgabe aufs. Beste gelöst. Die Leitung der Veranstaltung lag in den Händen der Herren Karl Bär, Verbandsspielwart und Lud­wig Wahl, Bezirks-Spielwart des Bezirke? Frankfurt a. M. Bereits um 8 Uhr fand eine Kampfrichtersitzung statt. Die Wettspiele begannen um 9.80 Uhr vormittags. Die Geteilt» gung war äußerst rege und das Gebotene war teilweise mustergültig. So fochten die beiden Turnvereine Homburg undVorwär1s"-Bockenheim ein spannend burchgeführtes Faustballwöttspiel aus, bei dem der Turnverein Homburg mit 155:152 Sieger blieb. Diese erreichte Punktzahl von 306 Punkten innerhalb einer halbstündigen Spielzeit, also zirka alle 6 Sekunden ein Punkt, weist auf die vorgeschrittene Entwicklung der beiden Spielmannschasten hin. Im Ganzen waren gemeldet 50 Spielmannschasten mit rund 300 Spielern. Das Spiel dauerte bis zum Einbruch der Dunkelheit. Inder Mittagspause fand eine Besprechung statt. Der Vorsitzende Bär erstattete den Geschäftsbericht über die Tätigkeit tm ab­gelaufenen Jahr und forderte zu recht eifriger Üebung auf, damit der Mittelrheinische Spieleroerband beim 9. Deutschen Turnfest 1908 in Ehren bestehen könne. Die Neuwahl des Vorstandes ergab: ' Karl Bär (Frankfurter Turnverein), 1. Vorsitzender, Alb. Müller (T.-V. VorwärtS-Bockenheim), Schriftführer und Kassenwart. Die Bezirksspielwarte Ludwig, Wahl (Bezirk Frankfurt), Karl Marquardt (Bezirk Darm- stabt). C. Brüning (Bezirk Koblenz) wurden wieder gemäht Rei einem von dem Turnverein Pfungstadt im Gasthaus» Zum goldnen Lamm" veranstalteten gemütlichen Beisammen­sein, welches das Doppelquartett durch hübsche Vorträge xw^