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Samstag den 31. August
Fe»nsp».ch«»schl«K N». 605. 1907
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14 Seiten.
Amtliches.
£andkrds F)anati.
BekmtmHmW des Königlichen Lnndrntsnmts.
Die Hanau—Frankfurter Landstraße wird ans der Strecke von der Mainkur bis zur Einmündung des Lairdweges nach Bischofsheim zwecks Herstellung von Kleinpflaster für Fuhrwerke mit über 20 Zentner Ladegewicht während der Zeit vom 2. bis 28. September polizeilich gesperrt.
Hanau den 80. August 1907.
Der Königliche Landrat.
V 8059 v. Beckerath.
Der Weichensteller a. D. M a r t i n Z e l l zu Niederrodenbach ist zum Hilfsseldschützen der dortigen Gemeinde für die Zeit vom 15. August bis einschließlich 80. September d. J. widerruflich bestellt und verpflichtet worden. Hanau den 28. August 1907.
Der Königliche Landrat.
V 7092 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Hus Banau Stadt und £and.
Hanau, 31. August.
* Prinz Friedrich Karl von Hessen, der Schwager veS Kaisers, wird nach dem Manöver das Kommando des 81. Infanterie-Regiments in Frankfurt a. M. erhalten.
* Dreihundertjahrfeier des Kgl. Gymnasiums Hanau. Das Kgl. Gymnasium zu Hanau (vormals „Hohe Landesschule") begeht am 27. September d. J. die Feier seines dreihundertjährigen Bestehens. Das für die Festlichkeiten vorgesehene Programm lautet wie folgt: Donnerstag den 26. September, 8 Uhr abends: Begrüßungsabend in den Sälen der „Konkordia". Freitag den 27. September, vormittags 9^2 Uhr: Festaktus in dem Saale der Turngemeinde, kurze Feier an dem Denkmal des Stifters der Anstalt; nachmittags V/2 Uhr: Gemeinschaftliches Mittagsmahl in den Sälen der „Konkordia"; abends 6 Uhr: Schülerfest (turnerische und musikalische Darbietungen) mit darauffolgendem Tanz. Samstag den 28. September, nachmittags 3 Uhr: Zwanglose Vereinigung in Wilhelmsbad.
Feuilleton.
Der me Direktor misereö Alldttheoters Adalbert Steiftet miö te Fürstliche TchochielstaV in Mos a. Rhen.
Nach der langen Sommerpause richtet sich jetzt das größte Interesse wieder auf den Beginn der Theaterspielzeit. In diesem Jahre umsomehr, als für den langjährigen hochge, schätzten Leiter unserer Bühne, Herrn Direktor Hermann I a r i tz, welcher sich ins Privatleben zurückgezogen hat und im tiefen Schwarzwald jetzt in stiller Beschaulichkeit auf seinen wohlverdienten Lorbeeren ausruht, eine neue Kraft gewonnen wurde, der Königlich Preußische Hofschauspieler A d a l b e r t S t e f f t e r. Es ist eigenartig wie das Geschick manchmal spielt. Vor einer Reihe von Jahren war es auch Adalbert Steffter, der den langjährigen Vertreter des Bonvivantfaches am Hoftheater in Cassel Hermann Jaritz ablöste. Einer damaligen Zeitungsnotiz entnehme ich folgenden Satz: „Nach alledem können wir es also nur wiederholen, daß mit einem Engagement des Herrn Steffter die Frage der Nachfolgerschaft des Herrn Jaritz für gelöst betrachtet werden dürfte." Wie damals in Caffel, so heute in Hanau! —
Nun wird es sicher von allgemeinem Interesse sein, über vie Laufbahn unseres neuen Direktors näheres zu erfahren. Trotz seiner Jugend — Adalbert Steffter ist 1874 in München geboren — kann er auf eine erfolgreiche Vergangenheit zurückblicken. Nach Absolvierung des Wiener Konservatoriums ging er nach Preßburg in Ungarn, wo damals das „Deutsche Theater", von dem dir heutigen Magyaren nichts mehr wissen wollen, florierte. Lange ließ mM- den iunaen fleißigen Künstler nicht dort, boB ^Carl-
* Sedanfeier im Kriegerverein. Unter den großen Tagen der für unser Vaterland so ruhmreichen Geschichte ragt der Sedantag als leuchtendster hervor, die Erinnerung an ihn muß für alle Zeiten erhalten bleiben nicht nur für diejenigen, die jene ruhmvollen Tage miterlebt und miterfochten, sondern auch für die Jugend und für die Nachwelt als Ansporn zur Nacheiferung. Erstrecken sich doch die Segnungen jener Ruhmestaten, die uns ein geeintes deutsches Vaterland erbrachten, bis in die fernsten Zeiten. Und diese Erinnerung zu pflegen und zu hegen, das Gedächtnis jener großen Tage wachzuhalten, sind die Kriegervereine in erster Linie berufen. In ihren Reihen stehen jene Männer, die unter' Einsetzung ihres Lebens die beispiellosen Erfolge der deutschen Waffen erringen halfen, in ihnen scharen sich die jungen Krieger, die Kämpfer der Zukunft zusammen. Der hiesige Kriegerverein wird heute abend eine kleine Erinnerungsfeier in Gestalt eines zwanglosen Herrenabends veranstalten, der den Mitgliedern und Freunden des Vereins bei gemütlichem Zusammensein Gelegenheit zum Austausch lieber Erinnerungen geben wird. Morgen vormittag findet nach dem von den Mitgliedern gemeinschaftlich besuchten Gottesdienst in der Marienkirche der übliche Besuch der Kriegergräber auf dem hiesigen Friedhof und Kranzniederlegung am dortigen Kriegerdenkmal statt.
* Gauturnfahrt des Kinziggaues. Anläßlich der morgigen Gauturnfahrt des Kinziggaues nach Langenselbold veranstaltet der dortige Turnverein heute und morgen verschiedene turnerische und sonstige Darbietungen, die den besuchenden Vereinen voraussichtlich einen angenehmen Aufenthalt in Langenselbold gewährleisten. Heute Samstag abend findet auf dem Festplatz Kommers bei Gesangsvorträgen, Pyramidenstellung und Feuerwerk, morgen Sonntag vormittag von 11 Uhr ab volkstümliches Wettturnen statt, dem sich nachmittags 21/, Uhr ein Festzug durch die Hauptstraßen des Ortes anschließen wird. Auf dem Festplatz wird dann nach Begrüßungsansprache, Chor und Aufführung eines Fahnenreigens durch Festjungfrauen und Turner ein allgemeines Volksfest mit Tanzbelustigung den Besuchern Gelegenheit zu fröhlicher Unterhaltung geben. Um 7 Uhr werden die Sieger des Wettturnens bekannt gegeben, während um 10 Uhr Keulenübungen und Pyramiden mit Feuerwerk ein prächtiges Schauspiel gewähren dürften.
* Kurort Wilhelmsbod. Morgen nachmittag von 4 Uhr ab findet zn Wilhelmsbad großes Militär-Konzert der Kapelle des Jnf.-Negts. Hesien-Homburg Nr. 166 statt.
* Kirchweihfest findet morgen, Montag und Dienstag in Kilianstädten, Nachkirchweih morgen in Wachenbuchen statt.
theater" holte sich ihn nach Wien, wo er als Melesio in der „Blauen Grotte" sich zuerst einen Namen machte. Dort sah ihn L'Arronge, der damalige Societär und Leiter des „Deutschen Theaters" in Berlin und engagierte ihn an sein blühendes Unternehmen. Vier Jahre war Steffter unter dem Szepter des tüchtigen Theatermannes tätig. Ueber das Thalia-Theater in Hamburg und die Hoftheater Dresden und Cassel führte ihn dann der Weg nach Hannover, wo er als Regisseur des Residenztheaters neun Jahre eine wichtige Rolle im Kunstleben dieser Stadt spielte. Als Schauspieler betätigte er sein reiches Können namentlich in den Rollen des Fredi v. Zeck in „Als ich wiederkam", als Palmay in der „Berühmten Frau", Assessor von Callenberg in Hartlebens „Ehrenwort", Lutz in „Alt-Heidelberg", Baron im „Nachtasyl", Pepi in „Zwei glückliche Tage", Mensky in „Hans Huckebein" und Lehdenburg im „Zapfenstreich." Als Regisseur fand er gleichfalls verdiente Anerkennung und als Rezitator weiß man ihn in weiten Kreisen zu schätzen. Aber auch als gastierender Künstler hat es Steffter verstanden, sich einen Namen zu machen und das Publikum der sashionablen Bäder Deutschlands und Oesterreichs hat dem beliebten Darsteller manchen Lorbeer geflochten. Daß ihm auch die Gunst der Fürsten gelächelt hat, davon legen verschiedene Ordens-Auszeichnungen, die seine Brust schmücken, ein beredtes Zeugnis ab. — Von Hannover wurde er im letzten Herbst als Regisseur und Darsteller an das Königl. Theater in Wiesbaden berufen. Nach mehreren erfolgreichen Gastspielen wurde er auf 5 Jahre engagiert. Gleichzeitig fiel auf ihn die Wahl der Väter unserer Stadt und so löste der Königl. preuß. Hofschauspieler seine Verbindlichkeit mit Wiesbaden, um hier unter eigenem Szepter Großes zu schaffen. — Er ist kein Anfänger als Theaterleiter, sondern genießt als solcher in der Theaterwelt bereits Beachtung und Ansehen.
0 Auf der meerumspülten Insel Rügen liegt die anmutige bisherig« Residenz des im letzten Jahre verstorbenen Fürsten.
* Miets - Jubiläum. Ein hier seltenes Jubiläum kann Herr Lehrer Lenz, Hospitalstraße 22, morgen begehen; sind es doch 25 Jahre, daß er ununterbrochen im Hause der Frau Rentiere H. Deines hier wohnt. Ein gewiß beide Teile gleich ehrendes Vorkommnis.
* Katholische Kirchengemeinde Hanau. „Au) zur Kirchweihfxier ins „Deutsche Haus" am morgigen TageI* so rufen wir allen Katholiken der Stadt Hanau und Umgegend zu. Mögen sie mit ihren Familien recht zahlreich erscheinen, zu diesem Fest, das um 4 Uhr beginnt Die Kinder werden âchweihvergnügen genug haben an Kinderspielen u. s. w., allen werden Konzert und Volksbelustigungen und zum Abend der Tanz fröhliche Stunden bereiten. Darum nochmals alle Mitglieder der katholischen Kirchengemeinde mit Familien herzlich willkommen.
* Sehenswürdigkeiten. „Museum der Wetteram- schen Gesellschaft" (Altstädter Schloß, eine Stiege hoch): Geöffnet an Sonn- und Feiertagen vormittags von 11 bis ^al Uhr. Kindern ohne Begleitung Erwachsener ist der Eintritt nicht gestattet. — „Museum des Hanauer Geschichtsvereins" (Altstüdter Rathaus, eine Stiege hoch): Geöffnet an Sonn- und Festtagen vormittags von 11—12*/, Uhr. Kinder unter 12 Jahren haben keinen Zutritt.
* Die Kranreukasi- für deutsche Gärtner (E. H. 33), deren Hauptgeschäftsstelle sich in Hamburg 21 befindet, und welche auch am hiesigen Platze eine Verwaltungsstelle besitzt, begeht am 81. August d. J. die Feier ihres 25zähr. Bestehens, und zwar zu gleicher Zeit m 411 Orten des deutschen Reiches, in welchen Verwaltungsstellen errichtet sind. Vor 25 Jahren von 7 Vereinen des deutschen Gärtnerverbandes gegründet, hat dieselbe sich zu einem Institut herausgebildet, welches alljährlich zirka eine halbe Million Mark zur Auszahlung bringt. Es gehören derselben zur Zeit zirka SO 000 Mitglieder (Gärtnereibefitzer, Garteninspek- toren, Baumschulenbesitzer, Obergärtner, Gehilfen und Lehr- linge) an und genügt diese Krankenkasse nicht nur dem § 75 des Krankenverficherungsgesetzes, sondern es war derselben in den 25 Jahren möglich geworden, außer den gesetzlichen Mindestleistungen ganz bedeutende Mehraufwendungen bis auf die Dauer eines Jahres zu machen. Mtt welcher Begeisterung die Mitglieder dieser Kasse dieses Ereignis, trotzdem dieselben täglich in der Natur tätig sind, festlich begehen, geht aus einer am 25. ds. Mts., morgens 5 Uhr, auf dem Brocken stattfindenden Zusammenkunft aller der in der Nähe des Harzes wohnenden Mitglieder hervor, zu welcher auch aus weitergelegenen Orten Anmeldungen gemacht wurden. In hiesiger Verwaltungsstelle ist eine größere Festlichkeit geplant, und wünschen wir dazu besten Erfolg und der Krankenkasse für deutsche Gärtner, welche in den 25 Jahren über fünf Millionen Mark auszahlen und trotzdem einen genügenden Reservefonds ansammeln konnte, ein weiteres segensreiches Wirken.
Malte I., Fürst und Herr zu Putbus. — Das liebliche Putbus, das wegen seines herrlichen Parkes Jahr für Jahr eine Fülle von Ausflüglern anzieht, war einsteinvielbesuchter Badeort — der einzige auf der Insel — und zahlte unter anderen gekrönten Häuptern auch Kaiser Wilhelm I. und Kaiser Friedrich zu seinen Besuchern. Heute hat es seine Bedeutung durch die rasche Entwicklung der modernen Bäder Sassnitz, Binz, Sellin und Göhren fast verloren und nur die großzügige Anlage des Zirkus, der Promenaden und das vornehme Gebäude des Schlosses, welches im herrlichen Park« mit seinen uralten Bäumen am Schwanenweiher liegt, sowie das „Fürstliche Schauspielhaus" sind Zeugen einer prunk- vollen Vergangenheit. Der kleine Kunsttempel — eins Schöpfung des VaterS der Gräfin Hahn-Hahn — dessen Inneres sich durch vornehme Bauart und diskrete Farbenwahl auszeichnet, steht seit 9 Jahren unter der künstlerischen Leitung des fürstlichen Theaterdirektors Adalbert Steffter, der es verstanden hat, seiner Bühne nach und nach einen Namen zu schaffen, der weit über die Grenze Rügens hinausgeht. Aus einem Sommertheater hat es sich zu einem aparten kleinen Hoftheater entwickelt, dessen Vorstellungen von den Mitgliedern der fürstlichen Familie und ihren jeweiligen Gästen häufig besucht werden. Von den Badeorten Binz, Sellin und Göhren führen die Theaterzüge täglich eine große Zahl von Fremden nach Putbus, die sich im Fürstl. Theater Rendezvous geben. Verdiente Anerkennung fand es schon vor Jahren, als daselbst einige Werke Ihrer Majestät der Königin von Rumänien — „Ulranda", „Am Verfalltage", „Herrn Daniels Witwen" und „Dämmerung" — zur ersten Aufführung in Deutschland gelangten. Auch sonst hat manches Stück einheimischer Autoren, bevor es an einer großstädtischen Bühne in Szene ging, in Putbus die Feuerprobe bestanden. So brachten die letzten Spielzeiten manche erfolgreiche Uraufführung bekannter Autoren und versammelte sich bei solchen Gelegenheiten ein Kreis von interessanten Persönlichkeiten der Theater- und Schrütstzllerwelt im fürstlichen SchMviel-