Knauer K Anzeiger
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âtchShrRch 1^0 DL, monatlich 60 Pfg., P? a* wixtigt ALoanmLm mit dem betreffenden Postaustchl«-, Die einzelne Nummer kostet W Pl-» ?
Getleral-Auzeiger
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Erscheint täglich mit Ausurüme der Ssun- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Nr. 202 fl<r»IpreÄattsch<nk> R». 605.
Freitag den 30. August
F«rnsp*,chaiMl«tz Nr. 605. 1907
Amtliches»
LanâKreis F)anau.
BkkiNtmchmzeii des Mißliche« LsudrstSamtS.
Unter den Schweinen zu Bergen ist die Schweineseuche erloschen.
Hanau den 27. August 1907.
V 7050
Kreissekretär.
Ich ersuche die Herren Bürgermeister, mir baldigst anzuzeigen, auf welchen Tag gemäß der Kreispolizeiverordnung vom 15. Dezember 1888 bet Beginn der Aepfelernte für dieses Jahr festgesetzt worden ist.
Hanau dm 27. August 1907.
Der Königliche Landrat.
V 7054 J. A.r Conrad, Kreissekretär.
Am 30. September beginnt hier im städtischen Schlachthofe ein AusbildungskursitS für Schlachtvieh- und ^leischveschauer sowie Trichinenschauer. Er dauert für Schlachtvieh- und Fleischbeschauer 4 Wochen und für solche, die die Trichinenschau erlernen wollen 5 Wochen. Ich weise die Herren Bürgermeister der Landgemeinden, denen Teilnehmer für diesen Kursus bekannt find, auf die in Nr. 7 der Amtlichen Beilage zum „Hanauer Anzeiger" von 1908 abgedruckten Grundsätze hierfür und für die folgenden Prüfungen mit dem Ersuchen hin, dieselben hierauf mit dem Hinzufügen aufmerksam zu machen, ihre Meldung dem Herrn Schlachthofdirektor Becker hier recht bald ein- zusenden.
Die Gebühr beträgt 30 bezw. 50 Mk. (vergleiche Ziffer I Absatz 4 der im Anschlusse an die erwähnten Grundsätze ergangenen und ebendaselbst abgedruckten Verfügung des Herrn Regierungs-Präsidenten vom 1. Mai 1908 — AII Nr. 3702). Die Teilnehmer an dem Kursus müssen täglich — vor- und nachmittags — hier anwesend sein.
Hanau den 28. August 1907.
Der Königliche Landrat.
V 5904 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Gemarkung Hüttengesäß belegenen, im Grundbuche von Hüttengesäß Blatt 493 in Abt. I unter Nr. 100—102 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen der
1. Ehefrau des Bierbrauers Philipp Linz, Maria geb. Schneider, zu Hanau,
2. Ehefrau des Fabrikarbeiters Johann Heinrich Jleckenstein, Katharina geb. Schneider, in . Ravolzhausen,
3. Sattler Johannes Schneider in Hüttengesäß,
4. Dienstmädchen Elisabeth Schneider zu Hanau,
5. Dienstmädchen Elisabeth Schneider zu Hanau,
6. Maria Wilhelmine Schneider in Hüttengesäß,
7. Anna Maria Margareta Schneider in Hüttengesäß,
8. Dorothea Schneider in Hüttengesäß eingetragenen Grundstücke:
Krtbl.. 1 Parz. 35, Am Holzpfad, Acker von
1 ha 39 ar 73
qm,
Krtbl. 18 Parz. 6, Auf der langen Hohl, Acker von 12,60 ar,
Krtbl. 10 Parz. 13, Im Oberfeld auf dem Götzberg, Acker von 1 ha 10 ar 32 qm, zum ideellen */« Anteil der Elisabeth Schneider in Hanau, Ehefrau des Rinaldo Patrizio
am 22. Oktober 1907, vormittags 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht — an der Gerichtsstelle — versteigert werden.
Langenselbold den 16. August 1907.
__Königliches Amtsgericht. 17651
Hus Bana« Stadt und Eand.
Hanau, 30. August.
* Vom Manöver deS 18. Armeekorps. Gestern sind wiederum größere Einquartierungen in der Wetterau angelangt um an den Uebungen innerhalb der Brigaden teilzunehmen. Die 115er, die schon am 21. eintreffen sollten, aber wegen der mißlichen Ernteverhältnisse in Darmstadt
bleiben mußten, bezogen gestern in Bad-Nauheim (Regiments- stab), Ostheim, Nieder-Weisel, Nieder-Mörlen Quartier, die 116er kamen nach Rockenberg (Regimentsstab), Griedel, Oppershofen, die 80er nach Düdelsheim und Umgegend. Regimentsexerzieren ist beendet und heute begann das Bri
Das
Brigadeexerzieren. Die 40. Jnf.-Brigade (115er, 116er, 168er)
übt auf dem Gelände zwischen Butzbach, Rockenberg, Niederweisel, der Stab liegt in Butzbach; die 42. Jnf.-Brigade übt bei Düdelsheim (166er, 80er, 81er). Dagegen hält die 50. Jnf.-Brigade (117er, 116er) ihr Exerzieren auf dem Truppenübungsplatz bei Griesheim ab und trifft erst am 6. September in Büdesheim (Brigadestab), Assenheim, Kaichen ein, um am Divisionsmanöver teilzunehmen. Die 25. Feld- artillerie-Brigade, die Regimenter 25 und 61, üben gegenwärtig südlich Friedberg bei Großkarben, Petterweil, Kleinkarben, Rendel, die 21. Feldart.-Brigade, Regiment „Frankfurt" und Nr. 27, liegt in Niederseemen, Wenings, Bösgesäß und hält Scharfschießen am Orlesberg und Breiteloh ab. Butzbach
er, alles wimmelt von
gleicht gegenwärtig einem Kriegslag« Soldaten, sie bleiben im Ganzen 17
Tage hier, gestern ist
auch der Brigadestab der 49. Brigade eingetroffen. Ein ausgedehntes Gefecht fand bereits innerhalb der Brigade bei Hausen, Steinbach, Garbenteich statt. Das heute begonnene Brigadeexerzieren dauert bis Montag und schließt mit der Besichtigung durch General v. Eichhorn. Am 3. Sept, verlassen die Brigaden ihre Standquartiere, das Brigademanöver beginnt, an welchem zum ersten Mal auch die Artillerie und Kavallerie teilnimmt. Während die 42. Brigade bei Büdingen- Altenstadt manövriert, führt die 49. Brigade ihre Uebungen bei Friedberg, Bad-Nauheim, Nieder-Weisel aus. Die 115er kommen Dienstag und Mittwoch nach Petterweil, Bruchenbrücken, die 168er nach Friedberg, die 116er nach Butzbach (2 Bat.) und die Orte bei Butzbach. An diesem Dienstag treffen auch die beiden durch Reservisten gebildeten 3. Bataillone für bk Regimenter 166 und 168 auf dem „Kriegsschauplatz" in der Wetterau ein. Allenthalben wird starke Einquartierung herrschen, so erhält Friedberg allein 2500 bis 3000 Mann. Nächsten Donnerstag beziehen die Regimenter größtenteils Biwack. Am 6. Sept, schließen die Brigademanöver mit einem Ruhetag. Die Divisionsmanöver dauern vom 7.—13. Sept. Die Divisionsmanöver der 25. hessischen Division spielen sich im Kreise Friedberg ab, die der 21. Division zwischen Gelnhausen, Seemental, Büdingen und Niddertal. Am 14. Sept, ist wiederum Ruhetag und dann beginnt das Korpsmanöver, das vom 16.—18. Sept, dauert, es dürfte sich im südlichen Vogelsberg zwischen Bir- stein, Ortenberg, Gedern, Büdingen abspielen. Eine sehr interessante Uebung soll das Scharfschießen mit gemischten Waffen (Artillerie, Infanterie, Maschinengewehrabteilung) werden, das am 9. September bei Wölfersheim stattfindet.
* Der Bund der preußischen Gerichtsassiftenten hielt am 10. d. M. in Berlin seinen zweiten Bundestag ab. In Gegenwart von Vertretern der sämtlichen diesem Bunde angehörigen Vereine eröffnete der Vorsitzende den Bundestag mit einer Begrüßungsansprache. Telegramme wurden an Se. Majestät den Kaiser und an Se. Exzellenz den Herrn Justizminister gerichtet. Der Tagesordnung folgend, schilderte der Vorsitzende eingehend die Lage der Assistenten, wobei er besonders hervorhob und den Wunsch aussprach, daß es auch fernerhin, insonderheit im Hinblick auf die demnächstige Gehaltsaufbesserung so bleiben möge. Als Hauptpunkte kamen nun die Gehaltsfrage, Titelverleihung und Ferienurlaub zur Beratung. Beschlossen wurde, bei der Königl. Staatsregierung dahin vorstellig zu werden, daß bei der künftigen Gehaltsregelung das Gehalt der Assistenten dergestalt festgesetzt werde, daß der Unterschied im Höchstgehalt zwischen Sekretären und Assistenten bei der Justiz, mit Rücksicht auf die fast gleichwertige Arbeit und Verantwortlichkeit, nur 500 Mk. beträgt und daß ihnen die Verleihung des Amtscharakters „Gerichtssekretär" bereits nach 30jährlger Dienstzeit, einschl. Militärdienstjahre, zuteil werde. Bezügl. des Ferienurlaubs wurde beschlossen, beim Herrn Justizminister die einheitliche Regelung dieser Angelegenheit zu erbitten, da bei den Landgerichten Preußens ganz verschieden verfahren würde, namentlich wurde der Ansicht entgegengetreten, daß Assistenten nur deshalb weniger Urlaub erhalten müßten als Sekretäre, weil sie eben nur Assistenten seien. Dies würde auch nicht in Einklang zu bringen sein mit der Verfügung des Herrn Justizminister vom 30. Oktober 1896, nach welcher Lebensalter, Familienverhältnisse rc. berücksichtigt werden sollen. Vorbildlich wurde die Praxis eines größeren Landgerichts anerkennend hervorgehoben, nach welcher der Ferienurlaub an all« Gerichtsschreibereibeamten bei einem Lebensalter bis 30 Jahre auf 8 Wochen, bis 35 Jahre auf 3^2 Wochen, bis 40 Jahre auf 4 Wochen und von über 40 Jahren auf
einen Monat bemessen wird. Viele Anträge von nicht einschneidender Wichtigkeit tarnen zur Beratung. Als Mitternacht längst vorüber war, wurde die durchaus friedlich und sachlich geführte Versammlung mit dem Wunsche auf „Bessergestelltwerden" geschlossen. Bemerkt wird noch, daß die von den Zweigvereinen abgesandten Delegierten bereits am Abend des 9. August und am Vormittag deS 10. August eine ein» gebende Vorbesprechung abhielten, deren Ergebnis außerordentlich zur Klärung und Vereinfachung des großen Beratungsstoffes am Haupttage beigetragen hatte.
ch. Geschenk. Dem Museum der Wetterau- ischen Gesellschaft wurde von dem Herrn Akademielehrer Naas ein Pirolnest geschenkt und damit eine Lücke in der Nestersammlung des Museums ausgefüllt. Denn obschon der Pirol in den Wäldern um Hanau verhältnismäßig häufig vorkommt, sieht man sein Nest außerordentlich selten. Dies erklärt sich sehr einfach. Der Vogel, der sich vorherrschend in den Baumkronen des Hochwaldes aufhält, hat auch dort sein Nest. In einer der oberster seitlich gerichteten Astgabeln hängt es ampelartig und wird von jedem Luftzuge hin und her geschaukelt. Dorthin zu gelangen und das Nest unversehrt herabzuholen, ist Menschen unmöglich, und hätte nicht der Erbauer dieses Nestes ganz und gar gegen die Gewohnheiten seiner Artgenossen gehandelt und dasselbe in einem jungen, wenig über mannshohen Eichenbestande gebaut, so wäre es schwerlich zu erlangen gewesen. Das Nest ist aus Lindenbast und Grashalmen erbaut, denen einige Federn und ein Papiersetzen beigefügt sind. Als Nestweber bedurfte der Vogel langer, schmaler Baststreifen, die er sich, wie dies andere Vögel auch tun, jedenfalls von trockenen Lindenästen abriß. Diese Bastfäden sind mehrmals um den einen Ast der Gabel geschlungen und alsdann zum anderen Aste der Gabel geführt und dort befestigt. Diese Fäden sind aber nicht straff angezogen, sondern sie bilden nach unten mächtige Bogen. Durch zahlreiche Fäden wurde so ein stark nach unten gebogenes Gerippe für das Ampelnest geschaffen, dieses aber durch weitere Bastfäden, die sich wie die Fäden eines Gewebe- mit den ersteren kreuzen, verdichtet und das Ganze fest miteinander verwoben. Endlich wurde durch Grashalme (Perlgras und Schwingelgräser) die Nestwand so verdichtet, daß sie 2—3 Ctm. stark wurde. Die eingewobenen Federn stammen vom Edelfasan, der ja in unsern Wäldern häufig vorkommt. Eine Feder scheint auch von einem Sperling zu stammen. Daß auch ein Papierfetzen Verwendung fand, darf nicht Wunder nehmen, denn zum Verdichten des Nestbodens ist er ja auch geeignet. Die Breite des Nestes beträgt 16 Ctm., die Höhe 8 Ctm., die Tiefe der Nestmulde 5*/, Ctm., der Durchmesser der Nestmulde 10 Ctm. Die Tiefe der Nestmulde ist beträchtlich. Das ist aber auch notwendig, sonst würden bei starkem Winde die Eier herausgeschleudert. Außerdem ist die Nestwand fast senkrecht aufsteigend, so daß die Nestmulde einem kurzen, hohlen Cylinder mit aufgesetzter Kugelhaube gleicht. Das Nest wurde entdeckt, als erst einige Eier darin lagen. Sechs Wochen später hatten die Jungen die luftige Wiege verlassen. Diese hatte ihren Zweck erfüllt und konnte nun in die Hände des Entdeckers übergehen, dem für das interessante Geschenk hiermit gebührend gedankt sei.
FC. Außereuropäische Auslandsurlauber. Vor einiger Zeit wurde vom Kriegsgericht der 21. Division ein Reservist (ehemaliger Einjähriger) zu längerer Freiheitsstrafe verurteilt, weil er sich der Einberufung zu Uebungen und seiner Verpflichtung zur Kontrolle in der Weise entzogen hatte, daß er sich vom Bezirkskommando für längere Zeit Urlaub in das außereuropäische Ausland erwirkt«, den Urlaub aber nicht ausnutzte, sondern ruhig in Frankfurt blieb, hier eine kaufmännische Stellung bekleidete und sogar in aller Seelenruhe heiratete. Uebungen und Kontrollversammlungen störten ihn dabei nicht, denn er hatte ja Urlaub, den er nach Ablauf jeweilig auf 2 Jahre verlängern ließ, bis man hinter seine Schliche kam. Dieser Fall hat Ermittlungen nach hänlichen „außereuropäischen Auslandsurlaubern" veranlaßt.
* Konzsrt des Gesangvereins „Germania". Wenn der Glanz des Sommers dahin ist und das große Sterben in der Natur beginnt, dann tritt die Kunst in ihre Rechte, um dem Menschen das zu ersetzen, was ihm die Natur nicht mehr zu bieten vermag. Sie ist es, welche in höherem Maße auf die Schönheit und Erhabenheit der Schöpfung achtet und einzelne Bilder in Worten, Farben oder Tönen reproduziert. Diejenige Kunst, welche auf das Herz am leichtesten einzuwirken vermag, eben weil sie von Herzen kommt, ist die Gesangeskunst, die darum auch in unserer Vaterstadt eine besondere Pflegestätte gefunden hat. Die vielen konzertlichen Veranstaltungen liefern den besten Beweis. Auch der Gesanaverein Germania, der sich seiner