n^erger
VezngSprelSr
«SrtchLHÄlch 1^0 M^ msnatlich 60 Pfg.. fk «*
•Sitifit riommlt« mit dem betreffende« Postaufjcht«r»
a »-il«h-mft» i» 6«m
Gettttal-Aazeiger
KMithts Okö« für Shit- uni Mto lansa.
Erscheint täglich mit AuSuahn« der Sean- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Nr. 194 F-rrrsprechat-schl«tz Nr. 605.
Mittwoch den 21. August
^ernfvte^aitf^Ittß Nr. 605. 190?
casass
Hterz«
„Amtliche Beilage Nr. 14"
Amtliches.
Stadt- und Landkreis Ranau.
Am Freitag den 23. d. Mts., von 12 bis 1 Uhr mittags, wird der Königliche Gewerbe-Inspektor aus Fulda in einem Zimmer des hiesigen Standesamts im Mtstädter Schloß den Arbeitgebern und Arbeitern Gelegenheit zu Besprechungen geben.
Hanau den 21. August 1907.
Der Königliche Landrat und Polizei-Direktor.
P 7426 v. Beckerath.
Gefundene und verlorene Gegenstände rc.
Gefunden: 1 schwarzer Damengürtel, 1 silbernes Gliederarmband mit Anhänger (bestehend aus 7 kleinen Zwanzig-Pfennigstücken), 1 Portemonnaie mit 3,70 Mk. Inhalt, 1 Kneifer mit schwarzer Einfassung.
Verloren: 3,08 Mk. bar (im Schloßgarten).
Zugeflogen: 2 Kanarienvögel.
Hanau den 21. August 1907.
Tsingtau in amerikanischer Beleuchtung.
Wie sich der amerikanische Konsul in Dalny über das deutsche Schutzgebiet Tsingtau, das er vor einiger Zeit besucht hat, in einem Berichte äußerte, dürfte auch für weitere
Kreise interessant sein. Nachdem er sich sehr anerkennend über die deutsche Forstkultur, die in wenigen Jahren die kahlen Hügel der Umgebung von Tsingtau in grüne Höhen verwandelt, ausgesprochen hat, schildert er die Stadt selbst.
Vor den Toren von Tsingtau hat das deutsche Gouvernement eine Chinesenansiedelung geschaffen, welche nach dem Urteil des Amerikaners geradezu ein Muster in ihrer Art genannt werden muß. Die breiten Straßen sind von praktischen Ziegelhäusern eingefaßt. Polizeibestimmnngen sorgen für die Reinhaltung der Straßen und werden auch, entgegen sonstiger chinesischer Gepflogenheit, befolgt. Der Verkehr spielt sich ohne Behinderung und Gedränge ab. Die sonst in chinesischen Städten durch Menschenanhäufung und Raumenge geschaffenen Erkrankungsherde gibt es nicht. Ein besonderer Marktplatz wird von den chinesischen Bauern der Umgegend täglich ausgiebig besucht. Der Gesundheitszustand von Tsingtau und Umgegend ist dank der streng durchgeführten Hygiene ein sehr guter. Ausgezeichnete Fahrwege umgeben Tsingtau, und alles trägt den Charakter der sorgfältigen Verwaltung. Die vor einiger Zeit eröffnete Schule wird von allen Europäern der gesamten Umgegend wegen ihrer ausgezeichneten Einrichtung besucht.
Außerordentlich günstig urteilt der Konsul über den Handel und nennt die Geschäftslage in Tsingtau eine durchaus blühende. Die Zunahme des Geschäftsverkehrs steigt von Jahr zu Jahr und ist aus authentischen, zuverlässigen Angaben ersichtlich. Die Einfuhren sind von 10 900 000 Dollar Gold im Jahre 1904 auf 16,2 Millionen Dollar Gold im Jahre 1905 gestiegen; die Ausfuhren während des letzten Jahres beliefen sich auf 3 Millionen Dollar Gold. Die Stapelartikel der Ausfuhr sind Kohlen und Bohnenkuchen. Für beide ist auch in der Zukunft bedeutende Entwicklung zu erwarten. An nächster Stelle steht hinter diesen beiden Stapelartikeln die Ausfuhr von Strohgeflechten, wovon im Jahre 1905 etwa 55 000 Zentner zur Ausfuhr gelangten. Die Bedeutung dieses Artikels ist am besten ersichtlich, wenn man bedenkt, daß im Jahre 1903 erst etwa 12 000 Zentner und im Jahre 1904 34 000 Zentner aus- wurden. Tsingtau ist jetzt der Hauptmarkt für Strohgeflecht geworden. Einen wesentlichen Einfluß auf den Export dieses Artikels hat die Eisenbahn ausgeübt. Sie bestreicht mit ihrem Schienenwege die besten 'Landesteile. T ec ausgezeichnete Hafen bildet einen ausnahmsweise günstigen Ausfuhrplatz, wie er von anderen Häfen im Norden Chinas nicht erreicht wird.
Der Hafenverkehr von Tsingtau im Jahre 1905 belief sich auf 400 Dampfer und 6 Segelschiffe im Eingangsverkehr mit zusammen 422 673 Tonnen. Der Ausgangsverkehr betrug 399 Dampfer und 6 Segelschiffe. Die Zunahme gegen das Vorjahr beläuft sich auf 55 Schiffe mit 37 600 Tonnen. Der Fremdenverkehr zur See bezifferte sich auf 1238 angekommene Fremde und 3988 Eingeborene, während ausgehend 1206 Fremde und 4352 Eingeborene den Hafen verließen. Eine ganz besondere Steigerung zeigt
der Verkehr auf der Eisenbahn. Es kamen 123 393 Passagiere an nnd 135 176/reisten ab, während die entsprechenden Ziffern im Vorjahr 92 198 ankommende und 100 921 ab» reisende Passagiere aufwiesen. Das Geschäft der Schantung- Eisenbahn im Jahre 1905 ist sehr günstig gewesen. Insgesamt beförderte die Bahn 30 300 Tonnen Güter und 795 000 Passagiere, was einen Zuwachs von 65 Prozent im Fracht-, und 42,5 Prozent im Passagierverkehr gegen das Vorjahr darstellt. Ebenso hat die Schantung-Bergbau- Gesellschaft einen wesentlichen Erfolg zu verzeichnen. Im Jahre 1905 sind 134 000 Tonnen Kohle gefördert worden.
Das Urteil des Amerikaners ist jedenfalls für die deutsche Kulturarbeit in Tsingtau recht schmeichelhaft.
Hus Ban au Stadt und Tand.
HattitU, 21. August.
* Sprechstunde des Gewerbernspektors. Der Königliche Gewerbe-Inspektor aus Fulda wird am Freitag den 23. d. Mts., von 12 bis 1 Uhr mittags, in einem Zimmer des hiesigen Standesamts im Altstädter Schloß den Arbeitgebern und Arbeitern Gelegenheit zu Besprechungen geben.
8 Aus dem Manöverffslände. Auf den Fluren und Feldern der Wetterau herrscht jetzt ein reges, emsiges Treiben, die Landwirte sind daran, ihre Felder abzuernten und werden mitunter durch Soldaten unterstützt. In den Feldern des Uebungsgeländes ist noch viel unreife Frucht — besonders Hafer und Weizen — vorhanden. Wegen der ungünstigen Witterung kann man es dieses Jahr den Landwirten nicht verdenken, daß sie dem Manöver mit gemischten Gefühlen entgegensehen. Es schweben noch Verhandlungen mit den Gemeinden wegen des Uebungsgeländes und der Einquartierung. In Butzbach hat sich jetzt das ganze Regiment 168 — ca. 1200 Mann —zusammengefunden. Allenthalben sieht man in der Wetterau jetzt Strohwiepen, Tafeln und schwarze Flaggen, die entweder vor dem Betreten eines Grundstückes warnen, oder am Rande eines Abhanges, eines Hohlweges, einer Grube oder eines Steinbruchs den Soldaten zur Vorsicht mahnen. An mehreren Orten werden Manöver- Proviantämter eröffnet, so eins zu Berstadt, das nächsten Montag eröffnet wird. Heute (Mittwoch) treffen die 115er in Dorheim, Södel, Malbach, Schwalheim ein, morgen trifft bei Rohrbach und Stockheim die 42. Infanterie-Brigade (81er Frankfurt und 166er Hanau) ein. Die 116er üben seit Dienstag bei Steinbach. Die einzelnen Regimenter haben jetzt ihr Scharfschießen beendet und das Regiments- und Brigadeexerzieren beginnt.
* Ziele rmd Erfolge der Bestrebimqen für SorrnlâasrZrhe. Bekanntlich tagt vom 26. bis 29. Septbr. d. J. in Frankfurt a. M. der 12. Internationale Kongreß für Sonntagsfeier. Es wird einberufen vom Internationalen Bund für Sonntagsfeier, der 1876 in Genf gegründet wurde und ist organisiert durch einen Ausschuß unter dem Vorsitz von Herrn Prof. v. Kirchenheim (Heidelberg.) Das Ziel des Bundes und auch deS diesjährigen Kongresses geht, wie es in dem Aufruf kurz und schon heißt, dahin, „daß weitesten Kreisen der Segen stiller Sonntagsfeier zu teil und daß überall wieder der Sonntag ein Jungbrunnen zur Erneuerung der Volkskräfte werde." Durch die bisherigen Kongresse (I. Genf 1876, VI. Stuttgart 1892, IX. Paris 1900, X. St. Louis 1904) ist außerordentlich viel erreicht worden; selbst in Frankreich und Italien sind Fortschritte zu verzeichnen; Deutschland hat dem Bunde viel zu danken. Die Einschränkungen im Postdienst, das Sonntagsruhe-Gesetz für den Handel u. A. m. sind auf ihn zurückzuführen. Der diesjährige Kongreß behandelt ebenfalls wichtige Themata. Eine unzweckmäßige Häufung derselben hat die Leitung von vornherein vermieden. Hauptsächlich wird über eine reichs- gesetzliche Regelung der Sonntagsruhe im Handelsgewerbe beraten werden, ferner über die Sonntagsruhe im Gast- und Schankwirtsgewerbe und in der Landwirtschaft. In den Versammlungen wird weiter über die hygienischen Beziehungen der Sonntagsruhe, sowie über die Vertiefung der Sonntags- feier und den richtigen Gebrauch der Sonntagsruhe von Rednern aller Richtungen gesprochen werden.
* Sie laden den Wandrer zum Naften ein, — die zwei neuerrichteten Ruhebänke in der Bornflußschlucht. Die eine befindet sich mitten in der Schlucht, da wo dem Bornfluß sein einziges Nebenbächlein zufließt, — ein idyllisches Plätzchen. Weiter oben, fast am Ende der Schlucht, oberhalb des „Drei-Herren-Steins" (Gela-Ruhe), steht die andere Bank. Die liebliche Aussicht, die man hier genießt, wird allgemein geschätzt. Der Bornflußsteg ist zeitgemäß verstärkt worden, sodaß selbst gewichtige Damen und Herren ihn passieren können. Gut markierte, herrliche Waldpfade führen
vom Buchberg in 1 Stunde nach Somborn, in ’/t Stunde nach Niederrodenbach, in 1 Stunde zur Barbarossa-Quelle, in 3/< Stunden nach Oberrodenbach und in 3/a Stunden nach Langenselbold. Prüfet alles und genießt gerne das Gute und Schöne, das uns unsere engere Heimat so reichlich darbietet! Schöne Fernsicht hat man am „Vogelsang", am Nordrand der Dornbachschlucht, an der „Marien-Ruhe" und an der 215 m hohen Jägerhütte am markierten Walbpfad (links am Waldrand) bei Somborn, ebenso vom Weinberghäuschen hinter Langenselbold.
* Turn° & Fecht-Klub. Die Mitglieder werden nochmals an die heute abend stattfindende Generalversammlung erinnert, da die Wichtigkeit der Tagesordnung eine allseitige Beteiligung erfordert.
* Im Palmen garten zu Frankfurt a. M. wird diesen SamStag, wenn die Witterung für den Aufenthalt im Freien günstig ist, der Blumenthal'sche Mânnerchor auS Homburg v. d. H. beim Abendkonzert mitwirken.
* Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung. Im Ortsteile Kesselstadt wurden gestern die Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung in der 2. und 1. Abteilung vorgenommen. In der 2. Abteilung wurde Bijouteriefabrikant Wild mit 37 Stimmen gewählt, der sozialdemokratische Kandidat Nickes erhielt 6 Stimmen. — In der 1. Abteilung entfielen 5 Stimmen auf den Justizrat Hecht, der somit gewählt ist. Buchdruckereibesitzer Kittsteiner erhielt 2 Stimmen.
* Unter tottwutverdSchttgen Erscheinungen ist vorgestern in F e ch e n h e i m ein Hund verendet. Die Untersuchung wird ergeben, ob Hundesperre angeordnet werden muß.
* Die Ges. Verbindung „Hanovia" veranstaltete am vergangenen Sonntag einen Ausflug nach Klein-Steinheim und bereitete den Besuchern einige recht vergnügte Stunden. Ein nur tatsächlich schönes Programm hatte die Hanovia zusammengestellt und es gereichte den Mitgliedern nur zur Ehre, daß sie die Kupletts-Duette in der schönsten Weise selbst aufzuführen in der Lage waren. Auch der tanzfrohen Jugend war reichlich Gelegenheit geboten, nach den Klängen der schönen Musik sich im Kreise zu drehen. Nur allzuschnell verliefen die schönen Stunden, wie wir sie stets schon bei der „Hanovia" verlebt haben. Mit Recht kann man die gesellige Verbindung Hanovia als einen bar ersten Vereine im Bunde der Vergnügungsvereine bezeichnen.
* Mainwafferwärme gestern abend 15 Grad.
Fechenheim, 20. August. (Verschiedenes.) Gestern wurde hier ein 15jähriger Junge, der in Ludwigshafen einen Fahrraddiebstahl begangen hat, festgenommen und wieder nach dorten abgeschoben. — In der Selbstmörderin, welche sich gestern an der Brücke im Main ertränkte, ist die 70 Jahre alte Frau Henriette Volz, Sprendlingerlandstr. 25 in Offenbach wohnhaft, festgestellt worden. Die Frau war nicht mehr ganz zurechnnngsfähig und hat schon vor 8 Jahren einmal einen Selbstmordversuch gemacht. Frau Volz ist die Tochter des früheren Bürgermeisters von Assenheim.
Gerichtssaal.
Sitzung des Schöffengerichts vom 20. August.
Ein Hausierer S. erhält wegen unberechtigten Hausierens 12 Mk. Geldstrafe. — Das Dienstmädchen K. erhielt 1 Mk. von seiner Herrschaft, um Einkäufe zu machen. Es kehrte nicht mehr in den Dienst zurück und ist deshalb der Unterschlagung beschuldigt, die mit 20 Mk. geahndet wird. — Der Kutscher G. ließ sich vor einem bayerischen Bierlokal ein Glas Bier herausreichen und verschwand später mit dem Glas, das er in einer anderen Wirtschaft als sein nunmehriges Stammglas hinterlegte. Das billige Stammglas muß G. mit 4 Tagen Gefängnis büßen. — Zwei Schuljungen R. und P. sollen auf dem Umweg über den Stadtgraben in einen Garten eingedrungen sein und dort die Johannisbeesträuche geplündert haben. Die beiden Uebeltäter waren so vorsichtig, rechtzeitig das Weite zu suchen, sodaß sie nicht genau erkannt wurden. Die Angeklagten werden freigesprochen. — Im Jahre 1902 fand in der Gemarkung Rüdigheim ein Treibjagen statt, bei welchem ein angeschossenes Reh flüchtete, nach dem die Treiber später auf die Such« geschickt wurden. Diese blieb ergebnislos, wenigstens vorläufig, jetzt hat sich aber herausgestellt, daß nachher bei dem als Treiber mit auf der Suche gewesenen Schuhmacher & von Rüdigheim eine Rehdecke und ein Haufen Knochen gesehen wurden, die L. damals „gefunden" haben will. Das Gericht nimmt aber an, daß er das ganze Reh „gefunden", sich also eines Jagdvergehens schuldig gemacht hat, das mit 20 i Mk. geahndet wird. —Der Fabrikant A. erhielt die Genehmigung zur Errichtung einer gewerblichen Anlage auf