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W^SW 1,80 M^ moa-tlich 60 Vfg., fk ®* lästige RbounaUm mit bat betreffend« PostaustchlaG,
Gekeral-Anzeiger
AEches Organ für Stadt- and Fandkrüs Sanaa.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Ei-rüLugS-ebL^
Nr. 185 Fernsprechanschlich Nr. 605.
Samstag den 10. August
N«r«spr<cha»schlutz Nr. 605. 1907
Die ItitinSiiwt MKf^t Mll r.NittthMMtt
14 Seiten.
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Amtliches.
Straßensperre.
Wegen Vornahme von Walzarbeiten, sowie Herstellen von Kleiirpstafter wird die Kreisstraße Offenbach- Hanan zwischen Dietesheim und Klein-Steinheim Lis zur Bahnunterführung für sämtlichen Flthrwerks- Verkehr vom 15. d. Mès. ab bis auf weiteres vollständig gesperrt.
Sämtliche Fuhrleute werden auf die in Groß-Steinheim, Klein-Stcinheim, Mühlheim, Dietesheim und Offenbach ausgestellten Warnungstafeln, welche genau zu beachten sind, aufmerksam gemacht.
Fuhrwerke von Offenbach nach Klein- und Groß-Stein- Heim und darüber hinaus haben ihren Weg über Bieber, Tannenmühle zu nehmen, ebenso umgekehrt; Fuhrwerke von Hanau in der Richtung Offenbach werden am vorteilhaftesten die rechtsmainischen Straßen benutzen.
Offenbach den 6. August 1907.
Großherzogliches Kreisamt Offenbach.
I. V.: vr. Reitz. V 5723
Lerchenländung.
Am 31. Juli d. J. wurde hier die Leiche einer unbekannten Frauensperson aus dem Main gelandet, deren Personalien noch nicht bekannt sind.
Beschreibung:
35—40 Jahre alt, anscheinend dem Arbeiierstande angehörend, mittelgroß, untersetzte Statur, rotes rundes Gesicht. Bekleidet war die Tote mit schwarzer Bluse und karriertem Rock, in der Rocktasche befanden sich 11 Pfennig.
Frankfurt a. M. den 8. August 1907. IV L K 1014.
Der Polizei-Präsident.
Handelsregister.
Firma Krmstgießerei „Wilhelms" Konrad Dörtzel in Kesselstadt.
Die Prokura des Kaufmanns Heinrich Hein zu Offenbach ist erloschen.
Hanau den 30. Juli 1907.
Königliches Amtsgericht 5. 16095
Konkursverfahren.
In dem Konkursverfahren über das Vermögen der Ehe stau des Delikatessenhändlers Albert Schulz, Berths geb. Lutze, in Hanau in Firma Bertha Schulz ist zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters, zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußverzeichnis der bei der Verteilung zu berücksichtigenden Forderungen — und zur Beschlußfassung der Gläubiger — über die nicht verwertbaren Vermögensstücke und über die Erstattung der Auslagen und die Gewährung einer Vergütung an den Verwalter der Schlußtermin auf
Donnerstag den 5. September 1907, vormittags 10 Uhr, vor dem Königlichen Amtsgerichte Hanau, Marktplatz 18, Zimmer Nr. 5, bestimmt.
Hanau den 8. August 1907.
Der Gerichtsschreiber
des Königlichen Amtsgerichts 5. 16293
Konknrsverfahren.
In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Metzgermeisters und Gastwirts Karl Wälder in Großauheim ist zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters, zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußverzeich- m8 der bei der Verteilung zu berücksichtigenden Forderungen und zur Beschlußfassung der Gläubiger über die nicht verwertbaren Vermögensstücke und über die Erstattung der Auslagen und die Gewährung einer Vergütung an den Verwalter und die Mitglieder des Gläubigerausschusses der Schlußtermin auf
Donnerstag den 5. September 1907, vormittags 10 Uhr»
vor dem Königlichen Amtsgerichte Hanau, Marktplatz 18, Zimmer Nr. 5, bestimmt.
li Hanau den 8. August 1907.
Der Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts 5. 16295
Hus Ran au Stadt und Eand.
Hana«, 10. August.
• Milttârisches. Die Uebungen der Reserve der Kavallerie für dieses Jahr, die durch Verfügung des Generalkommandos beim Ulanen-Regiment Nr. 6 und Dragoner-Regiment Nr. 6 stattfinden sollten, sind infolge der bei diesen Regimentern unter den Pferden herrschenden Krankheiten ausgefallen. Die Uebung beim Ulanen-Regiment wurde endgültig aufgehoben. Die ursprünglich vorgesehene Beteiligung der 21. Kavalleriebrigade (Tbüring. Ulanen-Regt. Nr. 6 und Maqdeb. Drag. -Regt. Nr. 6) an den Kaisermanövern ist bekanntlich infolge der Krankheit unter den Pferdebeständen beider Regimenter ebenfalls rückgängig gemacht worden. Es ist auch fraglich, ob die Brigade sich an den H e r b st ü b u n g e n des 18. Armeekorps beteiligt.
* Don Knnstgewerbesckmlen. Die Fachschule für Edelmetallindustrie in Schwab. Gmünd wurde im verflossenen Sommersemester von 92 Schülern besucht. Unter diesen waren 36 Graveure, 25 Goldschmiede, 15 Ziseleure und 9 Zeichner und Modelleure. Gehilfen und Meister waren es 22, Lehrlinge 60 und als vollständige Tagesschüler besuchten 10 junge Leute die Anstalt. Mit Beginn des Wintersemesters (16. September) wird der Unterricht für Goldschmiede erweitert und sind hierfür 28 Stunden Werkstattunterricht angesetzt. Als Lehrer in diesem Fach wurde ein gebürtiger Gmünder, Herr J. Rettenmaier, gewonnen, welcher seither als Lehrer an der Fachschule in Gablonz und als Wanderlehrer in Cortina b’ Ampezzo mit großem Erfolg gewirkt hat. Als weiteres Fach wird für Goldschmiede und angehende Kabinettmeister Kalkulation, Führung von Lohnlisten usw. gegeben, um in vollständiger Anlehnung an die Praxis Gelegenheit zur Ausbildung von selbständigen Werkführern zu bieten. Dieses Unterrichtsfach ist dem mit dem technischen Betrieb erfahrenen Bijouterielehrer Diener übertragen. Auch für die Aufnahme in die Fachschule sind neue Bestimmungen vorhanden, nach denen Lehrlinge, welche die Fachschule besuchen wollen, neben dem Nachweis eines zweijährigen Fortbildungsschulbesuches eine Stundenzahl von wenigstens 14 Wochenstunden belegen müssen, von welchen wieder 4 Stunden auf den Werkstattunterricht fallen. Um aber den Geschäftsbetrieb der Fabrik möglichst wenig zu stören, ist eine große Anzahl von Stunden auf den Abend verlegt. Schülerinnen werden, falls sie über entsprechende Vorkenntnisse verfügen und sich im Metallgewerbe ausbilden wollen, als Hospitanten ausgenommen.
* Mindesttarif. Damit die Militärkapellen sich bei Annahme von Konzerten nicht gegenseitig unterbieten, hat das Generalkommando des 18. Armeekorps einen Mindesttarif festgesetzt. Unter diesem Tarif dürfen die Musikkapellen nicht spielen.
* Zur Lohnbewegung der Spengler und Fn- stallatenre wird uns berichtet: Trotzdem die Hauptforderungen von Seiten der Arbeitgeber bewilligt wurden, konnte eine Einigung noch nicht herbeigeführt werden, da die Gehilfen inzwischen ihre Forderung von 50 Pfg. Stnndenlohn für einen Arbeiter von 30 Jahren auf 55 Pfg. erhöht haben. Die Verhandlungen nehmen ihren Fortgang.
* Parolenmsik. Die Ulanenkapelle spielt morgen mittag im Schloßgarten folgende Stücke: „Ein Kaiserwort", Marsch von Pollak; Vorspiel zu Reineckes Oper „König Manfred" von Urbach; „Mein Traum", Walzer von Waldteufel; Fantasie aus der Op. „Der Postillion" von Adam; .Kavallerie-Parademarsch" im Trabe von Urbach.
* Kurort Wilhelmsbad. Morgen nachmittag von 4 Uhr ab findet zu Wilhelmsbad großes Militär-Konzert der Kapelle des Inf. - Negts. Heffen-Homburg Nr. 166 statt.
* Gartenfest. Morgen nachmittag von 4 Uhr ab veranstaltet im „Deut sch e n Haus" der.Gesangverein Fröhlichkeit" sein diesjähriges Gartenfest. (Näheres W' ^"'stotw. Im Monat Juli >907 würben in Hanau lebend geboren 33 Kinder, 17 Knaben und 16 Mädchen. — Gestorben sind mit Ausschluß von 3 Tot- aeborenen 50 Personen, 26 männlichen und 24 weiblichen Geschlechts. darunter 9 Ortsfremde. Tür Hanau selbst
bleiben 41 und es kommen auf 1000 Einwohner und auf!
Jahr berechnet 15,1 Todesfälle.
Gestorben sind:
11 Kinder
im
Alter von
0—1
Jahr
ff
ff ff
1—5
Jahren
2 Kinder
ff
ff ff
5—10
ff
1 Person
ff ff
10—20
ff
8 Personen „
ff ff
30-40
ff
4 „
ff
ff ff
40—50
ff
ff
ff ff
50—60
ff
ff
ff ff
60—70
ff
8 „
ff
ff ff
70—80
ff
4 „
ff
ff
80—90
ff
An Masern starben
2 Kinder, eins
aus der
Sternstraße und
eins aus der Hospitalstraße, an Keuchhusten 1 Kind aus der Langstraße und an Diphtheritis 1 Kind aus der Hospitalstraße. 4 Kinder starben an akutem Magen-Darmkatarrh, je 2 an Kinderzehrung und an Krämpfen und je 1 Kind an Gelbsucht und an eitriger Mittelohrentzündung. An Tuberkulose starben 6 Personen, darunter 3 an Lungenschwindsucht, je eine Person an akuter Miliartuberkulose und Knochentuberkulose und ein Kind an multipler Tuberkulose. Die Todesursache war in 6 Fällen Krebsleiden, in 4 Schlaganfall, in je 2 Fällen nicht tuberkulöse Erkrankung der Atmungsorgane, Aderverkalkung und Rückenmarksleiden und in je einem Fall Lebererkrankung, Zuckerruhr, Leukaemie, Herzlähmung, Bauchfellentzündung, Herzfehler und Nierenleiden. — Nicht durch Krankheit war der Tod in 7 Fällen bedingt: 3 Personen starben an Altersschwäche, 2 kleine Kinder an Lebensschwäche und 2 Personen in Folge von Verunglückung.
Sanitätsrat Dr. Zeh.
* Zur Warnung mitgeteilt. Ein gewisser Friedrich Wilhelm Bernhard Könitzer, angeblich Baumeister und Grundbesitzer aus Edmonton bei London, schwindelte einem Privatier in Würzburg Ende Juli 1907 1000 Mark heraus, indem er angab, er besitze 18 Häuser und 2 Mühlen in England, diese wolle er verkaufen, um sich dann in Deutschland niederzulassen und sich dort zu verehelichen, er brauche daher einen Verwalter für seine Güter, der ihm 1000 Mk. Kaution zu stellen habe. Der Schwindler, der das gleiche Manöver auch in anderen Orten gemacht zu haben scheint. wird beschrieben wie folgt: Ende der 50er (57—58 Jahre alt), 1,65 w groß, mittlerer, mehr schmächtiger Statur, rötliches Gesicht, grau melierten, mehr weißlichen Bart, etwas große Nase, kleine Glatze, karrierten, mehr hechtgrauen Anzug und schwarzen weichen Filzhut. Derselbe spricht englisch und deutsch; in letzterer Beziehung mehr dem sächsischen Accent zuneigend.
* Mordversuch. In einem der in Hochstädter Gemarkung gelegenen Wäldchen wurde am vorgestrigen Abend auf den Jagdaufseher S e n g aus Dörnigheim zweimal, an- scheinend mit Kugeln, geschossen. Der genannte Jagdaufseher war auf einem Dienstgange begriffen, als plötzlich ein Schuß fiel und sein Hund tot niedergestreckt wurde. Ein zweiter Schuß galt ihm, denn die Kugel pfiff ihm dicht am Kopfe vorbei. Der Pächter der Jagd, Herr Carl Rother in Frankfurt a. M., sichert demjenigen, welcher ihm den oder die Täter so nachweist, daß die gerichtliche Überführung möglich ist, eine Belohnung von fünfhundert Mark zu. (Siehe Ins.)
* Von den Apotheken ist morgen nachmittag von 2—9 Uhr die Cagel-Apotheke geöffnet.
* Das Hahnenkammhaus ist täglich geöffnet.
* Sehenswürdigkeiten. „Museum der Wetterfischen Gesellschaft" (Mtstädter Schloß, eine Stiege hoch): Geöffnet an Sonn- und Feiertagen vormittags von 11 bis /»I Uhr. Kindern ohne Begleitung Erwachsener ist der Eintritt nicht gestattet. — „Museum des Hanauer Geschichtsvereins (Altstädter Rathaus, eine Stiege hoch): Geöffneten Sonn- und Festtagen vormittags von 11—12^2 Uhr. Kinder unter 12 Jahren haben keinen Zutritt.
* Sängertour. Wie aus dem heutigen Inseratenteil ersichtlich ist, unternimmt die Gesangsabteilung des Kaufmännischen Vereins Hanau Sonntag den 11. August eine, Sängertour nach Gaimuhle-Katzenbuckel-Zwingenberg-Eberbach, Abfahrt Hanau-West 6.22 Uhr morgens mit Sonn- tagskarte nach Eberbach, welche nur auf dem Westbahnhof ausgegeben werden. Von Gaimühle über Waldkatzenbach, durch ‘ die Wolfsschlucht nach Zwingenberg, woselbst daS! Mittagessen in der Restauration Anker eingenommen wird. Weiterfahrt 3 Uhr nachmittags mit Extradampfer nach Eber-, bach, woselbst gemütliches Zusammensein in der Restauration. Krone, schöne Terrasse mit Ausblick auf den Neckar. Rückfahrt nach Hanau 8.15 Uhr abends. Alle Mitglieder des Kaufmännischen Vereins und Verbandskollegen sind herzlichst willkommen.