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SezvgSpreiSr «detchährllch 1^0 DL, manatlich 60 Pfg., fite «* »iktiße toonnenten mit dem betrefseadea Psstaufjchi^, £* «taM« Nummer kostet 10 Pf».
IMnlte ul und Verlag der Buchdrucker«! dB »mt«. o. »aisekhmlfB in Hamm.
Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Hana».
Erscheint täglich mit Ausnahme der Ssnn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
S'iarSckvagsgBS^, Di« fkafges-aSem Petitzsle oder der« Raa« 19 ^ im SReOomenteü die Zvl« » W»
SecnntrnmC tobofteut: G. 6$eetf«i in H»^.
Nr. 183 Fernsprechanschlich Nr. 605.
DonuersLüsi delt 8. August
Fernsprechanschluß Nr. 605.
Polnische Wut.
Nachdem der polnische Schulstrei? mißlungen ist, find die polnischen Hetzer auf ein neues Mittel verfallen, der Negierung di« Arbeit zu erschweren. Rache für den mißglückten Schulstreik ist ihre Losung. Gelang es nicht durch Drangsalierung der Kinder, die deutsche Sprache im Unterricht auszuschalten, so versuchen sie es jetzt durch Schikanierung der Lehrer. Sie fordern das Volk auf, den L.hrern die Anwesenheit zu verekeln und ihnen, da sie ihnen nicht das Leben in der Schule verleiden konnten, das Privatleben zur Hölle zu machen. Die ,Gazeta Grudzionska" schreibt nämlich:
„Ihr polnischen Ellern sollt dafür sorgen, daß diesen Strebern die Ostmarkenzulage zum Halse herauskommt. Das polnische Volk müßte den Lehrern zu fühlen geben, daß sein Wohlwollen oder Nichtwohlwollen mehr bedeutet als die Ostmarkenzulagen. Ueberall dort, wo der deutsche Religwns- unierricht eingeführt ist, wo die Eltern und Kinder darunter zu leiden hatten und haben, dort müßte den Lehrern jede Hilse versagt werden, jede, auch die allerkleinste Gefälligkeit. Kein Besitzer dürfte solch einem Lehrer das Fuhrwerk stellen, nicht das Feld bestellen helfen, auch nicht die Hand zum Ernten anlegen, auch dann nicht, wenn es der Lehrer bezahlen wollte. Kein Arbeiter dürfte bei solch einem Lehrer arbeiten, auch nicht für den höchsten Lohn. Kein polnisches Mädchen dürfte bei solch einem Lehrer in Dienst treten. Mit einem Wort gesagt: solch ein Lehrer muß als unser allergrößter Feind behandelt werden; man muß ihn fühlen lassen, daß, wenn er auch eine fünfmal so große Ostmarkenzulage erhalten wurde, diese für ihn wertlos, wenn das polnische Volk ihm die Hand nicht reicht und ihm jede Unterstützung versagt. Es geht uns auch darum, den anderen Lehrern zu erkennen zu geben, wie das polnische Volk diejenigen zu strafen versteht, die ihn! und seinen Kindern Unrecht zufügen. Das polnische Volk muß einem solchen Lehrer das Leben versanern, ihm Leiden verschiedener Art bereuen, so daß er bei Nacht und Nebel aus dem Dorfe ausrückt. Jedem andern, der solchen! Lehrer beisteht und Hilfe leistet, sieh, o polnisches Volk, als Verräter, als Auswurf der Gesamtheit an."
Wenn das so weiter geht, erstickt das „edle" Polenblatt noch einmal an seiner eigenen Wut. Sein Besitzer ist übrigens selbst ein früherer preußischer Lehrer, der Reichstagsab- geordnete Kulerski'. Möglicherweise kann es ihm aber geschehen, daß die Graudenzer Gerichte sich diese neueste Heldentat des Ueberläufers etwas genauer ansehen.
Daß die „edlen" Polen zu allem fähig sind, wenn es dem verhaßten Deutschtum gilt, haben frühere Vorkommnisse genugsam bewiesen. Noch heute schreit das Blut des westpreußischen Lehrers, der auf der Eisenbahnfahrt von fanatischen Polen ermordet wurde, zum Himmel; noch heute würden sich hunderte deutsche Handwerker finden, die mit dem Tode bedroht wurden, weil sie als evangelische Deutsche die „polnischen" Feiertage nicht durch Arbeitsrube mitfeiern wollten; die deutschen Gesangvereine, deren Ausflüge oft genug vom polnischen Pöbel in rohester Weise gestört worden sind, können ebenfalls ein Lied davon singen. Und wie haben die deutschen Ansiedler unter der Tücke und Niedertracht polnischer Nachbarn zu leiden! Die polnische Presse spricht von den Ansiedlern nur als den „Pantoffelträgern", macht sie bei jeder Gelegenheit lächerlich, nennt sie Staatspensionäre und anmaßende Herrchen, so daß es niemanden überraschen kann, wenn es bei der ersten besten Gelegenheit, namentlich sobald der Branntwein die Gèinüter erhitzt hat, zn Ueberfällen kommt, um so mehr, als die Polen im Zustande der Trunkenheit besonders ranfiustig und in ihrem Hasse gegen alles Deutsche rasch geneigt sind, zum Messer zu greifen. Deshalb hat auch die angeregte polnische Boykottierung des Lehrerstandes, so lächerlich sie auch erscheinen mag, ihre ernste Seite und darf nicht leicht genommen werden. Fester Zusammenschluß und treues Zusainmenstehen aller Deutschen in den Ostmarken wird aber auch dieses neueste polnische Kampfmittel unschädlich zn inachen wissen.
Hus Ban au Stadt und fand.
Hanau, 8. August.
Beamtsn-Personalnachrichten.
Ernannt: der außerordentliche Professor in der theologischen Fakultät der Universität zu Marburg D. Bauer zum ordentlichen Professor in derjenigen der Universität zu Königsberg, der Pfarrer Todenhöfer zu Ehringen zum Pfarrverweser in Wippershain, Klasse Hersfeld, der Pfarrverweser Menge zu Wippershain zum Pfarrverweser in Ehringen, Klasse Wolfhagen. der Reaierungshauptkassen-
Kassiererassistent B a cf nun Ne^iernngshauptkassen-Buchhalter, der Regierungsbureaudialar S i e b e r t zum Regierungshaupt« kassen-Kassiercrassisicntcn.
Beauftragt: der Pfarrer extr. Haßenpflug als Gehilfe des Pfarrers B a n st ä d t zu Obermeiser.
Ueberwiesen: der Negierungsassessor Dr. v. Bi eler in Marburg dem Oberpräsidiuin in Königsberg, dem Re« gierungsaffessor Goldschmidt zu Oppeln der Regierung in Cassel zur weiteren dienstlichen Verwendung.
Allerhöchst erteilt: dem Ober- und Geheimen Regierungsrat Dr. Mejer die nachgesuchte Entlassung aus dem Staatsdienste mit Pension unter Verleihung des Königlichen Kroneuordens 2. Klasse.
* Poftanwek^ungsverkehr mit Rußland. Der Meistbetrag für Postanweisungen nach Rußland (ausschließlich Finnland) ist vom 1. August ab auf 300 Rubel = 648 Mark erhöht. Die Gebühr beträgt wie bisher 20 Pfg. für je 20 Mark.
* Düugungsversuche. Die Landwirtschaftskammer in Cassel erläßt eine Aufforderung zur Ausführung von Düngungsversuchen. Im Jahre 1908 werden die Prämiierungsversuche wieder mit Hafer ausgeführt und zwar in den Kreisen Ziegenhain, Kirchhain, Frankenberg, Marburg, Homberg, Fritzlar und Melsungen. Anmeldungen zu diesen neuen Versuchen müssen bis zum 1. September d. J. bei der Landwirtschaftskammer gemacht werden.
* Die Fürsten von Hanau. Das Prager Landesgericht hat am Dienstag ein Urteil geschöpft, das wegen der Prozeßparteien ein allgemeines Interesse verdient. Die Gegner waren Landgraf Alex. Friedrich von Hessen als Haupt des Gesamthauses Hessen und die letzten Sprossen des F ü r st e n h a u s e s Hanau. Der Streitgegenstand war die Feststellung des dem Landgrafen und seinen Rechtsnachfolgern im Besitze des knrhcssischen Hansfideikommisses znsteheiiden Erbfolgerechts auf das H o r o w i tz e r R e a l - fid eikomm iß. Die Herrschaft Horowitz ist an der Westbahn, ungefähr eine Bahnstunde von Prag, gelegen. Der Umfang beträgt 22 000 Hektar. Das Reincrträgnis der Herrschaft wird wohl mit 2 Millionen Kronen nicht zu hoch angegeben sein. Die „Münch. N. N." schreiben dazu: Der Kurfürst Friedrich Wilhelm, der während der Zeit des Königs Jörome mit seinem Vater in Prag wohnte, kaufte im Jahre 1851 die Herrschaft Horowitz von dem Grafen Wrba. Diese Herrschaft bestimmte er zu einem Fideikommiß für die Fürsten von Hanau. Der Kurfürst war seit 1831 mit Gertrud Falkenstein, der geschiedenen Frau des Leutnants Lehmanns, morganatisch verheiratet. Aus dieser Ehe entstammten fünf Söhne und eine Tochter. Als er den kurhessischen Thron im Jahre 1851 bestiegen hatte, erhob er seine Gemahlin und ihre Kinder in den Fürstenstand mit dem Titel Hanau. Später wurde dieser von Oesterreich anerkannt. In der Stif- tungsurkunde bestimmte er, daß außer seinen Söhnen erbfolgeberechtigt nur derjenige Hanau sein sollte, der ans einer Ehe mit einer zum mindesten geborenen Gräfin entstammte. Sollte kein Erbberechtigter vorhanden sein, so solle das Fidei- kommitz mit dem kurhessischen Kronfideikommiß vereinigt werden. Als der Kurfürst starb, es war im Jahre 1875, wurde Herr auf Horowitz Friedrich Wilhelm Fürst von Hanau. Jin Jahre 1856 freite er Auguste Birnbaum, die schon im Jahre 1862 starb. Später vermählte er sich in Hamburg mit Ludovica Gloede. Ihre Nachkommen wurden zu Grasen von Schanmburg erhoben. Als Fürst Friedrich Wilhelm im Jahre 1882 starb, folgte ihm sein Bruder Wil- Helm, der zweimal standesgemäß mit Töchtern aus dem Hause Lippe vermählt war, aber 1902 kinderlos in den Tod ging. Ihm folgte der mit einer Gräfin Grote verehelichte Karl, der 1905 mit dem Tode abging, ohne Erben zu hinterlassen. Der jetzige Fideikommißherr ist Fürst Heinrich, 65 Jahre alt und ledig. Sein Nachfolger ist Prinz Philipp, der die Soubrette Albertine Stauber zur Frau erwählt hat, dessen einziger Sohn 1906 plötzlich verstarb, so daß voraussichtlich das Fürstenhaus Hanau aussterben wird. Das war auch der Grund, weswegen der Landgraf seine Erbrechte urteilsmäßig feststellen wollte. Seine Klage wurde aber abgewiesen,. weil das Gericht sich auf den Standpunkt der Geklagten stellte, die bewiesen, daß es kein kurfürstliches Thronsideikommiß mehr gebe, da 1866 Preußen das ganze kurfürstliche Vermögen eingezogen und erst 1872 die Agnaten einen Vertrag mit Preußen geschlossen und hierdurch ein neues hessisches Fideikommißvermögen gegründet haben. Sollten die oberen Instanzen das Urteil des Landesgerichtes Prag bestätigen, so würde voraussichtlich die reiche Herrschaft den bayerischen Schaumburgs zufallen.
Liebermann-Ausstellung in Frankfurt a. M. Zu Ehren des 60. Geburtstages von Prof. Max Liebermann, dem bekannten Führer der Berliner Sezession, wird in Frankfurt a. M. eine große Ausstellung von Werken seiner Hand veranstalten, welche am 7. August in den Räumen des Kunstvereins (Junghofstraße 8) eröffnet worden ist. Die Ausstellung umfaßt Werke aus allen Schaffensperioden des Meisters, vom Anfang der siebziger Jahre bis heute, darunter viele Hauptwerke wie z. B. „Die Konservenmacherinnen" von 1873, „Kartoffelbuddler" 1874, „Die Geschwister" 1876, „Wai^enmädchen im Garten" 1887, „Netzflickerinnen" 1888, „Das Stevensstift in Leyden" 1890, „Schreitender Bauer" 1894, „Badende Jungen" 1898, „Reiter am Strande" 1902, „Wilhelm Bode" 1904, und viele andere mehr. Neben den Gemälden enthält die Ausstellung eine große Reihe von teilweise noch nie öffentlich gezeigten Aquarellen, Pastellen, Zeichnungen und Studien des Meisters, sowie eine komplette Folge seiner Radierungen, sodaß ein übersichtliches Bild über die gesamte künstlerisch« Tätigkeit Liebermann's gegeben ist. Die Ausstellung bleibt bis zum 6. Oktober geöffnet und ist bis dahin täglich zu besichtigen.
* Kellerfest. Die Sonne hat sich in den letzten Tage» nochmals ihrer Pflichten erinnert, die Temperatur steigert« sich zu in diesem Sommer fast noch nie gekannter Höhe und ist auch in den Abendstunden eine noch recht angenehme. Di« Vorbedingungen für das Gelingen eines Kellerfestes sind also gegeben. Das heute abend auf der „Schonen Aussicht" statts findende ist das letzte dieser Saison, sein Besuch also auch schon aus diesem Grunde zu empfehlen. An Unterhaltung wird kein Mangel sein. Die Ulanenkapelle hat ein Vorzüge liches Programm hierfür vorgesehen.
* Obst- und Gemufeverwertungskurse an der Gr. Obstbauschule in Friedberg L H. Wiederum steht die Küche im Zeichen des Einmachens. Aber wieviel Mühe wird vergebens angewandt, da ein Teil des Einge- machten im Laufe des Jahres verdirbt. Jede Hausfrau und vor allem jedes Mädchen, welches einmal eine tüchtige Hausfrau werden will, sollte die Gelegenheit nicht versäumen und sich über alles, was zu einer vollkommenen Verwertung der Gartenerzeugnisse gehört, rechtzeitig und gründlich unterrichten. Diese Gelegenheit ist in den zu Friedberg L H. an der Obstbauschule vom 29.—31. August oder vom 5.—7. September stattfindenden Obst- und Gemüseverwertungskursen geboten. In den Kursen werden alle Punkte eingehend besprochen und praktisch dnrchgeführt, welche mit der Verwendung Zusammenhängen, so z. B. das Leben der Fäulnis- uns Gährungspilze, die verschiedenen Sterilisationsmechoden, Ernte, Aufbewahrung, Versand und sämtliche Verwertungsarten des Obstes wie auch des Gemüses rc. rc. Da besonders auch der Gemüseverwertung ein größerer Platz eingeräumt ist, sd ist der Besuch dieser Kurse jeder Hausfrau oder erwachsenen Mädchen nur zu empfehlen. Anmeldungen sowie Anfragen sind an die Direktion der Großh. Obstbauschule in Friedberg i. H. bis zum 15. d. M. zu richten. Da der Andrang voraussichtlich sehr groß ist, so ist ein rechtzeitiges Melden dringend anzuraten. Das Honorar beträgt pro Kursus für Hessen 3 Mk. und für Nichthessen 5 Mk.
* Viehseuchen. Im Regierungsbezirk sind zur Zeit folgende Ortschaften verseucht: Tollwut: Landkreis Hanan: Enkheim; Kreis Marburg: Marburg (Verdacht); Kreis Schlüchtern: Schlüchtern, Altengronau, Vollmerz, Bellings, Steinau, Jossa (Verdacht), Züntersbach, Klosterhöfe (Hof Raith); Sch meines euch e (Schweinepest): Stadtkreis Cassel: Cassel; Landkreis Cassel: Niederzwehren, Wilhelmshansen. Ihringshausen, Nieste, Harleshausen, Weimar, Altenbauna; Kreis Fritzlar: Gudensberg; Kreis Fulda; Opperz; Kreis Gelnhausen: Niedermittlau, Breitenborn a. W., Oberndorf, Lohrhaupten, Untersotzbach; Stadtkreis Hanaus Hanau; Landkreis Hanau: Großauheim, Eichen, Ravolzhausen, Bruchköbel, Bergen, Langendiebach, Langenselbold, Ostheim; Kreis Hofgeismar: Immenhausen, Trendelburg; Kreis Homberg: Homberg, Wallenstein; Kreis Marburg: Marburg; Kreis Melsungen: Altenburg, Spangenberg; Kreis Rotenburg: Lindenau; Kreis Ziegenhain: Christerode; Ge- f l ü g e l ch o l e r a (H ü h n e r p e st) : Kreis Fritzlar: Geismar, Wabern; Kreis Homberg: Remsfeld; Kreis Witzenhausen: Roinmerode; Influenza d e r P f e r d e: (A. Brustseuche) t Stadtkreis Gaffel: Cassel; (B. Pferdestaupe): Landkreis Cassel: Ochshausen.
* Mainwasserwärme gestern abend 17 Grad.
* Gartenfest. Am nächsten Sonntag den 11. August wird in der Restauration „Sandhof" ein Gartenfest ver» bunden mit Konzert, Gesang von Mitgliedern eines hiesigen Gesangvereins. Preiskegeln für Damen und Herren. Tombola,