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Samstag den 3. August 1907

Ueber Sc« Ct««S der ÄSerk«lofe-BM«i!<j««z im Frühjahr 1907 entnehmen wir dem Geschäftsbericht deSDeutschen Zentral-Komitee's zur Bekämpfung der Tuber­kulose" folgendes:

Zu Anfang des Jahres 1907 bestanden im Deutschen Reiche insgesamt 216 Heilstätten für Lungenkranke. Davon waren 97 'Volksheilstätten, 35 Privatheilanstalten für Lungen­kranke, 17 Kinderheilstätten für tuberkulöse Kinder, 67 Kinderheilstätten für Tuberkulose bedrohte, skrofulöse und erholungsbedürftige Kinder.

Die ersteren, die ein besonderes Interesse beanspruchen dürften, verteilen sich wie folgt:

A Preisen.

Provinz Ostpreußen: 2. Hohenstein, Allenstein (erstere noch im Bau begriffen).

Provinz Brandenburg: 12. Grabowsee, Belzig, Heimstätte Malchow, Heimstätte Blankenfelde, Heimstätte' Gutergotz, Heimstätte Buch, Beelitz I., Beelitz II., Kottbus, Eberswalde, Rathenow, Müllrose.

Provinz Posen: 2. Kronprinz Wilhelm-Heilstätte zu Obornik, Kronprinzessin Cäcilie-Heilstätte Mühltal (Kreis Bromberg).

Provinz Schlesien: 5. Loslau O.-S., Slawentzitz, Moltkefels in Riederschreiberhan im Riesengebirge, Landes­hut, Dolkssanatorium Krankenheim in Görbersdorf.

Provinz Sachsen: 2. Vogelsang bei Magdeburg, Lostau.

Provinz Schleswig-Holstein: 3. Plön, Warwer­ort, St. Peter a. d. Nordsee.

Provinz Hannover: 12. Königsberg, Erbprinzen- ianne, Schwarzenbach, Andreasheim, Sülzhayn-Steierberg, Bad Rehburg, Brenner Heilstätte Bad Rehburg, Oderberg, VolksheilstätteGlückauf" St. Andreasberg im Harz, Stü- beckshaus bei Soltau, Heidehaus bei Hannover.

Provinz Westfalen: 8. Lippipringe 1. Auguste-Vik- toriastift (kath.), Lippspringe 2. Auguste-Viktoriastift (evang.), Lippspringe 3. Johanniterhospitz, Lippspringe 4. Barmer Frauenheim, Altena i. W., Lüdenscheid, Ambrock b. Hagen L W., Beringhausen b. Meschede.

Provinz Hessen-Nassau: 4. Ruppertshain, Ober­kaufungen bei Cassel, Stadtwald bei Melsungen, Naurod im Taunus.

Rheinprovinz: 7. Roßbach a. d. Sieg, RonSdors, Grünewald b. Wittlich, Waldbreitbach bei Neuwied, Sonnen­berg, Holsterhausen a. d. Ruhr, Luise Gueury-Stiftung M.- Gladbach.

B Bayern: 12.

Planegg, Harlachin, Engeltal, Fürth i. B., Luitpoldheim Lohr, Ramberg, Kirchseeon, Schonstett, Bischofsgrün, Do­naustauf, Deggendorf, Obertiefenbach b. Oberstdorf.

C Sachsen: 4.

Albertsberg, Karolagrün, Adorf i. V., Hohwald b. Neu- Kadt i. S.

B Württemberg r 3.

Wilhelmsheim, Bolsternang bei Jdny, Kalmbach-Char- kottenhöhe.

E Badenr 6.

Friedrichsheim, Luisenheim (beide bei Badenweiler), Arlen, Stammberg b. Schriesheim, v. Rothschild'sche Lungenheilstätte i. Nordrach, Oberweiler b. Badenweiler.

Feuilleton«

Kindermoden.

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In Tränen aufgelöst kommt Dorchen aus der Schule. Ihre dreiliebsten" Freundinnen haben ihr eben versichert, daß sie beim morgenden Schulspaziergang in ihren neuen weißen Kleidern, also ganznach der neuesten Mode" er­scheinen würden, während sich das bedauernswerte Dorchen mit einem

vorjährigen Fähnchen behelfen muß. Auf alles gütliche Zureden der Mutter hat diese jüngste höhere Tochter immer nur die eine Erwiderung: «Ich schäme mich ja zu Tode)" Bis schließlich der Frau Mama der Geduldsfaden reißt und sie energisch erklärt, daß Dorchen ganz von "der Partie wegbliebe. Solche und ähn­liche Szenen sind bei der sich immer mehr entwickelnden Eitelkeit der jüngsten weiblichen Generation leider nichts seltenes, sind doch die kleinen Großstadtdämchen in der Regel ganz genau über die Forderungen der Mode unterrichtet, so daß die Mütter gehörig zu tun haben, wenn sie dieser verfrühten Wissenschaft einen Riegel vorschieben wollen. Das beste Mittel ist hier Rückkehr zur Einfachheit, die deshalb auch modern und jedenfalls oft geschmackvoller sein kann, als das gesucht modische Gepräge der reich

Modell Nr. 5105.

F GroMerzsgtttm Hessen: 2.

Ernst Ludwig-Heilstätte Höchst-Neustadt, Eleonorenheil- stätte Reichelsheim i. Odenwald.

G Sachsen-Weimar-Eisenach: 1.

Sophienheilstätte Berka a. d. Ilm.

H Oldenburg r 2.

Neuenkirchen, Wildershausen.

I Braunschweig: 2.

Albrechtshaus, Marienheim (beide b. Stiege L Harz).

K Sachsen-Meiningen: 1.

Römhild.

I Anhalt: 2.

Schielo b. Harzgerode, Oranienbaum.

M Lippe: 1.

Garnisonlazarett Detmold, Abteilung für Lungenkranke.

N Hamburg: L

Edmundstal bei Geesthacht.

o Elsaß-Lothringen: 3.

Obereschweiler, Tannenberg bei Saules, Leopoldinenheim bei Altweiler.

Don den 35 P r i v a t h e t l a n st al t e n r Lung en- krank e entfallen 20 auf Preußen und zwar: auf Schlesien 5, Sachsen 1, Hannover 10, Westfalen 2, Rheinprovinz 2; die übrigen 15 verteilen sich wie folgt: Bayern 1, König­reich Sachsen 2, Württemberg 4, Baden 6, Hessen 1, Sachsen- Weimar 1.

Von den 17 Kinde rheilstätten für tuber­kulöse Kinder befinden sich in der Provinz Brandenburg 4, Pommern 1, Posen 1, Schlesien 2, Sachsen 2, Schleswig-Holstein 1, Westfalen 2, Rheinprovinz 1; in Württemberg 1, Anhalt 1, Hamburg 1.

Di e 6 7 Heilstätten für tuberkulose- bedrohte, skrofulöse unb erholungsbe­dürftige Kinder verteilen sich wie folgt:

Westpreußen 1, Brandenburg 2, Pommern 12, Posen 1, Schlesien 3, Sachsen 7, Schleswig-Holstein 4, Hannover 5, Westfalen 2, Hessen-Nassau 4 (Soden a. Taunus, Nastätten, Bad Orb, Sooden a. d. Werra), Rheinprovinz 2, Bayern 3, Königreich Sachsen 1, Württemberg 5, Baden 2, Hessen 1, Mecklenburg-Schwerin 2, Sachsen-Weimar 1, Oldenburg 1, Braunschweig 1, Sachsen-Meiningen 1, Schwarzburg-Rudol­stadt 1, Waldeck und Pyrmont 1, Fürstentum Lippe 1, Lübeck 2, Hamburg 1.

Die Volksheilstätten für Lungenkranke haben eine durch­schnittliche Belegungszahl von 120 Betten; diejenigen zu Grabowsen sogar 189, Görbersdorf 250 und Hohwald 260. Der Tagespflegeiatz bewegt sich zwischen 2 und 6 Mk., in den Privatheilanstalten ist derselbe naturgemäß ein bedeutend höherer und beträgt 316 Mk., je nach der Lage und Aus­stattung der Zimmer und der Art der Verpflegung. Der Preis in Kinderheilstätten bewegt sich zwischen 1 und 7 Mk., in 4 von denselben wird kein Pflegegeld erhoben; hier werden die Kosten von Vereinen und Korporationen aufgebracht.

Außer den vorerwähnten Heilstätten für ausgesprochene Kranke sind noch 67 Walderholungsstätten vorhanden Md zwar in Ostpreußen 1, in Westprenßen 1, Brandenburg 13, Pommern 2, Posen 3, Schlesien 3, Prov. Sachsen 6, Han­nover 4, Schleswig-Holstein 1, Westfalen 3, Hesien-Nassau 5, Rheinprovinz 9, Bayern 4, Königr. Sachsen 4, Baden 2,

geputzten Mädchenkleider, deren Aufgabe lediglich darin zu liegen scheint, die Kinder zu Dämchen zu stempeln und den Hang zur Putzsucht zu entwickeln. Viel könnten wir hier von England und Amerika lernen, die ihrer Heranwachsenden Generation durch ebenso einfache wie zweckmäßige und schike Kleidformen vollste Bewegungsfrei­heit gewähren und uns damit schon mancherlei Anregungen gegeben haben. So sind beispielsweise all die prak­tischen und dabei so kindlichen Kittel­kleider, in die auch die deutsche

Modell Nr. 5090.

Mutter ihre kleinen Buben und Mädels so gerne kleidet, amerika­nischen Ursprungs, während dielang- tailligen Blusenkleidchen ihren Weg von England aus zu uns fanden. Neben diesen hübschen Formen spielen nach wie vor die Matrosenkleider mit ihren Plisseeröckchen eine große Rolle, als Sonntagsanzug in Gestalt des Kieler-Kleides, wirken sie durch die mit zwei Reihen Goldknöpfchen ge­schmückte offene Jacke, zwischen der das weiße Matrosenhemd hervor­schimmert, ebenso flott wie kindlich und lassen sich sowohl aus derbem Waschstoff wie aus kräftigem Chemot , , ihren Grundzügen unwandelbaren Fassons haben nebenbei den Vorzug, eigentlich nie ganz aus der Diode zu kommen, ein Vorteil der ihnen überall Verwendbarkeit sichert. Größeren Wandlungen ist schon mehr die klassische Form des Hängers unterworfen, der in einer seiner reizvollsten Varia­tionen viereckig ausgeschnitten und durch ein abstechendes Unterbluschen mit kurzen Puffärmelchen vervollständigt er­scheint Eine andere gleichfalls allerliebste Form des modernen Hängers wird mit unserem niedlichen Modell Nr. 5090 ver­anschaulicht. Das gestickte weiße Kachsmirhangerchen zeigt eine glatte Vorderbahn, die der Vorderteilpasse angeschnitten zu beiden Seiten von den gereihten Hangerteilen begrenzt wird, deren Ansatz ein sich über die Schulter ziehendes ge-

herstellen. Diese

in

Hessen 2, Anhalt 2, Bremen 2. Schließlich sind noch bk Waldschulen, ländlichen Kolonien, Jnvalidenheime und Pflege­statten, sowie die Lupusstationen an erwähnen, die ebenfalls 1 amtlich der Bekämpfung der Tuberkulose dienen, und end­lich die Auskunfts- und Fürsorgestellen für Lungenkranke und Tuberkulöse.

Wenn auch erfreulicherweise festzustellen ist, daß fast üben all das Verständnis für die Bedeutung der Tuberkulose- Bekämpfung und das Wesen der Krankheit in allen Schichten der Bevölkerung stetig sich ausbreitet, so ist es doch not­wendig, daß die Bevölkerung über das Wesen der Tuber­kulose fortwährend aufgeklärt und über die Gefahren der Ansteckung sowie über die Mittel zur Verhütung derselben und die Behandlung der Krankheit belehrt wird, damit jeder, der die ersten Zeichen dieser tückischen Krankheit an sich oder seiner Umgebung bemerkt, für die rechtzeitige Behandlung der Kranken und die Beseitigung des Ansteckungsstoffes Sorge tragen kann.

Das beste Mistel zur frühzeitigen Erkennung und Er» Mittelung der Lungenkranken ist zweifelsohne die Anzeige­pflicht für Tuberkulose- Erkrankungen. Leider ist die­selbe noch nicht eingeführt, und sehr bedauerlich ist es auch, daß in einer Reihe von Bundesstaaten die Anzeigepflicht auch für die Todesfälle noch nicht eingeführt ist. So be­steht dieselbe noch nicht in Bayern, Hessen, den Reichslanden und verschiedenen andern Bundesstaaten.

Beim Fehlen der Anzeigepflicht für Tuberkulose-Er» krankungen sind das wirksamste Mittel zur frühzeitigen Er­mittelung der Kranken die Auskunfts- und Fürsorgestellen, auch Wohlfahrtsstellen genannt, welche eine große Ausdehnung gewonnen haben und sich auch teilweise der lebhaftesten In­anspruchnahme erfreuen. Zurzeit bestehen 117 derartige Fürsorgestellen, von denen 31 von Gemeinden eingerichtet sind und die im übrigen von Vereinen betrieben werden.

Im Jahre 1906 hatte das Reich zur Tuberkulose-Be­kämpfung 150 000 Mk. bereitgestellt.

Die private Wohlfahrtspflege trägt den stetig wachsenden Anforderungen in unverändertem Maße Rechnung und immer neue Vereine und Korporationen nehmen die Tuberkulose- Bekämpfung in ihr Programm auf.

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Ein Attentat auf einen Schnellzug ist am Diens­tag nachmittag in der Nähe von Erkner bei Berlin verübt worden. Es wurde plötzlich aus den Zug geschossen. Die Kugel zerschmetterte die Scheibe eines Abteils zweiter Klasse und streifte einen der Passagiere. In dem Kupee hatten sich vier Herren und zwei Damen befunden. Einer der Herren wurde durch die umherfliegenden Glassplitter im Gesicht er­heblich verletzt. Es wurde sofort die Notleine gezogen und, nachdem der Zug zum Halten gebracht worden war, eines Streife nach dem Attentäter abgehalten. Er war bereits verschwunden.

Vorspiegelung einer Hundertmillionet»erbfchaft. Der 60 Jahre alte russische Kaufmannn Slama Leiberg in Leipzig wurde vom Landgericht Leipzig wegen Betrugs im Rückfall, begangen durch Vorspiegelung einer Hundertmillionen- erbschaft eines afrikanischen Kolonialtruppenoffiziers Götze in Kapstadt, der 1830 gestorben ist, zu 6 Jahren Zuchthaus und 2000 M. Geldstrafe verurteilt. Leiberg hatte 50 000 M. erbeutet.

rechtes Volant deckt. Im Rücken schließend, setzen sich die gereihten Hängerteile dort einer geraden Passe an. Als eine Abart des Hängers könnte man 'auch die für die größeren Mädchen bestimmten Empirekleider betrachten, deren Hänger- charakter durch einen über die natürliche Taillenlinie ver­legten Reihdurchzug verwischt und ins Empiremäßige umge­wandelt wird. Gewissermaßen ein Ersatz für das etwas in den Hintergrund gedrängte Kinderreformkleid, haben sie mit letzterem das gemein, daß ihr Gewicht gleichfalls von den Schultern getragen wird und die Taille keinerlei Druck er­führt. Eins dieser ebenso zier­lichen wie praktischen Empire­kleidchen wird mit unserem Modell Nr. 5102 dargestelll. Für weiche Stoffe geeignet, wird es durch eine abstechende Unterbluse ver­vollständigt, die an dem vier­eckigen Ausschnitt sichtbar wird. Vorn und im Rücken eingereiht, erscheint das kurze Leibchen durch Reihlinien abgeschlossen, die das Röckchen in ungezwungenen Falten ausfallen lassen. Ueber die

Schultern greisen Platten, deren angesetzter Volant als Epaulette aus den Aermel fällt. Die hoch­beliebten Blusenkleider, die von kleineren Mädchen meist mit stark verlängerter, von größeren mit bis zum natürlichen Taillenschluß reichender Bluse getragen werden, sind durch ihre jetzige Form in der Hauptsache gleichfalls nur für schmiegsame Stoffe geeignet, wes­halb man starre Gewebe besser zu Kittel- und Malrosenkleidern ver­

Modell Nr. 5102.

arbeitet. Diese blusigen Fassons .

stehen insofern stark unter dem Einflüsse der Mode, al. sie deutlich die gleichen Entwicklungsstadien erkennen lassen, die auch die Vlusentaillen der Mamas und großen