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Genttal-Auzeiger

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Amtliches Grga« für Stakt- und Landkreis Kana«.

a, ESaiftvhairst» in Hasan.

Erscheint täglich mit Arrsaahmr der Sonn- und Feiertage, belletristischer Beilage.

verant«orN» Redakteur:. Schrecker « H»»,

Nr. 172 F-r»spr<chanschlutz Nr. 605. Flkttag dtll 26. Juli

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Fernsprechanschluß Nr. 605

Amtliches.

Bekanntmachung.

In Enkheim ist eine TelegraphetMttsLali mit Unfallmeldedienst und öffentlicher Fernsprechstelle in Wirk­samkeit getreten.

Cassel den 22. Juli 1907.

Kaiserliche Ober-Postdirektion.

v 5305 I. V.: Buchholz.

Landkreis F)aiiau.

Zekaiiiitmllijiiiigeü des Königlichen Lnndratsnints.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises mache ich auf meine Bekanntmachung vom 6. Juni 1906, St. 3343 abgedruckt in Nr. 8 und 9 der Amtl. Beilage zumHanauer Anzeiger" von 1906 aufmerksam, wonach mir von allen zur Anmeldung kommenden vorüber- gehenven betriebssteuerpslichLigen Betrieben unter Angabe der festgesetzten Betriebssteuer Anzeige zu erstatten ist.

Die mit dieser Anzeige noch rückständigen Herren Bürger­meister fordere ich hierdurch auf, das Versäumte noch uls- halb nachzuholen.

Hanau, den 25. Juli 1907.

Königlicher Landrat.

St. 4333 J. V.: Siemon, Reg.-Assessor.

Unter den Schweinen zu Bergen ist die Schweine­seuche festgestellt.

Hanau den 25. Juli 1907.

Der Königliche Landrat.

V 5304 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

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Hus Ran au Stadt und Fand.

Hanau, 26. Juli.

Beamten-Personalnachrichten.

Ernannt: der erste Pfarrer, Metropolitan Most zu Allendorf a/W. zum ersten Pfarrer an der Oberneustädter Gemeinde zu Cassel, der Pfarrer Dömich zu Obergude, Klasse Rotenburg, zum Pfarrer in Caßdorf, Klasse Homberg, der Fürstliche Oberförster Schuster in Birstein zum Amts­anwalt bei dem Amtsgerichte daselbst, der erste Assistenzarzt Dr. med. Erwin Lindner zum Abteilungsarzt am Land­krankenhaus zu Fulda, der bisherige Landkrankenhaus-Ober- wärter Schmidt zu Hanau zum Magazinsbeamten und Pedellen bei der Leihbank daselbst.

Beauftragt: der Pfarrer extr. H o rst mit Ver- sehung der Pfarrstelle zu Kleinalmerode, Klasse Witzenhausen.

Verliehen: dem Landmesser Sch er le in Hanau eine etatsmäßige Vermessungsbeamtenstelle.

* Militärisches. Oberleutnant Ler hier wurde zum Hauptmann der Reserve des Rhein. Pionier-Bataillons Nr. 8, der Vizefeldwebel G ößman n hier zum Leutnant der Reserve des 2. Thüring. Jnfant. - Regts. Nr. 32 und der Vizefeldwebel Jänchen, Düsseldorf, zum Leutnant der Res. des Jnf.-Regts. Hessen-Homburg Nr. 166 befördert.

* Eine Reform im Eisenbahnwagen. Wieder­holt mußte in letzter Zeit darüber berichtet werden, daß Kinder aus Eisenbahnwagen stürzten, weil sie durch Spielen bezw. Anhängen an den Hebel die Wagentüren öffneten. In den Kreisen der Eisenbahninteressenten ist deshalb schon die Befürchtung laut geworden, die Eisenbahn werde zur Vermeidung solcher Unglücksfälle die bequeme Art des Oeff- nens der Wagen von innen wieder beseitigen. Um dies zu vermeiden, ist dem Eisenbahnministerium jetzt der Vorschlag unterbreitet worden, die Türhebel so einzurichten, daß man im Gegensatz zu der jetzigen Anordnung die Türhebel von oben nach unten schließt und von unten nach oben öffnet. Durch diese Einrichtung wäre es unmöglich, daß kleine Kinder und um diese handelt es sich bei den geschilderten Unglücksfällen durch Anhängen an den Hebel die Tür tunt Oeffnen bringen.

* KompeLenzüberschrettrtttgen durch Kauf- Maunsgerichte. Es ist neuerdings vorgekommen, daß Kaufmannsgerichte sich in Anträgen mit der Frage "der Ein­führung der Pensionsversicherung für die Privatbeamten be­faßt haben. Wenn schon an und für sich nicht in Abrede gestellt werben soll, daß die Beratung dieses Gegenstandes durch das eine und andere Kaufmannsgericht geeignet ist, die Losung der ganzen Frage zu fördern, so muß doch betont werden, daß die Kanfmannsgerichte nicht befugt sind, sich mit diesem Gegenstand au besassen. Nack § 18 des Kaufmanns­

gerichts-Gesetzes sind die Kaufmannsgerichte befugt, über Fragen, die das kaufmännische Dienst- oder Lehrverhältnis betreffen, Anträge zu stellen. Man kann nicht behaupten, daß die Pensionsversicherung das kaufmännische Dienst- oder Lehrverhältnis betrifft, denn die Versicherung bezieht sich auf eine Zeit, in der dieses Verhältnis gar nicht mehr besteht. Daß die Versicherung Personen zugute kommt, die in einem Dienst- oder Lehrverhältnis gestanden haben oder noch stehen, ändert an der Sachlage nichts. Es lag dem Gesetz vollstän­dig fern, de" maßgeblichen Begriffe in dieser Ausdehnung aufzufassen, denn sonst würde es sehr wenig Fragen der gegenwärtigen Sozialpolitik geben, die nicht mit dem Dienst­oder Lehrverhältnis in irgendeinen Zusammenhang gebracht werden könnten. Wollte man sich der Auslegung anschließen, von welcher die Kaufmannsgerichte ausgehen müssen, die an­nehmen, sie seien zuständig, über die Pensionsversicherung Anträge zu stellen, so müßte man ihnen folgerichtig auch das Recht zuerkennen, sich darüber zu äußern, ob die drei Ver­sicherungsträger vereinigt werden sollen, denn schließlich wird das Interesse der kaufmännischen Gehilfenschaft auch durch diese Frage in Mitleidenschaft gezogen. Wo würde aber als­dann die Grenze sein, die von dem Kaufmannsgericht bei der Stellung von Anträgen zu beachten wäre? Aus grundsätzlichen Erwägungen muß auf die genaue Wahrung der in § 18 enthaltenen Schranke aufmerksam gemacht wer­den, wenn auch aus deren Überschreitungen Unzuträglichkeiten nicht entstehen. (Köln.Ztg.-

* Zu dem Automobilunfall Des Landgrafe« von Hessen, über den wir bereits vorgestern telegraphisch berichteten, wird demHan. Cour." aus Lübeck ausführlich geschrieben: Einer schweren Gefahr entging hier nur mit knapper Not der Landgraf von Hessen. Er war von seiner Sommerresidenz Panker bei Lütjenburg im Automobil nach Lübeck gekommen, um mit dem O-Zuge seine Fahrt fort- zusctzen. Be' dem Bahnübergänge hinter der neuen äußeren Holstentorbrücke fuhr der Chauffeur, den der starke Fuhr­werksverkehr am Ausblick stark behinderte, gegen die herab­gelassenen Schranken gerade in dem Augenblick, als eine Lokomotive vorüberfuhr. Der Anprall des Kraftfahrzeuges war so heftig, daß die dicken eisernen Stangen verbogen wurden. Die Schranke hielt aber stand, und so kam das Automobil zum Stehen. Von den Insassen wurde niemand verletzt.

* Verein der Hochfpeffartfreimde Rsthenbuch. Das Spessarter Volksfest im Pflanzgarten bei Rothenbuch findet Sonntag den 28. Juli statt. Abfahrt Hanau-West 5.39, Aschaffenburg ab 6.55 nach Wiesthal. Von hier Be­ginn der Wanderung über den Bischborner Hof nach dem Pflanzgarten. Frühstück mitnehmen. Teilnehmer, welche in Rothenbuch nicht übernachten wollen, können 9.25 abends von Heigenbrücken zurückfahren, allenfalls auch Montag früh den Zug um 3.45 benutzen.

* Gartenfest. Am nächsten Sonntag den 28. Juli hält der RadfahrervereinBicycle-Klub 1896" in dem schön gelegenen Gartenzum Kaiser Friedrich" sein diesjähriges Gartenfest, verbunden mit Konzert, Preißschießen, Tombola, Tanz und Belustigungen für Kinder usw. ab. In liebens­würdiger Weise hat der durch seine vorzüglichen Leistungen bekannte GesangvereinGermania" seine Mitwirkung zuge­sagt und bürsten den Besuchern bei billigem Eintrittspreis (siehe Annonce) einige recht vergnügte Stunden bevorstehen.

* Zirkus Corty-Althoff. Morgen trifft dieses große und bekannte Zirkus-Unternehmen am hiesigen Bahnhof mittelst Sonderzuges ein. Sofort wird mit dem Abfahren der 40 Wagen begonnen;. die Pferde, Esel, Affen usw. werden um­geladen. Es bietet sich die Gelegenheit, die Arbeiten eines großen, schnell reisenden Wander-Zirkus in nächster Nähe zu betrachten. Jeder hat seinen Griff, jeder hat seine Arbeit, um 5 Uhr abends steht der Zirkus bereits fix und fertig zur behördlichen Abnahme da. Wie wir hören, ist ein ganz be­sonders erstklassiges Programm für hier zusammengestellt und ist der Billet-Vorverkauf dem Zigarrengeschäft Georg Koll­mann, Hammerstraße 4, übergeben worden.

* I.Zimmerfchtthen-GefeMchafL Hauau-Keffel- ^âvt. Wie wir bereits vor Kurzem berichteten, begeht vor­genannter Verein am Sonntag den 4. August b. I. auf ber Schönen Aussicht" und dem anliegenden kleinen Sport- platz"ein großes S o m m e r f est, über dessen Arangements wi" heute einiges bekannt geben können. Die Veranstaltung, welcher infolge voraussichtlicher Anwesenheit einer größeren Anmhl hiesiger wie auswärtiger Schützen, die Bezeichnung Schützenfest" gebührt, sieht in erster Linie ein umfangreiches Preisschießen vor, letzteres in Sonderteilung für Mitglieder von Schützenvereinen, wie auch für Nichtmitglieder. Eine Keaelbabn ist Aur Uuterbaltuna des anwesenden Damensiors.

wobei sich geschickte Hände Preise erringen können, auf dem Iuxplatz" vorhanden. Bei einem Glücksrad ist Gelegenheit zur Einheimsung hübscher Gewinne gegeben. Für das tanz­lustige Völkchen hat der Festausschuß Sorge getroffen, daß dasselbe in vollkommen ausreichender Weise der Kunst Terpstchorens huldigen kann. Den lieben Kleinen ist durch Aufstellung eines Kasperl-Theaters sowie Veranstaltung eines Umzugs mit Verabfolgung von Gratisgaben Rechnung ge­tragen. Bei bengalischer Beleuchtung des Festplatzes werden sich am Festabend die einzelnen Paare zur Veranstaltung einer Fackelpolonaise zusammenfinden. Wenn dem fest­gebenden Verein ein hübscher Sommertag beschieden ist, so dürften den Besuchen des Festes einige anmutige und fröh­liche Stunden in Aussicht stehen.

* Konzert. Wir weisen nochmals auf das heutige interessante Konzert der Henkellschen Kapelle imDeutschen Haus" hin.

* Ausgestellt. Die neue Fahne des Post- und Tele- graphen-Unterbeamten-Vereins Hanau ist von heute ab aus kurze Zeit in dem Schaufenster der König 'scheu Hofbuch­handlung (R. Altmannsperger) ausgestellt. Auch die dem Verein aus Anlaß der Weihe der Fahne gestifteten 3 Fahnen­schleifen und 21 Fahnennägel sind mit ausgestellt.

* Dampfbootfahrt Hanau-Offenbach. Wie aus einer Ankündigung im Inseratenteile zu ersehen ist, macht nächsten Sonntag das DampfbootFrankfurt-Schwanheim" eine Extrafahrt nach Hanau und von Hanau nach Offenbachs Frankfurt.

* Ueberfahren. Der 14jährige Junge des Dekora­tionsmalers F. von hier begleitet, trotzdem es ihm wiederholt untersagt worden war, öfters den Wagen einer hiesigen Brauerei in die umliegenden Ortschaften. Gestern machte er die Fahrt ebenfalls mit. An der abschüssigen Stelle zwischen Groß-Steinheim und Klein-Auheim wurde der Junge, als er aufsteigen wollte, von den Rädern des schweren Wagens erfaßt, zu Boden geworfen und überfahren. Die Räder waren ihm über den Unterleib gegangen, der Tod trat so­fort ein.

* Viehseuche«. Im Regierungsbezirk sind zur Zeit folgende Ortschaften verseucht: Tollwut: Landkreis Ha­nau: Enkheim; Kreis Marburg: Marburg (Verdacht); Kreis Schlüchtern: Schlüchtern, Altengronau, Vollmerz, Bellings, Steinau, Jossa (Verdacht), Züntersbach, Kloster­höfe (Hof Raith); Schweineseuche (Schweinepest): Stadtkreis Cassel: Cassel; Landkreis Cassel: Niederzwehren, Ihringshausen, Nieste, Harleshausen, Altenbauna, Weimar; Kreis Eschwege: Wanfried; Kreis Frankenberg: Rosenthal; Kreis Fritzlar: Obervorschütz, Gudensberg; Kreis Geln­hausen: Aufenau, Niedermittlau, Höfen, Streitberg, Breiten^ born a. W.; Stadtkreis Hanau: Hanau; Landkreis Ha­nau: Langenselbold, Kilianstädten, Großauheim, Eichen, Niederdorfelden, Ravolzhausen, Bruchköbel; Kreis Hersfeld: Hersfeld; Kreis Hofgeismar: Immenhausen, Schachten, Beberbeck; Kreis Homberg: Borken, Homberg, Wallenstein, Remsfeld; Kreis Hünfeld: Hünfeld; Kreis Marburg: Mar­burg; Kreis Melsungen: Altenburg, Spangenberg; Kreis Rotenburg: Lindenau; Kreis Witzenhausen: Gertenbach; Kreis Ziegenhain: Christerode; Geflügelcholera (Hüh­nerpest): Kreis Fritzlar: Geismar; Kreis Witzenhausen: Laudenbach, Rommerode; Influenza der Pferde: (A. Brustseuche): Stadtkreis Cassel: Cassel; (B. Pferdestaupe^ r Landkreis Cassel: Ochshausen.

* Vom Wetter. Nach Meldung aus Island ist in den letzten Tagen von der Königlick meteorologischen Station Rückgang der Stauung von Eisbergen südlich der Insel Is­land gemeldet. Infolgedessen dürfte mit dem Eintritt wär­merer' Tage für Nord- und Mitteleuropa gerechnet werden. Auf Island ist in den letzten fünf Tagen das Thermometer um 7 Grad gestiegen.

* Mainwasferwärme gestern abend 16*/, Grad.

S Fechenheim, 27. Juli. (Unfall.) Gestern nach­mittag war in der hiesigen chemischen Fabrik der Arbeiter Müller mit Rangieren von Eisenbahnwagen beschäftigt; dabei geriet er zwischen die Puffer und erlitt Quetschungen. Er wurde ins Landkrankenhaus nach Hanau verbracht.

j§-. Großauheim 26. Juli. Nächsten Sonntag den 28. Juli wird hier in altherkömmlicher Weise das Kirch- w e i h f e st gefeiert und bedarf es keiner großen Erwähnung, daß, wer einmal in Großauheim auf der Kerb war, mit dem Bewußtsein und der Befriedigung, als auch mit dem Vorsatz nach Haus gegangen ist, daß, wenn wieder Kirchweih in Großauheim ist, sich von neuem als Gast einzufinden. Unsere Gastwirte und Restaurateure sind ja auch noch immer bemüht gewesen, durch Verabreichung von guten Speisen und Getränken die sie beehrenden Gäste in jeder Hinsicht zu­frieden au steilem