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Rololirnldrmk und Verlag der Buchdruck«ei del Voeix.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- and Landkreis Kana«.
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Erscheint täglich mit AuSnabme der S«m- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
e«Mh*r«. Redakteurr < e#t*«*i » Ham«.
Nr. 168 Fernsprechanschlich Nr. 605.
Montag den 22. Juli
K«»spr«cha»schli»tz Rr. 605. 1907
Amtliches.
Eandkreis Ijanaa.
IekmtmMmtti! des Königliche« LnndratsmtS.
Schief;'"^ ^r mit scharfer Munition ftlich Büdesheim.
Am 5., , 8., 10., 12., 14», 15., 16. und
17* August d. V., von 9 Uhr morgen- bis l1/« Uhr nachmittags werden von den Regimentern 81 und 168 Schießübungen mit scharfer Munition in den Gemarkungen nordwestlich Büdesheim — Schußrichtung nach Nordwesten — abgehalten.
Zu diesem Zwecke wirb das gefährdete Gelände, begrenzt im Osten durch die Straße Büdesheim-Kaichen (diese Straße auSschl.) — im Westen durch die Linie Kiesgrube östlich Klein-Karben-Wegegabel, nordöstlich Kirchhof Groß-Karben, Im Norden durch eine gedachte Linie von dem Schnittpunkt der Straßen Heldenbergen— Groß-Karben und Büdesheim — Kaichen, südlich am Marienhof vorbei nach der Wegegabel Nördlich Groß-Karben, im Süden durch die Linie Nordwest- auSgang Büdesheim-Südrand des Waldes östlich Klein- Karben, von 8 Uhr morgens bis P/i Uhr nachmittags durch Militärposten und Warnungstafeln abgesperrt werden.
Ein Betreten des abgesperrten Geländes geschieht auf «gene Gefahr und begründet im Falle von Schußverletzungen keinen Anspruch auf Entschädigung.
Frankfurt a. M. den 15. Juli 1907.
Königliches Kommando
des 1. Kurhesstschen Infanterie-Regiments Nr. 81.
Vorstehende Bekanntmachung wird hierdurch zur allgemeinen Kenntnis gebracht. Die Herren Bürgermeister der in Betracht kommenden Gemeinden wollen noch für geeignete weitere Verbreitung in ihren Gemeinden Sorge tragen.
Hanau den 19. Juli 1907.
Der Königliche Landrat.
M 2824 I. V.: Siemon, Reg.-Assessor.
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Handelsregister.
Firma Deutsche Steinholz-Industrie Schmidt & Brenner zu Hanau.
Der Gesellschafter Kaufmann Philipp Brenner in Hanau ist am 31. Mai 1907 gestorben und dadurch aus der Gesellschaft ausgeschieden. An bessert Stelle ist dessen alleinige Erbin Je i» Brenner in Hanau als persönlich haftende Gesellschafterin eingetreten.
Da- Geschäft wird von dem bisherigen Mitinhaber Kaufmann Otto Schmidt und Jlsa Brenner in Hanau als offene Handelsgesellschaft unter unveränderter Firma fortgeführt.
Zur Vertretung der Gesellschaft ist nur der Gesellschafter Kaufmann Otto Schmidt in Hanau ermächtigt.
Hanau den 18. Juli 1907.
________Königliches Amtsgericht Abt. 5. 15049
Gefundene und verlorene Gegenstände rc.
Gefunden: 1 dunkler Herren-Ueberzieher Gn einer Droschke liegen geblieben), 3 Schlüsseln mit Schlinke, 1 Brosche mit Sergeanten-Kopf, 1 alter Gehstock, 1 blaue breite seidene Schärpe und etwas weißer Blusenstoff.
Verloren: 1 wasserdichte Wagendecke, 1 Zeichnung für eine Transmisstonsanlage.
Hus Banau Stadt und Eand.
Hanau, 22. Juli.
. Fahnenweihe des Post- und Telegraphen- Unterbeamtenvereins.
Hanau, 21. Juli.
Das Fest der Fahnenweihe des hiesigen Post- und Telegraphen-Unlerbeamtenvereins nahm bei prächtigem Wetter und reger Teilnahme, deren sich die Postunterbeamten infolge des täglichen dienstlichen Verkehrs bei allen Klassen der Bevölkerung zu erfreuen haben, einen überaus günstigen Verlauf.
Auf Einladung des für die Feier gebildeten Ehrenansschusses, dem die Herren Landrat v. Beckerath, Kommerzienrat Canthal, Oberbürgermeister Dr. Gebeschus, Land- gerichtspräsident Schulte-Uffelage, Postdirektor Sparig und Oberst und Regimentskommandeur Tülff angehörten, hatte sich eine große Anzahl Ehrengäste, unter denen wir außer den Herren des Ehrenausschusses den Herrn Geheimen Oberzustizrat Koppen, die Herren Majore v. Sell und Schulz, Herrn Baurat Wohlfarth, die Herren Beigeordneten H ild und B o de^ Herrn Direktor âB u.HAenJtaJu
Herm Regierungsassessor Siemon, Herm Kreisdeputierten Dr. Hoffmann und Herm Landtagsabgeordneten Iung- Henn, sowie zahlreiche Beamte des Postamts bemerkten, gegen halb 12 Uhr im Saalbau zum Deutschen Haus eingefunden, um der offiziellen Feier beizuwohnen.
Mehrere der geladenen Herren hatten, weil von Hanau fem, dem Verein ihre Glückwünsche schriftlich und telegraphisch übermittelt und ihr Bedauem zum Ausdruck gebracht, an der Feier persönlich nicht teilnehmen zu können.
Der Akt der Fahnenweihe wurde eröffnet durch den Vortrag des altniederländischen DankgebetS der Kapelle des 1. Kurhessischen Infanterie-Regiments Nr. 81, worauf das Vereinsmitglied Herr Postschaffner Lieber in warm empfundener Rede den Chef des Ober- Postdirektionsbezirks Caffel, Herrn Geheimen Ober-Postrat Hoffmann, sowie die erschienenen Ehrengäste und Gäste begrüßte und hervorhob, daß der Post- und Telegraphen- Unterbeamten-Verein neben der Förderung der sozialen Lage der Unterbeamten die Pflege der treuen Kameradschaft untereinander und der Liebe zu Kaiser und Reich bezwecke.
Nach dem vortrefflichen Vortrag des Liedes „Hör uns Gott, Herr der Welt" durch den hiesigen Gesangverein „Fröhlichkeit" ergriff der Chef des Ober-PostdirektionS- bezirks Caffel, Herr Geheimer Ober-Postrat Hoffmann, das Wort zu der folgenden, sehr beifällig begrüßten Ansprache :
Dem Hanauer Post- und Telegraphen-Unterbeamtenverein wird zum heutigen Feste seiner Fahnenweihe die Auszeichnung der Gegenwart zahlreicher Ehrengäste aus den Spitzen der Zivilbevölkerung, der städtischen Behörden und der militärischen Kommandobehörden, sowie von Abordnungen der Kriegervereine und von Vereinen verwandter Bestrebungen zu Teil. Die Teilnahme gereicht dem Verein zur hohen Ehre. Es ist mir eine Freude, den Ehrengästen und Gästen den Dan? für das der Unterbeamtenschaft der Post- und Telegraphie durch Ihr Erscheinen bekundete Interesse zum Ausdruck zu bringen.
Nach seinen Satzungen hat der jetzt über 120 Mitglieder zählende Verein der Post- und Telegraphen-Unterbeamten in Hanau sich die Aufgabe gestellt, die Vaterlandsliebe und Berufsfreudigkeit zu pflegen und in Sterbefällen den Angehörigen und Hinterbliebenen eine Unterstützung zu gewähren. Er verfolgt das anerkennenswerte Ziel, das geistige und materielle Wohl seiner Angehörigen zu heben.
Die jetzt beschaffte Vereinsfahne, die durch Stiftung eines Beitrags seitens der Beamtenschaft auch ein erfreuliches Zeugnis von dem zwischen Beamten und Unterbeamten herrschenden guten Verhältnis ablegt, soll ein äußeres Zeichen der Gemeinschaft darstellen, um das sich die Mitglieder in Freud und Leid, bei festlichen Veranstaltungen, aber auch bei Erweisung der letzten Ehre für Heimgegangene Angehörige sammeln. Wie der Soldat in der Fahne das Sinnbild der militärischen Ehre sieht, wie er lieber in den Tod geht, als daß er seine Fahne im Stich läßt, so soll diese Fahne, in ähnlichem Sinne auch für die Mitglieder des Hanauer Post- und Telegraphen- Unterbeamtenvereins ein Wahrzeichen der Ehre sein, die sie als Beamte des Reichs erfüllt. Dieser Ehrbegriff gipfelt in der Erfüllung aller Pflichten, die seine Majestät der Kaiser von seinen Beamten, von uns allen, ob hoch oder niedrig, fordern muß: Treue zu Kaiser und Reich, Erfüllung der besonderen Aufgabe als Beamte und als Staatsbürger im Sinne des dem Kaiser gelasteten Treueides. Diese besonderen Aufgaben werden Sie um so eher erfüllen, je mehr Sie die Interessen Ihres eigenes Ich vergessen und je mehr Sie Ihr Denken und Handeln von der Ueberzeugung leiten lassen, daß der Wert des Menschen nicht darin besteht, was er sich, sondern was er dem Nächsten und dem Ganzen nutzt. Und im kameradschaftlichen Verhältnis der Vereinsmitglieder unter einander wurzelt der Ehrbegriff, den die Fahne Ihnen gegenwärtig halten soll, in dem goldenen Worte der Schrift, die wir schon in der Jugend gelernt haben: „Einer trage des anderen Last". Dann wird Eintracht und Friede unter Ihnen sein. ,
Indem ich die Fahne dem Vorsitzenden des Vereins übergebe, richte ich an alle Mitglieder die Mahnung, nach solchen Begriffen von Beamtenpflicht und Beamtenehre zu handeln. Dann wird diese Fahne stets einen Kreis von treuen und kernhaften Männern zusammenhalten, deren Wirken im Dienste des allgemeinen Wohls von der Anerkennung der Mitbürger getragen ist. Das walte Gott! In dem Gelöbnis, so zu dieser Fahne zu stehen, Jaffen Sie^jetzt Ihre Blicke zum Throne Seiner Majestät des Kaisers rickten unh befräftiaen Sie den Schwur der Treue
durch den Ruf, in den wir alle einstimmen: Seine Majestät der Kaiser, unser Allergnädigster Herr, Er lebe hoch, hoch, hoch.
Der Vereinsvorsitzend, , Herr Ober-Postschaffner Wein- gardt, übernahm sodann die neue Fahne und übergab sie dem Fahnenträger, Herrn Postschaffner Stumpf. Es folgte nunmehr die Schmückung der Fahne durch Fahnennägel und Schleifen, welche von den Vertretern der stiftenden Vereine mit kurzen Ansprachen und Sinnsprüchen überreicht wurden. Unter diesen Ansprachen fand namentlich diejenige des Vertreters des hiesigen Eisenbahnfahrbeamten-Vereins vielen Beifall. Den Schluß machte eine ebenfalls beifällig aufgenommene Ansprache in poetischer Form, welche bei Ueberreichung einer von den Festjungfrauen gestifteten Fahnenschleife vorgetragen wurde.
Ein Vortrag deS Gesangvereins „Fröhlichkeit" schloß die offizielle Feier, an die sich ein Gartenkonzert und ein gemeinschaftliches Mittagseffen der Postunterbeamten anreihten..
Inzwischen waren aus der Umgegend noch verschiedene Postunterbeamtenvereine eingetroffen, auch die Hanauer Vereine sammelten sich am Deutschen Hause, sodaß zu der festgesetzten Zeit sich der F e st z u g in Bewegung setzen konnte. Eröffnet wurde der Festzug durch schmucke reitende Postillone, dann folgte eine Abteilung der Frankfurter Regi- mentskapelle und weiter reihten sich an in bunter Folge die zahlreichen verschiedenen Vereine, die zum Teil ein recht charakteristisches Gepräge trugen, wie z. B. der Metzgergehilfenverein und der Bäckergehilfenverein „Frühauf". Im „Kaiserhof", dem Endziele des Festzuges, angekommen, entwickelte sich nun ein Leben und Treiben, wie eS sonst nm bei den allergrößten Volksfesten beobachtet werden konnte. Des Dienstes ewig gleichgestellte Uhr gestattet den Postangestellten ja nur höchst selten, Feste zu feiern. Wenn dies jedoch einmal geschieht, so ist, wie gestern konstatiert werden konnte, auch eine allgemeine Beteiligung vorhanden. Ehe in die allgemeine Feier eingetreten wurde, nahm Herr Postschaffner L i e b e r noch Gelegenheit, eine kernige Ansprache an die Festbesucher zu richten, die mit einem dreifachen Hoch auf Se. Maj. den Kaiser schloß. Hieran reihten sich noch Beglückwünschungen verschiedener auswärtiger Vereine und Ueberreichung von Ehrengaben an den festgebenden Verein. Die Konzertmusik führte auch hier die Frankfurter Infanterie- Kapelle aus, der Gesangverein „Fröhlichkeit", unter Leitung seines Dirigenten Herrn Milbach, erfreute durch den Vortrag prächtiger Chöre. Für sonstige Unterhaltung war auch reichlich gesorgt. DaS Fest zeigte, daß unter den Post- und Telegraphen-Unterbeamten echte Kameradschaft gepflegt wird und so konnte es kein Wunder nehmen, daß die gemütliche Stimmung durch keinen Mißton getrübt wurde, das Fest einen Verlauf nahm, wie er würdig dem Charakter der ganzen Veranstaltung nach war. — Am Samstag nachmittag wurde im Saale des Gasthauses „zum Elefanten" eine Dele- giertensitzung des Bezirksverbandes der Post- und Telegraphen- Ünterbeamten - Vereine im Ober» Postdirektionsbezirke Caffel abgehalten. Der Bezirksverband zählt jetzt 13 Vereine mit 1360 Mitgliedern. Die nächstjährige Tagung wird in Esch- wege abgehalten.
* Der Lairdrat des Kreises Cafsel-Land, Herr Geh. Regierungsrat Freiherr von Dörnberg, verläßt anläßlich seines hohen Alters am 1. Oktober seinen verantwortungsvollen Posten. Als kommissarischer Landrat wird für den bereits beurlaubten Herrn Geheimrat Herr Regie- rungsaffessor Rabe von Pappenheim die Geschäfte übernehmen.
* Hermann v. Spindler t* Am Freitag wurde in Hamm i. W. der am 16. d. M. im Alter von 51 Jahren verschiedene Oberlandesgerichtsrat Dr. Hermann v. Spindler beerdigt. Als Kind des Hessenlandes und bis zum Jahre 1904 im hessischen Justizdienste tätig, werden einige Notizen über seinen Lebensgang willkommen sein. Der Entschlafene entstammt einer württembergischen, in 1604 von Kaiser Rudolf II. geadelten, das Adelsprädikat vor dem Namen aber erst seit 1895 führenden Familie, die in der Zeit der Reformation der evangelischen Kirche in Krain mehrere angesehene Superintendenten gab, später nach Hessen kam und lange einen namhaften Fabrikbetrieb auf dem Agathofe bei Caffel führte. Er selbst verlebte seine Jugend in Caffel und Rinteln, wo er 1876 das Gymnasium absolvierte, studierte Rechtswissenschaft in Straßburg, Leipzig und Marburg, wurde 1879 Referendar, 1884 Gerichtsassessor, 1888 Amtsrichter in Langenselbold, 1898 Amtsgerichtsrat, wurde 1899 nach Hanau versetzt und ging mit dem 1. Januar 1900 an das Landgericht Hanau über. Mitte der 90er Jahre führte er iMJ^«_b«jyudM GelamtverwaUmu. in