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$f# 159 Fernsprechanschltttz Nr. 605»
Donnerstag den 11. Juli
Kernsprechanschlntz R*. 605. 1907
AmMcheZ.
Handelsregister.
Firma J. Kurz & Co.
Unter dieser Firma ist mit dem Sitze zu Hanau eine offene Handelsgesellschaft errichtet worden, welche am 3. Juli 1907 begonnen hat.
Persönlich haftende Gesellschafter sind:
1. Ingenieur Karl Puth zu Hanau-Kesselstadt,
2. die unverehelichte Julie Kurz von da.
Hanau den 4. Juli 1907.
Königliches Amtsgericht Abt. 5. 14431
Handelsregister.
Firma Gebrüder Kreis zu Hanau.
Der Kaufmann Wilhelm Kreis zu Hanau ist aus der Gesellschaft ausgeschieden und damit die offene Handelsgesellschaft aufgelöst.
Das Geschäft wird unter unveränderter Firma von dem seitherigen weiteren Gesellschafter, Buchbinder Friedrich Kreis zu Hanau als Einzelkaufmann fortgeführt.
Hanau den 4. Juli 1907.
Königliches Amtsgericht Abt. 5. 14433
Aufgebot.
Der Stadtverordnete Christian Heinrich Schäfer in Cassel, Jordanstraße 3, hat beantragt die Verschollenen: 1. Joseph August Emil Ferdinand Jaeger, geboren am 13. Januar 1831 zu Kesselstadt, Schloß Philippsruhe,
2. Friederike Luise Mathilde Jaeger, geboren am 23. Oktober 1832 daselbst,
3. Johanna Florentine Emma Jaeger, geboren am 29. September 1836 daselbst,
zu 1—3 Kinder des verstorbenen Burggrafen zu Philippsruhe, Johann Theodor Jaeger und seiner Ehefrau Franziska Romana geb. von Berthold,
4. Leopold Jerome Jakob Stark, geboren am 24. November 1850 zu Kesselstadt, Sohn des verstorbenen Schmiedemeisters Nikolaus Stark und dessen verstorbenen Ehefrau Wilhelmine geb. Jaeger,
zu 1—4 zuletzt unbekannten Aufenthaltes für tot zu erklären.
Die bezeichneten Verschollenen werden aufgefordert, sich spätestens in dem auf
16. April 1668, vormittags 11 Uhr, »or dem unterzeichneten Gericht anberaumten Ausgebotstermine zu melden, widrigensfalls die Todeserklärung er- kolgen wird.
An Alle, welche Auskunft über Leben und Tod der Verschollenen zu erteilen vermögen, ergeht die Aufforderung, spätestens im Aufgebotstermin dem Gericht Anzeige zu machen.
Hanau den 2. Juli 1907.
Königliches Amtsgericht Abt. 5. 14485
Durch Beschluß des unterzeichneten Gerichtes vom 8. Jul* 1907 ist der Landwirt Wilhelm Friedrich Tag in Ravolzhausen wegen Verschwendung entmündigt. —E 2/07. Langenselbold den 8. Juli 1907.
Königliches Amtsgericht. 14449
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Hus Hanau Stadt und Cand.
Hanan, 11. Juli.
Das Projekt eines Mainhafens bei Hanau.
In ihren neuesten „Mitteilungen" berichtet die Hanauer Handelskammer:
Nachdem über die Fortführung der Mainkanalisierung von Offenbach bis Aschaffenburg eine Uebereinkunft zwischen Preußen, Bayern, Baden und Hessen zustande gekommen ist, welche die Herstellung des Kanalisierungsiverkes in Aussicht nimmt und genauer regelt und nur den Beginn der Bauarbeiten noch aufschiebt, bis die Frage der Einführung der Schiffahrtsabgaben auf dem Rhein und Main im Einverständnis mit den vertragschließenden Staaten geregelt sein wird, hat das Projekt eines Mainhafens bei Hanau, das in der Zwischenzeit etwa 3 Jahre lang hat ruhen müssen, wieder greifbare Gestalt angenommen. Die Förderung dieser Angelegenheit, welche die Handelskammer bereits in früheren Jahren eifrig
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betrieben hat, erachtet sie auch jetzt noch als eine ihrer wichtigsten Aufgaben. Sie hat daher aus Anlaß einer an den hiesigen Magistrat gerichteten Anfrage der Königlichen Regierung ihre Arbeiten da wieder ausgenommen, wo sie im Jahre 1904 hatten aufhören müssen und, den veränderten Verhältnissen Rechnung tragend, vor allem zu ermitteln versucht, welche Aussichten unter der Herrschaft des sogenannten Kohle nkontors nunmehr der künftige Hanauer Hafen hinsichtlich des Bezuges seines wichtigsten Frachtgutes, der Kohlen, zu bieten vermögen werde. Die Handelskammer wandte sich mit einer entsprechenden Anfrage an das Kohlenkontor und verabredete mit demselben eine mündliche Verhandlung über die bezüglichen Fragen, die am 7. I u n i im Sitzungssaal der Handelskammer stattfand. Teilnehmer waren die Herren Kommerzienrat C a n t h a l, Oberbürgermeister Dr. G e b e s ch u s, Beigeordneter Bode, Direktor Gebhard- Mannheim als Vertreter der rheinischen Kohlenhandel- und Rhedereigesellschaft, H. O t t und Dr. phil. Grambow. Wir lassen hier das Verhandlungsprotokoll im Wortlaut folgen:
Herr Kommerzienrat C a n t h a l begrüßt die erschienenen Herren, insbesondere Herrn Direktor Gebhard, der zu dem Zweck erschienen war, int Auftrage der Rheinischen Kohlenhandel- und Rhederei-Gesellschast (Mühlheim-Ruhr) der Handelskammer einige Fragen zu beantworten, welche sich auf den Kohlenbezug nach dem künftigen Mamhafen bei Hanau beziehen und deren Entscheidung von ausschlaggebender Bedeutung für die Rentabilität und das Zustandekommen des Hafenprojektes sein muß. Herr Kommerzienrat Canthal gibt einen Ueberblick über die Korrespondenz, welche über den Verhandlungsgegenstand kür/lich mit dem Kohlenkontor und mit der Offenbacher Handelskammer stattgefunden hat, und rekapituliert die Gesichtspunkte, welche im Januar 1904 dazu geführt haben, daß die städtischen Körperschaften von Hanau sich einmütig im Prinzip einverstanden erklärt haben mit einem Aufwand von ca. 1V- Millionen Mark für den Bau eines Mainhafens bei Hanau. Wenn auch namentlich die Handelskammer dieses Projekt stets hauptsächlich unter dem Gesichtspunkt zu fördern gesucht hat, daß durch seine Verwirklichung für Hanaus wirtschaftliche Zukunft und speziell für die Ansiedlung großer Industrien die Vorbedingungen geschaffen werden müssen, so sind doch auch diejenigen Vorteile sehr zu beachten, welche der Hafen gleich nach seiner Eröffnung dem zur Zeit vorhandenen Verkehr und Verbrauch bringen soll, und in dieser Beziehung kommt insbesondere die Verbilligung des Kohlenbezugs für Hanau in Betracht. Die früheren Berechnungen hatten ergeben, daß allem für den Kohlenbedarf der Stadt Hanau in Höhe von 54 000 Tonnen sich eine Frachtersparnis von ca. 8 Mk. pro Waggon, also im ganzen von 43 200 Mk. würde erzielen lassen, wenn an die Stelle des gebrochenen Bezugs der direkte Wasserbezug zum Hanauer Hasen treten würde und zwar schon im ersten Jahre nach der Inbetriebnahme des Hafens; die Weiterentwicklung würde voraussichtlich noch eine wesentliche Steigerung des Wasserbezugs von Kohlen und damit ^eine noch größere Gesamtersparnis an Fracht ergeben. ^ngu würde noch die Ersparnis zu rechnen sein, die für seither durch die Bahn bezogene Kohlenmengen erzielt wird, welche in Folge der Vereinfachung und Verbesserung im Wasserbezug zum Teil auf den Wasserweg übergeleitet werden
Im ganzen war bei vorsichtiger Einschätzung eine Gesamtfrachtersparnis an Kohlen von 50 000 Mark angenommen worden. Diese günstigen Rentabilitätsberechnungen scheinen dadurch in Frage gestellt zu werden, daß inzwischen das sogenannte Kohlenkontor begründet worden ist, über dessen Wirksamkeit der Jahresbericht der Offenbacher Handelskammer für 1904, SS 88 ff., ein so düsteres Bild zeichnet, daß sie auch für die Gegenwart als noch zutreffend zu betrachten scheint. Ob die hieran geknüpften Befürchtungen für, die Rentabilität oes künftigen Hanauer Hafens begründet sind, darüber soll Die heutige Besprechung Aufklärung gewähren. Herr Direktor Gebhard führt zunächst aus, daß die Handelskammer Offenbach resp. eine Anzahl dortiger Herren einen extremen Standpunkt einnehmen, der nicht gerechtfertigt sei. Die Verteuerung der Kohlen, welche von Offenbach dem Kohlenkontor zur Last aelegt wird, war notwendig und erklärt sich aus 2 Momenten: I. mußten die Schiffsfrachten auf ein angemessenes Niveau gehoben werden (sie beträgt jetzt von Ruhrort bis^ Frankfurt 26 Mk. statt vorher 23 Mk.); 2. mußte gegen die Preisunterbietungen, mit welchen die Offenbacher Hand,er bu dahin gegen einander gearbeitet hatten, vorgegangen und wieder ein angemessener Nutzen für den Zwischenhandel Ist- gestellt werden. Herr Direktor Gsbhard hat diese der Lu.- stelluna der Offenbacher Handelskammer entgegenstehenden Tatsachen auch damals schon der hessischen Regierung gegenüber nachgewiesen, und die heutigen Verhältnisse beweisen durch eine steigende Zahl von Verbrauchern m ^lstnbach, daß man sich dort von ber guten Einwirkung des Kohlenkontors überzeugt habe. Während namlrch m der ersten Zen der Bezug auswärtiger, namentlich englischer Kohlen nach Offenbach dem Kohlenkontor dort viel Abbruch aetan hat,
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ist ohne sem Zutun der Absatz syndizierter Kohlen daselbst m letzter Zeit beträchtlich im Steigen begriffen, so z. B. ist er von 1905 auf 1906 um etwa 1000 Wagen gestiegen. Auch in anderen Städten, wie Frankfurt, Worms rc. zeigt man sich mit dem Vorgehen des Kohlenkontors einverstanden. Herr Direktor Gebhard führt weiter aus, das Kohlenkontor habe durchaus das Bestreben, den Schiffsversand zu fördern, und werde infolgedessen dem Hafenbau in Hanau keinerlei Schwierigkeiten in den Weg legen, sondern ihn sehr begrüßen. Wenn es mehr und mehr den Wassertransport vorschreibe, so geschehe dies nicht nur im Interesse der Reederei, sondern auch im eigenen Interesse der Verbraucher und zu deren wohlverstandenem Nutzen. Der Hafen sei für Hanau seiner Meinung nach eine Notwendigkeit, sobald der Main kanalisiert werde, und er stimme mit der Auffassung der Handelskammer Hanau darin überein, daß es vor allem auch Ausgabe des Hafens sein muß, die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung der Stadt zu heben und durch Darbietung der Ladeeinrichtungen sowie durch Ermöglichung billigen Kohlenbezugs die Heranziehung großer Industrien zu fördern. Aber auch der gegenwärtige Nutzen sei von der Handelskammer in Bezug auf Frachtersparnisse von mindestens 50000 Mk. richtig berechnet worden. Ueber die gegenwärtigen Bezugsziffern Hanau's pro Jahr gab Herr Direktor Gebhard folgende Daten: Der ganze Bezug beträgt etwas über 6000 Wagen (wovon ca. 500 in die Umgegend kommen). Im einzelnen kommen bisher nach Hanau: 2500 Wagen kl. Nuß- und Maschinenkohlen per Schiff, 1000 Wagen Nuß 1 und 2 für Industrie per Bahn, 1500 Wagen Nuß 1 und 2 für Hausbrand per Bahn und noch 50Ö—1000 Wagen von Offenbach, Frankfurt rc. bezogen. Die Bahnfracht ab Zeche bis Hanau beträgt ca. 72 Nik., der Schiffsbezug kostet bis Frankfurt ca. 42 Mk., künftig bis Hanau voraussichtlich ca. 47 Mk., der gebrochene Bezug dis Hanau über Hafen Frankfurt ca. 55 Mk. (alles pro Wagen & 200 Ztr. gerechnet). Danach ergibt sich, daß für die oben im einzelnen nachgewiesenen Mengen jährlich folgende Frachlersparnisse bei direktem Bezug zum Hafen Hanau zur Zeit möglich sein werden : 2500 'X 8 Mk. sind 20 000 Mk., 1000 X 25 Mk. sind 25 000 M., 1500 X5M. sind 7 500 M., zusammen 52 500 M. Die 1500 Wagen Hausbrandkohlen nehmen nicht an dem vollen Vorteil von je 25 Mk. teil, weil sie noch nachgesiebt werden müssen, was pro Wagen mit 20 Mk. in Ansatz zu bringen ist. Zu obigen Mengen würden dann noch die 500—1000 seither von Offenbach oder Frankfurt bezogenen Wagen kommen, für die der Vorteil zwischen Bahnbezug und Schiffsfracht noch hinzuzurechnen ist, sodaß man insge« samt sogar bei vorsichtigem Erwägen mit einer Frachtersparnis von 55 000—60 000 Mk. wird für Kohlen zur Zeit rechnen dürfen. Diesen Vorteil wird nicht, wie befürchtet war, das Kohlenkontor lukrieren, sondern den Verbrauchern tatsächlich zu gute kommen lassen. Herr Direktor Gebhard gibt wiederholt die bestimmte Erklärung ab, daß das Kohlenkontor keinerlei Nutzen aus der Kanalisierung des Maines und dec Errichtung eines Hafens in Hanau ziehen werde, noch wolle, daß vielmehr das Kohlenkontor für den direkten Wasserbezug zum Hafen Hanau den Schiffspreis franko Hafen Frankfurt zu Grunde legen wird, der sich aisbamt um die Schiffsfracht- differenz Frankfurt-Hanau von ca. 5 Mk. erhöhen wird. Die Lokalspesen würden sich nicht wesentlich ändern, insbesondere werde von seiner Seite Einstuß genommen werden, daß auch der Zwischenhandel größeren Nutzen wie seither aus dieser Verkehrsoerbesserung nicht beziehe. Es stehe zu erwarten, daß der Zwischenhandel zu gemeinsamem Bezug per Schiff und zu gemeinschaftlicher Lagerung am Hafen sich auch in Hanau, wie an anderen Hafenplätzen, mehr als bisher konzentrieren wird, was eine Vereinfachung des Gesamtgeschastes bedeuten werde. Inwieweit auch entfernter liegende Orte, wie Gelnhausen, Wächtersbach, Fulda rc. Schiffskohlen vom Hafen Hanau werden mit Vorteil beziehen können, bleibt abzuwarten. Für Hausbrandkohlen erscheint dies nicht möglich, wohl aber für Jndustriekohlen. An Hafenanlagen werden vor allem ausreichende Lagerplätze notwendig sein, um die Unkosten mehrfachen Verladens zu sparen; Hochbahnanlagen, um unmittelbar an die Läger herankommen zu können; der Hafen sollte möglichst hychwasserfrei sein, wenigstens zu emem Teil, wie an den meisten Rheinhäfen. Eine senkrechte Kaimauer sei vorzuziehen, aber auch eine schräge Böschung genüge, wenn für weit ausladende Kräne gesorgt wird: vor Ladebrücken verdienen Kräne den Vorzug, wenn derWeiter- transport per Fuhre und nicht per Bahn erfolgt. Nachdem fierr Direktor Gebhard sich auch über diese technischen Fragen geäußert und einige Aufklärungen über das Verhältnis der mehreren in Deutschland mit abgegrenzten Bezirken bestehenden Kohlenkontore zum Kohlensyndikat gegeben hatte, erklärte er sich noch bereit, an der Besprechung teilzunehmen, welche die Handelskammer Hanau mit der Offenbacher Kammer verabreden will. Mit lebhaftem Dank für die gemachten Mitteilungen und Zusagen schließt Herr Kommerzienrat Can Ihal die Sitzung.
Durch Zuschrift vom 26. Juni 1907 erläuterte Herr Direktor Gebhard feine oben erwähnte Aeußerung über die Platzspesen dahin, daß die Höhe derselben sich zur Zeit nicht anaeben laste, manaels jedweder Unter (aae. daß aber durâ An-