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gHiirtfojilbrwif und Verlag bet Buchdruckers bei «â «. Waistahaust» i» H«UM.

Amtliches Organ für Mt- nnli FsnNreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 158 F-«»;pr-cha,.!chl,.tz Nr. 605.Mittwoch den 10. Juli

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Mer»sprech«nschl«tz Nr. 605. 1907

Gefundene nnd verlorene Gcaenstönde re. Gefunden: 1 schwarzer Damengürtel, 1 schwarzes Handtäschchen mit Taschentuch, 1 altes Rasiermesser mit Perl- mutterschalen.

6 Verloren: 1/* Los der Konigl. Preuß. Klassen­lotterie Nr. 123978 A, 1 Paket (enthaltend 2 dunkelblaue Kinderhöschen, 1/a Meter Stoff und 1 Korsett, am Sams­tag auf dem Wochenmarkt), 1 silberne Remontoiruhr auf dem Festplatz.

Abhanden gekommen: 1 Rasierbecken mit Arm. Zugelaufen: 1 junger schwarzer Hund mit weißer Brust, 1 gelber Bastard (langhaarig).

Entlaufen: 1 grauer */4 Jahre alter Wolfshund, 1 gelbe Dachshündin mit weißer Brust, 1 dunkelbrauner Spitz m. Geschl.

Hanau den 10. Juli 1907.

Hus Hanau Stadt und Cand.

Hanau, 10. Juli.

* Das Ehrengericht der Stabsoffiziere des 18. Armeekorps. Durch eingetretene Personalveränderungen hat sich die Besetzung des Ehrengerichts der Stabsoffiziere des 18. Armeekorps geändert. Mitglieder des Ehrengerichts sind jetzt: Oberst z. D. Fleising, Kommandeur des Land­wehrbezirks Frankfurt, Oberst Ernst Prinz von Sachsen- Weimar, Kommandeur der 21. Kavalleriebrigade, Oberst­leutnant Bothe, Kommandeur des Feldart. - Regts. 27 und Major Pohl, Bataillonskommandeur des Jnf.-Regiments 87. Mitglieder des Ehrenrats sind: Oberst Tülff-Hanau und Major z. D. von Lundblat.

* Zur Truppenschau bei Mainz. Im Monat August soll wieder eine Truppenschau auf dem großen Sande vor dem Kaiser stattfinden. Hierzu werden herangezogen : Der Stab der 21. Division, die 41. Jnfanteriebrigade, der Stab der 42. Jnfanteriebrigade, das Füsilierregiment 80, das Dragonerregiment 6, der Stab der 21. Feldartillerie- brigade, das Feldartillerieregiment 27 und die zweite Ab­teilung des Feldartillerieregiments 63, der Stab der 25. Division und der 49. Jnfanteriebrigade, das Leibgarderegi- ment 115, das Infanterieregiment 116 und der Stab der 50. Jnfanteriebrigade, das Infanterieregiment 117, das In­fanterieregiment 118, die Unteroffizierschule Biebrich, der Stab der 25. Kavalleriebrigade, das Dragonerregiment 24, die erste Abteilung des Feldartillerieregiments 61, das Fuß- artillerieregiment 3, die zweite Pionierinspektion und das Pionierbataillon 21. Der große Sand soll in seiner ganzen Ausdehnung für die Truppenschau benützt und die Zuschauer erst zum Parademarsch zugelassen werden. Das Infanterie­regiment 116 stellt die Leibkompanie als Fahnenkompanie, das Dragonerregiment 6 oder das Dragonerregiment 24 eine Eskadron als Standardeneskadron.

* Militärisches. Das Reserve - Infanterie-Regiment des 18. Armeekorps wird vom 13. bis 26. November d. J. auf dem Truppenübungsplatz Darmstadt aufgestellt. Zum Führer des Regimeuts wurde Oberstleutnant Freyer vom Stabe des Jnf.-Regts. 117 bestimmt; Bataillonsführer sind Major Baron v. Vietinghoff vom Jnf.-Regt. 81, Major Pohl vom Jnf.-Regt. 87 und Major v. Wunsch vom Jnf.-Regt. 116.

Betriebs- und Berufszählung. Das Resultat der am 12. Juni stattgefundenen Berufs- und Betriebszählung ist für Hanau-Kesselstadt folgendes: Es wurden gezählt an Haushaltungen 8012, an ortsanwesenden Personen 34 720 (17 :>64 männliche, 17 156 weibliche). Land- und forstwirt­schaftliche Betriebe waren vorhanden 293, gewerbliche Be­triebe, in denen bis zu bru Personen tätig sind, 1611. An gewerblichen Betrieben, die mehr als drei Personen beschäftigen bezw. mit Maschinen arbeiten, die durch eine elementare Kraft betrieben werden, wurden festgestellt 556. Der Bezirk Kes sei­st ad t zählte am 12. Juni d. J. 713 Haushaltungen und 2804 ortsanwesende Personen, nämlich 1320 männliche und 1484 weibliche, 90 land- und forstwirtschaftliche Betriebe, 116 gewerbliche Betriebe mit bis 3 Personen, 14 gewerbliche Betriebe mit über 3 Personen bezw. mit Maschinen, die ver­mittelst elementarer Kraft betrieben werden. Es ergibt sich sonach für die Stadt Hanau selbst eine Einwohnerzahl von 31 916, für den Bezirk K e s s e l st a d t eine solche von 2804. Die Bevölkerung Hanaus betrug: 1890: 25 029, 1895:27655, 1900:29 846, 1901: 29 944, 1902: 30576, 1903 : 30 538, 1904: 30 967, 1905: 31 253, 1907: 34720 einschließlich der 2804 Einwohner von Kesselstadt.

* Berfannnlun^ des Harm«er Krersobstbau- Vereins. Am Sonntag nachmittag sand dahier im Gast­

hauszum goldnen Löwen" eine ziemlich gut besuchte Ver­sammlung des Hanauer Kreisobstbauvereins statt. Nachdem der Vorsitzende, Herr Pfarrer Henß-Windecken, die Ver­sammlung eröffnet hatte, begrüßte er die Erschienenen und sprach Herrn Direktor Dr. v. Peter - Friedberg und Herrn Inspektor Huber-Oberzwehren den besten Dank des Vereins für ihr Erscheinen aus. Aus dem von dem Schriftführer, Herrn Lehrer Hofacker-Ostheim, erstatteten Jahresbericht sei mitgeteilt, daß ohne die Mitglieder des ihm angeschlossenen landwirtschaftlichen Kreisvereins der Kreisobstbauverein un­gefähr 650 Mitglieder zählt, die sich auf 13 Ortsvereine verteilen, sodaß die Durchschnittszahl der Mitglieder der ein­zelnen Vereine 50 beträgt. Der stärkste Verein ist der zu Bergen mit 104 Mitgliedern. Neu eingetreten ist im ver­gangenen Jahre der Großauheimer Verein. An Unterstützung hat der Kreisverein im letzten Jahre wieder aus Treibmitteln 200 Mark erhalten, wofür wie für sonstige Förderung dem Herrn Landrat bestens gedankt sei. Größere Versammlungen fanden im letzten Jahre statt am 21. Mai 1906 in Hanau, Referent Herr Obstbautechniker Wiesner-Friedberg überdie Vermoosung unserer Obstbäume, Ursachen und Verhütung derselben"; am 25. November 1906 in Bergen derselbe Re­ferent überObsternte und Obstverpackung nach tiroler Art und ihre Anwendung auf unsere Verhältnisse", mit prakti­schen Demonstrationen; am 17. Februar in Großauheim, Referent Herr Inspektor Huber überObstbau und Land­wirtschaft" ; im März in Enkheim, Referent Wanderlehrer der Landwirtschaftskammer zu Wiesbaden Herr Schilling über Bau und Pflege des Weinbergs mit besonderer Berück­sichtigung der Rebenkrankheiten und deren Bekämpfung bezw. Vorbeugung." Außerdem fanden in einer Reihe von Orts­vereinen besondere Vorträge durch Herrn Inspektor Huber statt, die zum Teil auch von Frauen der Vereinsmitglieder besucht waren. Die für Langenselbold geplante Kreisaus­stellung mußte mit Rücksicht auf den schlechten Ausfall der Ernte aufgegeben werden. Die Bezirksobstausstellung in Fulda war aus dem Kreis Hanau verhältnismäßig gut be­schickt, sodaß eine Anzahl Auszeichnungen dafür zuerkannt wurden. Der Kreisobstbauverein selbst erhielt für ausgestellte Hanauer Traubenweine eine silberne Medaille. Als eine Frucht der Vereinstätigkeit ist es anzusehen, daß bei Neu­pflanzungen rationeller verfahren und auf die Auswahl ge­eigneter Sorten mehr Gewicht gelegt wird. Doch muß noch immer gewarnt werden vor dem Anbau einer zu großen An­zahl von Sorten, zu deren Beschaffung man sich durch vor­gezeigte Schaufrüchte oder glänzende Beschreibung in Kata­logen leicht verlocken läßt. Eine mit Unterstützung des Herrn Ministers herauszugebende, mit Abbildungen versehene Schrift über die empfehlenswertesten Sorten des Handelsobstes wird von Seiten des Casseler Hauptvereins unseren einzelnen Ver­einen im Laufe des Winters zugehen. Leider mangelt es unserem Kreis noch zu sehr an ausgebildeten Baumwärtern. Mit dem von dem Kreisobstbauverein ausgegangenen Antrag auf Erlaß allgemein giltiger Vorschriften betr. Bekämpfung der Obstbaumschädlittge hat sich der Vorstand des Landesobst­bauvereins mit größtem Eiser befaßt, ohne aber das Erstrebte zu erreichen. Von dem Kreisverein und dem Haupt­verein gehen den einzelnen Vereinen regelmäßig einige Fach­zeitschriften zu. Nachdem der Vereinsrechner, Herr Oekonom Bracker, über den Stand der Kasse Bericht erstattet hatte, wurde beschlossen, für dieses Jahr von der Abhaltung einer Kreisobstausstellung abzusehen, dagegen aber nach Mög­lichkeit Obstschauen in den einzelnen Vereinen abzuhalten. Die Ernteaussichten für Aepfel und Birnen wurden als ge­ring, die für Zwetschen dagegen als sehr gut bezeichnet. Die statutengemäß" aus dem Vorstand ausscheidenden Herren, Pfarrer Henß, Oekonom Bracker und Schmiedemeister Flied­ner wurden durch Akklamation wieder gewählt. Als Ort der diesjährigen Herbstversammlung wurde Windecken bestimmt. Nach Erledigung des geschäftlichen Teiles hielt Herr Direktor Dr. von Peter-Friedberg seinen Vortrag über Maßnahmen zur Hebung der deutschen Obstzucht, der bald die allgemeine Aufmerksamkeit in hohem Maße fesselte. Der Herr Vor­tragende ging davon aus, daß unser Obstbau vor allem an dem Sortcuwirrwarr kranke. Die Sortensammelsucht habe es dahin gebracht, daß bei uns in Deutschland ungefähr 6000 Sorten Birnen und Aepfel kultiviert würden. Gesün­digt werde noch viel durch Baumschnitt. Man sei jetzt glück­licherweise dahin gekommen, den Schnitt nicht als Allhen- mittel anzusehen. Man sollte den Baum anfangs etwas schneiden, dann ihn aber sich selbst überlassen, ihn und Düngen. Die Lehrmeister des neuen rationellen ^Obst­baus seien Amerika, dann Tirol, Steiermark, Kämen. Hauptgewicht sei auf gutes Pflanzmaterial aus ^eell gelei­teten zuverlässigen Baumschulen zu legen; man hüte sich vor

Winkelbaumschulen, die vielfach schlechte Bäume und unrichtige Sorten vertreiben. Nur gute Bäume ver­sprechen später etwas zu leisten. Zum richtigen Pflanzen ge­hört Auswahl des richtigen Standortes. Der beste Boden ist grade gut genug. Man lasse sich nicht verführen durch das bekannte Reimchen: Auf jeden Raum pflanz einen Baum. Man pflanze an solche Plätze, die geschützt sind vor Zugluft, Nebel u. bergt, auf die Hänge, aber ja nicht auf Oedland, denn solches ist und bleibt auch für den Baum Oedland. Wir verlangen von dem Baum eine gute dauernde Rente; darum müssen wir ihn auch in Stand setzen, das verlangte zu liefern. Düngung mit Phosphor, Kali und Stickstoff muß erfolgen; der Boden muß dem Baum die Möglichkeit einer genügenden Wasseraufnahme gewähren. Lehmböden ent­sprechen dieser Anforderung am ersten. An großen farbigen Abbildungen und Präparaten wurden die Ausführungen er­läutert, und man gewann hierdurch einen lehrreichen Ein­blick in das Leben und die Bedürfnisse der Obstbaumes. Die Ernte hat aufs sorgfältigste zu geschehen; die Früchte sollen behandelt werden wie rohe Eier, sind ja auch vielfach fast vom Baum herunter soviel wert! Jede Verletzung der Schale ist zu vermeiden; auf Erhallung der Wachsschutzschicht auf der Oberfläche ist zu achten. Zur Hebung der Obstzucht dient das Institut der Baumwârter und der Kreisobstbau­techniker. Der Landmann kann nicht alle Arbeiten allein ausführen; er bedarf sachgemäßer Hilfe, Beratung und Be­lehrung. Der Vortrag brachte eine Fülle praktischer Rat­schläge und beherzigenswerter Anregungen, die sicherlich von den Vereinsmitglieden nock oefolgt werden und dem heimischen Obstbau zugute kommen. In der folgenden lebhaften Dis­kussion wurde von verschiedenen Seiten darüber geklagt, daß die besten Freunde des Obstbaues, die Vögel, nicht nur vielfach ihrer natürlichen Nistgelegenheit beraubt, sondern auch sehr verfolgt, von gewinnsüchtigen Menschen m Menge gefangen genommen und verkauft, und von unverständigen Flobertschützen abgeschoffen würden. Die in dankenswertester Weise von feiten des Königlichen Landratsamtes erlassenen Verfügungen betr. Beseitigung der Raupennester werde wohl bekannt gemacht, aber in den allerwenigsten Fällen befolgt. Und es ergäbe sich doch zum Besten der Gemeindekasse eine so schöne Einnahme aus der Bestrafung der Säumigen! Allgemein war man der Ansicht, daß es nur besser werde, wenn der einheimische Vogelhandel gänzlich unterdrückt würde und wenn die Herren Bürgermeister auf diejenigen aufmerk­sam gemacht würden, die das gebotene Beseitigen der Raupen­nester unterließen. Auch wurde das Anlegen von Fang­gürteln gegen die Made des Obstwicklers, das Bespritzen der Bäume gegen Pilzkrankheiten u. s. w. aufs neue dringend empfohlen. Nachdem noch eine Reihe einzelner Fragen be­sprochen und zu lebhaften Meinungsaustausch geführt hatten, wurde die überaus interessante und anregend verlaufene Versammlung vom Vorsitzenden um 6'/« Uhr geschlossen.

* Die 31 Jahresversammlung des RhönklubS wird, wie bereits früher mitgeteilt, am 17., 18. u. 19. August d. Js. in Vacha stattfinden. Am Sonnabend den 17. August von 8 Uhr ab beginnt die Begrüßungsfeier im neuen Saal desDeutschen Hauses". Sonntag den 18. August, von vormittags 10 Uhr ab: Hauptversammlung der Abgeordneten der Zweigvereine im Gasthof zum Löwen, währenddem Kon­zert auf dem Marktplatze. Nachmittags P/e Uhr Festmahl im Saale desDeutschen HauseS"; 4 Uhr Umzug durch die Stadt nach dem Festplatz am Kampfrasen. Daselbst Konzert, Belustigungen usw. Montag vormittags 9 Uhr Ausflug nach dem Oechsenberg.

* Vom Verrehrsausschufi des Verbandes deutscher Tonriften-Vereine erhalten wir die Mit­teilung, daß es in der Absicht liegt, mit dem Besuch des Perbandstages in Annaberg am 31. August eine Gesellschafts­reise, von Frankfurt a. M. ausgehend und am 22. August beginnend, zu unternehmen. Die Kosten für diese Reise, bte am 2. September in Karlsbad endigen wird, betragen ein­schließlich der Fahrkarte 3. Klasse etwa 170 Mk. An­meldungen zu der Gesellschaftsreise sind bis spätestens den 1. August an Herrn Wilh. Stauffer in Frankfurt a. M., Theaterstr. 36, zu richten. Auch Damen können sich an d« Reise beteiligen.

* AchL-tthr-Ladenschlufi. Die hiesige Ortsgruppe desDeutschnationalen Handlungsgehilfen-Verbandes" reichte Anfangs Mai d. J. bei der Regierung in Cassel 431 Unter­schriften hiesiger Geschäftsinhaber ein, zur Erreichung des allgemeinen Acht - Uhr - Ladenschlusses in Hanau-Kesselstadt. Da bis heute in dieser Sache nichts erfolgt ist, richtete die oben genannte Ortsgruppe gestern ein Gesuch an den Herrn Regierungspräsidenten. welches von mehreren LadeninLabern