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MüchShrüch 1,80 Mk., wonaÄch 60 Pfg., für «fr wMy Wannaüm mit dem betreffeudeu Postauijchta^

General-Anzeiger

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Die Dtjgespalten« PetitzeÄ »der derea Nasa» SS ^

Mtâsdttlck und Verlas kt Buchdruckers kB «â o, «alsalhasM k Hamm.

Amtliches Organ für Stadt- und Fanddreis Kanan.

Erscheint täglich mit AuSnabu« der Ssmr- »nd Feiertage, mit belletristischer Beilage.

$t, 154 Fernipr<cha»fchl»tz Nr. 605.

Freitag den 5. Inti

Kernsprechanschlatz Nr. 605. 1907

Amtliche«.

Landkreis Ran au.

Bekamtmchmük» des Kömglichen LWdratsmts.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher werden an die Erledigung meiner Verfügung vom 3. November 1902 V 3111 betreffend Einreichung einer Nach­weisung über die außerhalb der Irrenanstalt lebenden Geistes­kranken mit einer Ltägtgen Frist erinnert.

Hanau, den 3. Juli 1907.

Der Königliche Landrat.

V 3931 A. I.: C o n rad, Kreissekretär.

Stadtkreis Hanau.

Bekanntmachung.

Die städtischen Körperschaften haben unter dem

15. April

21. Juni

1907 beschlossen, grundsätzlich eine Ausnahme vom Verbot des Bauens an unfertigen Straßen § 4 Abs. 2 des Bau- statutS S. 170 B.-B. nur dann zuzulassen, wenn

a) das Straßengelände maßgeblich des Abs. 2a an die Stadt abgetreten,

b) die Vorschrift des Abs. 2b erfüllt wird,

c) die Kosten der Entwässerung der Straße maßgeblich des Nachtrags zum Baustatut B.-B. S. 178 mit 25 Mk. pro lausenden Meter (einseitig) und

d) die bei demnächstiger Fertigstellung der Straße der Stadt voraussichtlich erwachsenden Kosten der ersten Einrichtung und Befestigung § 6 Nr. 2 des Bau­statuts vor Erteilung des Dispenses bar und end­gültig an die Stadt bezahlt werden.

Die gezahlten Beträge werden nicht verzinst, eine Ab­rechnung findet ebensowenig statt, wie eine Nachzahlung, wenn sich später herausstellen sollte, daß die gezahlten Beträge die wirklich aufgewendeten Kosten nicht decken.

Hanau den 27. Juni 1907.

Der Magistrat.

Hild. 14073

Gefundene und verlorene Gegenstände rc.

Gefunden: 1 Damen-Regenschirm, 2 Kinder-Stroh­hüte und 1 Taschentuch. Abzuholen bei der Armenver­waltung.

Hanau den 5. Juli 1907.

Aus Hanau Stadt und Cand.

Harra«, den 5. Juli.

* Land- und forstwirtschaftliche Unfall« und Haftpflichtversicherung im Landkreise Hanau. Im Jahre 1906 kamen im Landkreise Hanau 147 (i. V. 139) Unfälle zur Anmeldung. Diese verteilen sich mit 97 auf Betriebe bis zu 10 ha, 21 auf Betriebe bis zu 25 ha, 18 auf Betriebe über 25 ha, 11 auf forstwirtschaftliche Betriebe. Die Unfälle entstanden in 7 Fällen durch Sturz von der Obertenne, Heuboden, 24 Fällen durch Sturz von Bäumen, Wagen und Leitern, 15 Fällen durch Ueberfahren von Fuhr­werk, 5 Fällen beim Maschinenbetrieb, 8 Fällen beim Baum­fällen, durch herabstürzende Balken usw., 26 Fällen Ver­letzung durch Tiere, 7 Fällen durch Schnittwunden, Axt­hiebe 20., 22 Fällen durch Auf- und Abladen, Heben und Tragen schwerer Gegenstände, 33 Fällen durch sonstige Um­stände (Fallen auf die Erde rc.). In 57 Fällen wurde die gesetzliche Rente zugebilligt, 30 Entschädigungsansprüche muß­ten abgelehnt werden, 53 Verletzte sind vor Beginn der 14 Wochen wieder voll erwerbsfähig hergestellt, 2 Unfälle be­wirkten den Eintritt des Todes und 5 Anträge blieben un­erledigt. Es wurden 181 berufungsfähige Bescheide erlassen, davon 60 Rentenfestsetzungsbescheide, 35 Rentenminderungs­bescheide, 46 Rentenaufhebungsbescheide, 2 Bescheide über Hinterbliebenenrente, 1 Abfindungsbescheid für eine Witwe, 3 Bescheide über Erhöhungs- bezw. Wiederaufnahme-Anträge, 38 Renten-Ablehnungsbescheide, 1 Bescheid zur Aufnahme in ein Krankenhaus. Das Schiedsgericht wurde in 29 Fällen mit Erfolg jedoch nur in 9 Fällen das Reichsver- sicherungdamt in 4 Fällen 2 mit Erfolg angenifen. Die Zahl der beitragspflichtigen Betriebe betrag Ende 1905 7088, 1906 find neu eröffnet 126, zusammen 7214 Betriebe. Eingestellt wurden 85, sodaß Ende 1906 vorhanden waren

7219 beitragspflichtige Betriebe. In diesen Betrieben wurden 790 Veränderungen des Besitzstandes und zwar 570 Zu­gänge und 220 Abgänge angemeldet. Die Verwaltungskosten der Sektion betrugen 2956.86 Mk., die von den Betriebs­unternehmern für 1906 zu erhebenden Nmlagebetrâge be­tragen 41 999.23 Mk. (i. V. 41 968.86 Mk.). In 1906 wurden an Unfallrenten im Sektionsbezirk überhaupt gezahlt: a. im Falle der Erwerbsunfähigkeit 31 150.59 Mk., b. bei Unterbringung in Krankenhäusern 105.50 Mk., c. bei Todes­fällen 5318.45 Mk., zusammen 36 574.54 (i. V. 35 596.81 Mk.). Der der Hess.-nass, landwirtschaftlichen Berufs­genossenschaft angegliederten Haftpflichtversicherung gehören aus dem Sektionsbezirk Hanau-Land 349 Mitglieder mit 124 634 Arbeitstagen und 249 063.61 Mk. Geldwert an. Die Ersatzpflicht ist in 4 Fällen, in denen 166.95 Mk. Ent­schädigungen gezahlt worden sind, geltend gemacht. Die Bei­träge der Versicherten für 1906 betrugen 371.91 Mk.

* Klasienlotterie. Die Ziehung der 1. Klasse 217. Königlich preußischer Klassenlotterie wird nach planmäßiger Bestimmung am 9. Juli d. I., früh 8 Uhr, ihren Anfang nehmen.

* Turngemeinde. Der vor Jahresfrist begründete Reservefonds, welcher dazu bestimmt ist, die auf dem An­wesen der Turngemeinde lastende Hypothek allmählig zu ver­ringern, erhielt bei der vorgestrigen Hauptversammlung einen angenehmen Zuschuß, indem von den anwesenden Mitgliedern der Betrag von 685 Mk. teils in Baar, teils in unverzins­lichen Anteilscheinen gezeichnet wurde.

* 25jähriges Arbeitsjubilâum. Heute feiert der Monteur Fritz Best sein 25jähriges Arbeitsjubiläum bei der Firma J. D. Weinig & Sohn. Er wurde von seinen Mit­arbeitern reichlich beschenkt.

Am Zoologischen Garten zu Frankfurt a. M. ist am nächsten Sonntag der Eintrittspreis bis 1 Uhr auf 30 Pfg. (Kinder 20 Pfg.) und für das Aquarium mit Rep­tiliensaal auf 20 Pfg. für Alle ermäßigt. Um 1 Uhr wird der Garten für die Vormittagsbesucher geschlossen und von da an kostet es 1 Mk. (Kinder 50 Pf.) für den Garten und 50 Pfg. (Kinder 20 Pfg.) für das Aquarium.

* Tödlich verlaufen. Der in"ber gestrigen Nr. erwähnte Goldarbeiter, der in einem nervösen Zustande Hand an sich gelegt hatte, ist verstorben.

* Unterschlagung. Der hiesigen Staatsanwaltschaft stellte sich der Buchhalter der Elektrizitätsgesellschaft in Geln­hausen, Gustav Albrecht, mit der Angabe, im Laufe der letzten Jahre etwa 2530 000 Mk. zum Nachteile der Firma unterschlagen zu haben. Er wurde in Haft genommen. Wie wir hören, kam bei Aufstellung und Vorlage der diesjährigen Bilanz der Stein ins Nollen. Der genannte Buchhalter ist verheiratet und Vater von 7 Kindern. Er bezog ein Gehalt von 4000 Mark.

* Unter Freundinnen. Ein Dienstmädchen erhielt mehrmals den Besuch einer Freundin, der bei dieser Gelegen­heit der Besitz von Schmuckgegenständen gezeigt wurde. Diese Freundin benutzte dann die passende Gelegenheit, dem anderen Dienstmädchen eine Damenuhr zu entwenden.

* Die staatliche Pensionsversicherung der Privat- beamren beschäftigte zu wiederholtem Male die hiesige Ortsgruppe des Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Ver- bandes. Die Besprechung der Regierungsdenkschrift und ihrer Ergebnisse ergab, daß die Denkschrift die Notwendigkeit und Durchführbarkeit der Pensionsversicherung durchaus er­wiesen hat. Zwar ist der in der Denkschrift herausgerechnete Beitrag von 14.36 Prozent des jeweiligen Gehalts aus ver­schiedenen Gründen zu hoch gegriffen. Andererseits kann die Versicherung infolge der schwankenden wirtschaftlichen Lage und Gehaltsverhältnisse der Privatangestellten nicht auf der Grundlage der für die Staatsbeamten giftigen Bestimmungen aufgebaut werden. Die Lösung der Pensionsfrage allein durch die Ausgestaltung der Reichsinvaliden-Versicherung ist nicht angängig, da diese auf die Verhältnisse der Handarbeiter zugeschnitten ist und den Bedürfnissen des größten Teiles der Privatangestellten nicht in vollem Maße Rechnung trägt. Es ist die Errichtung einer besonderen Pensions- undHinter- bliebenen-Versicherung neben der bestehenden, Afters- und Jnvaliden-Versicherung zu erstreben. Die Versicherung muß sich auf Berufsinvalidität erstrecken. Der Beitrag, den Arbeit­geber und Arbeitnehmer je zirr Hälfte zu tragen haben, ist auf 10 Proz. des jeweiligen Gehalts zu bemessen. Die Be- zugsberechtigung für die Altersrente soll nach 480 Beitrags- monaten, frühestens mit Vollendung des 60. Lebensjahres und spätestens mit Vollendiing des 65. Lebensjahres be- q innen. Die Höhe der Renten ist nach den m der Denk- fclRiit niedergelegten Säßen zu berechnen. Diese praktilchen Vorschläge, die zuerst von bem 10. Deutschen Handlungsge- lhilfentage erhoben wurden, weisen einen gangbaren V^eg für d'e Ausgestaltung der Versicherung, die dadurch ein gut Stuck nähergeiiickt ist.

e Verein der Hochspessarifreunde Rothenbuch. Sonntag den 7. Juli 1907 7. Vereinswanderung unter Führung der Herren Fr. Grünewald und Carl Kirch­hoff. Ab Hanau-West 5.41 Uhr nach Aschaffenburg. An­kunft in Aschaffenburg 6.82 Uhr. Alsdann 6.55 Uhr mit einfacher Fahrkarte nach Laufach. Daselbst Frühstück im Gasthaus zum grünen Baum. Beginn der Fußwanderung nach Hain, Diepoldspfad, Kniebrech, Nicklos, Stengerhütte nach dem Bischbornerhof an der Lohrerstraße. Einkehr bei den 5 schönen Hochspessart-Waldnympfen. Weitermarsch über den prachtvollen Waldweg nach Lohr. Daselbst Einkehr im Gasthaus zur Krone. Rückfahrt 7.32 Uhr. Etwas Essen mitnehmen ist ratsam, da kein Mittagessen zu haben ist. Marschzeit ca. 6 Stunden.

* Von der Akademie in Frantfurt a. M. Das zu Ende gehende Sommersemester ergibt eine starke Zunahme der Frequenz im Vergleich mit dem Sommersemester des Vorjahres. Die Gesamtzahl der Besucher, Hospitanten und Hörer ist von 455 auf 616 gestiegen. Die Zahl der Besucher (immatrikulierten Studierenden) ist von 168 auf 230 ge­stiegen, womit auch die Ziffern des letzten Wintersemesters noch übertroffen sind. Die Zahl der Hospitanten ist von 198 auf 279, die der Hörer von 89 auf 107 gewachsen. Die Zunahme würde, insbesondere beiden letzten beiden Gruppen noch wesentlich größer gewesen sein, wenn nicht Herr Prof. Mors infolge einer schweren Erkrankung seine Vorlesungen im Sommersemester ganz hätte aussetzen müssen. Dem Be­rufe nach waren unter der Hörerschaft 167 Kaufleute, 35 Industrielle, Ingenieure, Techniker rc., 93 Juristen und höhere Verwaltungsbeamte, 95 Lehrer, 69 Aerzte und sonstige gelehrte Berufe und 119 Frauen, davon 35 Lehrerinnen. Die Zahl der Ausländer unter den Besuchern ist mit 30 gegen 29 des vorigen Sommersemesters nahezu gleich niedrig geblieben. Von den Besuchern besaßen 27 pCt., von den Hospitanten 60 pCt. bereits eine akademische Vorbildung.

* Grimmschule. Bei genügender Beteiligung werden auch dieses Jahr Ferienkurse abgehalten werden. An­meldungen hierzu müßten jedoch bis spätestens heute abend erfolgen. Wir verweisen zu diesem Zwecke auf die an anderer Stelle stehende AnzeigeFerienreise" des Herrn Sprachlehrer Dippel.

* Ausgrabungen Ausflug. Am vergangenen Sonntag konnte man in aller Frühe ein Häuflein junger Leute, bewaffnet mit Schippen und Hacken, zum Tore hinaus­ziehen fthen, begleitet von dem fragenden, staunenden Blick der Passanten. Was waren das wohl für seltsame Menschen, die sich am Sonntag Morgen die Schippe und Hacke zum Panier gewählt hatten. Diese Frage konnte man deutlich in den Zügen der Beobachter lesen. Doch das Häuflein scheerte sich gar wenig an die neugierig, vorwurfsvollen Blicke, sondern zog ruhig seines Weges fürbaß. Seltsam! In der Tat sehr seltsam, nun gar auch noch der allgemeine Bildungsverein, denn dieser war es, der den ungewöhn­lichen Auszug veranstaltete. Mas hat denn aber um GotteS- willen die Bildung mit Schippe und Hacke zu tun? Das ist doch was Neues, das muß man doch wissen! Ergo, so hört. Genannter Verein, bestehend aus einer leider noch kleinen Anzahl von Mitgliedern, die es sich zur Aufgabe ge­macht haben einen Teil' ihrer Musestunden der Kunst und Wissenschaft zu widmen, dieser Verein hatte heute die Ausgrabung prähistorischer Hügelgräber auf dem Programm stehen. Durch einige Vorträge, behandelnd die ältesten Kultur­stufen, war ein gewisses Interesse in dieser Richtung wach gerufen worden.' Da sich nun in der hiesigen Umgebung Spuren aus der vorgeschichtlichen Zeit unseres Vater­landes befinden, so war man zu dem Entschluß gekommen, einmal solch alte Hügelgräber zu öffnen. So zog denn d^ Allgemeine Bildungsverein nach dem Eichener Wald, wo sich ein ganzes Hügelgräberfeld befindet. Die Behörden hatten in der entgegenkommensten Weise die Grabungen gestattet, ebenso hatte Herr Doktor Quilling in der liebenswürdigsten Weise die Leitung übernommen, wofür ihm auch an dieser Stelle nochmals herzlichst gedankt sei. Die Graber, die wie schon gesagt, im ganzen Walde zerstreut liegen und em sogenanntes Gräberfeld bilden, sind mehr oder weniger hoch aufgeschüttete, runde oder auch langgestreckte Hügel- "hse Ausdehnung ist sehr verschieden, sie schwankt zwischen 6 ms 35 Meter. Das Oeffnen solcher Hügelgräber muß sehr vor­sichtig geschehen. Zuerst muß genau ausgemeßen werden und dann erst geht es an das Oeffnen. Dies gef^te^t schriftsmäßig, indem man die Erde von oben her schichlen- förmig abträgt bis man auf die Funde kommt. Beiden Gräbern, die nun am Sonntag im Eichener Wald geöffnet wurden, läßt es sich auf diese Weise nicht machen, da die­selben mit Bäumen bewachsen sind, und solch eine Ab­tragung in diesem Falle ausgeschloffen war. Man grub da­her mitten durch die Hügel einen 1 Meter breiten Graben, so tief bis man auf die Funde kam. Auf diese Weise wurden einige Gräber geöffnet ; in zweien von ihnen machte man Funde und zwar fand man Tonurnen, allerdings vollständig in Scherben und zwei schöne Bronzearmringe. Trotzdem die Witterung ziemlich schlecht war, so ist eS doch für die Teilnehmer ein sehr interessanter Tag gewesen, an dem sie viel Neues und Außergewöhnliches gesehen hatte«.