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SâisnLdruck und Serlaz der Buchdrucker« bei oeveim o. Waisenhaus«» m Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Mr, 150 ffernsprechaoschlutz Nr. 605.

Montag den 1. Juli

^ernsprechanschluß Nr. 605» 1907

Aus Ran au Stadt und Fand.

Hanau, I. Juli.

GrnMMt wurde zum Regierungsbaumeister der Re- gierungsbauführer Julius Hufnagel aus Hanau (Ma­schinenbaufach).

* Hülfspsupvev. Der Pfarramtskandidat Gustav Hoffmann aus Gelnhausen wurde als Hülfspfarrer nach Fechenheim berufen.

* Die Witterung im Jttli wie wird sie sein? So fragen sich alle, die schon ihr Bündel schnüren, um nächstens in die Ferien zu gehen. Der Meteorologe Bürgel, ein Nachfolger Falbs, prophezeit für die erste Woche des Juli gleichfalls starke Hitze, vom 9.20. ist auf veränder­liche Witterung zu rechnen, den Rest des Monats aber soll kühles, windiges Wetter mit vereinzelten Niederschlägen aus­füllen. Im 10. Juli erblickt der Gelehrte einen kritischen Tag von geringer Bedeutung, den 25. des Monats aber be­zeichnet er als einen sehr starken, kritischen Termin.

* Evangelischer Bund zur Wahrung der -erttsch-proLestarrtischen Interessen. Das für den gest­rigen Sonntag nachmittag von den Zweigvereinen des Stadt- und Landkreises Hanau im Eichenwalde des Röthelbergs zwischen Langenselbold und Hüttengesäß geplante Bundes- Waldfest mußte wegen der ungünstigen Witterung, wie vor­gesehen, in den großen Saal von Gasches Felsenkeller zu Langenselbold verlegt werden. Die Veranstaltung erfreute sich auch hier eines außerordentlich starken Besuches nicht nur aus den Orten der Zweigvereine (Hanau, Hochstadt, Langen­selbold und Rüdigheim), sondern auch aus anderen Orten der näheren Umgebung. Eröffnet wurde die Versammlung nach dem gemeinsamen Gesänge der 1. Strophe des Luther­liedes :Eine feste Burg" durch eine Begrüßungsansprache, die Herr Oberlehrer Klingelhoef fe r-Hanau hielt und in der er ausging von historischen Erinnerungen, die das Kinzigtal wachrufe. Mahnend, die Güter der Reformation dankbar hochzuschätzen und anknüpfend an die Gründung des Evangelischen Bundes vor 20 Jahren betonte er, daß diese große Vereinigung im deutschen Protestantismus, die bisher unter den schwierigsten Verhältnissen ihre Aufgabe treu und redlich zu erfüllen bestrebt gewesen sei, nur zur Verteidigung der deutsch-protestantischen Interessen gegen ultramontane Uebergriffe gegründet sei, nicht aber zum feind­lichen Angriff, denn die protestantische Bevölkerung lebe mit den katholischen Volksgenossen gern im Frieden und erweise auch den deutsch-patriotisch gesinnten, ehrenwerten Männern einer anderen Konfession gerne ihre Achtung. Nach einem auf Se. Majestät ausgebrachten Hoch und einem Liedervor­trag ergriff der Festredner, Herr General-Sekretär Hütten- r a u ch aus Halle a. d, Saale das Wort und behandelte in ausführlichen, interessanten und fesselnden Darbietungen das Thema:Wozu ein Ev. Bund?" Im weiteren Verlaufe der Versammlung boten die schönen Darbietungen der Kirchen­chöre von Langendiebach und Langenselbold, sowie der Musik­kapelle des Herrn H ett und des GesangvereinsSänger­lust" eine angenehme Abwechselung. Auch gaben Herr Gene­ral-Sekretär Hüttenrauch noch anschauliche Schilderungen über die ev. Bewegung in Oesterreich, wo der Ev. Bund neben der Bauarbeit des Gustav-Adolf-Vereins ein bedeutungs­volles Feld der Wirksamkeit gefunden habe, und Herr Pfarrer Herchenröder - Langendiebach über das Leben der deutsch-protestantischen Bevölkerung in Elsaß-Lothringen. Im Schlußwort dankte der Vorsitzende des ßangcnMboibcr Zweigvereins, Herr Lehrer Berg, den Festrednern und den i Gesangvereinen für ihre der Bundessache geleisteten Dienste. ! Zum Schlüsse sei noch bemerkt, daß auch Familie Gasche in anerkennenswerter Weise bestrebt gewesen ist, für die leib­lichen Bedürfnisse der Festgäste in dem überfüllten großen Saale in jeder Richtung zu sorgen.

* Hanblungsgehülsen-Organisationen. Zu den größten Standesorganisationen zählt der Verband Deutscher Handlungsgehülfen zu Leizig, der gegenwärtig 80 000 Mit- gneder aufweist. In dem Rechenschaftsberichte über das Jahr 1906 wird der Jubelfeier anläßlich seines 25jährigen "Be­stehens gedacht und eine Uebersicht über seine sozialpolitische Tätigkeit gegeben, die sich auf alle Fragen, die die sozialen Verhältnisse des Kaufmannsstandes berühren, erstreckte. Die Tätigkeit wurde von den Einrichtungen, die auf Selbsthülfe beruhen, wesentlich unterstützt. Die Stellenvermittelung hat 4500 Besetzungen aufzuweisen. Der Rechtsschutz gab über aOOO schriftliche Auskünfte und übernahm eine Reihe von Prozessen. Die Unterstützung bei Stellenlosigkeit konnte mit gegen 6000 Mark ohne Sonderbeitrag helfend eingreifen. 8 Die Krankenkasse zählt 39000 Mitglieder und zahlte im letzten Jahre 458 600 Mk. Krankengelder aus. Die Wittwen- 1

und Waisenkasse und Alters- und Jnvaliditätskasse nahmen einen erheblichen Aufschwung. Die Zahl der örtlichen Ver­eine stieg auf 600, das Gesamtvermögen auf 3 Mill. Mark. In den größeren Plätzen unterhält der Verband Geschäfts­stellen, von denen sich die für den hiesigen Bezirk in Frank­furt a. M., große Eschenheimerstraße 6, befindet. Bei solchen Erfolgen nimmt es nicht Wunder, daß der Zuwachs an Mit­gliedern erheblich gewesen ist und daß der V. D. H. sich lebhafter Anerkennung in Handelskreisen erfreut.

* Für langjährige treue Dienste. Der Kreis­ausschuß des Landkreises Hanau hat den nachgenannten land­wirtschaftlichen Dienstboten für langjährige treue Dienste in ein und demselben landwirtschaftlichen Betriebe Belohnungen im Betrage von je 20 Mark bewilligt: 1. Xaver Bayer, seit 1. September 1888 auf dem Dottenfelderhof; 2. Jakob Hofma n n, lseit 26. Februar 1891 bei Friedrich Koch in Hüttengesäß; 3. Konrad Waller, seit 1885 bei Johannes Habermann in Hüttengesäß; 4. Margarete Regine Schmidt, seit 5. Mai 1892 bei Heinrich Carl in Kilianstädten; 5. Wilhelm Leipold, seit 16. September 1885 bei Kaspar Heck in Oberissigheim; 6. Wilhelm Schneider, seit 13. Juni 1885 bei Joh. Wilhelm Reuhl in Bischofsheim.

* Jubiläum. Am heutigen Tage blickt Frau Marie Maurer auf eine ununterbrochene 25jährige Tätigkeit als Zeitungsträgerin im Betriebe desHanauer Anzeigers" zu­rück. Aus diesem Anlasse wurden der Jubilarin mannig­fache ehrende Beweise der Anerkennung zu teil. Das Vor­steheramt des ver. evangl. Waisenhauses überreichte ihr ein Glückwunschschreiben und ein Geldgeschenk, auch von anderer Seite wurden ihr noch Beweise der Wertschätzung zu teil.

* Schutzmannschüft. Schutzmann Drechsler wurde zum 1. Juli endgültig als solcher bei der Kgl. Polizeidirek- tio-i Hanau .

nau nach Cassel, Schutzmann Jakobsen von Cassel nach Hanau versetzt.

* seinen 90» Geburtstag feiert am 2. Juli der älteste Bürger Kessclstadts, Herr Julius K. Herzberg. Der alte Herr erfreut sich noch einer ganz besonderen Rüstig­keit und Frische.

* Bedrohung. Der Gelegenheitsarbeiter Friedrich Schneider, in der Gr. Dechaneistraße wohnhaft, skan- dalierte gestern vormittag in wüster Art und Weise in seiner Wohnung, hantierte mit einem geladenen Revolver und be­drohte sowohl Familienglieder wie auch andere Personen. Ein herbeigerufener Schutzmann nahm ihn in Haft.

* Gründungsfeier. Der GesangvereinConcordia" in Kesselstadt-Hanau hatte aus Anlaß seines 40jährigen Be­stehens eine Anzahl Festlichkeiten arrangiert, die am Sams­tag abend durch einen vortrefflich gelungenen und zahlreich besuchten Kommers eingeleitet wurden. Der gestrige Haupt- festtag war leider nicht von Witterungsgunst begleitet, doch konnte das vorgesehene Programm im ganzen genommen durchgeführt werden. Nach dem unter starker Beteiligung vor sich gegangenen Festzuge entwickelte sich auf dem schön gelegenen Festplatze ein in jeder Beziehung wohlgelungenes volkstümliches Leben und Treiben. Heute nachmittag wird ein allgemeines Volksfest den Abschluß der Feier bilden.

* In Grohauheim traf gestern der Bischof von Fulda zur Firmung ein. Der Ort hatte reizenden Fest­schmuck angelegt. Heute erfolgte daselbst die Konsekration der neuen St. Pauluskirche.

* Wichtig für die Reisezeit. Der Verband christ- ! licher Hospize, der erst vor drei Jahren begründet ' wurde, ist in erfreulichem Aufblühen begriffen, wie das so- eben erschienene Mitgliederverzeichnis für 1907 ergibt. Da- nach*sind dem Verband 52 Häuser angeschlossen, und zwar . 39 Hospize und 6 Erholungshäuser in Deutschland, 7 Hos­pize im Ausland, und zwar 4 in der Schweiz, 2 in Italien, 1 in Norwegen. Die letzteingetretenen Mitglieder waren Godesberg, Mülheim a. Ruhr und Heidelberg. Inzwischen sind aber schon vier weitere Neuanmeldungen erfolgt : Bad Nauheim (Schloß-Hotel Saxonia), Lindau am Bodensee (Hospiz des Evang. Herbergsvereins), Düsseldorf (Kronen­haus) und Ulm a. Donau (Hospiz des christlichen Soldaten- und Jugendheims.) In dec jetzigen Reisezeit können die Hospize des Verbandes als solide, preiswerte und saubere Absteigequartiere, in welchen auch der lästige Trinkgelder­zwang durch einen entsprechenden Zuschlag auf der Rechnung abgelöst ist, nur aufs beste empfohlen werden. Jede weitere Auskunft über den Verband, speziell auch die ihm ange­schlossenen Häuser, ist durch die Geschäftsstelle desselben, Berlin SW. 68, Oranienstraße 105, I., unentgeltlich zu er­halten.

^vang. Männer- und Jünglingsverei«: Gesang (Ev. Vereinshaus.) Driestauben-Klub: Versammlung in der Brauerei Orschler. Steuographen-Verein Stolze-Schrey: Dercinâabend in derSonne". GesellschaftHeiterer Bund": Vereinsabend imDeutschen Schützen". Familien-Marken-KonsumvereinEinigkeit": Abends 810 Uhr: Marken­auftage und Annahme neuer Mitglieder (VereinshausConcordia"). VereinHessischer Bund": Versammlung imHessischen Hof". Freiwillige Feuerwehr, 4. Komp., Zusammenkunft imSchützenhof", 5. Komp. Zusammenkunft bei Ulsamer.

Brandwache u. Rettungskorps: Zusammenkunft t d.Brauerei Kais«". VereinUnner uns": Zusammenkunftzu den vier Jahreszeiten". Erite Hanauer Karnevalgesellschaft: Vereinsabend imDeutschen HauS" GesellschaftLustige Brüder": Klubabend bei Heinrich Vowinkel. Verein der Briefmarkensammler: Zusammenkunft imRestaurant Mohr". Kolonieverein Kesselstadt: Abends 9 Uhr: Monatsversammlung in der Rosenau".

Verfteigerungs- re. Kalender für Dienstag den 2. Juli.

Nachmittags von 2 Uhr ab sollen im Auktionslokale, Nürnbergerstr: ' Nr. 6 (Nürnberger Hof" hinteres Lokal) eine Partie Mobiliar- und an bete Gegenstände durch den beeid. Taxator und Auktionator Hc sn Fr. Kämpfer meistbietend gegen Baarzahlung versteigert werden.

Regenstation Hanau des Königl. Preußischen M e t e o r o l o g i s ch e n Instituts zu Berlin.

Im Monat Juni wurden 14 Tage mit mehr als 0,2 mm Regenhöhe beobachtet. Die größte Niederschlags­menge in 24 Stunden war am 28. Juni (gemessen am 29. Juni, morgens 7 Uhr), sie erreichte eine Höhe von 8,5 mm, was gleichbedeutend ist mit 8,5 Liter auf 1 Quadrat­meter.

Die Monats - Menge der Niederschläge im Ium betrug 59,4 mm oder 59,4 Liter pro Quadratmeter.

Monat Juni wurden * Gewitter beobachtet. Die größte Niederschlagsmenge war am 28. Juni, sie erreichte eine Höhe von 8,5 mm, was gleich­bedeutend ist mit 8,5 Liter auf 1 Quadratmeter. Sämtliche Gewitterniederschläge erbrachten eine Höhe von 25,4 mm.

Hanau, 1. Juli 1907.

Der Beobachter: Anton I o bst

Vereins- u. Bergnitiprugsnachrrchtert für Montag den 1. I u l i.

Turn- u. Fechtklub: 671 /«; Frauen-, 8'/-10: Jugendabteilung.

Für Errichtung eines Aussichtsturmes auf dem Buchberge bei Langenselbold gingen ein:

Zwei treue Buchbergfreunde . . 7. Mk Lehrerin A. R. . 1.

Frau Br. sendet mit dem Wunsche, daß recht bald noch viele Mark- stücke nachfolgen möchten, diese Gabe..... 1.-

B.-T. Drei Rinder .... 4.50

Voriger Betrag. 1608. ,,

Zusammen bis jetzt 1621.50 Mk

Weitere Spenden nimmt gerne entgegen die

Redaktion desHanauer Anzeigers"

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Hus Hab und fern.

Wihenhausen, 28. Juni. Bei der Einfahrt des von Eichenberg kommenden Personenzuges gegen 12 Uhr nachts ereignete sich gestern ein U n g l ü ck s f a l l, der leicht den schwersten Ausgang hätte nehmen können. Etwa 30 bis 40 Meter vor dem Zuge sprang ein Passagier aus dem Wagen vierter Klasse, stürzte auf das Geleise und blieb hier blut­überströmt und besinnungslos liegen. Der Mann ist der Landwirt Eichenberg aus dem nahe gelegenen Dorfe Wenders­hausen. Es wird angenommen, daß der Mann geschlafen und, wohl durch das Bremsen aufgeschreckt, geglaubt hat, daß er schon auf der Station sei, und so schlaftrunken hinausgesprungen ist.

Brotterode, 29. Juni. Bei dem Gewitter gestern abend wurde in der Nähe des Ortes der Taglöhner Hart­mann vom Blitz erschlagen. Ein anderer Taglöhner wurde von dem Blitz betäubt. Außerdem sahen Passagiere des Zuges Brotterode-Schmalkalden auf dem Felde ein getötetes Pferd und daneben eine Menschengestalt liegen. Näheres ist noch nicht bekannt.

§8 Aus Oberhesien, 29. Juni. Schwere Gewitter verbunden mit heftigem Hagelwetter haben gestern abend in Oberhessen beträchtlichen Schaden verursacht. In den Ge­markungen Leihgestern, Watzenborn-Steinberg, Lang-Göns Haufen hat das Hagelwetter schwer gehaust. Es brach ganz plötzlich los, sodaß die Landwirte auf dem Felde überrascht wurden, die Zugtiere gingen durch und bei Leihgestern stürzte Landivirt Brückel vom Wagen und brach das Bein. Die Hagelkörner waren so dick wie ein Daumen, ja wie ein